Gefährliche Jagd

von Cocinelle
GeschichteAllgemein / P16
06.09.2013
22.11.2013
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Wie versprochen, hier eine neue Geschichte von mir

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Es war heftiger Seegang und die Außentemperaturen fielen immer weiter unter Null. Die dunklen Wolken am Himmel ließen auf einen herannahenden Schneesturm schließen.
„Kapitän Ehlers hat es gut, der ist im Urlaub, während wir bei dieser Eiseskälte Patrouille fahren müssen“, seufzte Bootsfrau Pia Cornelius.
„Den Urlaub hat er sich aber auch redlich verdient“, erwiderte WO Saskia Berg und zwinkerte  ihrem Freund Kapitän Thure Sander zu. Sie fand es gar nicht schlimm, dass Ehlers im Urlaub war, denn sie und Thure hatten viel zu selten Gelegenheit gemeinsam auf auf Patrouillenfahrt zu gehen.
Thure legte ihr die Hand auf die Hüfte und zog sie zu sich heran. „Du hast mir heute morgen noch gar keinen Begrüßungskuss gegeben“, flüsterte er ihr ins Ohr. Saskia sah sich um, und als sie sah, dass ihre Kollegen damit beschäftigt waren Kais heute ausnahmsweise fast genießbaren Kaffee zu trinken und aus dem Fenster zu sehen, drückte sie ihm einen kurzen Schmatz auf die Lippen. Sie freute sich zwar, mit ihm zusammen arbeiten zu können, aber allzu offen wollte sie ihre Beziehung auch nicht zur Schau stellen.
Doch Thure ließ das nicht gelten. „Das nennst du einen Kuss?“, fragte er und legte seine Lippen sanft auf die ihren. Da war es um Saskia geschehen, lange und zärtlich erwiderte sie seinen Kuss.

Plötzlich sagte Pia: „Da vorne auf 11 Uhr treibt etwas im Wasser.“ Thure löste sich von Saskia und griff nach dem Fernglas. „Sie haben recht. Und es sieht aus wie ein Mensch. Kontrollboot klarmachen!“, rief er. „Frau Berg, Sie gehen mit Frau Cornelius rüber“

Ein eisiger Wind pfiff ihnen um die Ohren, als Pia und Saskia losfuhren. Im Näherkommen erkannten sie, dass es sich tatsächlich um eine Person handelte, die da im Wasser trieb. Mit vereinten Kräften versuchten sie sie ins Kontrollboot zu ziehen, doch das war bei dem Wellengang keine leichte Aufgabe, außerdem mussten sie feststellen, dass die Person mit Ziegelsteinen beschwert war. Saskia beugte sich nach vorne, um die Person fester zu packen und ins Boot zu hieven. Als sie es fast geschafft hatten, begann das Boot plötzlich heftig auf den Wellen hin und her zu schaukeln. Saskia verlor das Gleichgewicht und geriet ins Schleudern. Sie schrie auf und versuchte sich am Halteseil festzuhalten, doch es war nass und glitschig und ihre Hand rutschte daran ab. Verzweifelt ruderte sie mit den Armen und versuchte, wieder in einen sicheren Stand zu gelangen. Das Boot bäumte sich auf einer weiteren Welle auf, und Saskia konnte sich nicht mehr halten. Kopfüber fiel sie in die eiskalte Ostsee.

Pia sah erschrocken auf, als Saskias Schrei hörte und sah gerade noch wie die WO über Bord ging. Mit letzter Kraft zerrte sie die Person ins Boot und rief dann nach Saskia: „Frau Berg! Wo sind sie?“ Hustend und spuckend tauchte Saskia auf. Dank ihrer Rettungsweste konnte sie sich einigermaßen über Wasser halten, doch das Wasser war eiskalt und die Wellen erschwerten es ihr, zurück zum Boot zu schwimmen.

Auf der Albatros II wurde Thure langsam unruhig. „Verdammt, warum dauert das so lange. Sie müssten doch schon längst wieder auf dem Rückweg sein. Feddersen, können sie was erkennen, was da los ist?“
„Ich bin mir nicht sicher, aber ich glaube, es ist jemand über Bord gegangen“
„Über Bord gegangen? Wer?“
Marten reichte Thure das Fernglas. „Verdammt, es ist Saskia.“ Er lief zum Funkgerät und funkte Pia an. „Frau Cornelius, was zum Teufel ist da los bei Ihnen?“
„Wir haben heftigen Seegang, und Frau Berg hat das Gleichgewicht verloren. Wir versuchen ihr einen Rettungsring rüberzuwerfen und sie herzuziehen, aber das ist nicht leicht mit den Wellen. Außerdem haben wir eine männliche Leiche geborgen, sie war mit Steinen beschwert, sieht aus, als habe sie jemand verschwinden lassen wollen. Sie sieht ziemlich unappetitlich aus, mit Verbrennungen und Quetschungen am ganzen Körper.“
„Sehen Sie zu, dass sie Frau Berg da rausholen und kommen Sie so schnell wie möglich auf die Albatros zurück“, befahl Thure.

Saskia versuchte immer noch, näher ans Kontrollboot heranzuschwimmen und den Rettungsring zu erwischen. Endlich war sie nahe genug und streckte den Arm aus um sich am Ring festzuklammern. Aber ihre Finger waren durch das  Wasser eiskalt und steif, so dass sie ihn nicht packen konnte. Die nächste Welle warf sie wieder zwei Meter zurück. Sie sammelte ihre Kräfte, um wieder auf den Ring zu zu schwimmen, doch mit einem Mal kam sie nicht mehr weiter. Ihr rechter Schuh hatte sich in den Wasserpflanzen verhakt. Sie zog und zerrte mit ihrem Bein daran, doch sie bekam ihn nicht frei. „Verdammt nochmal“, fluchte sie. Langsam verließen sie die Kräfte und ihre Füße spürte sie schon gar nicht mehr.
Pia versuchte, das Kontrollboot näher an Saskia heranzubringen, doch sie hatte Angst, dass sie Saskia dann unter Wasser drücken würde.
Saskia merkte, dass sie ihren Schuh nicht mehr freibekommen würde. Es half nur eines: Untertauchen, und den Schuh ausziehen. Sie holte tief Luft und tauchte unter Wasser, um ihren Schuh aufzubinden. Das Wasser war so eisig, dass es in ihrem Gesicht brannte. Mit steifen Fingern fummelte sie am Schnürsenkel herum. Endlich hatte sie ihn so weit gelockert, dass sie den Schih vom Fuß zerren konnte. Dann war ihr Bein wieder frei. Hustend und spuckend tauchte Saskia auf. Ihre Arme waren schwer wie Blei, doch der Gedanke an Thure gab ihr neue Kraft und sie paddelte auf den Rettungsring zu. Endlich gelang es ihr sich daran zu klammern, und Pia zog sie zurück aufs Kontrollboot. Erschöpft und vor Kälte zitternd hockte sie sich hin. Pia breitete eine Wärmedecke über ihr aus, dann fuhren sie zur Albatros zurück.

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Fortsetzung folgt :)
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