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"Die Zukunft gestalten wir zusammen"

von LenjaKa
GeschichteAbenteuer, Familie / P18 / Het
Balin Dwalin Fili Kili OC (Own Character) Thorin Eichenschild
06.09.2013
07.06.2020
137
506.376
35
Alle Kapitel
445 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
31.12.2018 2.509
 
Und schon folgt das letzte Kapitel im Jahr 2018...

Dieses Jahr war kein einfaches Jahr für mich. Einiges ist geendet, hat Kraft gekostet und musste erst einmal verarbeitet werden. Und wieder anderes konnte neu beginnen.
Und doch möchte ich mich bei euch allen bedanken! Viele verfolgen diese Geschichte bereits seit Jahren, andere sind erst vor Kurzem dazu gestoßen. Ich danke euch für die Unterstützung und euer Interesse, für die vielen Klicks, die Favoeinträge, die tollen Sternchen, die Reviews und auch die Mails, die mich immer wieder erreichen. Habt tausend Dank dafür!

Kommt gut ins neue Jahr! Ich wünsche euch alles Gute, sodass 2019 ein ganz wundervolles Jahr für uns alle wird!
Ich hoffe, wir lesen uns auch weiterhin. Ich freue mich auf euch! :)

Eure Len
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127 – Altlasten

Bofur war ein Künstler. Nicht nur in Handwerksdingen. Nein, er vermochte es, gar wunderbar Theater zu spielen. Ein wahrer Dramatiker war in ihm verloren gegangen.
Nori hatte es lediglich ihm zu verdanken, dass er ungesehen Bjørns Behausung wieder verlassen konnte. Alles war von ihm so hinterlassen worden, wie er es einst vorgefunden hatte. Selbst das Schloss hatte er abermals zweimal umgedreht, ehe er sich davonstahl.
Es wäre nicht auszumachen gewesen, wenn Bjørn ihn auf frischer Tat erwischt hätte. Höchst wahrscheinlich wäre Nori dann um ein paar Zähne erleichtert worden oder müsste das Gehen neu erlernen. Doch dank Bofur war ihm ein solch grausames Schicksal im rechten Moment noch erspart geblieben.

Der Einfallsreichtum des Spielzeugmachers suchte wahrlich seinesgleichen. Mit einem Auge stets darauf bedacht, Bjørn im Getümmel des Markttages nicht zu verlieren, hatte Bofur letztlich mit einem unguten Gefühl feststellen müssen, dass dieser sich langsam aber sicher auf den Rückweg machte. Seine Einkäufe schienen erledigt. Zielgerichtet führte der Weg des blonden Zwergs zwischen den Ständen hindurch. Leise betete Bofur zu Mahal. Was sollte er nur tun? Nori war noch nicht wieder zurück. Er musste seinen Freund doch schützen! Fieberhaft überlegte der Mann. Doch hatte er keine Zeit zu verlieren. Er musste umgehend handeln. Bjørn musste aufgehalten werden. Und Angriff war bekanntlich die beste Verteidigung.

„Dieb!“, rief der Spielzeugmacher aus voller Inbrunst und deutete mit ernster Miene und ausgestrecktem Zeigefinger direkt auf Bjørn, welcher nur noch wenige Reihen von ihm entfernt war.

Jegliches Gerede in der näheren Umgebung erstarb mit einem Mal. Wenn eins bei Zwergen funktionierte, dann war es ihre Neugier und ihren Gerechtigkeitssinn zu wecken. Genau dies hatte Bofur nun vor. Bjørn indes, war unvermittelt stehengeblieben. Etwas anderes war dem Mann auch bald nicht mehr möglich. Denn vor und hinter ihm machten die Marktbesucher keine Anstalten ihre Einkäufe weiterzuführen. Sie verharrten an Ort und Stelle. Auch die Händler ließen ihre Waren links liegen und widmeten ihre Aufmerksamkeit vorübergehend nicht den Verkaufsgesprächen. Alles beobachtete die beiden Männer. Der Angesprochene sah Bofur mit einer Mischung aus Verwirrung und Ärger an.
Doch noch bevor Bjørn etwas erwidern konnte, setzte Bofur nach.

„Mein Herr! Ihr seid soeben hinterrücks ausgeraubt worden!“ Theatralisch rang der Zwerg mit der Mütze um Fassung und legte dramatisch die linke Hand auf Höhe des Herzens. Es war die zwergische Geste für den Schwur. „Ich habe es mit eigenen Augen gesehen!“

Gemurmel erscholl. Es wurde sekündlich lauter. Die ersten Zwerge sahen sich umgehend nach dem vermeintlichen Dieb um. Einige riefen in ihrer Aufregung nach den Kindern oder Freunden. Auch Bjørn griff intuitiv in die Innentasche seines Mantels. Die Härte in seinen Zügen war der Furcht um das eigene Hab und Gut kurzzeitig gewichen. Doch konnte der Zwerg nichts Ungewöhnliches feststellen. Es befand sich alles an Ort und Stelle. Rasch schnellte sein Kopf wieder in Bofurs Richtung. Die Augenbrauen des vermeintlich Bestohlenen waren ungut zusammengezogen. Doch der Ankläger war ihm bereits einen wichtigen Schritt voraus.

„Nein, nicht Euer Gold!“, stellte Bofur klar und sah sich mit nervösem Blick um, „Es waren mehrere! Ich habe sie gesehen! Flink wie elbische Spitzohren! Sie haben sich an Euren Einkäufen zu schaffen gemacht! Sie können überall sein. Einer stiehlt und reicht es dann an seine Mittäter flugs weiter. Eine ganze Bande! Unbehelligt von unser aller Blicken treiben sie ihr schlimmes Unwesen! Passt bloß auf Eure Habe auf, verehrte Zwergin!“

Der letzte Hinweis galt einer braunhaarigen Frau mittleren Alters, welche mit ihrem Sohn in Bjørns Nähe stand. Diese ergriff aufgeregt die Hand ihres Kindes und sah sich argwöhnisch um. Weitere Zwerge schienen bereits auf der Suche nach den üblen Dieben zu sein. Wildes Gestikulieren und Schimpfen von allen Seiten. In der Erregung gingen einige Tonkrüge an einem Verkaufsstand unweit von Bofur zu Bruch. Geschrei vom Händler und den umstehenden Marktbesuchern ertönte. Ein wahrer Tumult hatte sich in der sonst so beschaulichen Markthalle der Blauen Berge entwickelt.

Ein kurzes Suchen im Korb des vermeintlich Bestohlenen ließ diesen jedoch mit verärgertem Gesichtsausdruck erneut in Bofurs Richtung blicken. Oh Mahal, er war nicht dumm! Natürlich hatte nichts von seinen Einkäufen gefehlt. Wie auch, wenn es gar keine dreisten Diebe gegeben hatte? Doch bis auf den Spielzeugmacher wusste dies niemand. Obwohl es Bjørn langsam zu dämmern schien. Der noch eben verdrießliche Blick, mit dem er Bofur bedachte, wich in jenem Augenblick kurzzeitig der Furcht. Schlagartig schnellte sein Kopf in die Richtung seiner Behausung. Oh nein! Er ahnte doch nicht etwa… „Dieb!“, kreischte eine Frauenstimme mehrere Standreihen von den Männern entfernt. Diese Information überraschte nun auch Bofur, doch spielte sie ihm in die Karten. Die Marktbesucher drangen in ihrer Panik immer weiter in die vorderen Ränge, sodass sich Bjørn nicht rühren konnte. Eilig drängten sich immer mehr Zwerge unbewusst auch in seine Nähe. Letztlich wurde er an eine Auslage mit Kochtöpfen geschoben und zwischen dem Marktstand und den aufgeregten Besuchern eingeklemmt. Metalltöpfe fielen zu Boden. Es schepperte gewaltig. Ob sich wirklich einer oder gar mehrere Diebe in der Halle befanden, wusste Bofur nicht. Doch das von ihm in Gang gesetzte Grausen hatte für ordentlich Tumult und Geschrei gesorgt. Dass der Verdächtige gleichzeitig an seiner Heimkehr gehindert wurde, war umso besser. Dennoch ließ der Spielzeugmacher ihn nicht aus den Augen. Gewiss versuchte er nicht zu offensichtlich in dessen Richtung zu schauen. Aber noch war Nori nicht sicher. Bofur konnte nur hoffen, dass der Lärm ausreichte, um seinen Freund in Achtung zu versetzen. Denn sollte die Traube an aufgeschreckten Zwergen Bjørn nicht mehr in Schach halten können, wurde es auch mit seinem eigenen Einfallsreichtum knapp.

Drei kurze, grelle Pfiffe ertönten. Sie folgten rasch aufeinander. Bofur schmunzelte. Er brauchte sich gar nicht umzudrehen. Er wusste, dass Nori noch rechtzeitig aus der Gefahr entkommen war.


**


„Wenn es einer zu Stande bringt, dann du, Brüderchen.“

Nori konnte noch so lächeln, wie er wollte. Ori blickte seinen Gegenüber aus müden Augen heraus an. Den gesamten Tag hatte der Schreiber damit verbracht alte Register und Chroniken zu studieren; und dies bereits seit dem frühen Morgengrauen. Zusammen mit Dori, welcher sich im Moment eine Pause gönnte, hatte er versucht alles auch nur Erdenkliche über Alùn herauszuschreiben. Doch zu neuen Erkenntnissen waren sie nicht gelangt. Es war wie verhext. Und nun stand sein anderer Bruder vor ihm und lächelte derart verträumt als hätte er ihm soeben einen zentnerschweren Klumpen Gold auf den Tisch gelegt.

„Du weißt, dass deine Informationen recht dürftig sind“, entgegnete er deshalb auch knapp angebunden.

„Nun hast du aber Namen? Namen, die wichtig sein könnten?“, versuchte es Nori weiter.

„Ob drei Namen reichen werden, muss sich noch zeigen.“
Ori war noch nicht einmal halb so sehr von den vermeintlichen Informationen überzeugt wie sein Bruder. Doch einen Versuch war es sicherlich wert.

„Du alter Schwarzseher“, lachte Nori und klopfte dem Jüngeren beherzt auf die Schulter bevor er sich neben ihn an den Schreibtisch setzte.
Dass die Arbeit eines Schreibers und Chronisten alles andere als aufregend war, hatte er stets vermutet. Doch nun bekam es auch Nori mit der Neugier zu tun. Er hatte schließlich Informationen, die umgehend überprüft werden mussten. Und wenn jemand etwas herausbekam, dann war es doch sein kleiner Bruder. Dori war zwar nicht minder geschickt mit Verträgen und allerhand Papier. Aber Ori besaß in der Hinsicht eine Leidenschaft und Ausdauer, die Nori selbst von seinen eigenen Tätigkeiten her kannte. Der Kleine brannte für Zahlen und Worte. Statt Schlössern wurden von ihm Rätsel geknackt.

„Was haben wir...“ Ori hatte sich die Schreibfeder und ein leeres Papier gegriffen. Der Federkiel wurde in das Tintenfass eingetaucht und sorgfältig am Rand des Glases abgestrichen. Ein leises Kratzen war zu vernehmen als er schrieb.
„Bjørn... Bjørn, Sohn des Dagur... mögliche Schwester Bryjà... Kind namens Dárin, Bárin, Gárin oder Párin... Noch etwas?“

Müde braune Augen suchten Noris Blick über die Schulter hinweg.

„Vermutlich Soldat, Söldner oder Großhändler. Nach den Listen und Rechnungen zu urteilen, hat Bjørn etwas mit Schutz und Handel zu tun. Seine Herkunft habe ich nicht herausfinden können. Er könnte aus dem Erebor stammen. Oder auch aus den Eisenbergen. Jedenfalls kamen mir die alten Kinderbücher aus meiner eigenen Kindheit recht bekannt vor. Sie müssen aus einem der beiden Königreiche stammen. Zumal ich ihn vor wenigen Wochen ja selbst bei den eintreffenden Händlern aus den Eisenbergen gesehen habe. Da muss es irgendwo eine Verbindung geben. Und vom Alter her käme es auch hin. Ich würde Bjørn auf älter als Dori schätzen...“

Ori hatte sich währenddessen Notizen gemacht. Als er den erwartungsvollen Blick seines Bruders spürte, rang er sich zu einem dünnen Lächeln durch.
„Wenn du mich jetzt entschuldigst. Ich bin einem Verschwörer auf der Spur. Auf dem Weg zu Fíli kannst du Dori Bescheid geben. Der Abend wird bestimmt lang werden.“

Das wollte Nori hören. Aus solchem Stein waren wahre Zwerge geschlagen!


**


Bei den Alpträumen, die ihn seit Tagen quälten, war es vielleicht besser, wenn er handelte. Womöglich konnte er den furchtbaren Gedanken letztlich positiv entgegenwirken. So hoffte Bilbo jedenfalls. Doch die Zeit schien wie verhext. Im Schutze des Ringes war er Alùn auf den Fersen. Nur dieser handelte, als wäre die nächtliche Unterredung mit den anderen Zwergen einem von Bilbos Alpträumen entsprungen. Nichts, aber auch rein gar nichts, deutete auf seine Beteiligung an der Verschwörung hin. Er schien das zu tun, was er immer tat. Wie öde das Leben anderer Personen war, wurde dem Hobbit immer bewusster.

Zuerst war er dem Zwerg noch mit heftigem Herzschlag gefolgt. Neben Abscheu dem Mann gegenüber hatte Bilbo bald sekündlich einen weiteren, hilfreichen Hinweis auf die nächsten Schritte der Verschwörer erwartet. Doch es geschah nichts dergleichen. Und dies, obwohl der Halbling von Stunde zu Stunde tollkühner wurde. Immer öfter schlich er sich eilig durch geöffnete Türen mit hinein. So folgte er dem Ratsmitglied gar heimlich zu einer privaten Unterredung mit Fíli. Dieser wollte Alùns Rat hinsichtlich möglicher, neuer Handelsabkommen mit den umliegenden Gebieten der Blauen Berge einholen. Entweder besaß der junge Fürst Nerven aus Mithril oder aber, Fíli war ein begnadeter Laiendarsteller. Keine noch so kleine Andeutung ließ sich bei ihm finden, dass er Alùn nicht mehr vertraute. Bald königlich hatte Fíli auf Bilbo gewirkt. Ja, hier hatte Thorin einen wahren Nachfolger an seiner Seite. Fíli war eine harte Schule bei seinem Onkel durchlaufen. Doch handelte er, wie ein Herrscher zu handeln hatte. Er stellte seinen eigenen Groll unter den Erfolg der gemeinsamen Mission. Denn nicht nur Thorins Erbe musste gerettet, sondern gleichzeitig auch ein Volk vor den Machenschaften mieser Betrüger geschützt werden.

Es neigte sich bereits in die späten Abendstunden des dritten Abends nach der Zusammenkunft. Alùn hatte sich soeben von einer der diensthabenden Wachen verabschiedet. Vermutlich würde er nun den Heimweg antreten. Bilbo war ihm schon mehrmals dorthin gefolgt. Der Fußweg mochte in etwa eine Viertelstunde dauern. Alùn logierte seiner gesellschaftlichen Stellung entsprechend in einem der obersten Bereiche von Thorins Hallen. Er lebte allein, wie so viele Männer. Jedoch besaß er als reicher Kaufmann eine Haushälterin. Ob der Halbling ihm weiterhin folgen sollte? Auch wenn seine Füße etwas schmerzten und nicht mehr ausgiebige Wanderungen gewohnt waren, blieb ihm keine andere Wahl. Vielleicht hatte er Glück und es tat sich doch noch etwas. Er hatte sich fest vorgenommen Alùn noch bis zu dessen Heim zu folgen. Hinein traute er sich nicht. Denn ungesehen wieder hinauszukommen, solange der Hausherr die Tür nicht selbst wieder verließ, schien Bilbo unmöglich. Und der Gedanke, als ungebetener Gast eingesperrt zu sein, gefiel ihm genauso wenig. Wenn Alùn durch einen dummen Zufall herausfand, dass sich Bilbo in seinem Heim herumtrieb, wäre dies wohl dessen Todesurteil gewesen. Aber Bilbo konnte am Ziel angekommen vielleicht noch etwas warten und die Umgebung auskundschaften? Ja, dies schien dem Hobbit die beste Herangehensweise zu sein.
Schwere Schritte ließen den Halbling plötzlich aufhorchen. Jemand folgte ihnen. Rasch drückte sich Bilbo rechts an die Steinwand des Durchganges. Gerade im rechten Moment war ihm dieses Manöver noch gelungen. Ein junger Mann mit rabenschwarzem Bart war eiligen Schrittes auf ihren Fersen. Ohne einen Gruß griff dieser nach Alùns Mantel.

„Was machst du hier?“
Überraschung und Zorn stand auf den Zügen des Kaufmannes als er so unvermittelt zum Stehen gebracht wurde. Hektisch sah er sich in alle Richtungen um.

„Mit Euch das Gespräch suchen. Ihr schuldet mir noch etwas.“
Jetzt erst wurde Bilbo bewusst, dass der Neuankömmling die Kleidung einer königlichen Wache trug. Der Brustpanzer schimmerte silbern. Auf dem Umhang prangte der charakteristische Amboss aus Thorins Familienwappen. Und er meinte ihn wiedererkennen zu können. Doch war seine Erscheinung bei der geheimen Zusammenkunft ganz anders gewesen. Unscheinbar hatte er auf Bilbo dort im Lager gewirkt. Kleidung konnte über vieles hinwegtäuschen, aber das Gesicht hatte sich eingeprägt.

„Was sollte ich dir denn schulden? Du bist des Wahnsinns mir hier aufzulauern! Wir könnten zusammen gesehen werden!“
Trotz seiner Erregung versuchte Alùn die Stimme eilig abzuschwächen.

„Sollen sie doch! Ihr betrügt mich und ich lasse mich nicht hintergehen! Ich bin kein Stallbursche, den man einfach übers Ohr haut!“

„Du verhältst dich jedoch wie einer! Verschwinde, wir klären das später!“
Alùn machte Anstalten weiterzugehen. Er hatte dem anderen Mann den Rücken zugekehrt. Doch dieser hielt ihn erneut fest, gar gröber als zuvor wie es Bilbo schien.

„Ich lasse mich nicht mehr vertrösten! Ihr wolltet meine Hilfe. Ihr habt sie bekommen. Und ich verlange den gesamten versprochenen Lohn! Unverzüglich!“

„Deine Gier wird dir eines Tages noch das Genick brechen!“

„Wollt Ihr mir drohen?“ Ein kaltes Lächeln machte sich auf den Zügen des Mannes breit. „Ausgerechnet Ihr, Alùn? Ich kann Euch und Eure Handlanger mit einem Mal hochgehen lassen. Überlegt es Euch gut, mit wem Ihr Euch anlegt. Ihr habt bis zum Morgengrauen Zeit, um das ausstehende Gold am bekannten Ort zu hinterlegen. Ansonsten...“

„Was sonst?“ Alùns Mund hatte sich zu einer unschönen Fratze zusammengezogen. „Du gehst genauso wie wir alle zugrunde, wenn du zu ihm gehst. Das sollte dir bewusst sein.“

Ein bittersüßes Lächeln schlich sich nun deutlicher auf die Lippen des Anderen. „Sicherlich, ich werde dafür herhalten müssen. Doch wird es mir wahrlich ein Vergnügen sein, Euch, Bjørn, Rurik, Reyk und Ejnar mit in den Abgrund zu reißen. Gemeinsam verrottet es sich doch besser in den Kerkern als allein, meint Ihr nicht auch?“

Alùn knurrte bedrohlich. Seine Kiefer mahlten aufeinander. Doch konnte er nichts auf die Drohung erwidern. Der Schwarzhaarige setzte nach.

„Ach ja, und Euer geliebter Thronerbe wird ebenso erfreut sein zu hören, dass auch er nur das Mittel zum Zweck ist. Der arme, arme Gárin… Zweimal hintereinander von der eigenen Familie hinterrücks übergangen...“
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