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Verschieden und doch gleich

von colena
GeschichteFantasy, Liebesgeschichte / P16
Bonnie McCollough Damon Salvatore Elena Gilbert Stafano Salvatore
02.09.2013
31.08.2014
39
66.327
 
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02.09.2013 1.181
 
Fünf Jahre war es jetzt her, seit er das letzte Mal in Fells Church gewesen war. Er hatte sich nur von seinem Bruder und der kleinen Bonnie verabschiedet, den wahrscheinlich einzigen Menschen, denen wirklich etwas an ihm lag. Eigentlich hatte er sich vorgenommen, einfach so zu verschwinden und sich das Abschiedsgeplänkel, dass in seinen Augen mehr als nur Überflüssig war, zu sparen, aber er hatte es nicht geschafft. Noch ein letztes Mal hatte er das Mädchen sehen müssen, für das er, damals in der dunkelen Dimension, sein Leben geopfert hatte. Doch das hatte ihm nicht gereicht. Immer wenn er auf der Durchreise war, hatte ihn ein Weg in die Stadt geführt um nach ihr zu sehen, sich zu vergewissern, dass es ihr auch wirklich gut ging. Die ersten Monate war das auch der Fall gewesen. Sie war glücklich mit diesem Wolfsjungen, den sie auf dem College kennengelernt hatte, und er machte sich nicht weiter Gedanken darüber. Sie war in der Nähe ihrer Freunde und Stefano hatte ihm versprochen, auf das kleine Rotkäppchen Acht zu geben. Schließlich war es gekommen, wie es kommen musste. Es war so gekommen, wie Damon es erwartet hatte. Zander hatte sich von ihr getrennt, die Gründe waren ihm nicht bekannt, aber er war sich sicher, dass er sie nicht wissen wollte, weil er die Schuldgefühle nicht ertragen könnte. Zu seiner Überraschung war die kleine Bonnie damit erstaunlich gut klargekommen. Sicher, sie hatte einige Tränen geweint und Stundenlang mit ihren Freundinnen telefoniert, aber sonst war es ruhig um sie gewesen.
Jetzt stand er vor der Pension der alten Mrs Flowers, in der er und sein Bruder gewohnt hatten, und in der Stefano noch immer lebte. Im Moment, so wusste er, war sein kleiner Bruder nicht im Hause. Urlaub in Italien mit Elena, erinnerte er sich. Deswegen war er sich auch nicht sicher, was er tun sollte. Würde die alte Frau ihn mit offenen Armen empfangen und ihm sein altes Zimmer geben, oder würde sie ihn wieder wegschicken, weil sie in ihm dasselbe abscheuliche Monster sah, wie alle anderen?
Weiter darüber nachzudenken half ihm nicht weiter, also stieg er die Treppenstufen zur Veranda hoch und klopfte an die Tür. Es dauerte eine Weile bis die Tür geöffnet wurde und eine alte Frau mit Falten ihm Gesicht und einem Dutt zum Vorschein kam. Etwas perplex sah sie den Vampir vor sich an, die Augen zu schlitzen verengt, doch dann verzogen ihre Lippen sich zu einem kleinen Lächeln und sie trat zur Seite.
Damon folgte ihrer Einladung verwirrt und betrat das alte Haus. Eigentlich hatte er nicht damit gerechnet, dass sie ihn in ihr Haus bitten würde, oder sich freute ihn zu sehen.
>>Damon<<, erklang ihre raue Stimme. >>Was führt dich nach Fells Church?<<
Der Vampir schluckte und schob die Hände in die Jackentaschen seiner Lederjacke. Er wusste nicht so recht, was er der alten Frau sagen sollte.
>>Heimweh<<, scherzte er und grinste sie an. >>Ich bin Fünf Jahre einfach nur durch die Gegend gestreift und jetzt dachte ich mir, ist es an der Zeit, sich wieder für längere Zeit an einem Ort niederzulassen.<<
Skeptisch sah sie ihn an und er sah, wie sie begann nachzudenken. Etwas blitzte in ihren grünen Augen auf und sie legte den Kopf schief.
>>Das heißt du wirst einige Wochen bleiben<<, stellte sie fest. >>Dein Zimmer ist immer noch deins<<, fuhr sie fort und lächelte dann. >>Allerdings<<, fügte sie noch schnell hinzu und strich ihre Bluse glatt, >>möchte ich hier keine deiner Nahrungsquellen sehen.<<
>>Danke sehr, Mrs Flowers<<, erwiderte er und sprintete die Treppe nach Oben.
In seinem Zimmer angekommen, stellte er fest, dass nichts sich verändert hatte. Auf seinem Schreibtisch herrschte noch dieselbe Unordnung, wie bei seinem Auszug, auf dem kleinen Tisch neben seinem Bett lag noch das aufgeschlagene Buch, dass er zu lesen begonnen hatte und die Laken waren zerwühlt. Sofort fühlte er sich wohl und war der alten Dame wirklich dankbar dafür, dass sie ihm die kleinen Eskapaden der Vergangenheit nicht übel nahm. Aber warum sollte sie auch? Sie hatten Seite an Seite gekämpft, mit demselben Ziel vor Augen. Die Stadt und deren Bewohner, allen voran die Menschen die sie liebten, zu beschützen. Die Tasche, die er die ganze Zeit bei sich getragen hatte, ließ er auf den Boden neben sich fallen und sah sich um. Die Bilder des Sommers den er zusammen mit den anderen verbracht hatte, bevor das College begann, lagen zerstreut im Regal und zogen seinen Blick magisch an.
Er nahm sie in die Hand, ging eins nach dem anderen durch, und achtete auf jedes Detail. Die meisten waren auf dem Rummel entstanden, den er mit ihnen besucht hatte. Stefano und er waren auf den meisten der Bilder zu sehen, manchmal mit Elena zusammen, die übrigen jedoch zeigten ihn und Bonnie. Einmal hatte sie es geschafft, Brad- natürlich wusste Damon wie der Junge wirklich hieß- mit auf das Bild zu schmuggeln, der nicht grade begeistert in die Kamera sah. Bonnie... er hatte die kleine wirklich vermisst und seit mehr als einem Jahr kam er schon nicht mehr nach ihr sehen. Umso gespannter war er darauf, was sie wohl für ein Mensch geworden war, ob sie sich verändert hatte. All das wollte er wissen, doch erstmal musste er ankommen.
Ein Klopfen an der Tür riss ihn zurück in die Gegenwart und schnell legte er die Bilder zurück, bevor er den Störenfried herein bat. Mrs Flowers betrat den Raum, sah sich um und reichte ihm frische Laken, die er dankend entgegen nahm, aber keine Miene verzog.
>>Nach Fünf Jahren sind die Laken bestimmt muffig<<, kommentierte sie und deutete ein Lächeln an. >>Wenn du noch etwas brauchen solltest, ich bin Unten und sonst fühle dich einfach wie Zuhause.<<
Sie drehte sich zur Türe und wollte gehen, als Damon sich zusammenriss und lautlos seufzte.
>>Mrs Flowers.<< Erwartungsvoll drehte die alte Dame sich zu dem Vampir um. >>Ich danke ihnen. Sie müssten das alles hier nicht tun. Nein, ich hätte es sogar verstehen können, wenn sie mir die Tür vor der Nase zugehauen hätten, aber...<<
>>Damon<<, stoppte sie ihn und hob eine Hand. >>Du bist hier immer willkommen.<<
Dann drehte sie sich um und ging wieder nach Unten. Kopfschüttelnd überzog Damon die frischen Laken und sofort machte sich der Geruch von Kräutern - Die Alte Dame fügte sie noch immer ihrem Waschmittel zu- im Raum breit. Den Lavendel roch er heraus, aber den Rest konnte er nicht genau zuordnen.
Als alles fertig war und er eine Dusche genommen hatte, setzte er sich auf sein Bett und vegrub das Gesicht in seinen Händen. Zum ersten Mal machten sich Zweifel bemerkbar. Warum war er zurückgekommen und was erwartete er davon? Noch konnte er sich diese Fragen nicht beantworten, aber er hoffte, die nächsten Tage würden es zeigen.
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