Blasphemy

von China-aru
GeschichteRomanze, Fantasy / P16 Slash
16.09.2013
25.02.2014
9
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Ein schwacher Lufthauch streifte mein Gesicht, als ich vorsichtig die Tür öffnete. Mein Herz begann schneller zu schlagen und ohne es zu bemerken, trat ich näher an das Bett heran. Mein junger Herr schlief noch tief und fest, bis ich mich vorbeugte und ihm sachte übers Haar strich. Er hatte einen festen Schlaf, das war mir bewusst, aber auf diese Weise konnte ich ihn noch wenige Momente länger beobachten.
Sein zartes Gesicht, die spitze Nase. Seine Haut wirkte fast wie aus Porzellan.
Vorsichtig berührte ich seine Wange, seine Haut war warm und weich. „Young Master..“ hauchte ich und bekam ein grummelndes Geräusch als Antwort. „Young Master, es ist Zeit zum Aufstehen.“ Ein leichtes Blinzeln, bevor  William letztendlich seine Augen öffnete. „...Jetzt schon?“ „Du schläfst doch sowieso in der Andacht weiter.“ grinste ich und stemmte die Hände in die Seiten. „Na schön... Ausgerechnet Sonntag.“ „Sonntag ist der Tag des Herren...“ widersprach ich ihm und zog ihm die Decke weg. „Moah Kevin, ich glaub an sowas nicht. Aber ist gut, ich steh ja schon auf...“
„Wie geht es deinem Kopf?“ „Besser, danke.“
William hatte am Freitag einen kleinen Schwächeanfall erlitten, nachdem die Schüler ein Wettrennen veranstaltet hatten. Da ich nicht auf den Jungen Herr gewettet hatte, sondern auf Dantalion, hatte ich die Wette auch locker gewonnen! Ich liebe Wetten abschließen.
„Was grinst du denn so?“ fragte William empört und sah mich an. „Oh, ich … bin glaub gedanklich etwas abgekommen.“ „Das glaub ich auch!! Willst du nicht erstmal rausgehen, während ich mich anziehe?“ „Ja, natürlich.“ Und somit verschwand ich aus dem Zimmer.
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In letzter Zeit war Kevin irgendwie komisch. Ich bin mir nur noch nicht ganz sicher woran es liegt. Vielleicht ist er überfordert mit dem Priester-Job und dann sich auch noch um mich zu kümmern. Er hatte zwar gesagt er möchte mein Butler bleiben, aber...
Fertig mit Anziehen, ging ich aus dem Zimmer in den Flur, wo ich sogleich von Isaac aufgegabelt wurde. „Guten Morgen William!!“ „Morgen...“ „Was ist los? Du guckst so komisch?? Geht’s dir immernoch nicht gut? Oder brauchst du ein Glücksbringer? Sag schon? Was hast du?!“ „Ganz ruhig! Mir geht’s gut. Bin nur müde.“ „Oh!“
Isaac redete immer so viel. Und meistens sogar ohne Punkt und Komma. Wenn er auch mal in Arbeiten soviel zum Schreiben hätte, würde ihn das vielleicht weiterbringen. Vor allem sollte er aufhören sich mit so primitiven, stumpfsinnigen Dingen wie Magie zu beschäftigen. Die exsistiert nicht! Genausowenig wie Dämonen, Engel, die Hölle und Gott.. Geister sind übrigens auch völliger Schwachsinn. Von Elfen und wie sie alle heißen fang ich gar nicht erst an.
„Pastor Cecil ist vorhin aus deinem Zimmer gekommen.“ Isaac sah mich mit großen Augen an. „Und? Er ist mein Butler... Er hat mich geweckt.“ „Achso! Das erklärt natürlich einige-“ RUMS.
Und damit hatte er Sitri auch schon umgeworfen. Nun lagen sie da beide auf dem Boden und starrten sich an.
„Hallo? Könnt ihr mal aufstehen? Wie sieht das denn aus!??“ „Oh uh! Entschuldige!“ Schnell rappelte sich Isaac wieder auf und gab Sitri die Hand um ihn beim Aufstehen zu helfen. Ein ungutes Gefühl sagte mir, dass wo Sitri war, Dantalion auch nicht weit sein konnte. „Guten Morgen alle miteinander. Was treibt ihr denn hier auf dem Flur?“ „Nicht das wonach es aussieht.“ murmelte ich und deutete auf Sitri und Isaac, die sich immernoch dümmlich angrinsten. Was um alles in der Welt lief bei denen allen schief??? Darauf hatte ich keinen Bock mehr, weshalb ich loslief in Richtung Kirche.
Als ich die Treppe hinunterstieg, folgte mir Dantalion in einem ziemlich hohen Tempo und griff meine Hand. WARUM MUSS DER MICH IMMER ANGRAPSCHEN!??
„Was hast du?“ „Du bist schon der zweite der mich das fragt. Mit mir ist N-I-C-H-T-S!“ „Ist es der Priester?“ „....KEVIN? Was soll mit dem sein?“ „Nichts... war nur ne Vermutung.“ Während ich genervt die Augen verdrehte, versuchte ich seine Hand abzuschütteln. Dann tauchten auch schon die anderen beiden wieder auf und gemeinsam gingen wir zur Kirche. Sitri und Dantalion warteten draußen.
Isaac und ich setzten uns in eine der Reihen und kurz darauf begann auch schon Kevin mit der Andacht.
Auch wenn ich nie wirklich zuhörte, war die Andacht besser als die vorher. Ich mag den Klag seiner Stimme.

Als Kevin in meiner Schule aufgetaucht ist, hatte er gesagt, ich solle hier mit ihm nicht über persönliche Angelegenheiten reden. Er seie hier nur Pastor Cecil.  Das hatte sich nach einigen Tagen wieder gelegt,  als ich mit ihm darüber geredet habe. Nur wegen seiner Spielsucht hab ich mir so einen Kopf gemacht.
Isaac hatte mir davor vorgeschlagen Kevin zum „Familientag“ einzuladen.
Ich glaub, das werde ich das nächste Mal machen.

Ist Kevin meine Familie? Oder nur mein Butler? Ein Freund? Oder doch etwas anderes? Ich weiß es einfach nicht.