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100 Filmzitate - Projekt

von yomii
KurzgeschichteDrama, Mystery / P12 / Gen
30.08.2013
17.08.2016
20
13.461
 
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Dieses Kapitel
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30.08.2013 633
 
„Etwas so zartes wie der Flügelschlag eines Schmetterlings kann einen Taifun am anderen Ende der Welt auslösen.“ - Butterfly Effect
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Ich stehe hier und blicke hinab.
Unter mir breitet sich ein Meer aus Lichtern aus.
Und auch über mir ist es hell erleuchtet.
Eine Sternenklare Nacht, ohne Wolken.
Ein wahrlich schöner Anblick.

Als ich noch kleiner war, verbrachte ich oft die Ferien bei meinen Großeltern.
Sie lebten auf dem Lande und für ein Stadtkind war das Landleben immer ein großes Abenteuer.
Wenn es dunkel wurde, setzten wir uns zusammen mit einer Decke auf die Veranda und genossen die nächtliche Natur.
In der Stadt hat man selten so einen Blick auf die Sterne – frei und in voller Pracht.
Meine Großmutter hatte mir immer erzählt, dass Menschen, die von uns gehen, zu einem Stern werden.
Und je nachdem wie viel uns dieser Mensch bedeutet hat, leuchtet er am Himmelszelt unterschiedlich stark.
Zudem würden diese Sternkinder in der Nacht auf uns achtgeben.
So suchten wir nach jedem Todesfall in unserer Familie den Sternenhimmel nach den hellsten Sternen ab und gaben ihnen die Namen der Dahingeschiedenen.
Zum Einen half es uns, mit dem Tod besser klarzukommen.
Zum Anderen war es eine schöne Vorstellung, die ich bis Heute beibehielt.

Vor einigen Stunden hatte ich bei meinem Freund angerufen.
Zuerst bei ihm zu Hause, doch da nahm niemand ab.
Wie sich herausstellte befand er sich seit dem tag, an dem ich verschwunden war, im hause meiner Eltern.
Er versprach zu kommen. Allein.
Und nun steht er hier.
Unter mir.
In der kalten Dunkelheit.
Nur eine kleine Straßenlaterne spendet dort unten Licht, doch erkenne ich nur seine Silhouette.

Warum bist du nicht schon früher gekommen?
Waren die Hinweise in meinem Zimmer nicht auffällig?
Wie konntest du sie nicht sehen?
Hast du mir je zugehört?
Du hättest sie sehen müssen...
Etwas so zartes wie der Flügelschlag eines Schmetterlings kann einen Taifun am anderen Ende der Welt auslösen...
Warum hast du es nicht gesehen?

„Bitte...!“ Dein Ruf hallt durch die Dunkelheit und prallt an der Fassade ab.
Bitte... Warum bittest du?
„So antworte doch!“ Höre ich Verzweiflung?
Ich ließ meinen Blick über das Sternenmeer gleiten.
„... Es ist... wunderschön...“ Etwas erschrocken, wie heißer ich mich anhöre, zucke ich zusammen.
„Du wirst da oben sterben! Komm runter!“ Verzweiflung, Trauer und Wut.
All diese Gefühle scheinen dich zu umgeben.
Weil ich hier oben stehe?
Am Abgrund des Sternenmeers.
„... Sterben... Das klingt unschön.“ Ich entlocke meiner Kehle ein heiseres Lachen.
Es tut weh.
„... Nein, ich sterbe nicht. Ich gehe nur fort.“ Mein Kopf kippte unmerklich ein Stück nach hinten und ich sah empor.
„Läuft das nicht auf das Selbe hinaus?“ In der Ferne vernehme ich Sirenen.
Hast du sie gerufen?
Obwohl ich sagte, du sollst es nicht?
Dein Kopf scheint sich leicht zu bewegen.
„Ich hab dir doch gesagt, allein! ALLEIN!“ Ich schrie.
Ich schrie wie noch nie zuvor.
„I-ich hab nichts gesagt! Du musst mir glauben!“
Lügner...
Warum sollte ich dir noch glauben?
Mein linker Fuß richtete sich dem Sternenmeer entgegen.
„Ich flehe dich an! Du brauchst Hilfe! Lass uns reden!“
Reden?
Nein, dafür ist es zu spät.
Mein rechter Fuß folgt.
„Bitte! Bitte warte! Vertraue mir!“
Meine Hand spielt mit dem Zipfel des Ärmels.
„Ich werde auf dich acht geben, wenn ich ein Stern bin...“
Und das meine ich so.
Als Stern, bin ich hilfreicher.
„Bitte... Spring nicht...“
Ich schüttle den Kopf.
Du hast versucht mich so oft aufzufangen, doch du bist gescheitert...
Ich genieße den letzten Moment.
Ich möchte dieses Bild der Vollkommenheit in mir tragen.
„Nun... bin ich ein Teil dieser Schönheit.“
Meine Füße fliegen.
Fliegen dem Sternenmeer entgegen.
Ich bin ein Sternenkind.

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Vielleicht habt ihr es bemerkt...
Dies ist die andere Sichtweise zum Kapitel "Sternenmeer" c:
Für Anmerkungen, Kommentare, Hinweise, und Co bin ich immer offen c:
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