Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

100 Filmzitate - Projekt

von yomii
KurzgeschichteDrama, Mystery / P12 / Gen
30.08.2013
17.08.2016
20
13.461
 
Alle Kapitel
12 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
30.08.2013 995
 
„Wusa! Wuuuusaaaa... Wuuuuusaaaaaa.“ - Bad Boys 2
_______________________________________________


Es gibt einfach Dinge im Leben, die mich tierisch auf die Palme bringen und Nachts um drei angerufen zu werden steht definitiv ganz weit oben auf der Liste.
Wenn es sich um einen dringenden Notfall handeln würde, kein Ding, dann bin ich auch gern bereit aufzustehen und fahre jemanden zum Beispiel ins Krankenhaus oder so. Wenn´s halt wirklich dringend ist.
Man kann allerdings davon ausgehen, dass dies nicht der Fall ist, wenn dein Party-Bruder an einem Freitagabend, bzw. ja mittlerweile Samstagmorgen, anruft.

Genervt setzte ich mich im Bett auf und überlege, ob ich überhaupt ran gehen sollte.
Die Wahrscheinlichkeit, dass er stark betrunken ist und sinnloses Zeug reden wird, wenn er überhaupt noch reden kann, ist sehr hoch und eigentlich ist mir gerade nicht danach, eine These über die Brüste einiger Frauen auszustellen und die Lösung zu erörtern. Nur ein Beispiel von vielen.

Stille.
Es hat aufgehört zu klingeln.
Ein Glück! Vielleicht hat er jemand anderen gefunden, den er mit seinen Thesen zumüllen kann... Ich bin ein schlechter bester Freund, ich weiß.
Ich bin gerade dabei mich wieder gemütlich zu betten, da klingelt es wieder.
Der Ton schrillt durch mein Zimmer und kommt mir dreifach so laut vor, wie er normalerweise ist, oder zu sein scheint. Wer weiß schon, wann unserer Gehör die tatsächliche Lautstärke von Dingen wahrnimmt und wann nicht? Wobei man dazu natürlich noch andere Eigenschaften eines Raumes und der Umwelt beachten muss...
Super. Nun fange ich auch schon damit an und ich bin nicht einmal betrunken. Schlaftrunken, ja, aber das ist was anderes. Glaube ich zumindest... Wobei es doch ähnli- ok, lassen wir das.
Ich greife nach meinem Handy und sehe seinen Namen im Display.
Na gut, dann bin ich eben ein guter Freund. Um drei Uhr Morgens. Ich sollte einen Preis dafür bekommen.

„Hast du ne Ahnung, wie spät es ist?“ Meine Stimme ist noch etwas heiser und überschlägt sich bei dem versuch, bestimmend und mürrisch zu klingen.
„Wusa! Wuuuusaaaa... Wuuuuusaaaaaa.“
... Klasse. Wirklich hervorragend. Ich hätte auf stumm schalten sollen.
„Wie ich höre, geht’s dir bestens. Gibt´s was?“ Genervt reibe ich mir mit der freien Hand übers Gesicht.
Ein lautes Lachen ertönt.
„Sach bloß, du hast schon gepennt!? Alter, du bist noch jung und knackig! Du solltest dein Leben feiern! So wie ich!“ Er brüllte jemanden etwas zu, was ich aber nicht genau identifizieren konnte. Wahrscheinlich verlangte er Nachschub.
„Hmmhm, nächstes Wochenende vielleicht...“ Im Hintergrund hörte ich ein paar junge Mädchen hysterisch aufschreien, Gelächter von den Jungs, worauf jedoch die Beleidigungen seitens der Mädchen folgten.
„Bist noch da?“
Ich nickte, bis mir einfiel, dass er mich gar nicht sehen konnte.
„Jo... Noch. Hör mal, es ist spät und ich will schlafen.“ Mein Zimmer wurde langsam wieder hell.
Am anderen Ende der Leitung knisterte es und er seufzte.
„Du bist mein bester Freund. Und doch würgst du mich jedes mal ab. Warum?“
Er klang jetzt erstaunlich nüchtern und ich setzte mich im Bett wieder auf.
„Warum? Mag vielleicht an deinem Timing liegen...“ Dadurch, dass ich versuchte so leise wie möglich zusprechen, um meine Eltern nicht zu wecken, klang meine Stimme unsagbar rau, trocken und stumpf.
Hoffentlich hat er das dies nicht falsch aufgefasst.
„Aha.“ Genau so trocken.
„Hör mal, wenn du mir etwas sagen willst, musst oder was auch immer, dann bitte jetzt. Ich bin müde und muss morgen früh aufstehen und...“ Weiter kam ich nicht.
„Ich stecke in Schwierigkeiten.“
Ich starrte auf meine Wand.
„Wie tief und welchen Grad von „schwierig“?“ Ich ahne böses.
„...“ Er druckste herum. Also sehr tief und schwerwiegend.
„Kann man dich dafür belangen oder gar anzeigen?“
„... Ja.“ Er räusperte sich.
Mir war gar nicht aufgefallen, dass sich der Geräuschpegel im Hintergrund verändert hat. Er ist nicht mehr vorhanden.
„Wo bist du?“ Nervosität schwang in meiner Stimme mit. Leicht, kaum wahrnehmbar.
„Unwichtig.“
„...“ Ich schwieg. Mein Kopf arbeitete fieberhaft.
„Vertraust du mir?“ Die Frage riss mich in die Realität zurück.
Die Frage verwundert mich ein wenig. Wir sind schon seit Kindheitstagen die besten Freunde und sind zusammen aufgewachsen. Warum sollte ich ihm nicht vertrauen?
„Natürlich, und das weißt du auch. Warum gi-...“
„Und warum belügst du mich dann?“
Verwirrung.
„Warum bist du nie da für mich, wenn ich dich brauche?“
Die Konversation ließ irgendwie in eine falsche Richtung und war anders als sonst.
„Warum fragst du mich nie, wie es mir geht? Und damit meine ich WIRKLICH geht. Nicht dein oberflächliches „Wie geht´s dir Bro“!“ Wut. Pure Wut lag in seiner Stimme.
„I-Ich.. Äh...Was?“ Ich stand aus dem Bett auf und ging im Zimmer umher.
„Kannst du mir mal sagen, was los ist? Hast du was genommen?“ Mein Blick fiel auf ein gemeinsames Bild von uns. Meine Mutter hatte es vor einem Jahr aufgenommen.
Stille.
Ich hörte ihn atmen, schwerer als sonst.
„Ich dachte, ich könnte dir vertrauen und ich sei ein wichtiger Bestandteil deines Lebens...“ Seine Wut hatte sich ihn Wehmut verwandelt. Er klang gebrochen.
Bei dem Gedanken überkam mich eine Gänsehaut. ER war der starke von uns beiden und ich habe schon immer zu ihm aufgesehen. Der Gedanke missfiel mir sehr und ich versuchte ihn abzuschütteln.
„Kannst du doch und du BIST ein wichtiger Teil in meinem leben. Du bist wie mein Bruder!“ Nun war ich doch lauter geworden.
Die Uhr sagt mir, dass wir nun schon mehr als 40 Minuten telefonieren.
Er schnalzte mit der Zunge und ich widmete dem Gespräch wieder meine Aufmerksamkeit.
„Lügner...“ Er lachte.
Warum lachte er?
„Wie lange willst du das Spiel noch spielen?“
„Wovon zum Teufel redest du?!“ Jetzt bin ich derjenige, der wütend wird. Die ganze Situation überfordert mich.
„Weißte was? Lass gut sein. Ich kläre das hier allein...“
Ich hörte ein Klicken.
„Was hast du vor?“
„...“
„...“
„Lebe wohl.“
Aufgelegt.
__________________________________________________

Ok, eines der vielen Zitate, bei denen ich mir unsicher war...
Da sind ein paar echt fiese Dinger bei xD

Ich hoffe dennoch, dass es euch gefallen hat c:
Für Ratschläge und Co bin ich gern offen ^-^
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast