Die vollendete Essenz von Frust

von - Leela -
GeschichteFreundschaft / P12
Eddie GB Jake Tracy
07.09.2013
07.09.2013
4
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Tracy hatte sich angeboten, den Frühstückstisch abzuräumen. Anschließend hatte er sich euphorisch in seine Werkstatt verabschiedet, wo er gerade an einem neuen Projekt bastelte, während Jake, Eddy und Tasha in’s Büro gegangen waren.
      „Tracy arbeitet viel in der Werkstatt, oder?“ erkundigte sich Tasha.
      „Ja!“ meinte Jake mißmutig. „Der Gorilla ist erfindungsfanatisch – und meistens müssen wir die Erfindungen anschließend austesten!“
      „Ach, komm’ schon! Die meisten Erfindungen sind wirklich gut!“ meinte Eddy. „Vergiß nicht, unser ganzes Equipment stammt aus seiner Feder!“
      „Ja, stimmt schon. Aber manchmal ist es trotzdem grenzwertig. Zumindest im Anfangsstadium“, beharrte Jake.
      „Ich bin gespannt, was er sich diesmal ausgedacht hat!“ meinte Tasha neugierig.
      „Mich würde es nicht wundern, wenn es irgend etwas mit Bananen zu tun hat“, frotzelte Jake.
      „Das werden wir ohnehin nicht eher erfahren, als bis er es fertig hat“, prophezeite Eddy.
      „Das stimmt wohl. Also warten wir es am besten ab.“ Jake sah Tasha forschend an. „Sag’ mal, mußt du eigentlich das ganze Wochenende lernen?“ fragte er vorsichtig.
      Tasha sah ihn perplex an. „Äh, was ist das denn jetzt für eine Frage?“
      „Ich meine nur; ich dachte, wir könnten vielleicht etwas zusammen unternehmen!“
      Tasha lachte. „Na klar können wir das! Was hast du denn für eine Vorstellung von meinem Studium?“
      „Ich hab’ nie studiert“, meinte Jake mit einer hilflosen Geste. „Ich dachte immer, man muß so viel dafür tun…“
      „Das muß man auch!“ warf sie gleich ernst ein. „Aber das heißt nicht, daß man in Ketten liegt! – Also, worauf habt ihr denn Lust?“
      Erleichtert registrierte Eddy, daß er mit einbezogen war.
      Jake überlegte. „Hast du gerade eine gute Idee, Eddy?“
      Der Brünette dachte ebenfalls nach. „Läuft gerade etwas gutes im Kino?“
      Der sportliche Teamführer schaute schon etwas mißmutig. „Das wäre ja eher etwas für den Abend. Ich dachte eher, wir machen heute Nachmittag etwas zusammen!“
      „Kannst du da auch!“ widersprach Eddy. „Du kannst im Einkaufszentrum shoppen gehen, es gibt da ein gemütliches Eiscafé, du kannst am Fluß spazieren gehen, theoretisch könnte man sogar schauen, ob man eine Schiffsrundfahrt bekommt, du kannst dort Billard spielen oder Bowlen, mit ein bißchen Glück ist sogar gerade wieder eine Aktion wie Modellschifffahren oder so – und am Abend schließt man das ganze mit einem Kinofilm ab! Wenn du schon nicht am Nachmittag in’s Kino möchtest, was auch geht!“ Eddy kam nicht umhin, dem letzten Satz ein kleines, tiefgründiges Schmunzeln anzufügen.
      Tasha lachte. „Ich würde sagen, das war eine saubere Argumentation!“
      „Ja…“ meinte Jake ausweichend. „Aber Kino am Nachmittag finde ich doof, und alles, was man da in der Gegend machen kann ist langweilig!“
      Eddy und Tasha sahen ihn synchron sprachlos an.
      „Also, das einzige, wobei ich dir da zustimmen würde, ist das shoppen gehen, und das auch nur solange es sich nicht um Musik, Bücher oder etwas in der Richtung handelt!“ bemerkte Tasha.
      „Ich möchte trotzdem etwas aufregenderes machen!“ meinte Jake.
      „Okay, zum Beispiel?“ fragte Tasha herausfordernd.
      Jake überlegte. „Die Rollschuhbahn wird gerade immer noch umgebaut, oder?“ fragte er mit Blick zu Eddy.
      „Ja!“ erwiderte er, und es klang ein wenig erleichtert.
      „Schade…“ kommentierte der Blonde.
      „Habt ihr eine schöne Disko hier in der Nähe?“ fragte Tasha.
      Eddy grinste. „Das wäre ja auch wieder abends!“
      Tasha seufzte. „Ach ja, da war ja was.“
      Eddy sah Jake abwartend an. „Doch Billard oder Bowlen? Ich laß dich auch gewinnen!“
      „Sehr witzig!“ kommentierte Jake grinsend. „Als wenn ich das nötig hätte!“
      Tasha ließ es unkommentiert. Dafür konnte sie die beiden zu wenig einschätzen, sie war nur froh, daß sie eine gute Verliererin war – vor allem für den Fall, daß es heute eine der beiden Varianten werden würde, denn anscheinend waren das bislang die Vorschläge, die am meisten ankamen, und ihr fiel spontan auch nichts anderes ein. „Also, ich hätte nichts dagegen. Ich kenne mich hier einfach noch zu wenig aus, um einen vernünftigen Gegenvorschlag zu machen“, meinte sie.
      „Tja, die Wahl liegt bei dir, Jake!“ meinte Eddy. „Ich wäre auch schon dafür zu haben, einfach irgendwo gemütlich Kaffeetrinken zu gehen.“ Er mußte schmunzeln, denn er sah seinem Partner an, wie wenig ihn der Gedanke vom Hocker riß. „Also, noch irgendwelche Ideen? Oder wird es jetzt eine der beiden Varianten?“
      Jake lief etwas unschlüssig durch das Büro.
      Tasha und Eddy wechselten einen bald resignierenden Blick.
      „Hey, wie wäre es, wenn wir zusammen schwimmen gehen?“ schlug Jake vor. „Der Aquapark hat doch das ganze Jahr auf!“
      Eddy schaute etwas beklommen, als Tasha bereits euphorisch zustimmte: „Oh ja, das wäre klasse!“
      Eddy hielt unschlüssig inne. „Wir können doch auch etwas anderes machen…“
      „Ja, können wir! Aber warum sollten wir nicht in den Aquapark fahren?“ argumentierte Jake. „Ich fände die Idee genial!“
      „Ja, das kann ich mir denken!“ erwiderte Eddy trocken.
      „Magst du nicht schwimmen gehen?“ fragte Tasha.
      Eddy atmete durch und kam langsam in Zugzwang. „Prinzipiell schon, aber… Es gibt doch auch so viele andere schöne Sachen, die man machen kann!“
      „Eddy!“ Jake konnte sich ein Lachen nicht verkneifen. „Du kannst doch schwimmen! Wo ist das Problem? Sonst bist du doch auch gerne mit in’s Splash und in den Aquapark gekommen und so…“
      ‚Da war Tasha auch noch nicht dabei!’ kommentierte Eddy in Gedanken. Er schickte Jake einen unauffälligen, aber eindeutigen Blick zur Küche.
      Etwas erstaunt nahm Jake den Hinweis auf und meinte zu Tasha: „Wir sind gleich wieder da!“ Dann zog er sich mit Eddy in die Küche zurück, um ungestört reden zu können. „Was ist los, Eddy?“ fragte Jake hilflos.
      „Was los ist?“ zischte Eddy. „Kannst du dir das nicht denken? Du gibst im Schwimmbad eine unheimlich tolle Figur ab! Und ich…“ Er machte eine Geste, mit der er sich selbst einschloß und kommentierte es mit einem mißmutigen Laut, der für sich selbst sprach.
      Jake sah ihn verständnislos an. „Ich verstehe trotzdem nicht, warum du auf einmal so ein Aufhebens darum machst…“
      Eddy durchbohrte ihn förmlich mit einem elektrisierten Blick. „Was ist anders als sonst?“
      Jake hob kurz hilflos die Schultern. „Keine Ahnung! Tasha ist das erste mal dabei, aber…“ Eddys Blick sprach für sich, so daß sein Partner erstaunt innehielt. „Eddy!“ Jakes Stimme hatte etwas tadelndes. „Sag’ jetzt nicht, du willst nicht mitkommen, weil du glaubst, vor Tasha keine gute Figur abzugeben!“
      „Na, auf der Skala attraktiver Männer liegen spätestens da jedenfalls Welten zwischen uns!“ schoß Eddy raus.
      Jake maß ihn mit einem abschätzenden Blick. „Es ist ja nicht so, daß du daran nichts machen könntest!“
      „Toll, Partner!“ gab Eddy hitzig zurück. „Gehen wir mal davon aus, es wäre so einfach, wie es sich von dir gerade anhört, dann schaffe ich das aber sicher nicht, bis wir im Bad sind!“
      „Ja, und?“ fragte Jake verzweifelt. „Meinst du etwa, sie mag dich nicht so, wie du bist?“
      „Und wenn schon!“ entgegnete Eddy vehement. „Ich kann da genau nichts machen, um ihre Aufmerksamkeit zu erregen! Im Gegenteil: Ich mache mich vor ihr total lächerlich! Das reicht auch so schon aus. Weißt du, was passieren wird? Jemand wie sie wird sich dann an jemanden halten wie dich! Und ich kann es verstehen! Und damit bin ich dann komplett außenvor. Herzlichen Dank auch! Im Augenblick wünschte ich, der Umbau der Rollschuhbahn wäre schon fertig! Das wäre dann nicht ganz so erniedrigend!“
       „Eddy… Ich glaube, du dramatisierst das ganze. Du hattest noch nie ein Problem damit, weder wenn Futura dabei war, noch bei Jessica. Warum soll es mit Tasha anders sein?“ argumentierte Jake.
      Eddy wich seinem Blick aus und erklärte ruhig: „Ich fühle mich einfach nicht wohl dabei, okay?“
      Jake sah seinen Partner betroffen an. „Willst du wirklich nicht mitkommen?“
      „Nein, geht ihr mal allein!“ sagte Eddy resigniert.
      Jake atmete demoralisiert durch. „Na gut. Schauen wir mal, was Tasha dazu sagt.“ Ein wenig niedergeschlagen ging er zurück zum Büro.
      Eddy folgte ihm etwas bedächtiger.
      Tasha hatte in der Zwischenzeit versucht, sich im Büro zu beschäftigen, hatte sich die Bücher in den Regalen angesehen und wandte sich nun um, als Jake sich wieder zu ihr gesellte.
      Eddy blieb in der Tür stehen und lehnte sich in den Rahmen, ohne ihren Blick zu suchen.
      „Eddy möchte nicht mitkommen!“ sagte Jake.
      In dem Moment entglitten Tasha die Gesichtszüge. „Was? Aber warum denn nicht?“
      „Ach, ich habe noch ein paar andere Dinge…“ wich Eddy aus und vermied ihren Blickkontakt.
      „Aber vorhin hattest du doch noch richtig Lust, was zu unternehmen“, meinte Tasha enttäuscht.
      „Ja… Aber auf schwimmen habe ich keine Lust“, meinte er ausweichend. „Geht ihr ruhig. Ich bleibe lieber hier. Tracy braucht bestimmt noch Hilfe bei seinem neuen Projekt, an dem er da gerade arbeitet!“
      Tasha lief an Jake vorbei zu ihm herüber und faßte ihn sanft bei den Armen. „Ich mag aber nicht gehen, wenn du nicht mitkommst!“
      Eddy mußte eine Welle aus elektrisierenden Gefühlen niederkämpfen und bemühte sich, ruhig durchzuatmen. Warum hatte sie ihm das gerade antun müssen?
      „Siehst du, Tasha sieht das genau so wie ich!“ bemerkte Jake.
      Eddy verdrehte leicht die Augen und schickte Jake einen strafenden Blick.
      „Die Alternative ist, wir bleiben alle zu Hause“, meinte Jake. „Also, willst du uns nun den Spaß verderben, oder nicht?“
      Eddy sah in sich gekehrt in den Raum.
      Dafür sah Tasha ihren Cousin nun kopfschüttelnd an. „Jake, wenn Eddy keine Lust hat, ist das völlig okay. Niemand muß sich dafür rechtfertigen, worauf er Lust hat oder nicht, und es bringt keinem was, wenn sich jemand für die anderen verbiegt. Die Idee war echt toll, und wir machen das sicher noch mal. Aber wir hatten doch noch andere gute Vorschläge.“
      Jake konnte sich ein leichtes Schmollen nicht nehmen, als er dachte: ‚Du weißt ja auch nicht, warum er nicht mitwill!’
      „Also, was wollen wir denn statt dessen machen?“ fragte Tasha. „Mir ist es egal, Hauptsache, wir machen etwas zusammen!“
      Eddy atmete tief durch. Ihm war nicht entgangen, daß sie sich sehr auf das Schwimmen gefreut hatte, und auch wenn sie es scheinbar leicht nahm, war er sich nicht ganz sicher, ob sie enttäuscht war. Das war fast noch schlimmer, als seine Angst, sich vor ihr zu blamieren. Er sah gedankenverloren vor sich hin. Ändern konnte er sowieso nichts – weder an seiner Statur, noch an seiner nicht vorhandenen Eleganz oder an der mangelnden Courage, die zu einem gewissen Teil sicher aus den ersten beiden Aspekten resultierte, und besser wurde es sicher auch nicht, wenn Jake nicht dabei war. Also, warum sollte er noch versuchen, es hinauszuzögern? „Doch, laßt uns das ruhig machen, mit dem Aquapark!“
      Jake sah ihn überrascht an. „Ehrlich?“
      „Ja, klar. Warum nicht?“ Ganz überzeugt kam es nicht, doch sein Blick hatte etwas aufforderndes.
      Jake musterte ihn besorgt. Es wirkte, als würde er sich in sein Schicksal fügen, und er konnte sich fast denken, daß er nur tat, um Tasha den Spaß nicht zu verderben. ‚Na, hoffentlich merkst du, wenn wir da sind, daß alles nicht so schlimm ist, wie du es dir gerade ausmalst!’ dachte er bei sich.
      Tasha schien seinen Gemütszustand auch zu bemerken und meinte aufmunternd: „Komm’ schon, es macht bestimmt Spaß!“
      „Na, schau’n wir mal!“ meinte Eddy und rang sich zu einem Lächeln durch.
      „Dann laßt uns mal packen gehen, wenn wir noch etwas vom Tag haben wollen!“ schlug Jake vor.
      Und so gingen sie erst mal auseinander, um ihre Badesachen zusammenzupacken. Wenig später trafen sie sich beim Ghostbuggy. Während der Fahrt unterhielten sich Jake und Tasha angeregt. Eddy hingegen blieb eher still und in sich gekehrt, und selbst als Tasha und Jake versuchten, ihn aufzumuntern, gelang es ihnen nicht richtig. Tasha überlegte schon, ob es wirklich eine so gute Idee gewesen war, doch in den Aquapark zu fahren, denn es schien, als würden sie Eddy keinen Gefallen damit tun. Eddy verschwieg, daß er nur Tasha zuliebe mitkam.
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