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Lone Ranger – Zwei Gesichter

GeschichteAbenteuer / P12 / Gen
03.09.2013
10.01.2014
9
10.097
 
Alle Kapitel
17 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
03.09.2013 1.388
 
Hallo :)
Hier ist das nächste Kapitel zu dieser ff ;)
Ich war sehr erfreut über eure Reviews beim letzten Mal und hoffe, dass es so weitergehen wird.
Viel Spaß beim Lesen ;)
Lg Skyscraper 98 ♥

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Benehmen ist eine Kunst, in jeder Hinsicht


Es wurde mittlerweile Abend als die Stadt am Horizont erschien.
„Was wollen wir hier?“, fragte ich.
„Wir gehen am Ende des Tages einen Erfolg feiern“, erklärte Butch gleichgültig.
„Bei Red ist es immer am besten“, rief ein anderer von hinten.
Ich verdrehte die Augen. Vielleicht war da ja auch jemand mit dem ich mich unterhalten konnte. Oder vielleicht war es die Möglichkeit zu entfliehen.
Mein Problem war, dass wenn sie von meinem kleinen Geheimnis wussten würden sie mich direkt umbringen. Also konnte ich meine Kampf- und Schießkünste nicht einsetzen.
„Ach ja“, begann dann Butch wieder zu reden, „es gibt eine Regel, die du beachten solltest.“
Ich seufzte leise. „Die wäre?“
„Erzähle niemandem wer du bist“, stellte er klar.
„Mich werden Leute erkennen“, erwiderte ich.
„Dafür hab ich das hier“, meinte er und kramte was aus dem Gepäck an dem Pferd hervor.
„Ein Hut?“, fragte ich.
„Setz ihn einfach auf“, gab er zurück.
Ich setzte den kleinen braunen Hut auf, in dem eine schwarz-weiße Feder steckte.
„Ich bin doch kein Jäger!“, sprach ich.
„Es ist egal wer du bist“, antwortete er, „Hauptsache du bist nicht Mira.“
„Das mache ich nicht mit“, weigerte ich mich.
Er lachte leicht.
„Ein Teil meiner Leute sind noch immer schwer bewaffnet in dem leeren Verließ unter eurem Palast und schauen aus dem Fenster.“
Seine Stimme wurde ernst und gehässig zugleich.
„Nur ein Lichtsignal von mir fordert sie auf nach oben zu stürmen und mit dem Herzog ein ernsteres Wörtchen zu reden.“
Ich schluckte. Wenn ich mich weiterhin gegen ihn stellte musste mein Vater sterben.
Ich setzte mir also den Hut auf den Kopf.
„Deine Haare müssen unter den Hut“, redete er dann.
Ich stopfte die langen Haare unter den kleinen Hut, sodass kein bisschen orange mehr hervorgucken konnte.
„Perfekt“, sagte er zufrieden und spurtete sein Pferd dann ein wenig an.
„Kommt Männer, lasst uns endlich feiern!“, rief er und ein Gegröle der anderen folgte.
Wir preschten also hinunter in die Stadt, wobei mein Pferd so langsam war, dass ich am Ende das Schlusslicht bildete.
Wir stiegen ab, wobei auf die Gruppe schon drei schöne Frauen zukamen.
„Da seid ihr ja wieder“, kicherten sie.
„Wir wollten euch nicht so lang warten lassen“, sprach der kleine Mann.
„Und wer ist der Neue?“, fragte die eine und schaute mich liebreizend an.
„Ich bin ein Mädchen, Süße“, erwiderte ich.
Peinlich berührt ging sie wieder zurück zu ihren Kolleginnen.
„Lasst uns rein gehen“, beschloss Butch und die Gruppe folgte ihm während ich einfach stehen blieb.
„Du auch, du Göre“, sprach ein unfreundlicher und zugleich schlaksiger Mann aus der Gruppe.
Diese Menschen hatten weder Respekt vor irgendwem, noch Benehmen.
Ich betrat den Laden, der zwar sehr berühmt war, bei dem es mir jedoch nicht erlaubt war ihn zu betreten.
Der beißende Geruch von Bier und anderen alkoholischen Getränken flog auf mich zu.
Überall waren leicht bekleidete Frauen, die teilweise gerade mal 16 waren und damit mit noch einem Jahr jünger als ich hier jobbten.
Zwei Drittel der Leute hier waren allerdings Männer, die sich volllaufen ließen und sich an den jungen Frauen eine Freude machten.
Die Gruppe lief auseinander in das Getümmel, wobei Butch hier scheinbar schon ganz schön bekannt und berühmt war.
Ich fühlte mich klein zwischen alle den Frauen, die ihre hohen Schuhe trugen. Ich hatte nicht mal Schuhe, meine Füße froren bereits den ganzen Tag.
Ich blickte nach oben, wo der Saal vereinzelt Lampe hatte, doch alles in allem war es eher dunkel hier.
Da entdeckte ich die berühmte Chefin des Ladens: Red Harrington.
Sie saß oben auf einer Art Balkon und schaute verachtend hinunter. Ich erkannte wie ihre Augen Butch fixierten. Sie schien wohl nicht so eine gute Beziehung zu ihm zu haben.
Ich guckte kurz nach links und rechts bis ich dann die Treppe hoch zu ihr ging.
Mein Herz klopfte. Sie wurde oft als kaltherzig und hinterhältig bezeichnet, doch ich vermutete, dass man ihr Vertrauen gewinnen musste und sie sich dann öffnen würde.
Ich ging die letzte Stufe und stellte mich vor ihren Schreibtisch.
Sie schaute noch immer nach unten also räusperte ich mich einmal laut.
Sie zuckte ein wenig zusammen als sie sich dann zu mir drehte.
„Äh hallo“, begann ich.
„Was hast du denn für einen Hut auf“, lächelte sie.
Ich fasste mir an den Kopf. „Ich muss den tragen“; sagte ich knapp.
„Also wenn du den Job hier wirklich haben willst musst du den aber abnehmen“, erläuterte sie.
„Oh nein“, stellte ich klar, „ich möchte hier nicht arbeiten.“
„Warum bist du dann hier?“, fragte sie und hob eine Augenbraue.
„Ähm“, redete ich.
„Du kommst mir bekannt vor, weißt du das?“, sagte sie dann plötzlich.
Ich schaute sie mit aufgerissenen Augen an.
„Das kann nicht sein“, erwiderte ich, doch ich sah, dass sie mir dies nicht glaubte.
„Du zitterst ja“, sprach sie erschüttert.
„Ja ich habe keine Schuhe“, meinte ich peinlich berührt.
Red stand auf. „Komm mit.“
Sie drehte sich um und ging nach hinten in einen anderen Raum.
„Welche Schuhgröße hast du?“, fragte sie mich.
„Oh 36, ich habe schmale Füße.“
Sie kramte bei den hochhackigen Schuhen herum.
„Entschuldigung“, mischte ich mich ein.
„Ja?“, fragte sie.
„Könnte ich vielleicht flache Reitstiefel haben?“
Sie schaute mich verwirrt an.
„Natürlich, ich glaube ich hab noch genau ein Paar in 36.“
Sie schaute weiter unten in ihrem Schrank und holte zwei alte, braune Stiefel hervor, die ich sofort anzog.
„Perfekt“, sagte ich und ein Lächeln zierte seit langem wieder meinen Mund.
Ich stand auf und blickte der Frau in die Augen:
„Danke, Sie sind wirklich sehr freundlich.“
„Dies kann ich nur zurückgeben“, antwortete sie und blinzelte mitfühlend.
„Doch eine Sache will nicht in meinem Kopf“, sagte sie, „was macht ein so höfliches und nettes Mädchen in so einem Laden und warum versteckt sie ihre Schönheit?“
Ich blinzelte ununterbrochen, da ich nicht wusste, was ich sagen sollte.
„Red!“, hörte ich einen barschen Ruf von dem Balkon aus.
Ich zuckte kurz als ich die Stimme von Butch erklingen hörte.
„Was will dieser Abschaum von Mann hier“, zischte Red und stapfte mit ihrem Bein aus Elfenbein wieder nach vorne, ich ging ihr hinterher.
Dort stand er und wirkte aus irgendeinem Grund in Eile.
„Was willst du hier?“, fragte Red abschätzig.
„Ich will mir nur mein Mädchen abholen“, erwiderte er.
Ich trat hinter Red hervor und stellte mich dann neben ihm.
„Wo hast du sie jemandem weggenommen?“
„Das wüsstest du wohl gerne, hm?“, provozierte er sie und fasste mir an die Hüfte, um mich an ihn zu ziehen. Was für ein Angeber.
Die Wut brodelte in der rothaarigen Frau.
„Ich will, dass sie hier bleibt“, forderte sie.
„Und ich will, dass sie mit mir geht“, grinste er gehässig, „lass sie doch entscheiden was sie möchte.
Red blickte mich erwartungsvoll an.
Mit kummervollen Augen zwengte ich die Worte aus meinem Mund: „Ich gehe mit ihm.“
Er lächelte und fasste mit seiner Hand halb um meinen Bauch.
„Jetzt komm, wir müssen sofort gehen“, erklärter er.
„Wieso?“, fragte ich laut und riss mich von ihm los.
Etwas stimmte hier nicht.
„Lady Mira?!“, hörte ich einen fragenden Ruf von unten.
Ich erkannte die Stimme sofort und warf mich halb über den Rand des Balkons.
„John!“, schrie ich, worauf er nach oben blickte.
„Komm jetzt!“, rief Butch und zog mir schmerzhaft am Arm.
Stolpernd zog er mich die Treppe hinunter und in Richtung Ausgang.
Seine Leute versperrten John und auch Tonto, der ihn begleitete, den Weg. Er setzte mich auf sein schnelleres Pferd und sich selbst direkt hinter mich.
Von der Seite kamen Soldaten des Palastes geritten.
Butch trat dem Pferd so doll es ging in die Seite, worauf es los galoppierte.
Wir ritten hinein in die Wüste als Butch dann seinen Revolver auspackte und auf die Soldaten schoss.
„Wiedersetz dich mir nicht noch mal wenn die dein Leben lieb ist“, sprach er zu mir mit zornigen Augen und in Falten gelegte Stirn.
„Und jetzt reite dieses Pferd!“, befahl er.
Ich tat es ohne mit der Wimper zu zucken und gab dem Pferd mehr Tempo, sodass Butch sich festhalten musste.
Wie sollte ich jemals aus dieser Lage wieder raus kommen?
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