Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Wo die Liebe hinfällt....

von RadioCity
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Alex Johannson Saskia Berg Thure Sander
01.09.2013
08.06.2016
11
15.045
1
Alle Kapitel
31 Reviews
Dieses Kapitel
3 Reviews
 
01.09.2013 1.231
 
Hallihallo, nun wird diese Geschichte auch wieder belebt, denn ich habe mit Schrecken festgestellt, dass ich letztes Jahr Weihnachten das letzte Kapitel online gestellt habe. Da hab ich mir gedacht: hier musst du ein neues Kapitel reinstellen. Und et voilá hier ist es. Ich hoffe es gefällt euch und ihr hinterlasst ein paar Reviews!:*




Nervös griff Saskia nach dem Funkhörer, ihre Hand zitterte. Sie hoffte, dass Gruber nicht allzu sauer war, denn sie kannte ihn noch nicht sehr gut und er würde sicherlich nicht erfreut sein, dass sein Kapitän verschwunden war. Tief atmete sie ein, Alex nickte ihr aufmunternd zu.
"Albatros II an Einsatzzentrale, bitte kommen!", sagte sie mit fester Stimme, wartete auf eine Antwort, ihr Herz pochte.
"Einsatzzentrale hört, was gibt's?", meldete sich Ben am anderen Ende ein wenig genervt, denn er wollte eigentlich seine wohlverdiente Mittagspause genießen.
"Hallo Ben, kannst du mir kurz Gruber geben? Ist er da?", fragte Saskia vorsichtig, sie spürte, dass Ben ein wenig angesäuert war.
"Klar, der steht hier am Radar und beobachtet euch und mich!", stöhnte Ben auf und wandte sich um.
"Frau Berg möchte mit Ihnen sprechen!", grummelte Ben und gab den Funkhörer weiter. Interessiert zog Gruber die Augenbrauen hoch: was wollte die Wachhabense denn von ihm?
"Frau Berg, wie komme ich zu dieser Ehre? Was haben Sie denn auf dem Herzen?", flötete Gruber gut gelaut in den Funkhörer. Irritiert schaute Saskia auf. Was war denn mit Gruber los? Seitdem sie bei der Neustädter Küstenwache war, hatte sie ihren Chef noch nie so freundlich erlebt.
"Ähm....nun ja...wie soll ich sagen.....ich denke ich habe keine guten Nachrichten für Sie!", stammelte Saskia überfordert, nervös kratzte sie sich auf der Kopfhaut.
"Ach Frau Berg, auch schlechte Nachrichten müssen gesagt werden. Jeder kann aus negativen Schlagzeilen, Gute machen!", säuselte Gruber überzeugt. Nachdenklich nahm Saskia den Hörer vom Ohr und starrte ihn an, war das wirklich Gruber am anderen Ende?
"Alles okay bei dir?", fragte Alex vorsichtig nach und betrachtete Saskia, die sichtlich irritiert auf das Funkgerät starrte.
"Wie man's nimmt!", erwiderte Saskia stirnrunzelnd.
"Wieso hat er dich rausgeschmissen?", hakte Alex nach.
"Noch nicht, schlimmer: Gruber ist auf einem komischen Trip heute. Er findet schlechte Nachrichten können zu Guten werden. Irgendwie ist er heute gut drauf, sehr gut, zu gut!"?, murmelte Saskia.
"Frau Berg? Frau Berg sind Sie noch dran?", drang es aus dem Hörer. Seufzend verdrehte sie die Augen.
"Jaha ich bin noch da!", grummelte sie.
"Na dann schießen Sie endlich los!", erwiderte Gruber prompt.
"Nun gut, also kurz und schmerzlos: Kapitän Sander ist seit einer guten Viertelstunde unauffindbar, seine Kajüte ist verwüstet, von ihm fehlt jegliche Spur!"


Schweißnass und zitternd wachte Thure in seinem engen Gefängnis wieder auf. Prustend wischte er sich den kalten Schweiß von der Stirn. Vorsichtig tastete er seine Wunde ab, sog scharf die Luft ein, denn es brannte höllisch und der Blutfluss war noch nicht gestoppt, es tropfte weiterhin Blut aus dieser Wunde. Langsam streckte er seine Beine so gut es ging aus. Geschwächt lehnte er sich gegen die kalte Rückwand und schloss die Augen. Ruhig atmend saß er da und dachte nach, dachte über sich, über seine Crew, über die Zusammenhänge nach. Wieso war er hier? Wer wollte, dass er hier war? Plötzlich schreckte er auf und lauschte, lauschte atemlos.
"Scheiße die Schraubengeräusche werden immer lauter, wir laufen auf Grund!", rief er entsetzt.
"Scheiße man, lasst mich hier raus, ich will hier raus!", schrie er wütend und rüttelte an den Holzwänden. Er konnte nur hoffen, dass Saskia auch schon bemerkt hatte, dass sie wohl oder übel auf Grund laufen würden, wenn man nicht sofort die Motoren stoppen würde.



"Und Kai? Wie läufts?", fragte Unterbauer ungeduldig.
"Jetzt lass mich bitte meine Arbeit verrichten!", grummelte Kai genervt.
"Sccchhhtt, halt mal die Klappe!", zischte Unterbauer und horchte auf. Das Geräusch, welches an seine Ohren kam, gefiel ihm ganz und gar nicht.
"Du musst mich ja nicht gleich anschnauzen, wenn deine Ohren mal versagen!", kicherte Kai und wandte sich seiner Arbeit wieder zu.
"Hörst du das?", fragte Unterbauer tonlos.
"Was? Deinen Atem? Ja den höre ich, klar und deutlich!", erwiderte Kai ironisch.
"Nein Kai, verdammt, dass sind die Schraubengeräusche, die werden immer lauter. Weißt du, was das bedeutet?", erwiderte Unterbauer entsetzt.
"Wolfgang, wir laufen auf Grund!", erwiderte Kai tonlos. Wolfgang nickte und sprintete los, er musste die Maschinen stoppen. Keuchend schnellte er die kleine Stiege zur Brücke hoch. Saskia stand noch immer am Funkgerät und redete auf Gruber ein, Alex war nicht da. Sie holte wahrscheinlich Marten. Reaktionsschnell hechtete er zum Radar: keine Auffälligkeiten zeigte dies an. Schnell stoppte er die Maschinen und ließ sich schwer atmend auf den Stuhl sinken.
"Herr Gruber? Ich lege kurz auf, ich muss hier was klären!", wimmelte Saskia ihren Chef ab. Natürlich hatte sie Unterbauers Aktion mitbekommen und fragte sich, was das sollte. Ihr wurden die Maschinen nicht ohne Anweisung gestoppt. Kurzum legte sie den tobenden Gruber weg und maschierte entschlossen auf Unterbauer zu
"Sagen Sie mal, was soll das? Wieso wurden die Maschinen gestoppt? Was erlaubt Ihnen eigenmächtig wichtige Entscheidungen zu treffen?", giftete Saskia los, ihre Nerven waren am Ende.
"Wir laufen auf Grund!", keuchte Wolfgang.
"Bitte was? Sie scherzen!", erwiderte Saskia hysterisch.
"Leider nein, wir laufen auf Grund!", prustete Wolfgang.
"Aber hier auf dem Radar ist nichts zu sehen, keine Untiefen, keine Sandbänke. Die Tiefe liegt konstant bei 23 Meter", grummelte Saskia nachdenklich.
"In der Kapitänskajüte wurden die Schraubengeräusche immer lauter. Das Radar muss spinnen, es ist falsch", brummelte Wolfgang stirnrunzelnd.
"Okay alle Mann an Deck, wir messen per Handlot!", kommandierte Saskia ihre Crew nach draussen. Auch Kai, Alex und Marten kamen dazu und halfen.



"Steuerbord 2, 75 Meter!", funkten Marten und Kai die gemessene Tiefe.
"Okay, Backbord 2,80 Meter konstant!", kam es prompt von Saskia und Alex.
"Radar zeigt 23 Meter konstant!", gab Unterbauer den Stand von der Brücke. Seufzend strich Saskia ihre Haare hinters Ohr. Das Radar hatte versagt und ohne Unterbauers Gehör wären sie jetzt schon auf Grund gelaufen. Es war knapp, sie konnten vorerst keinen Meter zurück oder vor, sie saßen fest.
"Lass uns wieder auf die Brücke gehen, wir können hier erstmal nichts machen", flüsterte Saskia, Alex nickte leicht. Zusammen mit Kai und Marten betraten sie wieder die Brücke.
"Wie gesagt, dass Radar ist im Eimer!", grummelte Unterbauer kauend auf seiner Zigarre.
"Jap, aber warum?", fragte sich Saskia und blickte darauf. Keine Auffälligkeiten und eine Wassertiefe von 23 Meter? Es schien, als wären diese ganzen Informationen falsch gewesen.
"Irgendwas muss hier kaputt sein, sonst kann nicht das gesamte Radar falsche Informationen anzeigen!", stellte Alex fest.
"Hier läuft etwas gewaltig schief: Kapitän weg, Radar kaputt. Was kommt als nächstes? Fällt vielleicht das Licht aus oder das Echolot? Verdammt, was ist hier los. Ich versteh das nicht", raufte sich Saskia die Haare und auf einmal war es stockdunkel auf der Brücke. Kein Licht, kein Flimmern, einfach nur Dunkelheit, Stille und Leere.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast