Hurt

GeschichteDrama, Romanze / P18
Andreas Kringge Martin Ferchert Michael "Mick" Brisgau Roland Meisner Tanja Haffner Uschi
13.09.2013
29.09.2013
18
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13.09.2013 880
 
Es war mal wieder soweit. Es war wie jedes Jahr gekommen. Mit der Kälte und dem Schnee. Weihnachten. Das Fest der Liebe stand natürlich auch in Essen vor der Tür. Sogar das Polizeirevier war geschmückt. Zu Tanjas bedauern. Heute war erst der erste Dezembertag und schon hingen überall diese dussligen Zuckerstangen und Ferchert hatte auch schon einen Weihnachtsbaum organisiert der noch, ungeschmückt, in der Eingangshalle des Reviers stand.

Die Psychologin bezeichnete sich selbst als Grinch. Sie hatte dieses Fest noch nie gemocht. Weihnachtslieder die in der Endlosschleife im Radio liefen, al die gestressten Menschen die durch die Stadt rannten, das frühe dunkel werden. Zum kotzen! So wie auch jetzt. Ihre Armbanduhr zeigte noch keine 17 Uhr an und schon war es draußen stockdunkel. Und der Aktenstapel auf ihrem Schreibtisch war nicht wirklich kleiner geworden.

Tanja goss sich Kaffee nach und trat weg vom Fenster. Setzte sich wieder an ihren Schreibtisch. Die besagten Akten mussten abgearbeitet werden. Keine Zeit zum lamentieren. Keine Zeit zum nachdenken. Doch ihre Gedanken schweiften immer wieder ab. Sie konnte sich nicht konzentrieren. Was in letzter Zeit viel zu oft vor kam.

Als es an der Tür klopfte fuhr Tanja unabsichtlich zusammen. Verdammt!

Andreas stand in der Tür und sah sie komisch an. Musterte sie.

" Ja, Andreas was ist?!" Ihr Ton war schärfer als sie wollte. Sie wollte sich schon entschuldigen als er zu ihr an den Schreibtisch trat. In seinen Händen hielt er zwei Schnellhefter.

"Das sind Micks und meine Spesenabrechnungen. Mick musste heute früher gehen. Deshalb hat er mich gebeten seine mitzunehmen.", erklärte er und legte die Hefter auf das letzte freie Fleckchen auf ihrem Schreibtisch.

"Aha, er ist also wieder früher gegangen.", stellte sie fest. Spürte wie einen heißen Stich in ihrem Nacken.

Andreas schluckte. Warum trat er momentan in jedes Fettnäpfchen das er finden konnte?! Und bevor er auch nur den Versuch starten konnte seinen Kumpel in Schutz zu nehmen nahm sie ihm den Wind aus den Segeln.

" War das dann alles?!"

Andreas nickte. Er war sogar etwas zusammengezuckt. Kein Wunder bei ihrem Tonfall.

"Bleibst du...bleibst du heute wieder länger? Alle anderen sind schon weg.", wollte er wissen und drehte sich ihm Türrahmen noch mal zu ihr um.

Tanja seufzte gespielt genervt. " Natürlich bleibe ich länger! Irgendjemand muss ja hier die Arbeit machen!!"

"Geh Andreas...bitte geh.", flehte sie innerlich und musste gegen die Tränen ankämpfen. Wieso war sie nur so eklig zu ihm? Er hatte keine Schuld......Im Gegenteil......

Und als sie ihn seinen Mantel schnappen sah, hörte wie seine Schritte verhallten musste sie den Kopf auf die Tischplatte legen.

Mick ging ihr in den letzten Wochen bewusst aus dem weg. Seit er mit.....seit der mit Steffi zusammen war. Übelkeit stieg in ihr auf und sie krümmte sich vor Magenschmerzen. Alleine schon der Gedanke daran tat ihr weh. Am schlimmsten war es jedoch das öffentliche herumgeturtel der beiden.  Zwar arbeitete Steffi jetzt in einem anderen Revier aber das machte die ganze Sache auch nicht besser.

" Genung!", schallte sie sich innerlich. " Du bist die Chefin Tanja. Hör auf dir über Mick gedanken zu machen. Du hast besseres zu tun." Und so stürtzte sie sich in die Arbeit. Schaffte es tatsächlich alle Akten abzuarbeiten und sogar die Spesenabrechnungen von Mick und Andreas zu bearbeiten.

Als sie sich in ihr eiskaltes Auto setzte verfluchte sie wieder den Winter und alles was damit zusammenhing. Die Uhr auf ihrem Amaturenbrett zeigte 22:00 Uhr. Mit zittrigen Händen lenkte sie ihren Wagen aus der Parklücke. Sie war zu spät....dabei hatte sie doch versprochen nicht mehr zu spät zu kommen. Angst kroch in ihr hoch. Schnürte ihr die Kehle zu. Wieso wurde das Auto denn einfach nicht warm?! Die Heizung hatte sie doch voll aufgedreht!

Erst als Tanja schon in ihre Straße einbog und ihr Auto auf den Parkplatz abstellte kam etwas warme Luft aus der Lüftung. Genervt griff sie nach ihrer Hand.-und Aktentasche, knallte die Autotür zu.

Und bevor sie die Schlüssel auf ihrer Manteltasche holen konnte ging die Haustür auf.

"Komm sofort rein.", befahl er. Die Stimme war kalt. Hart.

Bevor ihr Kopf reagieren konnte hatten sie ihre Füße schon in den Flur getragen.

"Du bist zu spät. Wiedereinmal.", stellte er fest. Mit einer furchtbaren Ruhe in der Stimme.

"Ich hatte noch Arbeit im Büro die nicht.....",

Der Schlag in die Magengrube kam irgendwie überraschend. Es war nicht das erste mal das er sie schlug. Ihr in die Rippen trat, sie zum Sex zwang, sie in Todesangst versetzte.

Ein weiterer Schlag folgte. Dieses mal in die Rippen.Und als er ihr den Arm auf den Rücken drehte schrie sie vor Schmerzen auf. Er drückte sie zu Boden.

Flüsterte ganz dicht über ihrem Ohr......

"Du gehörst mir Tanja. Mir alleine. Sag es!!"

Sie keuchte, versuchte sich aus seinem eisernen Griff zu befreien doch er packte nur noch fester zu. Nahm ihr mit seinem Gewicht die Luft weg. Und so blieb ihr nur das zu sagen was er hören wollte. Auch wenn ihr die Galle hochkam und sie sich lieber selbst eine Kugel in den Kopf jagen würde.

"Ich....ich gehöre dir Niklas."

Frohe Weihnachten......
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