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Ich liebe dich, genau so wie du bist

KurzgeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Lilly Rush Scotty Valens
02.09.2013
02.09.2013
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Piepen.

Scotty starrte auf den Bildschirm.

Er streichelte mit seinem Daumen über Lillys kalte Hand, sorgsam den Bereich, wo die Infusion gelegt worden war, aussparend.

„Ich liebe dich. Oh Gott, wie sehr ich dich liebe, Lilly Rush.“
flüstere er und beugte sich über sie, um ihre stillen Lippen zu küssen.
Er strich eine blonde Haarsträhne aus ihrem Gesicht.

Tränen benetzten seine Wangen und er wischte sie ärgerlich weg.

Weinen würde nichts helfen. Beten vielleicht.
Er faltete die Hände.

„Dios, mio, por favor...“
hallte seine leise Stimme durch das Zimmer.

Irgendwann musste er eingeschlafen sein.

„Scotty.“ jemand schüttelte an seiner Schulter.
„Wach auf, mein Sohn.“

Die warme Stimme seiner Mutter brachte ihn zurück ins Hier und Jetzt.

„Lilly!“

„Beruhige dich, sie schläft immer noch.“
Rosa Valens betrachte Lilly mit sorgenvoller Miene.
„Das ist der Schock.“

Scotty rieb sich den schmerzenden Nacken.
„Wie spät ist es, Ma?“ wollte er seufzend wissen.

„Kurz vor elf.“

Vier Stunden und sie war noch immer nicht wach.

„War Dr.Hancock nochmal da?“
Hanna Hancock war Lillys Gynäkologin. Das Krankenhaus hatte sie sofort verständigt und sie war gekommen... im Abendkleid. Sie war bei einer Benefizveranstaltung gewesen, mit ihrem Mann.
An ihrem einzigen freien Tag in der Woche.

„Ich bin hier, Scotty.“ erklang die ruhige Stimme der Ärztin und sie lächelte ihn freundlich an,
als sie durch die Tür trat. Sie war etwa fünfundfünfzig Jahre alt, trug eine Brille und hatte graumeliertes, rotes Haar, welches zu einem formellen Dutt frisiert war.

Unter ihrem weißen Kittel blitzte ein smaragdgrünes Abendkleid hervor, dass in der kalten Neonbeleuchtung des Flures glänzte.
Außer dem Kleid und dem Make-up sah sie aus, wie immer.

„Wie geht es Lilly... und... ich meine... hat sie... haben wir...“
stotterte Scotty mit Tränenerstickter Stimme und seine Mutter drückte mitfühlend seine Schultern.
„Hat sie das Baby verloren?“

Dr.Hanna, wie Lilly sie immer nannte, trat zu Lilly hin und nahm ihre freie, linke Hand.

„Nein. Es war aber kurz vor knapp, Die Blutungen haben aufgehört, dank der Medikamente,
die sie bekommen hat. Lilly ist stark, das Baby ist stark
Sie ist ja schon in der sechzehnten Woche, auch wenn man ihr das kaum ansieht, so schlank wie sie ist. Das ist gut. Das Risiko einer Fehlgeburt ist dann geringer, als wenn es früher passiert wäre,“

Scotty holte tief Luft.
„Danke, Doc. Auch dafür, dass Sie heute Abend extra hergekommen sind.“

Dr.Hanna rückte ihre Brille zurecht und lächelte ihn sanft an.
„Schon gut, Scotty. Machen Sie sich meinetwegen keine Gedanken. Jetzt zählen nur Lilly und das Baby.“

Sie nickte Scotty und Rosa Valens zu und verließ das Zimmer wieder.
„Hast du gehört, Mijo!“

Scotty schlang die Arme um die Taille seiner Mutter und vergrub den Kopf in ihrer tröstlichen Wärme.
„Oh, Ma.“ seufzte er und hörte sein eigenes Herz unangenehm in seinen Ohren pochen.
„Dem Himmel sei dank.“

Rosa tätschelte seinen Rücken.
„Si, mijo, Si. Oh...“
sanft schob sie Scotty von sich weg.
„Schau mal, wer da wieder aufgewacht ist.“

Lilly starrte die beiden stumm aus großen, blauen Augen an.
Ihr Gesicht war vom Schmerz, Schock und Sorge gezeichnet.

„Lilly, mi corazon. Alles ist gut.“ Rosa legte Scottys Hand auf den nur leicht gewölbten Bauch unter dem Krankenhauslaken, welches Lillys Bauch bedeckte.
„Dem Baby geht es wieder gut.“

Tränen der Erleichterung rollten Lillys Wangen hinab, das sah man deutlich, aber sie schien nicht in der Lage, zu sprechen. Scotty hielt noch immer ihre eine Hand und die andere auf ihrem Bauch,
streichelte ihn zärtlich.

„Scotty...“
brachte Lilly mühsam über die trockenen Lippen.

„Du hattest eine Blutung, aber sie konnten es aufhalten.“
flüsterte er und küsste sie sanft auf den Mund.

„Wie.. ich meine... ah, aua.“
Lilly versuchte, sich aufzusetzten, aber Scotty drückte sie gleich wieder in die Kissen zurück.
„Du musst dich schonen, Lil, bitte. Um euer beider Willen.“
Er lächelte schief.
„Und ich könnte auch ein wenig Ruhe gebrauchen.“

Er richtete sich langsam auf, rieb sich den Rücken.
„Diese Stühle werden auch nicht bequemer, je öfter man auf ihnen sitzt.“

Seine Mutter drückte Lilly kurz an sich, wünschte ihr Gute Besserung und ließ die beiden allein.
„Ramiro wird froh sein, wenn ich ihm sagen kann, dass es euch besser geht.“

Scotty schob sich tief seufzend neben Lilly auf dem Bett nieder und küsste ihre Stirn.
„Ich bin ja so froh, dass alles in Ordnung ist. Ich hatte furchtbare Angst um dich und das Kind.“

„Ich auch. Das kannst du mir glauben. Als ich diesen Schmerz im Bauch fühlte, da dachte ich,
es ist vorbei...“ Lilly vergrub den Kopf an seiner Schulter und weinte leise.
Er hielt sie einfach nur fest im Arm.
„Ich weiß, Lil. Ich weiß.“

Nach einer Weile hatte sie sich beruhigt und stupste ihn liebevoll mit der Nase an.
„Du hast mich gerettet. Schon wieder.“

Scotty zog die Augenbrauen hoch.

„Nicht doch. Du bist stark. Das Baby hat deine Gene. Du bist jetzt schon eine prima Mum.“
Er streichelte zärtlich ihr Gesicht und sie schmiegte sich an seinen Handteller.

„Ich hätte nicht zulassen dürfen, dass Ray mich derartig aus der Fassung bringt.
Ich hätte... gleich an das Baby denken müssen, mich zusammen reißen, aber es war plötzlich alles wieder da, weißt du... genau wie damals. Da bin ich auch auf der Straße zusammen gebrochen,
als ich ihn mit Chris erwischt hatte.“

Ihre Unterlippe zitterte.
„Schh... du darfst dich nicht aufregen, Honey. Jetzt ist er weg und ich werde einen Teufel tun und ihn noch einmal in eure Nähe lassen!“ Scotty ballte die Fäuste und Lilly konnte die Feindseligkeit in seiner Stimme hören.
Beschwörend legte sie ihre Wange an seine, blickte ihn unter langen Wimpern sanft an.
„Schh.“ sie grinste leicht. „Du solltest dich auch nicht aufregen, Scotty.“
Lilly lehnte sich vor, streifte seine Lippen mit ihren.
„Du bist jetzt schon ein prima Dad. Und ich liebe dich.“

Scotty küsste sie lange und drückte sie noch fester an sich.
„Ich liebe dich auch, Lilly.“
Dann schloss er die Augen.

„Weißt du, was die Ärztin, die dich als erste untersucht hat, gesagt hat?“
murmelte er, die Augen weiter geschlossen.
Er war so furchtbar müde.

„Nein, was denn?“
Lilly kuschelte sich an ihn.

„Es wird ein Junge.“
Sofort fuhr sie in die Höhe.

„Scotty! Das ist ja wundervoll!“

Er lachte weich und gab ihr einen weiteren Kuss auf die Stirn.
„Sie war sich sehr sicher.“

Lilly streichelte liebevoll ihren Bauch.
„Hallo, kleiner Mann. Du bleibst schön bei Mami, hörst du?“

Scotty grinste und legte seine Hand dazu.
In kleinen Kreisen umschmeichelten sie das Ungeborene.
„Hör auf deine Mutter, Kleiner, sie hat immer recht.
Spar dir die Mühe, ich hab's auch auf die harte Tour lernen müssen.“

Lilly gab ihm ein Klaps gegen den Hinterkopf.
„Seien Sie nicht so vorlaut, Detective Valens!“

„Und Sie nicht so selbstgerecht, Detective Rush.“

Sie küssten sich ziemlich einvernehmlich.

„Oh, das ist aber ein schönes Bild.“
hörten sie da plötzlich eine freundliche Stimme und John Stillmanns Kopf erschien im Türrahmen.
„Nick, wo haben wir die Kamera? Das muss doch fürs Familienalbum festgehalten werden.“

Alle Kollegen schoben sich hinein und Will trug einen riesigen Obstkorb, der sehr schwer aussah
und Kat hatte Veronica mitgebracht, die Lilly ein paar Sonnenblumen reichte.

„Oh, das ist lieb! Wo habt ihr denn bloß im Winter Sonnenblumen herbekommen?!“
freute sich Lilly und drückte Kats Hand dankbar.

„Ach, ich hab da so meine Kontakte.“ grinste die nur und reichte eine Packung Pralinen, die sie hinter dem Rücken versteckt hatte. „Die sind für die Nerven. Und damit der kleine Valens auch ein Schokojunkie wird.“

Lilly stutzte. „Hast du ihnen schon...“

Scotty schüttelte ungläubig den Kopf.

„Ha, dann hab ich recht, es wird ein Mini-Valens! Her mit der Kohle, die Herren!“ Kat rieb sich freudig die Hände.

„Ihr habt auf das Geschlecht unseres Kindes gewettet?!“
Scotty qualmte ein wenig.

„Alles easy, Scotty“ kicherte Nick-
„Ich habe wenigstens gewonnen, als es darum ging, wann ihr beiden eure hübschen Hintern hoch kriegt und euch endlich in den Laken wälzt!“

„SCOTTY VALENS!!!“

„Ich bin unschuldig, Lil, ich schwöre!“

„Um ehrlich zu sein, hast du euch verraten, Lil.“
konterte Kat grinsend und zeigte Nick beide Daumen nach oben.

Will und Boss schüttelten amüsiert die Köpfe.

„Du hattest deine Bluse verkehrt herum an, als ihr das eine Mal aus dem Archiv wieder nach oben gekommen seid. Sie war auf links gedreht und ihr habt den ganzen Tag gegrinst wie die Honigkuchenpferde.“

Lilly wurde krebsrot.

„Ich kann das erklären, Boss!“
verteidigte sie sich peinlich berührt.

„Ich bin nur froh, dass wir die Tür von außen zu gemacht haben, damit Sie beide keiner außerhalb des Teams da unten erwischen konnte, Detective.“
grummelte John, seine Augen funkelten schelmisch.

„Sie haben uns eingeschlossen?!“
jetzt war es Scotty, schockiert zu sein.

„Klar, Sie haben doch in diesen Wochen nichts mehr um sich herum wahrgenommen!
Und wir mussten doch dafür sorgen, dass wenigstens niemand aus Versehen reinplatzt,
als Sie beide für die künftige Generation Homicide Detectives sorgten.“
antwortete John trocken und schlug Scotty auf die Schulter.

„Wir hatten auch immer ein Ohr drauf, dass ihr beide nichts davon mitbekommt,
dass wir davon wussten. So war es viel lustiger, euch dabei zu zugucken,
wie ihr ramponiert irgendwo wieder raus kamt.“
Wills Schultern gingen fröhlich hoch und runter, als er leise in seinen Schnauzer kicherte.
„Und versucht habt, so zu tun, als wäre alles wie immer.“

Scotty und Lilly sahen einander befremdet an.

„Verdammt.“
„Und wir dachten, wir wären so vorsichtig gewesen...“
hauchten beide mit hochroten Gesichtern.

„Solange so etwas Schönes bei eurer Liason dabei herauskommt, verzeihen wir euch.“
lächelte Kat beruhigend und tätschelte Lillys Babybauch.

„Ich habe da noch etwas, dass ich mit Lilly besprechen wollte, Boss, mit Ihrer Erlaubnis...“
John nickte überrascht. Scotty ging zum Schrank und holte seinen Mantel hervor.

„Sollen wir rausgehen?“ wollte Will schnell wissen.
„Nein, nein, nicht nötig!“

Kat hob die Augenbrauen und grinste ihren Kollegen zu.

„Zwanzig auf Scottys Manteltasche.“
zischte sie Nick so leise zu, dass Lilly sie nicht hören konnte.
„Ah, na. Ich glaube nicht heute, dreißig drauf, dass er noch wartet. Er holt wahrscheinlich nur die neuesten Ultraschallbilder.“
gab Nick zurück.

Scotty setzte sich zu Lilly auf die Bettkante, nahm lächelnd ihre Hände in seine.

„Lil, ich weiß, dass kommt jetzt wirklich unerwartet, aber ich wollte dich eigentlich an diesem Abend noch ausführen und...“

Er öffnete seine Hand.

Darin lag eine kleine, hellblaue Samtschatulle.

Er klappte sie auf.

Ein Weißgoldring mit einem blassblauen Stein und zwei kleinen Diamanten, die ihn umfassten,
blitzte ihnen entgegen.

Lillys ebenso blaue Augen weiteten sich, bis sie beinah so groß wie Untertassen wurden.

„Jihaw!“

Kat hatte Nicks Arm gepackt und reckte einen Arm in die Luft.

„Oh, 'tschuldige, Lil, ich wollte dir natürlich nicht vorgreifen.“

Alle lachten gelöst.

Wieder standen Tränen in Lillys Augen, aber diesmal lächelte sie.

„Lillian Rush. Ich liebe dich. Und ich möchte den Rest meines Lebens mit dir und unserem
Sohn verbringen. Bitte, heirate mich!“

Nick strich sich verstohlen über die Augen und Kat grinste.

John und Will nickten aufmunternd.

Lilly streckte die Rechte aus, nahm seine linke Hand in ihre, in die andere die Schachtel, nahm den Ring und betrachtete ihn.
Dann schob sie ihn über ihren Ringfinger.

„Ja, Scotty Valens. Ja, ich will dich heiraten.“

Die Crew brach in Jubel aus.

Und Lilly und Scotty teilten einen ganz privaten Kuss, beide je eine Hand auf die sanfte Wölbung ihres Bauches gelegt, im Kreise ihrer Kollegen und lächelten einander glücklich an.


Ende



AN:

So, hoffe der kleine One Shot hat euch gefallen, das war in meinem Kopf und musste raus!

Danke, liebe kwieen64, für die fixe Review! Du bist awesome.

Ein bisschen Fluff brauche sogar ich manchmal!
(Wird schwer, sich zu steigern, falls ich die Wette verliere... hm, go Alex, go! ; )
Hhm... ach wie schön...*grins*

Liebe Grüße!
 
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