Chaos Theory - Dear Friend

von Clown
GeschichteDrama, Romanze / P16
Jared Leto Shannon Leto
16.09.2013
08.03.2017
33
86.653
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16.09.2013 1.060
 
Lieber Freund, ich schreibe das hier nicht aus Langeweile oder weil ich gerne eine Geschichte erzählt hätte, auch nicht weil ich meinen Mitteilungsdrang stillen möchte oder aber gerne im Mittelpunkt stehe.
Das alles hier dient nur einem Zweck, zu wissen, was ich tun werde, wie reagieren werde. Es ist alles etwas kompliziert geworden und viel, das gebe ich offen zu und gerade wenn es am Besten läuft, geht irgendetwas schief, sehr schief. Und ich bin mir nicht sicher, einfach nicht sicher.
Wahrscheinlich ist dieses Päckchen, es sind doch mehr Seiten geworden als erst angenommen, verschütt gegangen. Ich habe einfach alle Briefmarken drauf geklebt, die ich in meiner Wohnung gefunden habe. Alle, egal aus welchem Land, ich sammle Dinge, alles möglich und Briefmarken waren auch irgendwie dabei, aber ich nehme sie nur mit, wenn sie mir gefallen.
Es steht kein Absender, was dir sicherlich schon aufgefallen ist und außerdem habe ich extra eine Adresse hingeschrieben, die es gar nicht geben kann. Unnützes Wissen, eine der Apps die selbst ich abonniert habe, hat mir mitgeteilt, dass es den Ort Argleton nicht gibt, er aber irrtümlicher Weise auf Google Maps erscheint.
Mein Lieblingsasiate ist darin aber nach wie vor nicht vertreten.
Vielleicht hast du das Päckchen gefunden, meine Handschrift ist meist nicht lesbar, also könnte es auch bei einer anderen Adresse gelandet sein oder aber es ist im Müll gelandet, vielleicht hast du es auch zwischen den ganzen anderen Paketen beim Ausliefern gefunden und dich gewundert.
Es ist ja eigentlich ganz egal, auch wenn es mich interessieren würde, aber das werde ich wohl nie erfahren.
Du, lieber Freund, wirst nun mehr Dinge erfahren, über mich, als die meisten Leute in meinem unmittelbaren Umfeld wissen. Es ist eine Geschichte, die leider zutrifft.
Was heißt hier leider, sie trifft zu, gerade jetzt. Nun, ich weiß natürlich nicht, wann das Päckchen ankommt, ob es irgendwo ankommt und ob nun Tage, Stunden oder Jahre vergangen sind.

Mein Name ist unwichtig, man kann mich Rory nennen und sagen wir, meine Eltern hatten ein gewisses Faible für Märchen. Oft genug wurde ich wegen meinem Namen gemobbt, das Ironische ist, dass ich eigentlich beinahe schwarze Haare habe, was nicht so dem Prinzessinen-Typ entspricht.
Früher habe ich sie lange getragen, lockig waren sie schon immer, bis ich sie so oft gefärbt habe, dass sie einfach kaputt waren, aber immerhin braucht man so kein Haarspray mehr.
Ich bin in L.A. aufgewachsen, etwas außerhalb, eine dreiviertel Stunde mit der Metro zur Downtown. Wir gehörten zu einem der Randgebiete Los Angeles und mein Leben wurde dominiert von dummen Mitschülern, von noch dümmeren Autoritätspersonen und natürlich von Sand.
Sand spielte eine recht einprägsame Rolle, dicht gefolgt von diesen schrecklichen Cheerleadern, aber ich glaube von denen wird jeder einmal fertig gemacht, selbst die Cheerleader. Außerdem wird der Großteil von ihnen zu früh geschwängert, danach fett, hässlich und unglücklich. Sie leben dann in einem Wohnwagen, mit irgendeinem Idioten zusammen, haben ein schreiendes Kind auf dem Arm, ein anderes auf dem Schoß und wünschen sich ein besseres Leben.
Ich hingegen habe nie gedacht, dass das jetzt die beste Zeit ist, ich dachte immer, dass es noch besser geht, viel besser. Alles kann man steigern, man muss nur hart genug dafür arbeiten.
Leider habe ich keine blauen Augen, das wäre wohl schön gewesen und vor allem das Flirten fällt damit doch wesentlich leichter. Ich habe gelbliche Augen, kann man sagen. Sie sind… nein, sie haben einen Braunstich und irgendeine Mischfarbe, mit Grün und eben Gelb.
Viele Leute finden das schön, ich gehöre nicht unbedingt dazu, aber ich muss mich auch nicht allzu oft sehen. Meine Augenfarbe habe ich von meiner Großmutter, meint meine Mum, aber meine Granny habe ich nie getroffen und meine Mum ist zu oft stoned, als dass sie noch wirklich etwas mitbekommen würde.
Mein Dad ist Trucker, eher dürr, auch wenn man sich diese Leute oft mit Bierbauch vorstellt. Er mag kein Bier, er raucht viel lieber einen Joint oder Zigarre, meist erst den Joint. Er raucht gerne, wenn er raucht.
Unser Haus war klein, sehr klein, eigentlich kann man es nicht einmal Haus nennen. Die Außenfassade hatte bereits seit langer Zeit eine Renovierung nötig, die wir uns nicht leisten konnten, außerdem war das Dach undicht, aber in L.A. ist das nicht ganz so schlimm, es regnet nicht so viel.
Höher ist hingegen die Waldbranntgefahr, ich habe Freunde in der Schule gehabt, die erzählten, wie Häuser nieder brannten, ihr eigenes oder das von anderen, aber so weit hatten wir dann doch immer Glück.
Ich will mir nicht vorstellen müssen, wie meine Mum versuchte hätte stoned wegzurennen. Sie wäre nicht weit gekommen.
Ich bin jetzt 27 Jahre alt, relativ jung und ich arbeite viel. Eigentlich habe ich mein Hobby als Arbeit, bin im Filmbusiness, aber keines der hohlen Weiber vor der Kamera. Es ist immer so witzig zu beobachten, wie wichtig sie sich fühlen und doch sind sie einfach austauschbar. Die Leute hinter der Kamera teilweise auch, aber wirklich nur teilweise und ich habe mich mittlerweile so weit hoch gearbeitet, dass ich die Person bin, die Leute am Set austauscht.
Als Jugendlicher in L.A. kommst du nicht um das Filmbusiness herum, hier ein Aushilfsjob und da mal schnell Geld verdienen, vor die Kamera will jeder, aber eine selbst in der Hand zu halten und diese Macht zu haben, zu schneiden und daraus deine Geschichte zu machen, das ist doch wesentlich verlockender.
Regie, das war eines meiner Ziele, aber Musik gehörte auch dazu und vor allem wusste ich, dass ich mir für beides den Arsch aufreißen musste. Man hat eine winzige Chance und man kann versuchen sie zu nutzen, jeden Tag aufs Neue.


Wenn du bis hier hin gelesen hast, dann wirst du mich vielleicht etwas besser verstehen, aber jetzt sollte ich wohl erst einmal erzählen um was es hier geht.


Ich und mein bester Freund, könnte man sagen, ich kann es momentan nicht ganz definieren und hoffe, dass wir immer noch Freunde sind. Wir hatten einen Streit und ich habe ihn gemieden. Denn er hat mit einer kleinen Frage, mit drei Wörtern, alles zerstört. Er hat alles kaputt gemacht, den schönen Moment natürlich und dazu unsere Freundschaft und momentan steht sogar mein größtes Projekt auf der Kippe und das nur, weil Jay seine dumm, es tut mir Leid wenn ich vulgär werde, Fresse nicht halten konnte.

Und hier fängt die Geschichte an.
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