Eine trübe Seele

GeschichteAllgemein / P12
04.09.2013
04.09.2013
1
1.817
 
Alle Kapitel
1 Review
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
 
04.09.2013 1.817
 
In einem der Tempel der Zakarum, in Kurast, schlich ein gerissener und hinterhältiger Dämon herum.
Sein Name war Rhasgadh, er war einer von Mephistos treusten Gefolgsmännern.
Unter den Menschen nannte man ihn nur denn „Blutroten Häscher, Kurasts“.
Unter den Dämonen war er bekannt als stärkster Leutnant unter Mephistos Befehl.


Im Inneren des Tempels herrscht Dunkelheit und markdurchdringende Stille, kein Mensch
der bei klarem Verstand wäre, würde sich in die Tiefen des Tempels trauen, denn in der
Stille des Tempels wartet er, Rhasgadh. Jeder der ihm begegnet, wünschte sich einen
gnädigeren Gegner.
Es gibt nur Gerüchte darüber wie er tötet, doch schon alleine diese Unwissenheit macht ihn
zu einem angsteinflößenden Gegner.

Eines Tages trifft ein starker Mann an denn Docks von Kurast ein, es war ein Barbar vom
Arreat. Er trug eine stählerne Rüstung und einen Hammer, der größer als er selbst war.
Bei der Betrachtung der Docks, bemerkt man sofort eine düstere Stimmung.
Der Barbar ging zum Fährmann und fragte ihn ob es immer so unfreundlich hier ist.
„Hey, Kallasor, was ist mit denn Leuten denn hier los?“
„Es ist nichts besonderes, seitdem Mephisto die Tempel der Zakarum einnahm, gab es nur noch Probleme.“ Kallasor ein eher schmaler Mann mit einer Glatze die im Sonnenlicht glänzte sah ihn trocken an.
„Mephisto“, sagte der Barbar und runzelte die Stirn.
„Ja, einer der drei großen Übel, er hat sich hier eingenistet wie ein Insekt und hat auch noch
seine verdammte Höllenbrut mitgenommen.“, ergänzte Kallasor und spielte dabei mit einer
alten Pfeife.
„Mal sehen ob ich hier etwas Arbeit finden kann.“, erwiderte der Barbar.
Kallasor nahm einen kräftigen Zug an seiner Pfeife und sagte: „Arbeit gibt’s hier genügend.“

Der Barbar nahm sein Gepäck vom Boot und marschiert im Schnellschritt zum Marktplatz.
Auf dem Weg dorthin konnte man förmlich spüren das es der Stadt schon lange nicht mehr
gut ging. Überall sah man kranke und arme Menschen, die allesamt um ihr Überleben auf der Straße kämpften.
Angekommen am Markt suchte der Barbar eine Unterkunft, er sprach mit einigen Händlern
und versucht eine Herberge oder irgendeine Art von Unterkunft zu finden, aber es war vergebens.
Genervt, setzte der kräftige Barbar sich auf einen Wagen und dachte ein paar Minuten nach
was er jetzt tun solle. Ein schmächtiger, älterer Mann kam auf ihn zu und sprach ihn an.
„Hallo, Fremder, wie ich sehe, seit ihr nicht von hier.“ Sagte der Alte zu ihm.
„Ja, und sie sind wer?“ Erwiderte der Barbar, deutlich am Ende seiner Kräfte.
„Ich bin einer der Priester der Zakarum-Tempel.“ Erklärte er ihm.




Der Barbar war etwas verwirrt und fragte denn Priester, „Die Tempel gehören doch jetzt Mephisto, was sucht ihr dann noch hier?“
„Nicht jeder starb bei dem Angriff der Dämonbrut.“ Sagte er mit traurigem Blick.
Sie redeten eine Weile miteinander, bis der Priester ihm mit seiner Frage entgegenkam.
„Ich habe vorhin mitgekriegt warum ihr hier seid, ihr sucht eine Unterkunft?“
„Ja!“ bestätigte er ihn.
„Ich könnte euch Abhilfe geben, wenn ihr mir einen Gefallen tätet.“
„Gefallen?“ und die Stimme des Barbaren wurde rau und trocken.
„Ja ein Gefallen, nur wenn ihr wollt.“

„Redet Priester, was bedrückt euch denn?“ fragte er, mit spürbarem Spott in der Stimme.
„Nun, ich habe etwas Wichtiges in einem Tempel verloren und dachte mir, ihr wärt fähig genug mir, diesen Gegenstand wieder zurück zu beschaffen.“
„Hm, etwas so Wichtiges, vergisst man doch nicht einfach.“ Erwiderte er.
„Nun ja, ich war damit beschäftigt mein Leben zu retten.“
„Und was wäre meine Belohnung wenn ich es theoretisch euch zurückbringe?“
„Eine Unterkunft solange ihr hier bleibt, und dreitausend Goldmünzen.“ Sagte der Alte.
„Leg fünfhundert Münzen drauf und wir sind im Geschäft.“

Nachdem das Geschäftliche geklärt wurde, erklärte der Priester wie er zum Tempel kommt,
doch er soll vorsichtig sein, das was im Tempel lauert ist schrecklicher als das was ihm auf dem Weg dorthin erwartet.

Der Barbar brach auf, er dringte immer tiefer ein in denn Dschungel, man hörte immer wieder irgendwelche Schreie die aus dem Dickicht um ihn herum heraus drängten. Er blieb ruhig und betrachtete sein Umfeld aufmerksam, eine ganze Weile blieb es ruhig, doch dann zischte etwas in der Luft an ihm vorbei, er folgte mit den Augen dem Geräusch und sah an einem Baum einen kleinen Pfeil hängen, er war winzig doch wahrscheinlich triefte er von Gift. Er nahm seinen mächtigen Hammer, der verziert war am ganzen Griff, mit Totenschädeln, und da kamen die ersten Schreie. Aus dem Dickicht sah man wie kleine Gestalten herausrannten mit weit aufgerissenem Maul, er nahm den Hammer mit beiden Händen und ließ ihn durch die Köpfe dieser kleinen Dämonen schwingen, deren Köpfe zerschellten durch die gewallte Wucht durch die der Hammer durch sie hindurch flog.
Doch das war nur der Anfang, aus dem Dickicht kam eine ganze Horde von kleinen Wichteln die alle mit weitgeöffnetem Maul auf ihn zu rannten. Er nahm denn Hammer und wollte zum nächsten Schlag ausholen, aber dies wurde ihm verwehrt, einer der kleinen Wichtel sprang ihn an und verbiss sich an seinem Bein.
Ein brennender Schmerz durchzog ihn, er spürte wie die rassiermesserscharfen Zähne sich in seine Wade rein bohrten, er nahm denn kleinen Wichtel am Nacken, riss ihn von seinem Bein weg und schlug ihn mit bloßer Faust denn Schädel ein. Er war umzingelt von diesen Biestern und sein Bein blutete stark, ihm wurde die ganze Wade abgefressen.
Er sah sich um und nahm die Leiche des Biestes was ihm das Bein zerhäckselt hatte. Der Körper des Biestes flog durch die Luft und traf drei seiner Artgenossen, der Barbar nahm denn Hammer und sprintete los, sprang über die verwirrten Wichtel drüber.
Er sah zurück und erstarrte fast, aus denn geschätzten zehn wurden auf einmal zwanzig oder dreißig, eine ganze Horde von ihnen rannte ihm hinterher.



Durch denn wilden Dschungel rannte er, denn Blick nachhinten gerichtet auf die Horde der kleinen, blutrünstigen Wichtel, die wie eine Meute wilder Hunde seine Fährte verfolgten. Nicht mehr lange dachte er und er würde denn Tempel der Zakarum erreichen.
Er wurde immer schwächer, sein blutendes Bein wollte nichtmehr doch er zwang sich vorwärts und rannte immer weiter, und da sah er ihn den Tempel seine „Rettung“.
Angekommen am Ziel, rannte er sofort hinein und setzte sich hinter eine Säule und betrachtet die Äußere Umgebung, er erblickte die Wichtel, sie trauten sich nicht näher zu kommen und betrachteten wie in einer Trance denn Eingang des Tempels.
Der Barbar dachte nach und überlegte welche Optionen ihn bleiben, entweder er geht raus und versucht eine Meute von fünfzig oder sechzig Wilden niederzumetzeln und zu hoffen es zu überleben oder er geht in denn Tempel und sucht sich durch die Katakomben einen anderen Ausgang.

Er stieg die Treppe hinab und vernahm einen schwachen Geruch von Verwesung, jede Treppenstufe tiefer, verstärkte denn Geruch des Todes und schwächte die Moral des Tapferen Kriegers, sein Bein blutete immer weiter und hörte einfach nicht auf, doch der Schmerz wurde wenigstens etwas erträglicher.
Angekommen am Ende der Treppe versuchte er die dichte Dunkelheit mit seinem Blick zu durchdringen, er zwang sich immer weiter, obwohl der Schmerz und die Erschöpfung ihn dazu drängten sich niederzulassen, doch der Gedanke sich hier niederzulassen und am Blutverlust zu sterben, erschien ihm nicht Weise.
Doch er machte kurz eine Pause, er nahm einen Schlauch aus der Tasche, gefüllt mit Wasser und gönnte sich einen Schluck, es war köstlich und erfrischend.
Nun musste er etwas gegen sein Blutverlust unternehmen, er nahm einen Ledergürtel und schnürte sein Bein ab, dann nahm er ein paar Stoffverbände und versorgte die Wunde.
Als er fertig wurde, erhob er sich und ging denn Gang weiter, bis zu einem großen Raum.
Er war riesig und wurde erhellt durch ein paar Fackeln, dessen Licht aber nur stark genug war um ein paar Meter zu erleuchten.
Er nahm eine der Fackel und bewegte sich zur Mitte des Raumes, dort angekommen traf er etwas was ihm den Atem nahm.
Unter seinen Füßen fühlte er eine klebrige Flüssigkeit, als sein Blick nach unten wanderte sah er es, Blut, literweise Blut. Die ganze Mitte des Raumes war gefüllt mit Blut und in der Mitte, erkannte man eine verzerrte Gestalt, der Barbar blieb stehen und versuchte zu erkennen was es war doch ein heißerer Schrei unterbrach seinen Gedankengang.

Er stand in einem Teich aus warmen Blut und eine grässliche Gestalt watete auf ihn zu und stieß dabei ab und zu einen heißeren Schrei aus.
Anstatt Hände hatte das Monstrum sensenartig Klauen, der ganze Körper übersät mit Narben und Stacheln und eine Visage wie die Hölle selbst. Es stand einen Moment regungslos vor dem Barbar und stotterte irgendetwas, als er genauer hinhörte, hörte er es.
„Rhhhh-aaass-gaaaadhhh“ stotterte es Vergebens.
Der Barbar wollte sich umdrehen und wegrennen doch die Kraft fehlte ihm er stöhnte auf und knickte wie ein Grashalm um.
Die Bestie die doppelt so groß war wie er, erhob die Klaue und schlug mit voller Kraft auf denn Barbaren zu.
Der Schock war weg, sein Geist klar, er wusste er muss Kämpfen um zu überleben.
Eine Drehung auf dem Boden und dem Hieb wich er elegant aus, er wusste nicht warum aber seine Kraft kam zurück, nun nahm er seinen Hammer und stemmte sich auf.

Die Bestie namens Rhasgadh, hing mit der Klaue im Boden fest, der Barbar ergriff die Chance und holte mit dem Hammer aus und schlug mit voller Wucht auf die Klaue, das Biest streckte sich und krümmte sich sofort und stieß einen schmerzerfüllten Schrei aus.
Die Klaue klappte zusammen und wirkte gebrochen, ein erneuter Schlag auf die Klaue und sie zerschellte, Knochensplitter und Blut spritzen heraus. Die Bestie ging ein paar Schritte torkelnd zurück und fing sich wieder, doch dann brach das Monster in Gelächter aus.
Verwirrt durch dessen krankem Gelächter stürmte er vor und holte wieder aus, doch das Biest verschwand in der Lache aus Blut, ungläubig Blickte er sich um, doch es war weg.
Ein kurzes blubbern und dann stieß hinter ihm eine Fontane aus Blut in die Luft, die Bestie sprang auf ihn zu und erhob seine gesunde Klaue und versuchte ihn zu treffen, der Barbar pariert und stieß es zurück, packte es mit einer Hand am Schädel und schlug ihm mit dem Hammer in die hässliche Visage. Ein grässlicher Schrei und die Bestie krümmte sich im Teich aus Blut, eine so bedauernswerte Kreatur sollte man erlösen, dachte sich der Barbar.
Er nahm seinen Hammer mit beiden Händen und ließ ihn mit voller Wucht auf denn Schädel des Monsters fallen, der Kopf der Bestie zerschellte und sein Blut vereinte sich mit dem Blut aus dem Teich. Aus dem leblosen Körper der Bestie entstieg ein rötlicher Dampf, erst wusste er nicht was es war, doch dann realisierte der Barbar, es war seine Seele.
Er starrte in diesen „Dampf“ und erkannte nur Trauer, Scham und Hass.
Der Barbar war verwirrt durch das was er selbst fühlte, er hatte Mitleid mit diesem Wesen, mit einem Monster dass schon soviele Menschen auf dem Gewissen hatte.
Review schreiben