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The Thing That Should Not Be || Part 1 - Der fünfte Mann

von KaZzuko
Kurzbeschreibung
GeschichteAbenteuer, Sci-Fi / P16 / Gen
Daniel Jackson Jack O'Neill Samantha Carter Teal'c
02.09.2013
26.02.2014
35
70.640
1
Alle Kapitel
14 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
02.09.2013 1.833
 
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by Saltatio Mortis

[Title + Atmosphere; varulfen (schwed.) = Werwolf]

Yay, vorletzte Mission von Part 1 und zugleich ein Tribut an Band 3 meiner Fantasy-Trilogie. Ich hoffe, ihr mögt die Charaktere genau so sehr wie ich.

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Im Begriff, auf den Rest ihres Teams zu warten, ließ Kaylee abwechselnd ihre Handgelenke kreisen, vermutlich mit ernsterem Gesicht, als man es erwarten würde – die Nahtoderfahrung hatte ihren Körper unter beträchtlichen Stress gesetzt. Viele ihrer Glieder schmerzten bei einfachen Bewegungen und Körperstellen wie Handgelenke, Nacken und Hüfte sandten chronisch ein unangenehmes Pochen aus, als wären sie bei einem Stamm auf Mission gewesen, der sie an allen vier Gliedmaßen hatten auseinanderreißen wollen. Ihr entging ein Seufzen beim Ausschütteln der Hände.
„Alles okay da hinten?“ O’Neill marschierte vom Ausgang her zwischen sie und das zu zischen beginnende Stargate, den fragenden Blick über die Schulter zu ihr geworfen. Es dauerte einen Moment, bis Carter, Daniel und Teal’c ihm mit denselben besorgten Zügen folgten.
Mit einem Ruck stieß Kaylee sich zu ihnen von der Wand ab. „Bestens, Sir. Nach einer Woche der Untätigkeit kann ich es kaum erwarten, diesen Berg zu verlassen.“
„Es kann furchtbar sein in der Krankenstation, nicht wahr?“
„Oh ja“, pflichtete Teal’c bei. „Zum Nichtstun verdammt zu sein ist schlimmer als in den Kampf gegen die Goa’uld zu ziehen.“
O’Neill hob die Brauen zu einem Dach. „Schlimmer? Ich würde sagen, lieber von denen gefangen genommen zu werden als bei Dr. Fraiser herumzuliegen! – Nichts gegen Ihre Gesellschaft, Janet, die ist wundervoll.“ Mit wohlwollendem Grinsen winkte er zur Glasfront des Kontrollraumes, wo Dr. Fraiser zusehen würde, wie Kaylee durch das Stargate schritt. Sie verzog zwar ebenfalls den Mund, jedoch wirkte es nicht ansatzweise wie das vom Colonel erhoffte Lächeln.
Mit einem Murmeln, das sich wie ein „O-oh“ anhörte, wandte dieser sich schnell wieder der Rampe zu, nachdem der Ereignishorizont sich innerhalb des Rings gebildet hatte. Ohne ein weiteres Wort zu verlieren, führte er seine Truppe hindurch – Kaylee bildete das Schlusslicht, drehte sich vor der wasserartigen Membran noch einmal um und nickte Fraiser ein Zeichen der Sorglosigkeit zu, obwohl sie ganz genau spürte, wie ihre Schultern bereits aufgrund des Gewichtes der Weste und Maschinenpistole hitzig knisterten.
Im Anschluss an die 1,3-sekündige Reise fand Kaylee sich in fast vollkommener Dunkelheit wieder. Die einzige Lichtquelle in der Nähe war das künstliche Licht der Lampen auf den Maschinenpistolen ihrer Kollegen, die die Wände einer tunnelartigen Höhle beleuchteten. Der Raum war eng, zu eng, um zu dritt nebeneinander quer zum Höhlenverlauf zu stehen, sodass O’Neill ein paar Meter von ihr weg am Ende der Schlange stand. Allein gegenüber des Stargates hatte der Ereignishorizont einen großen Hohlraum gegraben, an dessen Seite man einen weiteren, weitaus kleineren für das DHD geschlagen hatte. Der Steinring selbst war in den Stein der Felswand eingelassen. Ein Brummen lag tief im Fels, als würde der gesamte Steinkoloss um sie herum vibrieren. Es hörte sich beinah an wie das Flügelschlagen tausender, riesiger Libellen.
An der Spitze des Zuges leuchtete O’Neill mit seiner Lampe einmal in beide Richtungen, ging ein paar Schritte, nur um mit wenig begeistertem Gesicht wieder zurückzukommen. „Da vorn ist schlecht. Das scheint eine etwas längere Höhle zu sein, es gehen da gleich zwei Quergänge ab, also müsste der Ausgang da drüben sein.“
Kaylee hörte seinen unterschwelligen Befehl und entfernte sich wie er ein Stück in ihre Richtung, doch die Dunkelheit, die sie mit der Lampe vor sich hertrieb, blieb beständig, tänzelte vor ihren Stiefeln wie ein frecher Geist, weshalb sie es bereits nach wenigen Metern aufgab. Zurück bei ihrer Gruppe schüttelte sie nur den Kopf.
„Ich kann auch keinen Luftzug feststellen, der uns den Ausgang weisen könnte“, knurrte Teal’c verstimmt. Offenbar waren Höhlen alles andere als sein Lieblingsterrain.
„Wohin wollen wir also gehen?“, fragte Carter.
O’Neill schürzte die Lippen. „Jedenfalls sollten wir uns nicht aufteilen, sonst finden wir uns nie wieder. Hat jemand Brotkrumen dabei, damit wir zum Gate zurückfinden?“
„Sehr witzig, Jack“, seufzte Daniel ungeduldig. „Lasst uns in diese Richtung aufbrechen. Wenn wir immer im selben Gang bleiben ohne abzubiegen, müssten wir das Gate ganz leicht wiederfinden, wenn es sich als Sackgasse herausstellt.“
Ohne zu antworten, aber mit verdrehten Augen, schritt O’Neill an seinem Kollegen und dem Rest des Teams vorbei, um die Führung in die ungewisse Schwärze zu übernehmen. So hell ihre Lampen auch leuchteten, selbst gebündelt schafften sie es nicht, sie zu durchdringen, die auf sie wartete. Und nicht wich. Schon nach kaum zwei Minuten bildete sich auf Kaylees Stirn eine steile Falte, denn weder wollte sich vor ihnen Tageslicht auftun, noch konnten sie Schilder oder Weisungen entdecken, die ihnen hätten sagen können, in welcher Richtung der Ausgang lag. Darüber hinaus wuchs ihre Nervosität aufgrund der unzähligen Zweiggänge, an denen sie vorüberschritten, dutzende dunkle Löcher in den Wänden, die, wenn man hineinleuchtete, genau gleich aussahen wie der, in dem sie sich befanden. Es war Teal’c, der schließlich aussprach, was sie alle zu akzeptieren fürchteten: „Wir befinden uns in einem gigantischen Höhlensystem, mit Unglück sogar in seinem Zentrum.“
Zum ersten Mal hielten sie nach einer Stunde des stumpfen Laufens den Gang entlang, als sie auf eine Zweigstelle trafen, an der sich ihr Weg in zwei Gänge spaltete. Über der Gabel der Wand, die die beiden Wege trennte, war ein kleines, rundes Mal gemeißelt worden, das Daniel erst nach wenigen Augenblicken bemerkte. Trotz direkt darauf gerichteter Lampe war es schwer zu erkennen, doch dennoch gelang es dem Archäologen, die Buchstaben zu entziffern: Dicio Casus.
Die Brille konzentriert zurechtrückend, formte Daniel einige stumme Worte, ehe er sich zu ihnen umdrehte. „Macht dem Untergang.“
„Macht dem Untergang?“, echote O’Neill spitz.
„Ja, das, das ist so etwas wie … wie eine Huldigung, wie ein Heil, nur mit dem Wort Macht. Allerdings habe ich keine Ahnung, was mit dem Untergang gemeint ist.“
„Kennen Sie keine Religion, in der ein Untergang verehrt wird?“, regte Carter an.
„Nun, die Buddhisten verehren das Nirwana, wobei das kein Untergehen der Seele ist, sondern ein Verwehen, etwas Friedliches. Die Muslime und Christen sehen ihm ebenfalls eher positiv entgegen, wie dem Paradies nach den Leiden des Lebens. Dem Weltende hingegen, oder Weltuntergang, begegnet man in vielen Religionen. Im Christentum, Islam und Judentum als die Apokalypse, im Hinduismus und Buddhismus sogar als etwas natürliches, als ein wiederkehrender Zyklus, der aber nicht direkt verehrt wird.“
„Sprich: Sie haben keine Ahnung, worum es sich hier handelt.“
Daniel seufzte in O’Neills Richtung. „Genau.“
„Hört ihr das?“
Auf der Stelle wandten sich Teal’c sämtliche Gesichter zu. Der Jaffa starrte mit hartem Gesicht in einen der vor ihnen liegenden Zweiggänge, in dem sich nichts regte noch Geräusche zu hören waren – trotzdem erstarkte in Kaylees Brust ein unangenehmes Kitzeln. Einige Momente herrschte absolute Stille, in der niemand von ihnen wagte, durch das Heben ihrer Waffen einen Laut zu verursachen, und tatsächlich fingen Kaylees Ohren nach und nach immer klarer ein Tappen auf wie von abgewetzt glatten Stiefelsohlen.
O’Neill reckte sein Kinn und zog seine Basecap etwas nach hinten, um den Blick in die Schwärze vollkommen frei zu haben. „Hallo? Wir bräuchten einen Touristenführer, um hier herauszufinden. Kannst du uns ein günstiges Angebot empfehlen?“
Die Schritte stoppten. Eine Weile wartete SG-1 konzentriert auf weitere Geräusche – das Gesicht, das sich urplötzlich aus dem Schatten schälte, ohne dass die dazugehörenden Füße einen Laut verursachten, ließ sie alle zurückfahren und die Waffen heben. Nahezu unbeeindruckt näherte sich ihnen der junge Mann weiter mit unterkühltem Blick, in dem die Pupille von einer merkwürdig schillernden Farbe umschlossen war – Gold, dachte Kaylee, wagte jedoch nicht, auch nur ein Wort zu sagen, während der Fremde ihre Gruppe stumm umrundete. Der schwarze Umhang um seine Schultern raschelte, als er sich wieder zu ihnen umdrehte, jedoch keinen Schritt mehr machte, sondern stand wie die Nachhut von Polizisten, die Verbrecher in die Zentrale führten. Ob er Waffen bei sich trug, konnte niemand erkennen. Seine Hände verbargen sich unter dem Stoff des Kapuzenumhangs und alles, was sie klar und deutlich von seinem hochgewachsenen Körper sehen konnten, war sein Gesicht und die helle, ausgewachsene Militärfrisur.
„O’Neill.“
Erneut wandten sie die Köpfe bei Teal’cs Stimme, nur um zu erkennen, dass zwei weitere Gestalten in schwarzen Umhängen aus dem Tunnel traten: Eine von ihnen stellte sich als zweiter Mann heraus, in dessen südländisch wirkendem Gesicht eine Sonnenbrille saß und dessen dunkelbraune Mähne von einem Zopfband zusammengehalten wurde. Die zweite war eine Frau, mit nicht weniger eisigem Blick als der erste Mann. Ohne sich zu verständigen, nahmen sie SG-1 in die Zange.
„Hallo“, sagte Colonel O’Neill erneut, weitaus weniger scherzhaft als zuvor. „Ich bin Colonel O’Neill und das sind Dr. Jackson, Major Carter –“
„Das interessiert uns nicht“, zischte der Mann mit Sonnenbrille mit hartem spanischem Akzent, weshalb es schwer war, seine Worte zu verstehen. „Ihr seid Menschen?“
„Ihr nicht auch?“
Die schwarzhaarige Frau überging seine Gegenfrage. „Wir sollten die Angelegenheit Sir Dawon überlassen, immerhin war er dafür verantwortlich die Ausgänge zu verrammeln, damit keine Menschen mehr den Weg herein finden“, schaltete sie sich ein, weder freundlich noch unfreundlich, eher mit der ernsten Strenge eines Kriegers, der unerwartete Menschen auf dem Schlachtfeld entdeckt hatte.
Allein ein minimales Bewegen des Gesichtes machte sichtbar, dass der Spanier seinem goldäugigen Freund einen Blick zuwarf, ehe sich seine Nase rümpfte. „Ihr werdet uns folgen“, blaffte er zum Colonel.
„Werden wir das?“ O’Neill sah zum Goldauge.
Kaylee unterdessen unterdrückte ein Schaudern beim genauen Betrachten der Frau, deren schwarze Haare kaskadenartig über die Schultern flossen und einen unheimlichen Kontrast zu den hellen Augen bildeten, deren Farbe sie erst nach längerer Musterung erkennen konnte: Schmutzgelb. Es würde sie nicht wundern, wenn auch unter der Sonnenbrille des Spaniers gelbe Augen glommen.
Dieser kräuselte die Lippen, indessen sich seine Schultern gefährlich beugten. „Das war keine Frage.“
„Wir wollen keinen Ärger machen“, hob O’Neill langsam den Lauf seiner Pistole höher, „aber wir wollen auch nicht ins Gefängnis wandern.“
„Wie ich das sehe, habt ihr keine andere Wahl.“ Der Spanier schien genau zu wissen, dass SG-1 ihn und seine Begleiter nicht töten würde, wenn es nicht absolut notwendig war.
Wie auf Stichwort trat die Schwarzhaarige an Kaylee heran, um ihr eine feste Hand auf die Schulter zu legen, woraufhin sich von allen Seiten klickende Waffen auf sie richteten – beinah im selben Augenblick vibrierte ein Laut zwischen den Steinwänden, der gefährlich wie das Knurren eines Fleischfressers klang.
„Bei allen begabten Hundeführern!“, stieß O’Neill mit einem Sprung zurück aus beim Anblick der zähnefletschenden Kreatur vor ihnen, die nicht wenig Ähnlichkeit mit einem hüfthohen Wolf besaß, wo gerade noch das Goldauge gestanden hatte. „Wo kommt denn der auf einmal her?“
Bei einem zweiten Grollen direkt auf der anderen Seite fuhr Kaylee herum. Auch die Schwarzhaarige war durch ein hundeartiges Tier ersetzt worden, das im Gegensatz zu seinem Artgenossen nicht die Zähne fletschte, jedoch vielsagend die Ohren senkte und die Augen zu aggressiv funkelnden Bernsteinen aufriss.
Como lo ya decía“, reckte der Spanier mit Genugtuung das Kinn. „Ihr habt keine Wahl.“


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Die drei Wolf-Charaktere (c) by mir~
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