Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Ich liebe dich, genau so wie du bist

KurzgeschichteDrama, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Lilly Rush Scotty Valens
02.09.2013
02.09.2013
2
3.400
 
Alle Kapitel
6 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
 
02.09.2013 1.450
 
AN:
Hi Leute, das hier schoss mir durch den Kopf, als ich mir nochmal die „Ray“ Folgen
angeguckt habe.


1.

Song:
We are never ever getting back together Taylor Swift cover Megan Nicole



Ray lächelte sie an.

„Gut siehst du aus, Lilly, so gesund!
Hast du etwas zugenommen? Steht dir gut!“

Lilly schluckte.

Ray hat mich nie verlassen.

Josephs Gesicht.

„Weil er nie da war. So, wie du es immer wolltest. Das willst du doch, Lilly.“

„Hey, Lil, kommst...“
Die Tür zum PPD öffnete sich und sie konnte einen Hauch von Scottys Aftershave vernehmen.
Sie hörte seine Stimme einstürzen, wie ein Kartenhaus, als er sie hier draußen mit Ray stehen sah,

„Detective Valens!“ Ray war von seiner Harley aufgestanden und kam die Treppe hoch.

Lilly fühlte ihren Körper augenblicklich zittern, als er sie passierte, um Scotty zu begrüßen.

Er streckte ihrem Partner die Hand entgegen und sie konnte beinah körperlich spüren, wie Scottys Augen sich zu schmalen Schlitzen verzogen, als er nun sie, statt Ray direkt vor ihm, musterte.

Sein Blick bohrte sich in ihren Rücken.

Was hat das zu bedeuten, Lil?

Ray verfolgte seinen Blick ebenfalls und am liebsten wäre Lilly sofort im Erdboden versunken.

Sie drehte sich nicht um, war festgefroren, paralysiert von Rays bloßer Anwesenheit.

„Ja, ich erinnere mich an Sie, Ray. Was führt Sie in die Stadt?“
meinte Scotty schließlich gepresst und Lilly fuhr beim Klang seiner Stimme zusammen,
drehte ihren Schal nervös in den Händen.

„Nun, mir kam zu Ohren, dass unsere kleine Chris zum Traualtar vortritt und da dachte ich,
ich bringe ihr ein Geschenk zum Hochzeitstag!“

Lillys Herz zog sich schmerzhaft zusammen.
Erinnerungen zerrten an ihr.

Ihr Hausschlüssel drehte sich im Schloß.

Sie hatte den Kleidersack über die Schulter geworfen, hängte ihn im Flur sorgfältig an den Kleiderhaken über der Haustür und strich selig lächelnd darüber.

Ihr Hochzeitskleid.

Sie liebte es beinah genau so sehr, wie sie den Mann liebte,
der sie Morgen vor dem Altar erwarten würde.

Lilly zog ihren Mantel aus und verhedderte sich fast im Kabel ihrer Kopfhörer, die sie noch immer in den Ohren, hatte, weil sie von dem Lied nicht genug bekommen konnte.

Sie summte fröhlich es fröhlich vor sich hin, denn es war eines ihrer Lieblingslieder:
„Endless Love“ von Lionel Richie und Diana Ross.

Während sie die Schlüssel auf die Küchenarbeitsplatte warf, sich ein Glas Orangensaft nahm und, die Schuhe von den Füßen kickend, in Richtung Schlafzimmer ging, ließ der Anblick der Schlafzimmertür sie plötzlich innehalten..

Lilly starrte die halb geöffnete Tür an, als sie näher kam.

„He, Lil, ich hab gehört, du bist Trauzeugin!“

Der Atem, der ihre Lungen füllte, stach entsetzlich darin. Er war so kalt!
Sie hörte sich selbst scharf einatmen.

„Das wird bestimmt ne geile Party mit so einer tollen Trauzeugin... du hast bestimmt schon jede Menge Gemeinheiten für deine Schwester vorbereitet!“

„Das wird der schönste Tag unseres Lebens, Lilly! Die Party, die wir immer haben wollten.
Chris hat sich bestimmt schon ganz tolle Sachen für dich ausgedacht!“
Rays Stimme hallte in ihren Ohren.

Lillys Blut kochte in ihren Adern, als sie die achtlos hingeworfenen Kleidungsstücke auf dem Boden sah.

Dennoch trugen ihre Füße sie weiter, blinzelte sie ungläubig, wurde sie von der geöffneten Tür magisch angezogen.

Lionel Richie und Diana Ross sangen „Endless Love“ in ihren Ohren, als verhöhnten sie Lilly.

Sie sah ihre eigene, kleine, schmale Hand die Tür zum Schlafzimmer aufstoßen, als betrachte sie die Szenerie vor ihren Augen gar nicht als sie selbst, als Beteiligte, sondern aus der Perspektive eines Zuschauers, wie im Fernsehen.

Ihre Hand zitterte unkontrolliert.

„Yes, you be the only one...“ schrie es in ihren Ohren.

Ein einziger Schluchzer quälte sich durch ihre Kehle, brach ihre Lippen entzwei.
Der schmerzerfüllte Laut ließ die beiden nackten Körper auf ihrem Bett hochfahren.

Sie sah die honigfarbenen Locken ihrer Schwester gegen ihre lupenreine, weiße Bettwäsche leuchten, als diese sich schockiert das Bettlaken vor die entblößte Brust hielt.

Ray hatte sie nicht so schnell bemerkt, da er mit dem Rücken zur Tür auf Christina lag,
offenbar zu sehr damit beschäftigt, seine Hüften mit animalischen Lauten auf diese niederkommen zu lassen.

Lilly sah ihre Hand, die vorher die Tür aufgestoßen hatte, sich auf ihren eigenen Mund pressen,
um die Übelkeit zurück zu drängen, die sich ihrer bemächtigte.
Alles drehte sich und sie sank auf die Knie nieder, die Augen weit aufgerissen.

„Oh mein Gott!“ kreischte Chris und Ray rappelte sich auf, machte gar nicht den Versuch,
seine Nacktheit zu bedecken, als das Bettlaken hinunterrutschte.

„Lilly, warte! Lilly! Es... ist nicht das...
Lilly!!!“

Das war der Moment, in dem sie die Augen schloss, sich an der Türklinke hochzog und quer durch die Wohnung nach draußen in den Flur stürzte.

Sie stolperte mit Tränenverschleierten Augen und wunderte sich, in was für einem Berg Stoff sie auf einmal gefangen war.

Dann spürte sie den seidigen, roten Chiffon unter ihren Fingern... blutrot wie ihre Liebe zu ihm.

Sie hatte es gesehen und sofort gewußt, dass sie es haben wollte- weil es so anders war als alle anderen Brautkleider, die im Laden hingen. Als sei es nur für sie gemacht und hätte dort auf sie gewartet. Auf sie allein.

Jetzt krampften ihre Hände sich in dem feinen Stoff zusammen, über den sie gefallen war.

Es lag am Boden, war vom Bügel und aus der Kleiderhülle gerutscht und lag nun wie eine Blutlache weinrot unter ihr auf dem Boden.

Mit einem Aufschrei, der in ihren eigenen Ohren klingelte, rappelte Lilly sich auf, hörte ein reißendes Geräusch, als ihr Absatz im Tüll hängen blieb und riss die Wohnungstür auf.

Schluchzend, weinend, zitternd und innerlich vollkommen vernichtet rannte sie aus dem Haus,
den Fußweg die Straße hinunter, immer schneller, bis ihre Lungen stachen und ihre Knie unter ihr nachgaben.

Sie stürzte und tröstliche Dunkelheit umfing sie.
Im Krankenhaus erwachte sie.
Niemand war da.
Doch sie war dankbar dafür.

Als sie den Schlüssel auf ihrem Nachttisch sah und einen Zettel, wußte sie bereits, was darauf stand.

„Es tut mir leid. Ich kann gar nicht sagen, wie leid, Lil. Du kannst zurück. Er ist weg. Ich bin weg.
Ich liebe dich, Schwester. Es tut mir aufrichtig leid. Deine Chris“

Ihr Magen presste sich krampfend zusammen und sie streckte die Hand nach dem Treppengeländer aus, um zu verhindern, dass sie wieder fiel.
Alles drehte sich, sie schmeckte Galle im Mund.
Das Geländer taumelte auf sie zu.
Sie spürte, wie sie dagegen stieß, als sie versuchte, sich festzuhalten, doch sie konnte es nicht verhindern, dass ihre Knie nachgaben.
Ein scharfer Schmerz brach durch ihren Bauch, als sie mit dem Unterleib auf der Kante der Treppe aufschlug.
Keuchend blieb sie liegen.

„Hey...“

Mehr kam nicht über ihre Lippen, als die Nebel der Dunkelheit einer nahenden Ohnmacht auf Lilly zustürzten.

Stahlharte Arme fingen in letzter Sekunde ihren Hinterkopf auf, bevor ihr Kopf aufs Pflaster aufschlagen konnte, auch, wenn er Lillys Sturz als solchen nicht hatten verhindern können.

Dafür war sie einfach zu weit weg gewesen, hier vorne, von ihm entfernt, Ray zwischen ihnen.

Scottys Arme hielten sie fest, pressten sie an ein Herz, dessen Rhythmus sie noch so gut kannte,
von ihrer Schussverletzung vor vier Jahren.

Wieder rief seine Stimme nach Hilfe, einem Rettungswagen.
Auch diesmal lag Panik darin.
Doch diesmal war etwas anders.

Lilly presste den schmerzhaften Atem durch ihre zitternden Lippen, doch der Sauerstoff wollte nicht bis zum Gehirn vordringen.
Ihr war so schwindelig, der Schmerz so stark!

Dann spürte sie, wie Scotty sie vorsichtig in seine Arme hob, damit sie nicht auf dem kalten Boden liegen musste.

Sie wimmerte seinen Namen

„Es wird alles wieder gut, Lil. Bleib bei mir, mach die Augen wieder auf, Lilly.
Halt durch, der Arzt ist sicher gleich da. Du musst die Augen wieder aufmachen, hörst du mich?“

Sie schluchzte, wurde von Erdbeben erschüttert, die ihr eigener Körper verursachte und fühlte,
wie Scotty ihre schlanke Gestalt fester packen musste.
„Scotty...“

„Ich bin ja hier, Lil. Ich bin da.“
Sie spürte, wie seine Lippen sich auf ihre kalte Stirn pressten.

„Mach die Augen wieder auf, bitte. Du machst mir Angst, Lil. Bitte.
Bitte mach sie wieder auf.“
flüsterte er wie ein Gebet in ihr Ohr, seine Lippen streiften ihre Wangenknochen,
er presste seine Stirn an ihre und sein warmer Atem streifte ihr Gesicht.
Sein Daumen strich über ihr Kinn.

Mühsam kämpfte sie gegen die Ohnmacht, fühlte, dass sie verlieren würde.

„Scotty...“

„Bitte, Lil, du musst wach bleiben.
Ich liebe dich.
Bitte, denk an das Baby.“

Sein Kinn auf ihrem Haaransatz zitterte.
Er hielt ihre Hand über ihrem Bauch in seiner, seine Wärme füllte ihre kalte Welt mit Liebe.
„Es wird alles wieder gut.“ flüsterte seine Stimme besorgt und
sie hörte seinen beruhigenden Herzschlag.

Dadam. Dadam.

„Scotty, unser Baby! Es tut so weh...“

Dann wurde alles schwarz.

 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast