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Lone Ranger – Zwei Gesichter

GeschichteAbenteuer / P12 / Gen
03.09.2013
10.01.2014
9
10.097
 
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Dieses Kapitel
2 Reviews
 
03.09.2013 898
 
Hallo meine Leser :)
Wegen viel Stress in der Schule und noch ein paar anderen Faktoren konnte ich lange kein Kapitel mehr hochladen und habe deswegen die ff auf pausiert gestellt.
Nun aber bin ich wieder voll dabei und werde im Laufe der Zeit ab und zu (wenn auch nicht regelmäßig) wieder Kapitel hochladen.
Ich hoffe ihr habt das Interesse an meiner ff nicht verloren und weiterhin Spaß daran Miras Geschichte zu verfolgen ;)
Viel Spaß beim Lesen ich freue mich über jedes noch so kurze Review :)
Lg Skyscraper 98 :)

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Wo Hoffnung ist, ist auch ein Wille


Als ich auf einem kleinen Pony mit der gesamten Gruppe der Mittagssonne entgegen ritt wusste ich, dass ich ein Geheimnis hütete, von dem keiner der hier anwesenden sonst wusste.
Noch in der gleichen Nacht, in der die Gauner Amigo in Fesseln gelegt hatten habe ich mich erneut zu meinem Pferd geschlichen. Was die Männer anhand der düsteren Nacht nicht gesehen hatten war, dass an dem Schweif des Hengstes eine Notiz hing.
Auf ihr stand in schöner Handschrift geschrieben: „Lady Mira, haben Sie keine Sorge. Der Führer der Bahn hat mit Butch Cavendish über sein Vorhaben erzählt. Wir wissen, dass er die Schlucht der Gauner passieren wird und dort werden wir ihn abfangen. Wir werden ihn in seiner eigenen Heimat überraschen. Stets zu ihren Diensten, John Reid.“
In dieser Nacht hätte meine Laune nichts verunreinen können. Zu dem Zeitpunkt hatte ich beschlossen einfach die Woche abzuwarten und Butchs kleines Spielchen mitzuspielen. Doch wie ich nun mit der ganzen Horde Männer in die tiefe Schlucht hineinritt, wusste ich nicht mehr, ob Johns Idee ein guter Plan war. Die vielen Gauner hier in dieser Gegend konnten Tonto und ihn töten bevor sie uns überhaupt erreichten. Und selbst wenn sie es schafften, selbst wenn sie mir die Freiheit zurückgeben konnten, für Butch wäre es ein Leichtes das Lichtsignal abzuschießen.
Auf dem Weg durch die Schlucht prahlten die Männer von ihrem Siegeszug den sie gerade antraten. Sie stellten sich ihre Zukunft vor voller Reichtum, mit einer hohen Stellung am Hof.
Wie töricht, dachte ich mir.
Butch würde niemals seinen Gewinn teilen. Dafür waren seine Anstrengungen zu groß, seine Charakter zu egoistisch und seine Machtgier zu überwältigend.
Der Chef der Mannschaft schwieg, während seine Verbündeten sich schon freuten. Dabei wartete auf sie der Tod und sie hatten keine Ahnung.
Auf einmal bröckelten viele kleine Steinchen von oben herunter und eine große Staubwolke folgte.
Mein Herz raste. Wenn das Johns Vorgehensweise war eine ganze Truppe Männer zu besiegen sollte er daran nochmal arbeiten.
„Butch mein alter Freund!“, hörte ich eine verkorkste Stimme und wusste, dies waren nicht meine Retter.
Als der Staub sich langsam legte zeichneten sich die Umrisse dreier Pferde und die ihrer Reiter immer genauer ab.
Der Mann, der zu Butch sprach war ein kleiner, abgemagerter Gauner mit riesigen, gelben Zähnen und einem zu großen Hut auf dem Kopf.
„Was führt dich wieder nach Hause?“, fragte er Butch, wobei nun stärker zum Ausdruck kam, dass der Mann bereits zur Mittagsstunde betrunken war.
„Gregor mein Guter“, lachte Butch. Das war wahrscheinlich das erste Mal in meinem Leben wo ich wirklich sah, dass er sich herzlich über etwas freute.
„Wir sind nur auf der Durchreise“, erklärte er Gregor dann.
„Und wo führt euch euer Weg hin?“, fragte dieser daraufhin.
„Zum Palast des Herzogs“, strahlte Butch.
„Aah“, gab der Reiter von sich, „wird auch mal Zeit, dass man den fetten Herzog entmachtet.“
Ein lautes Gelächter brach in der gesamten Runde aus. Ich spürte wie es meine Wut immer weiter antrieb bis ich sie irgendwann freilassen musste.
„Maul halten!“, schrie ich so laut ich konnte.
Alle Blicke richteten sich auf mich.
„Bis ihr den Herzog entmachten könnt wird er eure elenden Körper schon längst von euren schwarzen Seelen befreit haben.“
Ich saß aufrecht im Sattel, den Hut auf dem Kopf, doch die Haare sehr wohl zu sehen. Aus zusammengekniffenen Augen starrte ich den bis vor kurzem noch Fremden an.
„Wer ist das?“, fragte er Butch mit ruhiger Stimme, doch ich konnte das neugierige Interesse in seinen grünen Augen funkeln sehen.
„Das“, bemerkte Butch, „ist unser Geburtstagskind.“
Das belustigte Gemunkel begann wieder.
„Was tut sie hier?“, fragte Gregor erneut, „sie sieht nicht aus wie eine Gaunerin. Abgesehen von ihrer Kleidung, doch ich weiß, dass du sie hast gekauft, Butch.“
„Das ist richtig Partner“, erwiderte er mit einem Schmunzeln, „wenn du es genau wissen willst, sie ist unser Schlüssel zum Sieg. Die Tochter des Herzogs und unser Tauschobjekt.“
„Ich bin kein Objekt“, sprach ich frech dazwischen.
„Zügle deine Zunge, mein Kind“, redete Butch und warf mir einen stechenden Blick zu.
„Ich zähle 18 Jahre, Mister Cavendish“, antwortete ich, „und somit kein Recht mich weiterhin ein Kind zu nennen.“
Er verdrehte die Augen und schwieg ausnahmsweise.
„Eine interessante Frau“, gab Gregor von sich, „wenn du mich fragst, ich würde sie behalten.“
Auf Butchs Gesicht kam ein schelmisches Lächeln zum Vorschein. „Ich habe nie gesagt, dass ich sie dem Herzog wiedergebe.“
Daraufhin ertönte ein lauter Schuss und alle Blicke flogen über die Wand der Schlucht bis nach oben zu ihrer Kante.
Der General stand im Umriss der Sonne, neben ihm seine Männer, die immer mehr und mehr wurden. Allesamt mit Gewehren bewaffnet, bereit zu kämpfen.
Und auch als ich den großen Mann entdeckte, mit dem weißen Hut und der schwarzen Maske viel mir trotz meiner anfänglichen Zweifel ein Stein von Herzen. Er war tatsächlich gekommen.
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