sweeter than apple pie

KurzgeschichteRomanze, Schmerz/Trost / P6
Hanna Marin Lucas Gottesman
27.08.2013
27.08.2013
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A/N: Ich hab mich zum ersten Mal an PLL versucht .. und zum ersten Mal veröffentliche ich einen Ficathon Prompt. Über Resonanz wäre ich unglaublich dankbar.

Ficathon: Strawberry Heat
Pairing: Hanna Marin x Lucas Gottesman
Prompt: apple pie
Promptsteller: black eyed


sweeter than apple pie
by SchmokSchmok

Er ruft nach ihr. Verlockend süß und golden braun. Er riecht wie Himmel und noch viel mehr. Er verspricht, nach Freiheit und Geborgenheit zu schmecken. Aber sie weiß, das ist eine Lüge. Zuerst glaubt man ihm und hofft darauf, dass er die Wahrheit spricht. Doch wenn man erst ein paar Bissen gegessen hat, schmeckt er nur noch nach Hohn und Verachtung. Hanna weiß das und, obwohl sie sich schämt und die Gabel in ihrer Hand sich schwer anfühlt, als sie sie das erste Mal durch die knusprige Decke stößt, kann sie sich nicht wehren. Er verführt sie, so wie früher. Tief innen ist sie eben doch noch die Fette Hanna.

Hanna schiebt sich die Gabel in den Mund und genießt für einen kleinen Augenblick mit geschlossenen Augen ihren Regelverstoß. Den Regelverstoß, von dem niemals jemand erfahren wird. Nicht ihre Mum, nicht Aria, nicht Alison, nicht Emily, nicht Spencer. Denn jeder Beweis dafür würde verschwunden sein, ehe es jemandem auffallen würde.
Ihre Gabel reißt ein weiteres Stück warmen, süßen Apfelkuchen aus der Form und befördert ihn schnell in ihren Mund. Und dann noch einen. Und dann noch einen. Die Form leert sich viel zu schnell und doch viel zu langsam. Am  liebsten würde sie noch einen Zweiten essen oder sich übergeben. So einfach ist es nicht, das weiß sie.

Noch während sie den zweitletzten Bissen in den Mund schiebt, blickt sie auf und sieht durch die Scheibe der Terrassentür. Lucas.
Ihre Hand zuckt, um den Kuchen auf den Boden zu werfen, aber sie tut es nicht. Stattdessen isst sie noch ein großes Stück und sie merkt, wie Tränen auf das letzte Stück Kuchen tropfen. Sicher wird es nun auch noch nach Verzweiflung schmecken. Er öffnet die Tür und geht auf sie zu.

»Lucas, geh.«
Sie fragt sich, ob er sie vor lauter Kuchen im Mund überhaupt verstehen kann. Sie hat sich selbst ein paar Krümel auf die Hand gespuckt. Und immer mehr Tränen tropfen auf ihre Hose, ihren Kuchen, ihr Shirt.
»Nein, Hanna.«
Und ausnahmsweise will sie nicht allein sein. Sie will nicht allein essen, nicht allein weinen und schon gar nicht allein verzweifelt sein. Weil sie denkt, dass Lucas sie versteht. Weil Lucas nicht Ali ist. Weil Lucas für sie da ist. Und weil sie denkt, dass Lucas irgendetwas tun kann, was sie sich besser fühlen lässt. Auch wenn sie es eigentlich nur hofft.

Er setzt sich neben sie und schweigt. Weil sie sowieso nichts hören möchte. Kein Was ist los? Kein Hanna, rede mit mir. Und erst recht kein Hanna, ich verstehe dich.
Seine Hände zittern leicht, als er ihr Gesicht zu sich dreht, das spürt sie. Wahrscheinlich hat er keine Ahnung, was er tun soll. Aber das ist wohl normal, also nimmt sie es ihm nicht übel. Sie hofft nur, dass er jetzt nichts sagt. Einfach, weil es dann real wird. Weil sie sich noch einreden kann, dass es gar nicht echt ist. Dass sie es sich ja nur einbildet. Und dass alles ganz normal ist.
Und dann küsst er sie.
Wahrscheinlich weiß er genauso wenig wie sie, woher er seinen Mut nimmt, aber das ist für den Moment egal.  

Denn Lucas schmeckt süßer als Apfelkuchen. Und überhaupt gar nicht nach Verzweiflung.
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