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Lone Ranger – Zwei Gesichter

GeschichteAbenteuer / P12 / Gen
03.09.2013
10.01.2014
9
10.097
 
Alle Kapitel
17 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
03.09.2013 1.095
 
Hi :)
Das ist nun wieder ein neues Kapitel zu dieser ff.
Ich freue mich, dass ihr die Geschichte von Mira verfolgt und ebenso über jedes noch so kleine Review :)
Viel Spaß beim lesen!
Lg Skyscraper 98 ♥

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In der Gewalt des Feindes


Das erste, was ich sah als ich die Augen öffnete, war die mir wohl bekannte Scheune, die von oben bis unten voller Löcher und Ruß war.
Rebecca und ihr kleiner Sohn waren nicht mehr hier, ich vermutete, dass Leute aus den anderen Dörfern sie mit den anderen geholt hatte, um ihnen die letzte Ruhe zu schenken.
Ich fragte mich warum ich hier war, ich konnte mich um ehrlich zu sein nicht erinnern.
Ich schaute zur Tür hinaus, wo die Morgensonne in den Himmel stieg. Sie tauchte den Himmel in orange und lies die zwei kahlen Bäume die draußen standen auch ohne Blätter erstrahlen.
Ich blickte hinunter und erkannte überrascht, dass ich mein Nachtgewand an mir trug. Ein Schauder ging durch meinen Körper. Zum einen, weil ich nichts anhatte außer dem dünnen Seidenkleid und weil der Winter und dessen Kälte immer weiter über das Land zog.
Ich stand auf, doch etwas hielt mich davon ab mich zu bewegen.
Ich drehte meinen Kopf nach hinten, wo meine Hände mit einer einfachen Fessel an einen der Mäste, die die Scheune vorm Einstürzen bewahrte, gebunden waren.
„Was soll das?“, meckerte ich zu mir selbst.
Ich wünschte meine Erinnerung wäre nicht komplett ausgelöscht.
Ich blickte mich um. Hätte ich jetzt meine Ausrüstung dabei, würde auch ein Taschenmesser direkt parat liegen.
„Hallo?“, rief ich fragend, wobei meine Stimme in dem großen Raum wie ein Echo wiederschallte.
Nichts.
Kein Antwort, Kein Geräusch, keiner war hier.
Frustriert setzte ich mich wieder auf den Boden in das Stroh und lies einen Seufzer von mir.
Ich saß eine gefühlte Ewigkeit nun da und dachte nach.
Warum war Amigo nicht hier? Ich bin hier sicherlich nicht freiwillig hingegangen.
Was war mit meinem Vater, lies er nach mir suchen?
Und wie ging es dem Indianer Tonto und John?
Als der Name John durch meinen Kopf ging, wurde ich plötzlich von einer Erinnerung überrumpelt
Ich sah wie er zu Boden geschlagen wurde und ich aus dem Fenster springen musste und erinnerte mich an den Schmerz bei dem Aufprall.
Mit großer Mühe hob ich das Seidenkleid bis zur Hüfte hoch und sah den Bluterguss, der wirklich kaum zu übersehen war.
Der Palast wurde überfallen, ich erinnerte mich. Doch warum nur? Wir taten doch alles, damit es dem Volk gut ging.
Schmerzhaft ließ ich die Seide wieder hinunter als ich dann auf einmal Geräusche aus der Ferne hörte.
Pferdetraben wie letzte Nacht. Laut aufbrausend und immer näher kommend.
Doch ich erkannte auch, dass es weniger waren. Es waren um die acht Pferde soweit ich das abschätzen konnte.
Das Geräusch der Hufeisen auf dem harten Untergrund wurde immer lauter bis es irgendwann stoppte als die Pferde zum Stillstand kamen.
Ich erhob mich von dem Boden in den Stand, um aus einem Fenster mit zerbrochener Scheibe hindurch zu gucken.
Als ich die Truppe Gauner sah stieg mir die komplette Erinnerung zurück in den Kopf.
Es war Butch Cavendish mit seinen Männern, die er wahrscheinlich gezwungen hatte sich ihm anzuschließen oder die genauso machtgierig waren wie er.
Ich sah wie sie zum Eingang stapften und hörte wie ihre Stiefel bei jedem Schritt auftraten und die Rädchen daran klirrten.
Ich blickte zum Eingang während ich noch gekrümmt versuchte zu stehen, da mich die Fesseln nach unten zogen. Mein unordentlicher Zopf fiel mir nach vorne.
Ein paar Männer kamen durch den von Amigo demolierten Eingang und bildeten eine Art Halbkreis um mich und starrten mich an.
„Was?“, fragte ich frech, „noch nie ein Mädchen gesehen?“
Dann betrat „der Meister“ persönlich die Scheune. Sein langer Mantel reichte bis zu den Knien, wo seine Stiefel begannen. In den Händen hielt er einen Dolch, den er grade mit einem Tuch säuberte.
Ich schluckte als er zu seinen Männern trat.
„Ganz schön mutig bist du“, sagte er, „oder sollte ich eher vorlaut sagen.“
„Ich bevorzuge die Höflichkeitsform“, warf ich ihm an den Kopf.
„Du bist hier nicht zu einem Ball geladen, Mira“, erwiderte er.
Dann ging er auf mich zu und die Fesseln mit dem Dolch durch.
„Dann würde ich gerne wissen warum ich stattdessen  hier in dieser Scheune bin“, forderte ich als ich mit ihm Auge in Auge sprechen konnte.
Er zeigte seine krummen Zähne.
„Ganz einfach ich habe vor mit deinem Vater ein wenig zu handeln“, antwortete er.
Ich verengte meine Augen.
„Du hinterhältiger Vogel“, murmelte ich.
Er packte mich am Arm und zog mich zu sich.
„Du wirst ab sofort tun, was ich dir sage“, meinte er und schnitt mit dem Dolch nah an meiner Pulsader entlang wodrauf ich mir schmerzhaft auf die Lippe biss, „dafür seid ihr Frauen da, verstanden?“
Ich schwieg einfach nur, während das rote Blut aus dem Handgelenk tropfte.
„Und jetzt“, sagte er für alle und winkte einen Mann mit einem Beutel zu sich, „zieh das hier an.“
Der Mann übergab mir den Beutel, wo ein alltägliches, braunes Kleid drinnen war.
„So kannst du schließlich nicht rumlaufen“, redete er erklärend.
„Warum nicht Butch?“, fragte ein rundlicher Mann mit Glatze.
Daraufhin warf Butch den Dolch, der knapp an dem Kopf des Mannes vorbei in die Holzwand flog.
„Schnauze“, grummelte er.
Der Mann nickte geschockt und Butch machte eine Handbewegung.
„Kommt mit zu den Pferden“, befahl er, „Mick, pass auf sie auf bis sie fertig ist.“
Der große, muskulöse Mann mit dem kleinen Gesicht nickte und stand dort wie ein Fels, während sie anderen gingen.
Ich fühlte mich nicht grade wohl mich vor dem Mann komplett zu entblößen, aber mir blieb wohl keine andere Wahl.
Als ich fertig war und das Kleid mitsamt Unterwäsche trug brachte mich Mick hinaus zu den anderen und stellte mich vor ein Pferd, einen kleinen Fuchs, wo ich dann drauf stieg.
Er selbst setzte sich zu den anderen auf sein Pferd und die Menge verfiel in Tuscheln.
Butch trat mit seinem großen Pferd neben mich und blickte hinunter: „Du kannst doch reiten, oder?“
Ich verdrehte die Augen.
„Wahrscheinlich genauso viel wie ich mich alleine umziehen kann“, meinte ich mit einem ironischen Unterton.
Sein Grinsen zeigte sich erneut bevor er dann die Führung übernahm. Die anderen Männer bildeten eine Traube um mich, damit ich nicht entfliehen konnte, doch dies war nicht nötig. Mit diesem kleinen und zugleich langsamen Pferd würde eine Flucht niemals funktionieren. Ich wünschte Amigo wäre hier und würde mir sagen können, wo lang sie mich führten und wo meine kleine Reise enden würde.
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