Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Wo die Liebe hinfällt....

von RadioCity
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Alex Johannson Saskia Berg Thure Sander
01.09.2013
08.06.2016
11
15.045
1
Alle Kapitel
31 Reviews
Dieses Kapitel
5 Reviews
 
 
08.06.2016 1.452
 
So es ist soweit: es gibt ein neues Kapitel für euch. Vielen Dank an die drei lieben Reviews zu meinem letzten Kapitel. Ihr habt mir tolles Feedback, Verbesserungsvorschläge und eure ehrliche Meinung hinterlassen, danke dafür. Jetzt möchte ich euch nicht länger auf die Folter spannen und wünsche euch viel Spaß mit dem Kapitel. Ich freue mich auf euer Feedback. Liebe Grüße.




"Kommen Sie, alle runter. Die werden weiter auf uns schießen", schrie Thure seiner Mannschaft gegen den brausenden Wind entgegen. Noch immer lag er mit Saskia am nassen Boden, sein Hemd war schon nach wenigen Minuten durchnässt gewesen und nun kroch das nasskalte, klamme Gefühl in seine Knochen, aber er versuchte es so gut, wie es ging, auszublenden, doch die Nähe zu seiner Wachhabenden erwärmte ihn und beruhigte seine Nerven. Ihre Nähe tat ihm gut. Sekunden später lagen alle Crewmitglieder flach auf dem nassen Boden. Thure vergewisserte sich, schaute kurz zu Saskia herüber, die entschlossen seinen Blick erwiderte, was Thure ein warmes und sicheres Gefühl gab.
"Wie wollen Sie weiter vorgehen?", fragte Saskia herausfordernd, ihre Augen funkelten angriffslustig, ihre Lippen wurden von einem spöttischen Lächeln umrahmt. Sie wollte Thure aus der Reserve locken und das merkte er. Es gefiel ihm, dass eine Frau so mit ihm redete und nicht zu allem, was er vorschlug, 'Ja und Amen' sagte.
"Wir müssen erstmal hier runter", schmunzelte er und wieß seine Crew an, dass sie alle hintereinander die schmalen Trittstufen hinutersteigen sollten, denn es konnte sich nur noch um Sekunden handeln, bis die Angreifer sie entdeckt haben würden. Vorsichtig robbten sie alle zur besagten Trittleiter, Thure machte den Anfang und kletterte geschickt diese herunter.
"Seien Sie vorsichtig, die Stufen sind vom Regen sehr rutschig", raunte er Saskia von unten besorgt zu, denn sie war die nächste. Doch seine Angst war unbegründet, denn Saskia schlängelte sich mühelos die schmalen Stufen herab und landete dann leichtfüßig neben ihm, wobei sie Thure ein herausforderndes Lächeln schenkte. Er wackelte herausfordernd mit den Augenbrauen, was sie mit einem Augenzwinkern quittierte, es war ein kleines, aber feines Spiel der beiden untereinander, welches keiner wahrnahm. Wenige Augenblicke später wendete er seinen Blick jedoch wieder nach oben, denn nun folgten noch Kai, Alex und Marten. Verstohlen musterte sie Thure, der den Rest der Mannschaft fest im Blick hatte. War er gerade besorgt um sie gewesen? Was war das für ein Spiel zwischen ihnen? Ihr Körper war ganz warm geworden und ihr Herz pochte schneller, als vorher. Schmunzelnd strich sie sich ihre nassen Haarsträhnen aus dem Gesicht. Auch sie war bis auf die Haut durchnässt und doch fror sie nicht. Das Adrenalin, welches sich in ihrem Körper ausbreitete, legte sich wärmend um ihren Körper. Aber auch die Nähe zu ihrem Kapitän hielt sie warm und wach, denn er hatte eine gewisse Anziehungskraft, der sie sich nicht entziehen konnte und wollte.
"Gut, wenn jetzt gleich alle unten sind, werden wir uns Achtern zurückziehen, darauf warten, bis die Russen herunterkommen und sich zum Bug bewegen. Danach werden wir uns in zwei Teams aufteilen und von beiden Seiten uns nach vorne zum Bug bewegen und die Angreifer überwältigen. Wir bleiben aber immer in Funkkontakt. Aber Vorsicht, die sind bis unter die Zähne bewaffnet und werden gegenüber uns keine Gnade walten lassen, aber auch wir werden nicht aufgeben. Verstanden?", instruierte Kapitän Sander seine Crew, die sich vollzählig um ihn versammelt hatte.
"VERSTANDEN", antwortete das gesamte Team. Zufrieden nickte er. Gemeinsam bewegte sich der Tross lautlos zum Heck des Schiffes. Noch immer versprühte der Himmel seinen unangenehmen Sprühregen, welcher den Boden unglaublich rutschig und gefährlich machte. Tosend warf die Ostsee ihre Wellen gegen die Bordwand, diese durchbrachen die Reling und schwappten über den Bordboden.
"Das Wetter spielt uns nicht wirklich in die Karten", knurrte Saskia angespannt, den Blick immer gen Himmel gerichtet.
"Es ist nicht sehr hilfreich, aber wir schaffen das auch so", erwiderte Thure, der den Blick nach vorne und das Ohr nach hinten gerichtet hatte. Noch waren keine Stimmen oder Bewegungen von der Brücke oder der Trittleiter zu hören, noch waren die Russen im Inneren des Schiffes. Lautlos kamen sie dem Heck immer näher, es waren nur noch wenige Meter zu überwinden.
"Sie kommen", rief Kai auf einmal panisch und deutete auf die Schatten, die sich von der Brücke zur Trittleiter bewegten. Atemlos blieb Thure abrupt stehen, sodass Saskia, die ihren Blick am Boden geheftet hatte, gegen ihn lief, da sie nicht mitbekommen hatte, dass er stehen geblieben war. Fragend schaute sie zu ihm auf, doch er legte nur den Zeigefinger auf seine Lippen und deutete so an, dass sie leise sein sollte. Auch er hörte nun die Stimmen, die näher kamen. Reaktionsschnell gab er ein Zeichen und so sprinteten alle auf sein Kommando los, um die letzten Meter zum Heck zu überwinden. Keuchend versammelten sich am Heck alle auf dem Hubschrauberlandepunkt, der sich von dem grauen Bordboden gelb abhob.
"Gut wir teilen uns jetzt auf: Frau Berg und ich gehen Backbord, Feddersen und Johannson gehen Steuerbord. Norgge, Sie bleiben hier und halten mit beiden Trupps den Funkkontakt. Okay?", gab Thure präzise seine Kommandos, damit nicht zu viel Zeit verloren gehen konnte. Alle nickten und hoben ihre Waffen in den Anschlag. Thure nickte Marten und Alex noch einmal zu und dann trennten sich die beiden Teams, nur Kai blieb zurück, allein mit der Hoffnung, dass alles gut gehen würde.




"Nun zeigen Sie schon her. Asmus, was schreibt Feddersen denn?", schnaufte Gruber, der Ben in die Einsatzzentrale folgte.
"Mmh...er schreibt, dass sie beschossen werden, dass die gesamte Bordelektronik ausgefallen ist und das sie Verstärkung benötigen. Und er schreibt irgendwas mit Russen oder so...", antwortete Ben stirnrunzelnd, während er die Tür zum Büro durchquerte und an seinen Schreibtisch hetzte. Keuchend lehnte sich Gruber am Türrahmen an und lockerte weiter seine Krawatte. Ben hatte sich schon wieder hinter seinem Laptop geklemmt und versuchte fieberhaft Martens Handy anhand der letzten SMS zu orten.
"Dann schicken wir einfach einen Hubschrauber in das Gebiet, wo wir den letzten Kontakt zu Kapitän Sander und seiner Crew hatten", warf Gruber ein und hielt schon den Telefonhörer in der Hand, um die Fliegerstaffel zu kontaktieren.
"Das können Sie sowas von vergessen. Haben Sie mal das Wetter draussen gesehen? Da fliegt heute kein Hubschrauber mehr über die Ostsee, das wäre glatter Selbstmord", stöhnte Ben warnend auf. Darauf legte Gruber den Hörer langsam wieder auf und kratzte sich nachdenklich an der Schläfe. Wo er Recht hatte, hatte er Recht. Ben konzentrierte sich noch immer auf seinen Bildschirm und gab undefinierbare Zahlen - und Buchstabenkombinationen ein und bemerkte nicht, wie Gruber ihn beobachtete. Er selber konnte damit nie viel anfangen, aber es war gut, dass sie einen Experten, wie Ben auf diesem Fachgebiet hatten.
"Ahhh, ich habs. Hier schauen Sie mal Herr Gruber, ich konnte Martens letzte Position orten", winkte Ben Gruber euphorisch zu sich und zeigte auf die Karte, die sich auf seinem Bildschirm aufbaute.
"Und wie lange brauchen wir bis dahin?", grummelte Gruber beunruhigt, denn keiner wusste, wie der Stand auf der Albatros wirklich war, ob jemand schwerer verletzt war, oder gar alle tot? Nein, so durfte er jetzt nicht denken, Frau Berg hatte die Situation bestimmt unter Kontrolle.
"Auf dem Seeweg und bei diesem bescheidenen Wetter bräuchten wir ungefähr 2-3 Stunden", stöhnte Ben genervt auf.
"Verdammt", wütend schlug er mit der flachen Hand auf die Schreibtischplatte.
"Ruhig Asmus, dann muss ich jetzt zur Tat schreiten und den Polizeipräsidenten anrufen und ihm die Dringlichkeit erläutern. Wir werden den Hubschrauber nehmen, koste es, was es wolle. Halten sie sich bereit, nehmen Sie zwei weitere Kollegen mit und Waffen, wir brauchen Waffen. Ausserdem verständigen Sie bitte die Bad Düben, Kapitän Carstensen und seine Besatzung sind zur Patrouille auch auf See, zwar in einem ganz anderen Gebiet aber die könnten schneller vor Ort sein, als wir. Wir treffen uns in 15 Minuten draussen beim Hubschrauberlandeplatz", instruierte er Ben entschlossen und schon war er wieder weg.
"Ach Herr Gruber, wenn Sie das beim Polizeipräsidenten durchbekommen, sind Sie mein Held des Tages", murmelte Ben zögerlich und blickte dem davoneilenden Gruber hinterher. Er bezweifelte es, dass Grubers Unterfangen von Erfolg gekrönt war, aber er musste ihm vertrauen.  
"Schmidt, Müller, Sie beide begleiten uns, holen Sie so viele Waffen, wie es geht aus der Waffenkammer und in 15 Minuten sind Sie am Hubschrauberlandeplatz", kommandierte er zwei Kollegen von ihrer Arbeit ab. Er selber schob seine Dienstwaffe in das vorgesehende Holster am Oberschenkel. Er war bereit, bereit seine Kollegen und Freunde zu befreien, koste es, was es wolle.
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast