Emily

von TaraT
GeschichteAbenteuer, Mystery / P12
Reim Lunettes Sharon Rainsworth Shelly Rainsworth Xerxes Break
14.09.2013
05.07.2016
17
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2.Gegner

Einige Tage später, herrschte ein hektisches Treiben im Hauptquartier von Pandora. In einer nahen Stadt war ein Chain mit einem illegalen Vertragspartner aufgetaucht und die Einheiten machten sich schnellstens bereit zum Ausrücken. Break und Reim wurden einer Gruppe zugeteilt, die als eine der Ersten das Gebäude verließen.

Je näher sie dem Zielobjekt kamen, desto ernster wurden die Mienen der einzelnen Gruppenmitglieder. Sie waren insgesamt zu fünft, vier Männer und eine Frau. Alle außer dem ehemaligen Ritter trugen Schusswaffen. Reim hoffte nur, dass die anderen ihre Waffen besser benutzen konnten als er.

„Das Zielobjekt befindet sich etwa 200 Meter nördlich von hier.“, informierte sie ihr Teamleiter.

Kaum waren seine Worte verklungen, hörten sie bereits ein lautes Krachen und verängstigte Schreie. Die Einheit stürmte die letzten Meter durch die dunklen und verlassenen Straßen und sah dann, was den Lärm verursacht hatte.

Die eine Hälfte eines Hauses war komplett zertrümmert worden und man konnte dadurch direkt ins Inne sehen. Dort drängten sich verängstige und verzweifelte Menschen, an die noch stehenden Wände und starrten voller Grauen das Monster an, dass sie hatte töten wollen und das vielleicht auch noch tat.

Dass der Chain kein schwächlicher Card oder Hedgehog war, erkannte Break sofort. Der Chain vor ihnen hatte leichte Ähnlichkeiten mit einer Puppe, da sein Kopf rund war und er an Stelle der Augen zwei riesige schwarze Knöpfe besaß. Doch dort endete die Ähnlichkeit auch schon. Der weit geöffnete Mund zeigte eine Reihe langer spitzer Zähne. Ansonsten besaß das Wesen eher einen drahtigen, fast skeletartigen Bau, so dass es auf den ersten Blick fast zerbrechlich wirken konnte. Auch die Arme und die kurzen Beine waren weniger furchteinflößend. Nur die die großen krallenbesetzen Vorderbeine und der mit Zacken besetze Schwanz trübten das harmlose Bild. Zuletzt schien der Körper das Chains noch in einer seltsamen Farbe zu schimmern, wenn das Mondlicht darauf fiel. Was das zu bedeuten hatte, konnte der Schwertkämpfe jedoch vorerst nicht sagen.

„Zielen. Und Feuer!“ ,schalte der Befehl durch die Straße und gleich darauf erfolgte das Knallen mehrere Pistolenschüsse.

Während Break vorerst noch tatenlos hinter seinen Kollegen stand, da er nicht selbst in die Schussbahn geraten wollte, warf er einen Blick zu Reim hinüber. Dieser war noch nicht zum Schuss gekommen, da er noch immer mit der Handhabung seiner Pistole kämpfte. Dies gestalte sich als erkennbar schwierig, da sich der junge Mann nicht entscheiden konnte, ob er den Chain anstarren oder doch lieber seine Aufmerksamkeit der Waffe widmen sollte.

Das skeletartige Puppenkopfwesen schien von dem bereits erfolgten Angriff Pandoras wenig beeindruckt. Obwohl einige der Kugeln es trafen, schienen sie es nicht zu verletzen. Die Kugeln prallten einfach davon ab. Den einzigen Erfolg, den die Angreifer dadurch erzielten war, dass der Chain sich von den Häusern abwand und dafür ihnen zu. Er stieß ein Geräusch aus, dass ihnen allen ein Gänsehaut bescherte, da es wie das Zermalmen von Knochen klang. Dann stürzte er sich auf sie.

Einer der Männer konnte nicht schnell genug ausweichen und wurde direkt vor ihren Augen zerfetzt.


Das darf doch alles nicht wahr sein, dachte sich Reim, während er mit den anderen um sein Leben rannte. Er war kaum ein halbes Jahr bei Pandora und erneut trachtete irgendein Chain nach seinem Leben. Und er konnte nicht einmal seinen eigenen Chain rufen, um sich zu schützen. Doch er wusste, dass das nicht das eigentliche Problem war. Das war er selbst. Er hatte es mit der Angst bekommen, als er den  Chain gesehen hatte. Anstatt die anderen Mitglieder von Pandora zu unterstützen, wäre er am Liebsten davon gelaufen. Wie machten die anderen das bloß? Wie konnten sie nur so ruhig und professionell bleiben, angesichts des möglichen Todes? Selbst Xerxes, der nur ein paar Wochen vor ihm bei Pandora angefangen hatte, hatte nicht mit Wimper gezuckt, als der andere Mann getötet worden war. Reim wusste nicht einmal, wie sein Name gewesen war. Was ihm plötzlich furchtbar Leid tat. Hätte er doch nur etwas für ihn tun können.

Vor ihm blieb plötzlich jemand stehen und Reim hielt ebenfalls an und schwieg bis er merkte, dass es Break war, der da stand und sich aufmerksam umsah. Auch der Untergebene von Herzog Barma sah sich um. Sie waren allein. Wo waren die beiden anderen? Und warum war es plötzlich so verdammt ruhig? Unsicher sah Reim den Weißhaarigen an.

„Wo… ist er?“, fragte er vorsichtig und fast flüsternd. Doch war die Stille in der dunklen Gasse so durchdringend, dass selbst diese leisen Töne, wie das Abfeuern einer Waffe klangen.

Langsam legte Break eine Hand an seinen Schwertgriff. Dabei lauschte er in die sie umgebende Stille. Der Rotäugige wusste, dass der Chain hier noch irgendwo war, da er seine Präsens deutlich spüren konnte. Ob das ein Mitbringsel aus dem Abyss war, dass er dessen Schwingungen in der Menschenwelt spüren konnte?

Er bedeutete auch Reim absolut still zu sein und dieser nickte stumm, wenn auch mit sehr angespannter Miene. Um sich nicht ablenken zu lassen, dachte er die Frage, die sich bei Reims Anblick in ihm stelle, nicht zu ende. Doch hatte sich sein Unterbewusstsein schon länger mit der Frage beschäftigt warum Reim hier draußen Chains jagte, wo er doch viel lieber hinter einem Berg Akten sitzen sollte. Sicher behütet im Hauptquartier von Pandora. Aber vor allem, warum sich der Braunhaarige das selbst antat?

Im nächsten Moment explodierte die Wand neben ihnen und ein klauenbesetzter Fuß sauste auf ihn herab. Im letzten Augenblick gelang es Break sein Schwert zwischen sich und das Instrument zu bringe, dass bereits mindestens einen Mann, in dieser Nacht, das Leben gekostet hatte. Er drückte die Klauen zur Seite, sprang in die andere Richtung und schlug dem Chain ein Stück seines Arms ab.

Zumindest war es das gewesen, was er vorgehabt hatte, doch zu seiner großen Überraschung, glitt das Schwert am Körper des Wesens ab. Da viel ihm endlich ein, was das seltsame Glänzen des Mondlichts auf dem Körper des Chains zu bedeuten hatte. Das Monster aus dem Abyss hatte Schuppen und diese waren auch noch dick und knochig, so dass sie selbst einfache Pistolenkugeln oder Schwerthiebe abhalten konnten.

Irgendetwas furchtbar Hartes traf ihn in die linke Seite. Die falsche Seite! Er hatte es einfach nicht kommen sehen können. Dabei war sich der Einäugige eigentlich sicher gewesen, dass er diese Schwäche erfolgreich überwunden hatte. Doch seine Überraschung und das laute Krachen, des immer noch einstürzenden Hauses, hatten ihn zu sehr in seiner Konzentration gestört. Der Weißhaarige wurde einige Meter durch die Luft geschleudert, direkt hinein in die Trümmer des Hauses.

Als er wieder zu sich kam, hörte er Schüsse in der Nähe, also konnte er nur für wenige Sekunden das Bewusstsein verloren haben. Sein Körper schmerzte, insbesondere wo ihr Gegner ihn getroffen hatte, doch allein würde Reim niemals mit diesem Chain fertig werden. Zum Glück hatte er bei dem Angriff nicht sein Schwert verloren.

Mit zusammengebissenen Zähnen und seine freie Hand auf die schmerzenden Rippen gepresst, kämpfte Break sich durch die Trümmer, zurück auf die Straße. Die Schüsse hatten inzwischen aufgehört, was er als schlechtes Zeichen wertete.

Wieder in der Gasse, entdeckte Break Reim sofort, der ziemlich in der Klemme steckte. Der Chain hielt ihn mit einem seiner Vorderfüße auf den Boden gedrückt, während sein Kopf, mit dem weit geöffneten Maul immer näher kam. In wenigen Augenblicken würde das Monster den jungen Pandoraagenten verschlungen haben.

Der ehemalige Ritter hob sein Schwert und rannte auf die beiden zu. Auch wenn der Chain Schuppen besaß, seine seltsamen Augen waren ungeschützt. Er sprang nach oben und trennte die Verbindung zwischen einem der übergroßen Knöpfe und dem Kopf.

Die Wunde musste furchtbar schmerzen, denn der Chain bäumte sich mit einem überlauten Schrei auf. Dabei schlug er wild mit seinen Armen und dem zackenbesetzen Schwanz, so dass weitere Gebäude in der Nähe zerstört wurden. Doch zumindest hatte der Chain von seinem Opfer abgelassen.

Break erreichte den Braunhaarigen und zerrte ihn auf die Beine.

„Komm, wir sollten hier verschwinden. Dieses Ding ist nicht so einfach zu besiegen.“

Der andere stand immer noch unter dem Schock, fast gefressen worden zu sein, doch zumindest nickte er und lies sich von Break von dem tobenden Chain fortziehen. Sie hatten das andere Ende der Gasse fast erreicht, als plötzlich eine menschliche Gestalt vor ihnen auftauchte.

Als Break die Gestalt erkannte, blieb er wie angewurzelt stehen und sein Herz setze vor Entsetzen mehrere Schläge aus.


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Ich hoffe, ihr könnt euch vorstelle, wie der Chain aussieht? Habe versucht ihn möglichst genau zu beschreiben. Über Review freu ich mich natürlich.
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