Jakes und Leelas Bade-Drabbles und -Kurzgeschichten-Sammlung

von - Leela -
KurzgeschichteAllgemein / P12
17.09.2013
24.12.2013
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Lichtblicke

„Heute fahren wir mal einen anderen Weg!“ erklärte Jake für Leela, als sich die beiden heute auf den Weg zum Aquapark machten. „Die Straße, die wir sonst nehmen, ist nämlich im Moment gesperrt.“
      „Wer weiß, vielleicht gibt es ja ein ganz merkwürdiges Gesetz, und wir kommen diesmal gut durch, obwohl alle diese Umleitung fahren müssen!“ sinnierte GB.
      „Na, du bist ja guter Hoffnung!“ lachte Leela.
      „Man kann ja noch hoffen…“ meinte GB kleinlaut.
      Leela schmunzelte. „Mich stört es nicht, solange wir irgendwann beim Schwimmen ankommen.“
      „Mich auch nicht!“ meinte Jake. „Und nach der letzten Woche ist das sowieso das wenigste, was mich aus der Ruhe bringen kann.“
      Sie nickte leicht. „Ja, das kann ich nachvollziehen. Die Nachricht von Lous Tod hat ja richtig eingeschlagen. Ihr habt es auch am Wochenende erfahren, richtig?“
      Jake nickte. „Das war so ungefähr das, was mir zu meinem Glück noch gefehlt hatte.“ meinte er sarkastisch. „Als wenn nicht schon genug gewesen wäre.“
      „Oh, das hört sich an, als wäre viel passiert…“ stellte Leela besorgt fest.
      „Das kann man wohl sagen. Nach den letzten Tagen kann wirklich alles nur noch besser werden!“ bekannte Jake. „Die ganze Woche war eigentlich nur stressig oder niederschmetternd. Angefangen von kuriosen Aufträgen, über Mißverständnisse zu Hause, die üblichen Liebenswürdigkeiten, die man sonst noch von der Familie um die Ohren gehauen kriegt, merkwürdige Erlebnisse, die einen unterwegs noch ereilen, und dann kommt auch noch Tracy mit Training. Ich hätte diesen Affen umbringen können.“
      „Ist Tracys Training so schlimm?” erkundigte sich Leela.
      „Prinzipiell ist es schon gut, und er hat ja auch Recht, wenn er sagt, daß wir das Training brauchen. Nur das Timing ist manchmal etwas… daneben! Es ist eben doch ganz schön fordernd, und wenn man dann noch hundemüde von etwas anderem ist, kann man das nicht gebrauchen. Da hilft dann auch sein Argument nichts, daß Geister darauf auch keine Rücksicht nehmen“
      Leela sah ihn besorgt an. „Meinst du denn, daß du nach so einer Woche überhaupt zum Schwimmen möchtest? Du mußt doch fix und fertig sein!“
      „Das ist Entspannung!“ deklarierte er sofort. „Darauf werde ich auf gar keinen Fall verzichten!“
      „Wegen Leela, oder wegen dem Schwimmen?“ fragte GB.
      Jake stockte nur kurz. „Beides!“
      Leela lachte. „Na, dann ist ja gut! Ansonsten weißt du hoffentlich, daß du jederzeit absagen kannst, wenn es nicht paßt! Wenn es Quälerei wird, ist der Sinn verfehlt!“
      „Keine Sorge.“ lachte er. „Wenn es wirklich nicht paßt, sage ich das schon. Aber das ist wirklich etwas, worauf ich mich immer freue, und was mich nach so einer Woche am Leben erhält.“
      „Na, dann ist ja gut, daß Leela nicht abgesagt hat…!“ stellte GB fest.
      Jake und Leela lachten. Da war etwas wahres dran.


(¨*•.¸Drabble¸.•*¨)

GB stöhnte auf. „Na, klasse! Diesmal ist es der LKW!“
      Jake und Leela lachten.
      „Das wirst du wahrscheinlich nie ganz verhindern können, GB!“ erklärte Leela.
      „Das stimmt, das liegt einfach in der Natur der Sache. Dafür fahren wir ja auch eine ganz schöne Strecke!“ meinte auch Jake.
      „Aber es darf ja auch gar nicht anders sein!“ setzte Leela nach. „Sonst würde uns ja der Running Gag fehlen!“
      „Na, du machst mir Mut…“ kommentierte GB demoralisiert.
      Jake und Leela wechselten ein Grinsen.
      Plötzlich lehnte Leela sich etwas vor und meinte verschwörerisch: „Schau mal, GB, der LKW biegt ab! Extra für uns!“

Wie erwartet waren diesmal wieder die kompletten Bahnen freigegeben. Mittlerweile sprachen sie nicht einmal mehr darüber, die Bahnen nicht zu zählen; sie schwammen einfach.
      „Wie war denn deine Woche?“ erkundigte sich Jake, als sie vor sich hinschwammen, und fast wirkte es, als wolle er das Thema einfach auf etwas schönes lenken, nach seinem eigenen Chaos.
      Sie atmete leicht durch. „Auch ganz schön anspruchsvoll! Im Moment herrscht bei mir nur Chaos!“ erzählte sie. „Ich renoviere meine ganze Wohnung und gestalte sie komplett neu. Das ist einfach mal dran, nach gut zehn Jahren. Ein Raum muß komplett saniert und tapeziert werden, und dann wird alles ganz neu eingerichtet. Ich weiß noch gar nicht, wie ich das alles machen soll.“
      Jake sah sie erstaunt und ernst an. „Wenn du Hilfe brauchst, dann sagst du Bescheid, ja?“
      Er sah ihr an, daß sie einmal wieder nicht über diese Option nachgedacht hatte. „Kann jemand von euch tapezieren?“ fragte sie kleinlaut.
      „Ha, Tracy mit Sicherheit!” lachte Jake. „Und ich kann es auch ein bißchen. Wenn wir zusammen arbeiten, geht das bestimmt schnell – wenn wir das überhaupt müssen, mit unserem Wunderaffen!“
      Leela konnte sich ein Lachen nicht verkneifen. „Im Moment muß ich den Raum aber erst noch ausräumen und von einer Firma begutachten lassen.“
      „Das hört sich an, als hättest du dir auch viel vorgenommen!“ stellte Jake fest.
      „Ja. Ein paar Möbel kommen raus. Dafür kommt etwas neues rein.“ Sie atmete leicht durch. „Das ist noch ein Haufen Arbeit. Aber wenn es fertig ist, dann wird das schon richtig gemütlich.“
      „Davon bin ich überzeugt. Ich bin schon gespannt, wie es dann aussieht!“
      „Ganz anders!“ versprach sie.
      „Wenn du etwas machst, dann machst du es richtig, oder?“ schmunzelte er.
      „Na sicher! Da mache ich keine Kompromisse!“ lachte sie.
      „Ich wünschte, wir könnten in Ghost Command auch mal so etwas wie eine gewisse Struktur reinkriegen.“ sinnierte er. „Aber mit den ganzen Geistererscheinungen, die bei uns hausen kann man das vergessen. Ich habe Eddy und Tracy so oft die Schuld dafür gegeben, aber man braucht sich wirklich nicht die Mühe zu machen, Ordnung zu halten, wenn irgendwelche Geisterwesen ständig dazwischenfunken!“
      Leela lachte herzlich. „Manchmal gelingt euch das aber doch ganz gut!“
      „Du sagst es!“ meinte er tiefgründig. „Manchmal!“
      Leela konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen.
      Ein paar Bahnen zogen sie noch durch, bis sich so viele Schwimmer in das Becken gesellt hatten, daß sie keine Lust mehr hatten und erst mal etwas anderes machen wollten. Sie sprachen sich allein durch einen Blick ab und verließen das Becken.
      „Wir müssen mal drauf achten, wenn der Sprungturm freigegeben wird!“ meinte Leela, als sie zum Erlebnisbecken herübergingen.
      Den Blick von Jake bekam sie in dem Moment nicht mit, da sie gerade die Sprungtürme hochsah – hätte sie es in dem Augenblick gesehen, hätte sie bemerkt, daß sie ihn nicht tiefer hätte berühren können. Er selber hätte es wahrscheinlich wieder vergessen; daß sie aber daran dachte, damit hatte er offensichtlich nicht gerechnet, und das spiegelte sich in einem einzigen, bald liebevollen Blick.
      Der Moment relativierte sich allerdings von allein, als sie sich zu ihm umwandte, die beiden sich anlächelten und auf die andere Seite herübergingen.


In Memoriam

Im Erlebnisbecken war es ruhig, als Jake und Leela hinübergingen. Man merkte eben doch, daß die Ferien vorbei waren, aber die beiden hüteten sich, sich darüber zu beschweren! Gemütlich schwammen sie quer durch das Becken, zogen eine Runde und schwammen zurück auf die andere Seite mit der Palmeninsel, um die der im Augenblick sanfte Strudel herumführte. Es war ein andächtiges Schwimmen heute – das aktuelle Thema hing sowohl bei Jake, als auch bei Leela noch nach.
      Nach einiger Zeit hielten sie bei der Lagune inne und ließen sich dort eine Weile einfach treiben. Im Augenblick war es hier so ruhig, daß man sich wunderbar unterhalten konnte. Sie lehnten sich in der gemütlichen Atmosphäre auf den Liegeflächen zurück und ließen den Blick in die Halle schweifen.
      „Am Samstag hatten wir eine Gedächtnisfeier im Central Park für Lou.“ erzählte Jake.
      „Ja, ich habe schon ein bißchen davon mitbekommen.“ erwiderte Leela. „Das paßte ja sogar mit seinem Geburtstag zusammen.“
      „Mmhm… Das war schon eine ganz merkwürdige Atmosphäre. Vor allem, es waren ja wirklich alle da! Und alles war friedlich!“ erzählte Jake, noch immer beeindruckt.
      „Das ist auch ein Ereignis, das jeden berührt.“ sinnierte Leela. „Ich denke, wenn der geistige Vater stirbt, dem man seine Existenz zu verdanken hat, da wird jeder ein bißchen nachdenklich.“
      „Sicher, trotzdem war ich überrascht, daß wirklich jeder, sogar Prime Evil, so ergriffen davon war. Es ist ja sogar soweit gegangen, daß wir füreinander da waren.“
      Leela lächelte leicht, als sie daran zurückdachte. Sie wußte es zwar nur aus Erzählungen, aber zumindest das hatte sie auch mitbekommen. „So ein Ereignis bringt einen auch auf ein Level, und wenn auch nur für einen Moment. Ihr seid da emotionell ja alle auf einer Ebene.“ meinte sie. „Da darf dann auch mal Ausnahmezustand herrschen, und die üblichen Differenzen vergessen sein. So traurig der Anlaß auch ist, wenigstens das finde ich dabei noch sehr schön.“
      „Ja, das geht mir genauso!“ bekannte Jake. „Viele haben auch eine ganz persönliche Ehrung ausgearbeitet. Voodon hat in seinem Hotel eine Gedenktafel im Eingangsbereich anbringen lassen.“ erzählte er weiter.
      „Das ist eine schöne Idee.“ erwiderte Leela. „Hat Prime Evil denn in Hauntquarters auch etwas in der Richtung angedacht?“
      „Erwähnt hat er nichts. Was aber aus Hauntquarters kommt ist, die Zeit vom 17. bis 19. Oktober zur Waffenruhe auszurufen.“
      „Wow, das ist ein schöner Impuls!“ staunte Leela.
      „Ja, soweit ich weiß hat Trancealot das nach seinem Gespräch mit Tracy angeregt, und Prime Evil hat die Idee auch gleich aufgenommen. Und von Apparitia und Spenser kam die Anregung, das Konzert zum Jahrestag zu wiederholen. – Das hast du bestimmt auch nicht mitbekommen, oder?“
      Leela schüttelte den Kopf.
      „Apparitia und Spenser haben am Abend noch spontan ein Jazz-Konzert zu Lous Ehren gegeben, und Floatzart und Haunter sind gleich darauf eingestiegen. Das war eine richtig schöne Aktion und hat für eine unbeschreiblich harmonische Atmosphäre gesorgt, die viele noch mal richtig tief berührt hat. Und das wollen sie auch jedes Jahr wiederholen.“
      „Wie schön!“ freute sich Leela. „Da sind ja richtig kreative Ideen entstanden!“
      „Ja. Jeder wollte noch etwas persönliches für Lou machen. Auch Tasha, 8y und Danny. Insbesondere Danny, Lou ist ja nun auch noch auf ihrem Geburtstag gestorben…“
      Leela merkte deutlich die Betroffenheit aus seinen Worten, als er diese Feststellung formulierte. Sie konnte nicht ganz einschätzen, ob dies nur der Tatsache geschuldet war, daß er von seiner Tochter sprach, oder ob der Umstand allgemein auch dafür verantwortlich war. „15 ist sie geworden, ja?“
      Er nickte. „Wir haben es ja erst zwei Tage später erfahren, aber irgendwie war das trotzdem komisch, und für sie war das blöd.“
      „Das kann ich mir denken, zumal die Gedenktage ja jetzt auch noch genau in diesem Zeitrahmen liegen. Aber, hey, die Waffenruhe fängt immer auf ihrem Geburtstag an!“ meinte sie.
      Er mußte lachen. „Stimmt. Na, irgend etwas positives muß man ja auch daraus ziehen können. – Auf jeden Fall war es ganz egal, ob es Lous oder deine Charaktere waren, wir waren alle gleichermaßen betroffen.“ Langsam setzte Jake sich auf und sah sie an. „Schwimmen wir noch ein Stück?“
      Sie nickte und folgte ihm, und sie begannen mit einer Runde durch den Strudel, um die Palmeninsel herum.
      „Es ist schade, daß du nicht dabei sein konntest.“ bekannte er.
      Sie sah ihn sanft an. „Ich denke, das hat die Situation nicht hergegeben. Es war eure Gedenkfeier für ihn, und auch wenn es mich genauso betroffen gemacht hat, habe ich in dem Moment nichts dabei zu suchen gehabt.“
      „Aber du gehörst doch genauso dazu!“ widersprach Jake.
      Sie sah ihn nicht ganz überzeugt an. „Ich weiß nicht, ich hätte das nicht als angemessen empfunden. Zu diesem Anlaß war ich weniger auf eurer Ebene, als mehr auf Lous. Ich habe auf eine ganz andere Art und Weise an ihn gedacht, und wichtig war mir, daß ich eure Botschaften weiterleite. Die Feier hat einfach euch gehört; ich glaube, ich hätte in dem speziellen Moment nur gestört.“
      Jake dachte darüber nach, blieb aber doch ein bißchen unschlüssig. „Okay, verstehen kann ich es schon irgendwie. Aber ich fand es trotzdem schade. Ich sehe das nicht so separiert.“
      Sie konnte sich ein leichtes Lachen nicht verkneifen, als sie gemächlich die nächste Bahn vom Strudel zurück auf die andere Seite mit dem Wasserfall zogen. „Du darfst nicht vergessen: Ich bin kein Charakter in eurer Storyline. Ich bin eure Autorin, die es sich lediglich nicht immer nehmen läßt, ein bißchen mitzumischen. Das ist etwas anderes als Tasha oder 8y, oder Danny. Und diese Ebenen dürfen wir nicht ganz außer Acht lassen.“
      Jake seufzte. „Ja, ich weiß! So wie Futura in eine andere Zeit gehört, gehörst du in eine andere Dimension. Warum kann ich nicht so bodenständig sein wie Eddy?“
      Leela lachte herzlich. „Ich weiß nicht…“ In der Mitte des Beckens vor dem Wasserfall hielten sie gemeinsam an, um sich einen Moment Pause zu gönnen und das sprudelnde Wasser zu genießen. Immerhin war es hier in diesem Becken gerade so tief, daß sie bequem stehen konnten. Sie wandte sich ihm zu. „Aber es stimmt, Lou hat auch für uns eine Menge getan! Wenn man bedenkt, durch ihn haben wir uns überhaupt erst kennengelernt!“
      Jake stockte. „Das stimmt! Darüber habe ich nie nachgedacht!“
      „Ich auch nicht, aber eben fiel mir das ein. Manchmal kann man ja nicht mehr richtig sagen, wie oder wodurch man jemanden genau kennengelernt hat. Aber bei uns war es definitiv Lou, der uns bekannt gemacht hat!“
      „Das ist noch mal einen Dank wert, oder?“ fragte Jake.
      „Oh ja, mehr als das!“ erwiderte sie von Herzen, und ihr Lächeln war strahlend.
      Gemeinsam schwammen sie wieder auf die andere Seite auf die Treppe zu, und ausgerechnet Jake fragte: „Wollen wir zur Rutsche?“
      Sie sah ihn nun doch ein wenig erstaunt an. „Wenn du Lust hast…“
      Er wurde tatsächlich etwas verlegen, als er erwiderte: „Und ob ich Lust habe! Auch wenn es manchmal nicht so rübergekommen ist, ich hab’ da genauso viel Spaß dran. Vor allem mit dir!“
      Sie versuchte, ihre Überraschung über das Geständnis zu verbergen, konnte sich aber ein freudiges Lächeln doch nicht verkneifen. Doch sie wurde auch das Gefühl nicht los, daß sein Geständnis einem ganz einfachen Prinzip geschuldet war: Sie zeigte Interesse an ihm und dem, was ihm wichtig war. Und das gab ihm die Energie, ihr das nun auch eins zu eins zurückzugeben.


Sliding Fun

(¨*•.¸Drabble¸.•*¨)

Jake hatte nicht übertrieben als er sagte, er hatte Lust auf Rutschen. So elanvoll hatte sie ihn dabei noch nie erlebt, und diesmal war er sogar fast mehr die treibende Kraft als sie.
      Sie kämpfte derweil noch immer mit ihrer Kondition, als sie zum wiederholten Male die Treppen nach oben stiegen.
      „Du weißt ja, wir wollen dahin, daß du nicht mehr völlig außer Atem bist, wenn du hier oben stehst!“ erinnerte er bedeutungsvoll.
      „Das wird noch eine Weile dauern…“ keuchte sie.
      Er ließ ein leichtes Lächeln folgen. „Aber das Ergebnis ist es wert, oder…?“
      „Darauf kannst du wetten!“ lachte sie.


Leelas Thoughts

(¨*•.¸ Double-Drabble¸.•*¨)

‚Als wir bei der Rutsche standen und darauf warteten, daß das Licht auf grün umsprang, stand Jake wie gewohnt hinter mir. Ich kann mir nicht helfen, Rutschen mit Jake oder Eddy ist einfach… wundervoll. Ich kann mir kaum etwas schöneres vorstellen, und ich gebe zu, daß ich diesen kurzen Moment der Nähe voll auskoste. Dafür liebe ich meine Jungs viel zu sehr, um eine solche Chance ungenutzt zu lassen. Und immerhin weiß ich hier ja auch, daß ich dabei kein schlechtes Gewissen zu haben brauche, schließlich ist es nicht mehr als Spaß unter Freunden.
      Plötzlich umfaßte er mich von hinten; nicht nur leicht, wie ich es schon erlebt habe, sondern richtig. Ich weiß nicht, ob es nur der Überraschung geschuldet war, daß ich es zuließ, denn wenn ich ehrlich war, genoß ich seine Geste, und es fühlte sich an, als würde er sich leicht an mich schmiegen. Ein unwillkürlicher Schauer arbeitete sich durch meinen Körper, und mein erster Gedanke war: Oh mein Gott, was ist mit Futura? Mein zweiter Gedanke war, es ist nichts weiter als eine freundschaftliche Geste. Danach dachte ich gar nichts mehr, sondern ließ mich einfach in dieses wunderbare Gefühl fallen, bis die Ampel die Rutsche freigab.’


In’s Rutschen gekommen…

So viel Spaß, wie die beiden beim Rutschen hatten, war schon nicht mehr zu überbieten. Nach den bedrückenden Nachrichten in den letzten Tagen brauchten sie dieses unbeschwerte Gefühl momentan aber auch einfach.
      Leela sammelte sich aus dem Becken auf und atmete beseelt durch. „Das ist so schön mit euch zusammen beim rutschen… Mit dir und Eddy macht es am meisten Spaß!“
      „Mit wem ist es denn schöner?“ fragte Jake direkt, als sie das Becken erneut verließen.
      Leela stockte ob der Frage überrascht und verkniff sich ein Grinsen. „Willst du eine ehrliche Antwort?“
      „Ja…“ meinte Jake verhalten, und es war ihm anzusehen, daß sie ihn durch ihre Gegenfrage bereits deutlich verunsichert hatte, so als wenn die Antwort damit schon auf der Hand lag, und er verloren hatte.
      „Ihr gebt euch da nichts.“ erklärte sie jedoch ehrlich. „Es ist mit euch beiden gleich schön, mit jedem auf seine Weise.“ Sie fügte nun ein Schmunzeln an und ergänzte: „Ich hoffe, das deprimiert dich jetzt nicht zu sehr.“
      „M-m!“ Er schüttelte den Kopf. Das hatte sie geschickt eingefädelt – nach dem, was er sich bereits ausgemalt hatte, war er deutlich glücklich über ihre Antwort. „Ich teile dich zwar ungern, aber als Alternative dazu, Eddy nachzustehen nehme ich das in Kauf.“
      „Du »teilst mich nicht gern«?“ entfuhr es Leela überrascht. „Interessant! Wie mag Futura wohl darüber denken? Immerhin muß sie dich gerade mit mir auch teilen, und sie ist immerhin mit dir liiert!“
      „Ja…“ Jake konnte nicht vermeiden zu erröten.
      „Macho!“ Sie knuffte ihn in die Seite.
      „Hey, bei Eddy ist es die gleiche Konstellation!“ wehrte er sich.
      „Ja, aber er sieht mich einfach als Freundin an, mit der er gerne etwas unternimmt! So wie mit Futura und Jessica auch! Tasha teilt er nicht, alles andere ist eine Gemeinschaftssache! Eddy ist eine treue Seele, sowohl in seiner Beziehung, als auch in seinen Freundschaften!“
      Langsam merkte sie, wie sie ihn in die Ecke drängte. „Das bin ich auch!“ verteidigte er sich.
      „Aber er definiert es auch so!“ Sie warf ihm einen bedeutungsvollen Blick zu.
      „Hey, ich halte Freundschaften und Beziehung auch auseinander!“ warf er gleich ein.
      „Du läßt aber auch keine Gelegenheit zum Flirten aus, wenn sich eine bietet!“ brachte sie es auf den Punkt.
      Mittlerweile bereute er, daß er das Thema in die Richtung gelenkt hatte. „Naja… Ich hoffe aber, daß du das jetzt nicht falsch aufgefaßt hast! Das bedeutet nicht, daß ich Futura nicht treu bin!“
      Leela lachte perplex. „Im Ernst: Ich nehme von euch, was ich kriegen kann! Mir macht es nichts aus. Ich hoffe, daß Futura es nicht falsch auffaßt!“ Sie stellte sich ihm gegenüber, nahm seine Hände und sah ihm in die Augen. Ihr Blick spiegelte jetzt einen Ernst wider, der ihr - egal, was sie selbst gerade fühlte - in dem Augenblick einfach wichtig war. „Sie liebt dich abgöttisch, Jake. Und ich weiß, daß es dir genauso geht. Gib ihr nie das Gefühl, daß sie daran zweifeln müßte. Gerade weil ihr manchmal nicht so viel Gelegenheit habt, euch zu sehen.“
      Daß ihre Worte wirkten, merkte sie an seinem Blick. Aus dem Erklärungsnotstand wurde eine Nuance die spiegelte, daß sie gerade eine tiefe Wahrheit ausgesprochen hatte, womit er nicht gerechnet hätte. „Sie weiß aber auch, daß sie keine Angst zu haben braucht. Glaub’ mir, ich werde Futura immer treu sein, auch wenn ich manchmal meine Reize ausspiele. Und was Freundschaften angeht, da stehen wir alle uns in Nichts nach: Es gibt kein höheres Gut als Freundschaft, und den Begriff legen wir weit aus. Wenn ich jemanden mag, dann will ich es auch zeigen dürfen, und da ist es ganz egal, ob du es bist, oder Eddy, oder Tracy… Und so sehen die anderen, insbesondere Futura es auch. Da gibt es keinen Grund für Eifersucht.“
      „Das finde ich auch so unheimlich schön bei euch.“ erwiderte Leela sanft. „Ich wollte es auch nur sagen, bevor du auf die Idee kommst, mich zu küssen!“
      Jetzt grinste Jake neckisch und meinte: „Auch das geht in einer Freundschaft!“, bevor er ihr einen freundschaftlichen Kuß auf die Wange gab.
      Sie mußte sich erst aus ihrer Sprachlosigkeit erholen. „Du bist unmöglich! Du weißt genau, wie ich das meine!“
      Er grinste verlegen. „Ja! – Aber ernsthaft, es kommt immer auf die Definition an! Und solange man sich an die Regeln des Spiels hält, und man das Vertrauen der anderen nicht bricht, ist alles in bester Ordnung!“
      Leela nickte. „Genau so sehe ich es auch. – Und das bedeutet, daß Futura auf einer speziellen Ebene nicht teilst, mir aber zugestehst, daß ich auf keinen von euch verzichten will…?“
      Jake verdrehte die Augen und Lachte hilfos. „Leela, ich sagte, ich teile dich nur ungern und das stimmt. Das sei mir zugestanden, gewissermaßen geht es mir mit euch allen so. Das heißt aber nicht, daß ich es nicht trotzdem gerne tue!“ Seine Srme ruhten leicht um ihre Hüfte, als er nachdrücklich hinzusetzte: „Das ist es, was unsere Freundschaft ausmacht. Und zusammen haben wir alle um so mehr davon. Glaub‘ mir, es gibt nichts, was mir mehr bedeutet.“
      Leela quittierte es mit einem beruhigten Lächeln. Ihr ging es jetzt schon viel besser, nachdem sie darüber gesprochen hatten. Und so konnte sie es sich nicht nehmen lassen, ihn freundschaftlich in die Arme zu nehmen und es zu genießen, als er die Geste herzlich erwiderte.


Große Sprünge

„Schau mal, Jake, der Sprungturm ist auf!“ bemerkte Leela plötzlich, als sie mehr zufällig auf die andere Seite der Halle sah. „Das ist der 5er, oder?“
      Jake mußte erst mal so schnell schalten. „Ja…“
      Leela drängte ihn förmlich zu der Seite mit der Sprunganlage herüber, wo der Sprungturm gerade geöffnet worden war. Jake fühlte sich fast im ersten Moment überfordert, als sie zur treibenden Kraft wurde und beeilte sich, ihr auf die andere Seite zu folgen. „Na, wie sieht’s aus?“ fragte sie enthusiastisch. „Hast du Lust?“
      Sie sah ihn bald schon auffordernd an, und sie konnte seinem Blick ansehen, daß es ihn bereits wieder zur Sprunganlage hinzog. „Aber nur, wenn du dich nicht langweilst!“ machte er zur Bedingung.
      „Mich langweilen, wenn ich dir zugucken kann?“ fragte sie tiefgründig. „Jetzt geh’ schon! Ich gehe schon mal ein paar Bahnen schwimmen!“
      „Okay!“ Sie konnte die Begeisterung praktisch in seinen Augen sehen, und sein enthusiastisches Grinsen bestätigte es noch mehr. Und so teilten sie sich erst mal auf, Leela nahm die nächste Leiter in’s Schwimmerbecken, und Jake ging zum Sprungturm herüber.
      Sie schaffte es tatsächlich, immer mindestens eine Bahn zu schwimmen, bis Jake wieder dran war, und er nutzte die Zeit auch voll aus, bis der Turm wieder geschlossen werden sollte – wahrscheinlich, weil er auch genau wußte, daß sie darauf achtete, nicht einen Sprung zu verpassen. Dafür war es aber auch einfach zu elegant anzusehen, wenn er sein ganzes Können und seinen ganzen Mut präsentierte.
      Als er nun das nächste Mal zu der Anlage herüberging, stand die Bademeisterin bereits mit dem Sperrschild in der Hand hinter der Schlange, um die letzten Springer hochzulassen. Amüsiert beobachtete Leela, wie Jake die Bademeisterin versuchte zu überreden, daß er auch noch einmal springen durfte; und es gelang ihm! Es wunderte sie nicht, bei seinem Charme, und sie konnte nicht anders, als es mit einem Schmunzeln und einem Kopfschütteln zu quittieren.
      Nach einem letzten eleganten Sprung schwamm er wieder an ihre Seite, so daß sie gemeinsam weiterschwimmen konnten.
      „Also, eins halten wir mal fest!“ meinte sie, als er zu ihr aufschloß. „Ich habe heute mehr Bahnen geschwommen als du!“
      „Dann muß ich dich jetzt nur zum Springen bewegen, damit ich das beim nächsten Mal aufholen kann!“ konterte er.
      Sie ließ sich ein tiefgründiges Grinsen vernehmen. „Als wenn du das durchhalten würdest, wenn du dann nicht springen darfst!“
      Er brauchte nichts dazu zu sagen. Die Bestätigung lag in seinem Blick.
      Ein paar Bahnen schwammen sie noch gemeinsam, bevor sie sich entschlossen, sich auf den Heimweg zu machen.


Ganz auf GBs Welle

Zu GBs Freude waren Jake und Leela fast schon generell dazu übergegangen, Radio zu hören, wenn die beiden mit ihm zum oder vom Schwimmen unterwegs waren. Doch er wagte kaum, etwas in der Richtung anzumerken, um sein Glück nicht auf’s Spiel zu setzen.
      Jake staunte immer wieder auf’s Neue, als sie während der Fahrt durch die Radioprogramme zappten. Es schien kaum einen Titel zu geben, den Leela nicht kannte und sofort mit Titel und Interpret benennen konnte. Egal welche Stilrichtung oder welche Epoche, und gerade aus der älteren Generation konnte man ihr kaum etwas vormachen. Er mußte zugeben, er freute sich jedes Mal, wenn er schneller war als sie, und mit seinem Wissen glänzen konnte, auch wenn er sich im klaren war, daß er sie nie würde überbieten können.
      „Oh, das ist ein besonderes!“ meinte sie plötzlich und drehte das Radio lauter. Gerade lief von Laura Branigan »Self Control«.
      Jake nahm es überrascht zur Kenntnis, und in ihm arbeitete es bereits, wie sie das gemeint haben könnte. ‚You take my self control’… War es die Botschaft, die sie gerade mitsang? Aber da gab es einen Haufen anderer Lieder, deren Texte vermutlich besser gepaßt hätten – wenn sie ihm damit etwas mitteilen wollte!
      Als der Song endete, drehte sie die Lautstärke wieder leiser. „Diesem Song hat Tasha ihren Nachnamen zu verdanken, auch wenn Laura Branigan nur mit einem »n« in der Mitte geschrieben wird. Das habe ich nur zu spät festgestellt.“ erklärte sie.
      Nun war Jake doch überrascht. Ja, dieser Song war etwas besonderes – doch auf die Lösung wäre er nie gekommen! Bisweilen war es unheimlich interessant, sich mit seiner Autorin zu unterhalten…
      Eine Weile später kamen sie wieder beim Ghostkommando an, GB durfte zurück in seine kuschelige Garage, und Jake und Leela verabschiedeten sich voneinander.
      „Du sagst aber Bescheid, wenn wir dir helfen sollen!“ sagte er noch mal eindringlich.
      Sie lachte. „Ja! Ich muß mich erst noch ein bißchen sortieren, aber ich gebe euch Bescheid, wenn ich euch brauche. Keine Sorge. Wahrscheinlich am Wochenende, dann muß ich ja nicht arbeiten, und man kann gut etwas schaffen.“
      „Dann spreche ich das schon mal mit Tracy durch, oder?“ fragte er.
      „Wenn du magst…“ sagte sie schmunzelnd zu, und konnte dabei nicht verbergen, wie sehr sie sich schon auf die Gesellschaft der Jungs freute.
      Er gab ihr einen Wink und nahm sie zum Abschied noch einmal fest in die Arme. Dann gingen sie für diesen Tag auseinander.



(Anm. d. Aut.: Bezüge zu »Eternally unforgotten«)
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