My darkest Days

GeschichteDrama, Horror / P16
Nana (Nr.7) Nyu/Lucy
13.09.2013
22.11.2013
5
4932
 
Alle Kapitel
4 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 Datenschutzinfo
 
 
Wie lange war es nun schon her, seit sie das letzte Mal die Sonne gesehen hatte? Wann hatte sie das letzte Mal einen sanften Luftzug gespürt, wieviel Zeit war vergangen, nachdem sie zum letzten Mal an einem heißen Sommertag spazieren gegangen war?
Wann hatte sie das letzte Mal gelebt?
Vor exakt zwölf Jahren.
Mit sieben war ihr Leben vorbei gewesen. Sie wurde gefangen und weggesperrt. Seitdem bestand ihr Alltag daraus, den ganzen Tag angekettet in einer Zelle zu sitzen, die lächerlich groß war, dafür, dass sie sich kaum bewegen konnte.
Die einzige Abwechslung waren die Kreaturen, die sich Menschen schimpften. Sie kamen, schossen mit Kugel auf ihren nackten, schutzlosen Körper, solange, bis sie völlig erschöpft in den Ketten hing, inmitten ihres klebrigen, roten Blutes.
Dann gingen sie wieder, und das Tag für Tag.
Fast schon war sie froh für diese Abwechslung, die einzige, die ihr geboten wurde.
Sie war dankbar dafür, dass der Schmerz und der Hass auf jene Wesen ihre Traurigkeit überlagerte. Ihre Einsamkeit. Fast ihr gesamtes Leben hatte Shiriko so verbracht.
Ihr Hass war immer weiter geschürt worden.
Immer mehr verfiel sie der Dunkelheit, die sich tief in ihrem Herzen eingenistet hatte. Shiriko wollte Rache. Sie wollte die Wissenschaftler einen nach dem anderen zerreißen, so langsam und qualvoll wie möglich, wollte ihre gepeinigten Schreie hören. Ihnen dabei zusehen, wie sie dieselben Qualen erlitten, wie es täglich tat.
Eines Tages würde sie sie töten.
Der Hass, der sich in all den Jahren in ihr aufgestaut hatte, drohte, sie zu verschlingen. Es gab Momente, in denen sie kaum mehr klar denken konnte, in denen sie so sehr vom Gedanken ans Töten beherrscht wurde, dass sie selbst erschrak.
Aber das war nicht sie.
Shiriko war nicht so.
Es war die Schuld derer, die ihr das angetan hatten. Und nicht nur ihr. Es litten noch so viele andere, es gab noch viel mehr von ihrer Sorte.
Diclonius, wie sie genannt wurden. Doch was dachten diese Menschen, was sie von den Diclonius unterschied?
Diese sogenannten Menschen waren so überheblich. Widerwärtig. Sie waren diejenigen, die unmenschlich waren. Shiriko hatte keiner Fliege etwas zuleide getan, genauso wenig wie ihre Cousine. Keiner von beiden hatte ein anderes Leben geführt, als andere Kinder in ihrem Alter. Sie waren in den Kindergarten gegangen, und obwohl sie manchmal schief angeguckt wurden, wegen ihrer Hörner, hatten sie dort Freunde gehabt. Sie hatten sich bis auf die äußeren Merkmale in keinster Weise von den anderen unterschieden. Mit ihren Vektoren hatten sie niemals jemanden umgebracht, sie hatten nicht einmal daran gedacht.
Leider hatte sich Shirikos Meinung dazu ziemlich verändert, doch das wäre nie geschehen, wenn alles beim Alten geblieben wäre.
Was gab ihnen das Recht, sie zu foltern?
Diclonius hatten genau die gleichen Gefühle wie gewöhnlich Menschen auch. Sie waren nicht irgendwelche Supermutanten, die alles auslöschten, was ihnen in den Weg lief.
Nein, das waren sie nicht.
Sie waren bloß das, was diese Menschen aus ihnen gemacht hatten.
Shirikos Zelle wurde aufgeschlossen. Wahrscheinlich brachten sie jetzt das Essen. Sie schnappte ein paar Worte auf, die die Angestellten sagten, doch sie waren zu weit weg, als dass sie alles hören konnte.
„ … ist Lucy wirklich entkommen!“
„ … Nummer sieben ganz schön zugerichtet…“
„ … getötet…“
Wie auch immer, was sie verstehen konnte, reichte. Was zur Hölle war mit Nana geschehen? Shiriko wusste, wer Lucy war. Angeblich war sie eine brutale Killermaschine, die jede Gelegenheit zu töten nutzte, wenn sie sich bot.
Aber wie es aussah, hatte sie nun auch Nana auf dem Gewissen. Ihre Cousine, die Shiriko beschützen wollte, um jeden Preis. Sie hatte Nana nicht beschützen können, sie war gefangen worden. Das machte Shiriko sich immer noch zum Vorwurf, selbst nach so vielen Jahren.
Hätte sie bloß besser aufgepasst, dann wären die beiden jetzt noch in Freiheit und am Leben. Aber diese verdammte Lucy hatte Nana getötet.
Das war zu viel. Alles, was sich die ganze Zeit über in Shiriko angesammelt hatte, schien plötzlich zu explodieren. Sie hatte sich so verdammt lange zu beherrschen versucht, den Hass unter Kontrolle gehalten, doch jetzt konnte sie nicht mehr.
Der Hass gewann die Überhand, und diesmal galt er nicht den Menschen.
Diesmal wünschte sie sich den Mord an einer, die so war wie sie.
Sie wollte Lucy töten.

_____________________________

Das erste Chapter zu meiner Elfen Lied Fanfiction, sie wird erstmal nur als kleines Nebenprojekt zu meiner Vampire Knight FF, weshalb Vampire Knight Vorrang haben wird, aber ich geb mir auch mit Elfen Lied Mühe :3
Hat´s denn gefallen?
Tiger haben Streifen!
~Ryuu~
Review schreiben