Before I lost my brother (Hänsel & Gretel - Die Hexenjäger)

KurzgeschichteAllgemein / P12
11.09.2013
11.09.2013
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Das Holz unter meinem Körper knarrt. Mein Kopf schmerzt bestialisch und ich brauche einige Sekunden bis ich überhaupt weiß wo ich bin und was hier mache.
Dabei war ich nicht mal ohnmächtig gewesen, sondern nur mit dem Kopf auf das harte Holz geknallt.

Aus den Augenwinkeln sehe ich eine Bewegung neben mir und ich will schon zu schlagen als ich meinen Bruder erkenne. Eigentlich will ich erleichtert aufatmen, aber das bleibt mir im Hals stecken als ich sein Gesicht sehe.
Seine Augen sind fest zusammen gekniffen und das ganze Gesicht strahlt nur so vor Schmerz.

Ich sehe wie er die Augen öffnet und dann panisch an seiner Hose herum tastet. Kurz frage ich mich was er sucht bis es mir schlagartig bewusst wird. Die Spritze. Die Spritze, die ihm alle paar Stunden sein Leben rettet.

Ich kann schon von meiner Position aus sehen, dass sie nicht an seinem Bein oder allgemein in seiner Nähe ist. Die Hexe, die hinter uns mit sich selbst kämpft, versucht sich zu befreien, ist mir egal. Panisch huscht mein Blick durch die Hütte, immer wieder zurück zu meinem Bruder, dessen Gesicht solche Schmerzen ausstrahlt, dass ich sie beinahe spüren kann.

Plötzlich scheint er etwas über sich entdeckt zu haben, denn er streckt sich. Aber weit kommt er nicht, seine Kräfte scheinen langsam aufzugeben.
Ich folge seinem Blick und entdecke schließlich die Spritze.

Mir tut alles weh, das Adrenalin in meinem Körper hat nachgelassen. Meine Knochen und Muskeln schmerzen, mein Kopf pocht und eigentlich will ich nur dieses Monster hinter uns besiegen und dann verschwinden. Aber das neben mir ist mein Bruder und allein sein hektisches Keuchen verursacht eine Gänsehaut bei mir.

Ich werfe ihm einen Blick, der deutlich zeigt, dass er jetzt bloß nich abkratzen soll, bevor ich es schaffe mich aufzurappeln und nach der Spritze zu fischen. Nach dem zweiten Mal halte ich sie in der Hand und kann nicht anders als ihr einen Blick zu zu werfen.

Sie hatte meinen Bruder so oft gerettet, sie hatte ihn so oft vor dem Tod bewahrt. Dabei war sie noch nicht mal menschlich, geschweige denn, dass sie irgendwie denken konnte oder wusste, was sie eigentlich tat. Aber sie hatte ihm das Leben gerettet und sie würde es jetzt wieder tun. Das hoffte ich zumindest als ich mich meinem Bruder zu wendete. Meine Gedanken überschlugen sich. Ein Stich und warten. Aber sie würde ihn retten. Das tat sie doch immer.
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