ALICE Reunion

GeschichteFantasy, Horror / P16 Slash
Alice Grinsekatze Herzkönigin Verrückter Hutmacher Weißer Hase
29.08.2013
01.09.2013
3
4.915
 
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29.08.2013 1.235
 
Herzlich Willkommen zu meiner kleinen Story. Freut mich, dass sich jemand hierher verirrt hat. :)
Ich will dich nicht lange aufhalten, nur wollte ich noch ein paar kleine Dinge am Rande loswerden:

Name der Story: ALICE Reunion
Cover: http://s7.directupload.net/images/130829/2lhtpswf.jpg
Inspiration: American McGee's Alice & Alice: Madness Returns
Handlung: Knüpft an beide vorherigen Teile an und dreht sich größtenteils um die Wiederherstellung des Wunderlandes.
Hilfen: http://alice.wikia.com/wiki/Alice_Wiki
Motivation: http://www.youtube.com/watch?v=hQmMOKfkqnQ (& mehr)

Ich danke dir für deine Aufmerksamkeit und nun viel Spaß mit dem Prolog.

xoxo
MsDeanWinchester


-

- Prolog -



„Alice …“



„Alice …!“



„Es ist Zeit für dich zurückzukehren. Das Wunderland braucht dich. Nahe ist es dem Verfall, aufs Neue ist es dem Untergang geweiht, Alice. Zieh die richtige Karte, mache den richtigen Zug auf dem großen Schachbrett deines Verstandes, Alice. … Nichts ist wie es war und alles ist, wie es scheint. Du musst die Wahrheit herausfinden, Alice, um deinet- und um unsertwillen.

Wirst du versuchen, dich deinem Schicksal zu entziehen oder wirst du dich deiner größten Angst stellen? Alice, … ist es dein Verstand, der deine Augen betrügt oder umgekehrt? Ist alles was du siehst, Wirklichkeit oder spielt dir jemand einen Streich?
Zu welcher Antwort du auch immer gelangst, das Wunderland ist Wirklichkeit. Deine alleinige Wirklichkeit, dein Dasein, deine Vernunft und auch deine Unvernunft. Dein Verstand ist das, was dich hierher bringt und dein Verstand ist es auch, der dich von uns fernhält …

Alice, hörst du mich? Einen Schritt musst du noch gehen, Alice, einen einzigen.
Du hast die Macht, es zu beenden. Doch findest du nicht den rechten Weg durch den Kaninchenbau sind wir verloren … für immer. Die Zeit drängt, die Uhr tickt. Such den Pfad der dich zu uns bringt und uns unsterblich macht. Der das Wunderland Unvergänglichkeit erlangen lässt …

Die Uhr tickt. Tic, Tac …

Tic, Tac …

Alice.“


- Cheshire Cat




1877 – London,
Rutledge Private Clinic and Asylum: Home of Wayward & Lost Souls


Erschrocken fuhr Alice aus dem Schlaf. Schweiß stand ihr auf der Stirn und ihre Hände zitterten. Um sie herum war alles dunkel, doch plötzlich wurde sie von einem hellen Lichtstrahl erfasst, der sie blendete.
Ihre Augen rollten sich in ihren Höhlen, bis nur noch das Weiße zu erkennen war und ihr Oberkörper senkte und erhob sich immer wieder von Neuem. Sie hatte das Gefühl, jemand würde sie erdrücken, während ein stummer Schrei ihren weit geöffneten Lippen entfloh.
„Dr. Wilson, sie hat wieder einen Anfall!“
„Gebt ihr sofort das Beruhigungsmittel! Und legt ihr die Jacke an …“
Sie vernahm lautes Stimmengewirr um sich herum, das beinahe unerträglich in ihr Gehör drang und ihr das Hirn vernebelte.
„Alice … du musst zurück kommen …“
„Die Spritze. Sofort!“
„Alice … die Zeit entflieht … du musst dich beeilen.“
„Haltet sie fest, sie darf sich nicht wehren. Die Hände, die Hände!“
Sie spürte einen heftigen Stich in ihrem linken Unterarm und plötzlich wurde es still um sie herum. Die Geräusche verflüchtigten sich und ihr Körper entkrampfte sich. Jeder einzelne Muskel, der zum Zerreißen gespannt gewesen war, löste sich und allmählich beruhigte sie sich gänzlich.
Kein Ton drang mehr an ihre Ohren, ihr Blick verschwamm. Langsam setzte die Wirkung der Beruhigungsspritze ein und ihre Lider wurden schwer. Das Licht verschwand wieder und sie schlief ein …

Sie schwebte. Alice fühlte sich leicht wie eine Feder und sogar ein schwaches Lächeln hatte sich auf ihren Lippen ausgebreitet, als sie an ein paar Wolken vorbeirauschte und schließlich festen Boden berührte.
Ihre grünen Augen suchten die Umgebung ab, die ihr so vertraut war. Sie war zurück, zurück im Wunderland. Unwillkürlich strich sie sich eine ihrer schwarzen langen Haarsträhnen hinters Ohr, während sie langsam einen Fuß vor den anderen setzte.
Alice stand auf einem von Gras überwucherten Felsvorsprung. Unter ihr plätscherte ein prächtiger Fluss dahin, der in einen Wasserfall überlief und schließlich in einem großen glitzernden See endete. Der Himmel war blau und nur vereinzelt hatten sich weiße Wattewölkchen aufgetan. Skurrile Bäume und Büsche klammerten sich in gänzlich unnatürlichen Positionen an den massiven Felswänden fest und aus weiter Entfernung konnte man eine leise, wohlklingende Melodie vernehmen.

„Du bist zurück, Alice.“
Langsam wandte sich das Mädchen um und entdeckte das kätzische Grinsen, das sie so lange vermisst hatte. Die Grinsekatze schnurrte leise und ließ sich vor ihr im Gras nieder. Immer noch war ihr Körper nicht der, der er vor sehr langer Zeit einmal gewesen war. Sie war dünn und ausgemergelt, sodass ihre Knochen auf horrende Art und Weise zum Vorschein kamen. Ihre graue ledrige Haut war übersäht mit schwarzen Zeichen und ihre Pfoten waren große Klauen mit scharfen Krallen. Das einzige was stets gleich geblieben war, war das Grinsen, das ihr Gesicht zierte. „Ich wusste, du würdest kommen.“
„Du hast mich doch gerufen, Katze. Aber seit ich das Letzte mal hier war, hat sich doch nichts verändert.“ Alice' Stimme klang sanft und engelsgleich. Lange hatte sie sich selbst nicht mehr sprechen hören.
„Das, was du hier siehst, Alice, ist das was du sehen willst. Öffne deine Augen und du erkennst die Wirklichkeit.“
„Du sprichst mal wieder in Rätseln.“, gab Alice zurück und lief einige Schritte. „Ich habe den Puppenmacher besiegt und das Wunderland gerettet.“
„In der Tat – du hast den Puppenmacher besiegt.“, stimmte die Katze ihr zu und ließ ihren knochigen Schwanz mehrmals durch die Luft peitschen. „Doch bist du gleich danach aus dem Wunderland verschwunden, ohne zurückzublicken. Das was zerstört worden ist, blieb zerstört.“
Alice blieb stehen und sah der Katze in ihre großen gelben Augen. Sie runzelte die Stirn und verschränkte die Arme vor der Brust.
„Zwei Jahre ist es her, Alice …“, fuhr die Katze fort. „… ist dir denn nicht bewusst, wo du dich befindest?“
„Deine Fragen werden von Mal zu Mal seltsamer. Ich befinde mich im Wunderland!“, entgegnete das schwarzhaarige Mädchen etwas verärgert, doch nur Sekunden nachdem sie es ausgesprochen hatte, veränderte sich das Wunderland.
„Sieh genauer hin …“, hauchte die Grinsekatze und verschwand mit einem leisen Lachen.

Das grüne Gras unter ihren Füßen verschwand und der Fluss bestand nun nicht mehr aus klarem Wasser. Eine dickflüssige, braune Essenz gluckerte die Klippe hinab und schwappte am Ende in einen See aus dunkler Brühe. Die Bäume verwandelten sich in kahle Laternen die nur wenig Licht spendeten und der Himmel verdunkelte sich. Der raue Stein der Felsvorsprünge und –wände wich einem harten grauen Betonboden. Hier und da sprenkelten blutverschmierte Fliesen den Boden und die schöne Melodie war verschwunden. Stattdessen war das durchgehende Tic-Tac tausender Uhren zu hören, die sich am Himmel an Sternen statt emporhoben.
Fassungslos blickte sich Alice um. Ihre grünen Augen waren weit aufgerissen. Sie konnte nicht glauben, was geschehen war. Weshalb hatte sich das Wunderland nicht wieder in seinen ursprünglichen Zustand zurückentwickelt?
Bedrückt blickte sie zu Boden und entdeckte dort etwas, das ihr noch weniger gefiel. Selbst sie hatte sich verändert. Sie trug zwar immer noch ein Kleid, doch glich dieses mittlerweile eher einer ummodelierten Zwangsjacke. Überall waren Nieten und Gürtelschnallen angebracht und sie glaubte auch, ihr eigenes Blut auf diesem Kleid zu sehen …
Dieses Wunderland gefiel ihr nicht. Das war nicht ihr Wunderland … zumindest hoffte sie das.
„Katze!?“, rief sie und blickte sich um. „Du sprachst von einem einzigen Schritt den ich gehen müsste. Wie meintest du das?“
„Es ist dein Wunderland, Alice.“, flüsterte ihr der Wind zur Antwort zu. „Finde es heraus, bevor es zu spät ist. Nur du allein kannst dir das Wunderland zu Eigen machen … nur ein einziger Schritt … Alice … ein einziger …“
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