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Wo die Liebe hinfällt....

von RadioCity
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Alex Johannson Saskia Berg Thure Sander
01.09.2013
08.06.2016
11
15.045
1
Alle Kapitel
31 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
22.01.2015 1.528
 
Hallo, ja ich weiß, das neue Kapitel hat lange auf sich warten lassen, aber ich möchte mich jetzt auch nicht rausreden, ich hatte einfach keine Zeit und zum Teil auch keine Kraft eine neues, gutes Kapitel für euch zu schreiben. Heute gibt es ein Neues und ich hoffe ihr hinterlasst mir ein paar Reviews. Vielen Dank noch einmal an die, die mich unterstützen und immer ihre Meinung da lassen, das bedeutet mir sehr viel, dass ihr an mich glaubt...









Atemlose Stille erfüllte die Brücke, keiner wagte auch nur zu atmen. Die Brücke war in bedrohliche Dunkelheit getaucht, alle warteten, dass die Notfallbeleuchtung ihren Dienst tat, doch nichts geschah, gar nichts. Es blieb dunkel. Angespannt schloß Saskia ihre Augen und atmete hörbar die Luft wieder aus. Das durfte doch nicht wahr sein.
"Okay, alle noch da? Kai, Marten, Alex, Wofgang? Seid ihr da?", fragte sie in die Dunkelheit hinein, nicht wissend, wer neben ihr stand.
"Ja", kam es aus vier Mündern. Erleichtert atmete sie auf, alle waren da, naja fast alle, aber das war im Moment nur nebensächlich.
"Gut, hat irgendjemand eine Taschenlampe?", fragte sie erneut die anderen, sie hörte ein Rascheln, ein Fluchen, ein Klicken. Ein heller Lichtkegel blendete ihr Gesicht, sie hob abwehrend ihre Arme, sie war geblendet.
"Oh tschuldigung", nuschelte Marten entschuldigend, senkte die Taschenlampe, ein Lichtstrahl erhellte den Boden. Erleichtert blinzelte Saskia in die Runde, sie konnte alle sehen.
"Was ist hier los?", fragte Alex tonlos, die Albatros wirkte wie ausgestorben, gespenstisch. Keine Motoren brummten mechanisch, kein Licht erhellte das Schiff, keines der so wichtigen Instrumente funktionierte, kein Radar, kein Funk, kein Echolot.
"Ich habe keine Ahnung, was hier los ist, aber eines ist ganz sicher, irgendetwas stimmt hier nicht", seufzte Saskia als Antwort, tigerte über die Brücke, sie dachte nach, hinter ihrer Stirn arbeitete es. Hellhörig achtete sie auf jedes Geräusch, auf der Brücke war alles still, Stille, gespenstische Stille. Doch was war unter Deck los, was geschah da? Plötzlich vernahm sie ein Geräusch, ein Geräusch, welches sie eindeutig identifizieren konnte, sie würde es auch unter Millionen erkennen. Ein Schuss fiel, klar, laut, ohrenbetäubend. Entsetzt sah die Crew zu ihr, Angst lag in der Luft.
"Schüsse, Schüsse", stammelte Kai tonlos, die Augen waren schreckgeweitet. Keiner wagte sich zu regen, keiner wagte es zu sprechen. Allen war das Entsetzen ins Gesicht geschrieben.
"Wer ist noch da unten?", fragte Saskia nachdenklich.
"Die....die Russen", flüsterte Alex zittrig, angespannt klammerte sie sich an Martens Arm, krallte sich darin fest. Marten zog geräuschvoll die Luft ein.
"Die....die Russen?", wiederholte Kai monoton fragend.
"Die Russen", stellte Saskia rational klar. 
"Wir kommen da jetzt nicht runter, Saskia. Wir sind beinahe unbewaffnet, die würden uns eiskalt abknallen. Wir kommen nicht an die Waffenkammer ran", warf Wolfgang dazwischen, er ahnte, was Saskia vorhatte, er warnte sie. Zustimmend nickte Saskia schwerfällig, Wolfgang hatte recht, es wäre lebensgefährlich. 
"Ausserdem haben wir keinen Kontakt zur Aussenwelt, wir wurden abgeschnitten", redete Wolfgang weiter, es sah nicht gut aus.
"Es ist nicht ganz aussichtslos, ich habe hier schwachen Handyempfang", meldete Marten sich leise, wieß auf sein Handy. Überrascht quiekte Alex vor Freude auf, schlug jedoch sofort die Hand vor den Mund, jeder noch zu laute Ton konnte tötlich sein.
"Okay, schreib Ben eine SMS, telefonieren ist zu laut. Er soll Verstärkung schicken", murmelte Saskia erleichtert, immerhin eine gute Nachricht, ein kleiner Fortschritt. Und schon wieder hallten Schüsse von unten rauf auf die Brücke, Schüsse, die mit einem unangenehmen Knall und mechanischen, unwirklichen Knirschen verbunden waren. Fragend blickte Saskia zu Wolfgang, er kannte sich mit den Boot wesentlich besser aus, als sie es jemals können würde.
"Der zerschiesst uns gerade die gesamte Bordelektronik. So ein Schwein, die wollen uns fertigmachen", knirschte Wolfgang wütend mit seinen Zähnen. Wenn es um die Elektronik und Technik an Bord ging, kannte er kein Pardon. 




Schüsse? Fielen da gerade wirklich Schüsse? Ja es musste so sein. Angespannt lauschte Thure in die Finsternis hinein, immer wieder waren Schüsse zu hören, kein gutes Zeichen. Er war noch immer eingefercht in seinem unmenschlichen Gefängnis, seine Beine und Arme waren schon taub, sein Kopf dröhnte, die Wunde pulsierte, aber es trat kein neues Blut aus der Wunde aus, ein gutes Zeichen. Trotzdem fühlte er sich wie gerädert, unfassbar müde und kraftlos. Doch beunruhigten ihn die Schüsse, die nicht weit von ihm waren, sie waren nah, sehr nah. Zum Glück hatte die Albatros aufgestoppt, sie waren noch nicht auf Grund gelaufen, hoffte er. Immer wieder hallten Schüsse über das Boot, doch sie schienen nur von einer Seite zu kommen. Wer schoß da? War es seine Crew? Aber wieso sollte die Mannschaft ohne Grund schießen und ihre Sicherheit in Gefahr bringen? Es mussten noch weitere Personen an Bord sein, von denen er keinerlei Kenntnis hatte. Noch immer wusste er nicht, wo er sich hier befand, aber er wusste, er war noch an Bord und das beruhigte ihn doch ungemein. Trotzdem beschlich ihn ein mulmiges Gefühl, wenn er diese regelmäßigen Schüsse vernahm. Unruhig versuchte er sich zu drehen, seine unangenehme Position zu ändern, doch es gelang nicht ganz wie gewünscht, denn er stieß mit seinem Kopf gegen die niedrige Decke und sofort begann seine Wunde sich wieder zu melden. Schmerzverzerrt sog er die Luft ein, schloss für wenige Sekunden die Augen, um den quälenden Schmerz zu entkommen. Wenige Sekunden, die wie Stunden verstrichen.



Aufatmend drückte Ben den On/Off-Knopf seinen Rechners. Endlich Feierabend, endlich Wochenende und doch konnte er sich nicht recht freuen. Ein beklemmendes Gefühl beschlich ihn bei dem Gedanken an seine Kollegen, die noch immer auf Patrouille waren. Saskia hatte vorhin mit Gruber über Funk geredet, so wie er es mitbekommen hatte, war Sander spurlos verschwunden und plötzlich war auch die Verbindung zur Albatros abgebrochen, ohne Grund, ohne Vorwarnung. Man konnte sie auch nicht mehr erreichen, kein Lebenszeichen, keine Nachricht seit über 3 Stunden. Müde lehnte er sich in seinem Stuhl zurück, griff sein Handy und schaltete es an. Eine neue Nachricht wurde eingeblendet, erschöpft rieb er sich die Augen. Wer konnte jetzt noch etwas von ihm wollen? Automatisch öffnete er sie und erschrack. Eine neue Nachricht von Marten, Marten hatte ihm geschrieben. Atemlos laß er den Text, es waren zwar nur wenige Worte und doch hatten sie eine wahnsinnig Wichtigkeit. Es war ein Lebenszeichen der Crew, ein Zeichen, auf das er und Gruber solange gewartet hatten.
"Herr Gruber? Herr Gruber ich hab ein Zeichen, eine SMS", rief Ben atemlos, rannte auf den Gang, betrat ohne Klopfen das Büro von Gruber, der müde auf seinem gepolsterten Stuhl saß und Löcher in die Luft starrte. Durch Bens Geschreie war er aufgeschreckt, hatte seinen Kopf gehoben.
"Herr Gruber ich habe eine Nachricht von der Albatros", brachte Ben schnaufend hervor und hielt sein Handy hoch, auf dem noch immer die SMS von Marten blinkte. Wie elektrisiert sprang Gruber auf, die Krawatte hing gelockert und schief um seinen Hals, die Haare standen in alle Richtungen ab, doch das kümmerte keinen, jetzt galt ihre Aufmerksamkeit ganz allein der Albatros II.


"Diese Drecksschweine", knurrte Wolfgang wütend. Er musste tatenlos mit anhören, wie diese Irren unter Deck seine Elektronik zerschossen. Immer wenn man einen Schuss verbunden mit dem elektrischen Knirschen vernahm, zuckte Wolfgang getroffen zusammen. Das waren seine Kinder daunten und er konnte sie nicht retten, sein Herz blutete. 
"Wir können da jetzt auch nichts machen", seufzte Kai, der kreidebleich in der Ecke saß und zitternd sich seine Jacke anzog. Natürlich war auch die Heizung ausgefallen und die Temperatur auf der Brücke war dramatisch gesunken. Auch Saskias Finger waren klamm geworden und doch dies kümmerte sie nicht, sie tigerte unruhig über die Brücke und dachte nach, überlegte, was sie in dieser Situation tun sollte.
"Halt du dich ja raus, du kennst die Maschinen noch nicht mal beim Namen", schnauzte Wolfgang Kai an, die Nerven waren zum zerreißen gespannt, jederzeit konnte die Situation eskalieren, auch untereinander. Saskia bedachte Kai mit einem warnenden Blick, er durfte jetzt nichts unüberlegtes erwidern, denn Wolfgang stand kurz vorm explodieren. Eingeschnappt wendete Kai sich ab, aber er blieb still, zum Glücke.
"Saskia? Was machen wir jetzt?", fragte Alex mutlos, sie knabberte unruhig an ihren Fingernägeln. Tja das war eine gute Frage, auf die auch Saskia kein wirkliche Antwort hatte. Hilflos zuckte sie leicht mit den Schultern, jetzt war guter Rat teuer.
"Ich sag euch was, wir gehen jetzt darunter und zeigen es diesen Idioten", rief Wolfgang aufgebracht, sprang auf und spurtete entschlossen zu der kleinen Stiege hinab in das Schiffsinnere.
"Wolfgang! Bleib hier", schrie Alex außer sich und wollte hinterher, doch Kai hielt sie, hielt sie zurück. Man hörte Wolfgang nur noch aus der Ferne, er war entkommen, keiner hielt ihn zurück, keiner hatte auch noch im Ansatz die Kraft dazu. Plötzlich knallte es unwahrscheinlich laut und dann war es still, alles war still, auch Wolfgang war nicht mehr zu hören. Atemlos lauschten die anderen. Keiner wollte es wagen zu atmen, keiner.
"Es ist aus", flüsterte Marten monoton.
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