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"Niemand wird mich freiwillig in diesen See --" Platsch. "Xerxes Break!"

Kurzbeschreibung
KurzgeschichteDrama, Humor / P12 / MaleSlash
Alice Oz Vessalius Raven (Gilbert Nightray) Reim Lunettes Sharon Rainsworth Xerxes Break
13.09.2013
13.09.2013
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Hey Leute. Ich, hier, die eigentlich nur depressive Geschichten schreibt, habe mich an einer humorvollen Fic versucht. :D Und an OzxGil, im Versuch, dieses Pair für mich etwas sympathischer zu machen. Keine Ahnung, ob es was geworden ist, aber ich mag das Pair leider nach wie vor nicht. :'D

P.S.: Sorry. Ich musste irgendwas Dramatisches einbauen. Ich konnte nicht anders. xD

Disclaimer: Die Charaktere und PandoraHearts gehören nicht mir und ich verdiene kein Geld mit dieser Geschichte. Leider. :P


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Leises Vogelgezwitscher erfüllte die Stille des Waldes. Die Sonne schien am Himmel und vertrieb jedes feindseliges, dunkles Wölkchen, das sich nähern wollte. Man hörte leises Plätschern, aber von weit her, fast wie ein Echo. Wenn man nicht genau hinhörte, könnte man denken, man bilde sich das muntere Geschwätz und die vereinzelten Lacher nur ein.

Der See glitzerte mit der Sonne um die Wette. Es war ein wunderschöner Tag … Die Frage war nur, ob er dies auch bleiben würde.

Etwas entfernt vom See war eine schlichte, weiße Decke ausgebreitet, auf der ein Mädchen mit langen, karamellfarbenen Haaren saß. Zwei glatt gekämmte Strähnen umrahmten ihr elegantes, lächelndes Gesicht, dessen Wangen einen kleinen, rosigen Schimmer aufwiesen. Das Kleid, das sie trug, war von außergewöhnlicher Schönheit, wie man es nur von einer Adligen erwarten konnte. Jede einzelne Rüsche war in dem beigefarbenen Kleid wohl überlegt, es waren nicht zu viele, nicht zu wenig. An ihrer Taille zog es sich etwas zusammen, an eben jener Stelle war auch eine äußerst prachtvolle, weiße Schleife befestigt worden.
Sie trug einen Reifrock, der gut versteckt worden war, wahrscheinlich unter Tonnen von Stoff. Ladies hatten es wirklich nicht leicht. Denkt nur an die Korsetts!
Trotz der Tatsache, dass sie auf einer Picknickdecke mitten im Wald saß, wies ihr Kleid keine überflüssigen Knitter auf. Fast vollkommen glatt erstreckte es sich bis zu ihren Knöcheln, die sie leicht zur Seite geneigt hatte.

Auf der weißen Decke waren allerlei Kuchenstückchen auf zarten Tellern und edlen Ständern ausgebreitet, ebenso wie die zärtlich verzierten Teetassen.

Die junge Dame tadelte die ihr Gleichgeschlechtliche gegenüber. Dieses Mädchen hatte lange, dunkelbraune Haare und ein paar geflochtene Zöpfe, die sanft im leichten Wind flogen. Sie stopfte sich mit ihren behandschuhten Fingern ein Gebäck nach dem Anderen in den Mund, und obwohl sie schon eine beachtliche Anzahl hinuntergedrückt hatte, schien ihr Heißhunger immer noch nicht befriedigt zu sein.

Etwas weiter entfernt lag ein etwas rundlicher, fein angezogener Herr auf der Wiese. Seine Klamotten wirkten zwar nicht adlig, aber es ging ein gewisser, überlegener Style von ihm aus, der durch die Tatsache, dass er lautstark vor sich hin schnarchte, leider beeinflusst wurde. Sein blonder Bart wirkte etwas verwuschelt, irgendjemand hatte sich einen Jux erlaubt und seinen Zopf, der ihm sonst immer über der Schulter lag, geöffnet. In seiner Hand hatte er ein Glas mit einer verdächtig dunkelroten Flüssigkeit, die nur noch beinahe ein Viertel des Gefäßes füllte. Anscheinend hatte er es so fest umklammert, dass es sich schlicht nicht aus seiner leicht behaarten Hand lösen wollte. Seine Wangen waren verdächtig rot und er sabberte seinen Bart voll.

Am See erkannte man vier Personen, die je zu zweit ein Stück voneinander entfernt standen, gerade so, dass sie das Gespräch des jeweils anderen Pärchens hören konnte, wenn man lauschte.

Zum  Einen stand dort ein groß gewachsener Mann mit stark gewellten, schwarzen, kurzen Haaren, der ziemlich finster dreinblickte. Er warf immer wieder genervte Blicke zu dem Mädchen, das sich immer noch vollstopfte. Wan konnte hören, wie er mit einer unerwartet samtigen Stimme dauernd etwas vor sich hin grummelte, das nach ‚Dummer Hase‘, ‚Vielfraß‘ und ‚Sie futtert noch alle unsere Vorräte weg. ‘ klang, während er sich eine Zigarette ansteckte.
Er war anscheinend von dem kleineren Jungen, mit strahlend blonden Haaren und mit einem ebenso blendendem Lächeln an den Wasserrand geschleppt worden. Gegen seinen Willen. Wie immer.
Aber er konnte nichts dafür. Immer, wenn ihn dieser Blick traf und er nur ihm galt, wirklich nur ihm und ihn diese Stimme etwas fragte, er konnte einfach nicht Nein sagen.

Hastig nahm er einen beruhigenden Zug des Tobaks.

Der Junge starrte aufs Wasser. Der Schwarzhaarige beobachtete ihn. Starren. Beobachten. Starren. Beobachten. So ging das eine ganze Weile, bis der Kleinere seine smaragdgrünen Augen schließlich dem Größeren, der ganz in Schwarz gekleidet war, das einzig durch sein weißes Hemd und seinen Schal erhellt wurde, zuwandte. Er selbst trug einen durchschnittlichen Anzug, ähnlich dem des Mannes, der immer noch sabbernd auf der Wiese lag.

Der Blonde zog sachte den schwarzen Ärmel des Anderen und seine glockenklare Stimme schallte über die ganze Wiese.

„Gil, lass uns schwimmen gehen!“

Gilbert schluckte hörbar. Schon wieder dieser Blick und schon wieder war er nur auf ihn gerichtet. Dieses Lacheln galt der Vorfreude, Zeit mit dem Schwarzhaarigen zu verbringen. Wie schaffte er es nur, ihn so zu verzaubern, ihn in seinen Bann zu ziehen?

Er wandte den Blick ab, um die aufsteigende Röte in seinen Wangen zu verstecken und schüttelte ruckartig den Kopf, um diese Gedanken loszuwerden. Er war ein erwachsener Mann, er war ja wohl noch im Stande, einem Blick zu widerstehen!

„Nein Oz, es ist doch viel zu kalt dafür. Du wirst dich nur erkälten.“

Eine billige Ausrede, natürlich. Aber selbst wenn er zustimmen würde, wie sollten sie es überhaupt anstellen? Sie konnten sich schlecht ausziehen.

Oz ignorierte diese Tatsache allerdings und zog ihn näher zum Wasser. Sein Blick hatte sich mittlerweile wieder abgewendet, richtete sich nun erneut auf das Wasser, das schon den ganzen Tag von der Sonne gewärmt worden war.

„Ach was. Komm schon, das wird lustig!“

Gilbert seufzte. Nein, das war etwas, was nun wirklich nicht sein konnte. Er wollte zu einer weiteren Entgegnung ansetzen, dem Anderen klar machen, dass sie ja nicht einfach in ihren Klamotten ins Wasser hüpfen konnten --

Als er einen weiteren Zug an seinem Ärmel spürte, stolperte, und kopfüber im See landete. Einen Moment umfing ihn nichts als Kälte, er wusste nicht, wo oben und unten war. Dann gewann er wieder an Orientierung und paddelte hektisch mit den Armen. Kaum war er wieder aufgetaucht, schnappte er nach Luft und schrie vorwurfsvoll:

„Oz!“

Das Geschehen wurde von den anderen zwei Personen beobachtet. Der Eine hatte komplett weiße Haare, wirkte aber trotzdem nicht alt, sondern sonderbar jung und … anziehend. Er trug einen ebenfalls weißen Mantel über einem violetten Hemd, das mit einem Rüschenkragen endete. Die schwarze, unauffällige Hose fiel fast nicht auf – dafür die blaue Puppe, die er auf der Schulter trug. Er hielt sich einen viel zu langen Ärmel vor das Gesicht, um sein breites Grinsen zu verbergen. Er hatte eindeutig Gefallen an dem kleinen Schauspiel gefunden.

Ganz im Gegensatz zu seiner Begleitung.

Der andere Mann trug einen durchschnittlichen schwarzen Anzug, den man sonst auch öfters an anderen Leuten in seiner Umgebung sehen konnte. Als er sah, wie der Weißhaarige sich ein Kichern verkneifen musste, schob er seine Brille zurecht und sah ihn streng an.

„Das findest du witzig, Xerxes?“

Dieser wandte sich seinem Freund zu und sah ihn offen an.

„Natürlich! Du etwa nicht ~?“

Der Braunhaarige verdrehte die Augen. Ein gegrummeltes ‚Natürlich nicht. ‘ entfloh seiner Kehle und er wandte sich ab. So sah er nicht, wie Xerxes einen Schritt auf ihn zu ging. Gefährlich nah. Genauso gefährlich nah, wie der Brillenträger am See stand.

„Möchtest du nicht auch schwimmen gehen, Reim?“, fragte er trällernd.

Reims Augen weiteten sich panisch, als er bemerkte, wie Xerxes Position hinter seinem Rücken bezogen hatte. Er sprang herum, Xerxes konnte einen Augenblick die Angst in seinem braunen Blick lesen. Angst? Ach was. Er musste sich irren.

„Nein! Xerx, nein! Ich kann nicht -- „

Xerxes konnte sich nicht mehr in seiner Bewegung halten. Mit Schwung stieß er den Anderen gegen die Brust, ein breites Grinsen auf dem Gesicht. Er sah, wie Reim verzweifelt versuchte, sich zu halten, sah, wie er ins Wasser fiel, wie er mit den Armen paddelte. Sah, wie er unterging.

Er wartete einen Augenblick. Noch Einen. Das Wasser blieb still.

Endlose Minuten vergingen und er starrte aufs Wasser. Sein Grinsen war mittlerweile festgefroren, leblos. Eigentlich hätte Reim längst wieder auftauchen müssen. Noch eine Minute verging, und nichts passierte. Außer, dass die Luftblasen auf der Wasseroberfläche verschwanden.

Und mit einem Mal wurde Xerxes klar, was Reim sagen wollte.

Ich kann nicht schwimmen.

Er bemerkte nicht, dass alle Blicke auf ihn gerichtet waren. Sharons Blick, die Augen mit Sorge gefüllt. Alice‘ Blick, abschätzend, die Augenbrauen hochgezogen. Oz‘ Blick, das Lächeln verschwunden. Und Gilberts Blick, der mittlerweile wieder aus dem Wasser gestiegen war.

Und als Sharon aufsprang, zu ihm hinrannte und Reims Namen schrie, sprang Xerxes.

Taub für alle Gefühle stoppte er im Wasser, fand Halt, öffnete mühsam sein Auge und suchte. Hier, hier irgendwo, hier war er doch untergegangen --

Aber hier war niemand. Algen, Fische, Steine, Dreck. Sein Freund war nicht hier.

Langsam, ungläubig richtete sich sein Blick nach unten. Auf den Grund des Sees. Panisch erkannte er die Umrisse eines Körpers. Das Blut pumpte durch seine Adern und er schwamm mit einem Adrenalin, das man in ihm gar nicht vermutete, zu seinem Freund.
Je näher er kam, desto klarer wurde die bleiche, blaue Haut seines Freundes, seine geschlossenen Augen, seine geöffneten Lippen, die nach Luft geschnappt hatten.
Er zögerte nicht lange, durch die Angst, bei dem Anblick einfach zu erstarren, packte den Anderen am Hemdkragen und zog ihn an die Oberfläche.
Kaum hatte die Sonne sie wieder, griffen Hände nach ihnen. Gilbert, erkannte der Weißhaarige. Raven zog sie an das Ufer, an dem alle warteten. Xerxes konnte sehen, wie Sharon weinte.

Dann tat Gilbert etwas, was er nicht hätte tun sollen. Er versuchte, Reim aus Breaks festem Griff zu befreien, um ihn hinzulegen und ihn zu beatmen. Gerade, als er die bleichen Hände des Albinos greifen wollte, erntete er sich einen Faustschlag gegen den Kopf ein. Stöhnend rieb er sich die Stelle, an der Break ihn getroffen hatte und dieser nutzte die Zeit, um Reim mitten auf die Wiese zu ziehen.
Eben jener hatte kein Lebenszeichen von sich gegeben. Schlaff ließ er sich ziehen, ließ seine Augen geschlossen.
Atmete nicht.
Hektisch zog er sich den Mantel aus und legte ihn dem Brillenträger behutsam unter den Nacken. Er bemerkte nicht, wie sich alle um ihn versammelten, wie Sharon nach ihm rief. Er bemerkte nicht, wie seine Kleidung an seiner Haut klebte, die Haare in seinem Gesicht. Alles, was er wahrnahm, was er sah, war Reim. Er schloss die Hände zu einer Faust und pumpte sie auf die Stelle, an der er Reims Herz vermutete. Eins, Zwei, Drei, Vier.

Dann drückte er seinem Freund sachte die Nasenflügel zu und legte seine Lippen auf die des Anderen. Pumpte ihm Luft in die Lunge. Eins, Zwei, Drei, Vier.
Nur schwer lösten sie sich wieder, wieder schlossen sich seine Hände zu einer Faust, wieder pumpten sie einen Rhythmus, einen Herzschlag.

Eins,  Zwei, Drei, Vier.

Oz sah bestürzt zu. Keiner von Ihnen hatte reagieren können, als sie die Situation realisiert hatten. Keiner war Reim zu Hilfe gekommen. Nicht schnell genug. Es war so schnell gegangen!

Er schluckte, als er spürte, wie Gilbert neben ihn trat. Dankbar, allein für die Nähe, schloss der Blonde ihre Hände zusammen, drückte sie leicht. Das dort auf dem Boden, das hätte Gil sein können. Das hätte Gil sein können …

Sie beobachteten, wie Xerxes Reim immer mehr Luft einflößte. Die Zeit schien wie eingefroren, der schöne Tag verloren. Keiner wagte daran zu denken, was passieren würde, wenn der Braunhaarige seine Augen nicht mehr aufschlagen würde.

Was mit Break passieren würde …

Ein weiteres Mal drückte Xerxes seine Lippen auf Reims. Verzweifelt gab er ihm mehr von seiner eigenen Luft, aber es passierte nichts. Ein Kloß bildete sich in seinem Hals. Es passierte einfach nichts.

Du Idiot. Du Idiot! Du Idiot, du Idiot, du Idiot!

Er verweilte mit den eigenen süßen Lippen auf den Blauen des Brillenträgers. Warum passierte nichts?

Warum?!

„Reim …“ Ein Schluchzer löste sich aus seiner Kehle. Und, als ob eben jenes Geräusch wie ein Weckruf für ihn wirkte, zeigten sich die braunen Augen.

Reim sah schwach in das Rote Xerxes‘

„Xerx … ?“

Break spürte, wie sich der Kloß in Tränen verwandelte. Aber er hielt sie zurück. Er wusste, wie sehr Reim es hasste, wenn er weinte. Also schloss er den Anderen einfach nur in die Arme und wisperte ihm in das wieder warm werdende Ohr:


„Reim!“

Nun stürzten sich auch Sharon und Gilbert auf ihren Freund. Es regnete viele, wirklich viele Umarmungen. Auch Oscar war unbemerkt dazu gestoßen und blickte belustigt auf Reim und Xerxes, die sich immer noch irgendwie in den Armen lagen. Oz sprang von hinten auf Gilberts Rücken und lachte laut, als der Andere nach Luft schnappte und vornüber kippte, direkt auf Sharon, die Reim herzhaft umarmte.

Gleich darauf waren sie ein Bündel aus einer lachenden Bande.

Reim hustete noch ein paar Mal, das Wasser entfernte sich langsam aus seinem Magen, aber auch er lächelte. Sein Gesicht gewann wieder an Farbe. Reim sah Xerxes an. Er wusste, dass es sonst keiner bemerkte, aber das rote Auge glitzerte verdächtig. Wissend schenkte er dem Albino ein Lächeln, ein Lächeln das nur Ihm galt und nahm sachte seine Hand. Xerxes drückte sie. Und er schenkte dem Anderen ein Lächeln, das man sehr selten bei ihm sah.

Gilbert war mittlerweile unter Oz begraben worden. Der Blonde hockte auf seinem Schoß und lachte herzhaft. Gilbert grummelte etwas wie ‚Du bist schwer.‘ aber letztendlich lächelte auch er und zog Oz hinunter in seine Arme.




Ein Tag am See.

Wenn man darüber nachdenkt, konnte er ja eigentlich nur chaotisch werden, nicht wahr?
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