Sturm über Neu Bajor

von Schafi95
KurzgeschichteAllgemein / P12
Weyoun
27.08.2013
27.08.2013
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Es war ein lauer Sommernachmittag. Lediglich ein leichtes Lüftchen regte sich und trieb einige vereinzelte Wolken über den Himmel. Der Bach nahe der bajoranischen Siedlung plätscherte leise vor sich hin, nur untermalt vom leisen Rauschen der kleinen Baumgruppe unterhalb der Siedlung. Auf der Freifläche innerhalb der Siedlung saßen einige Bajoraner zusammen in der Sonne, während andere gemächlich vorüber schritten und ihren Gedanken nachhingen. Kurzum: Es war ein ganz normaler Tag in einer ganz normalen bajoranischen Kolonie.
Und doch war nicht alles normal an dieser Kolonie: Es war die erste Kolonie der Bajoraner im Gamma-Quadranten. Und drei Gestalten standen in einiger Entfernung zur Siedlung auf einem Hügel und beobachteten das gemächliche Treiben. Alle drei der Gestalten waren humanoid – jedoch gehörten sie alle verschiedenen Spezies an.
„Das ist sie also, die Siedlung der Solids, die sich als Bajoraner bezeichnen“, murmelte die Gestalt, die am menschenähnlichsten war, wären da nicht ihre (ja, es handelte sich eindeutig um ein weibliches Wesen) zu unscharf definierten Gesichtszüge gewesen.
„Bajoraner, Menschen, Vulkanier – was macht den Unterschied? Sind sie nicht alle in unseren Raum eingedrungen und haben unsere Welten besetzt? Es wird endlich Zeit, dass wir einen Schlussstrich ziehen!“, knurrte die größte der Gestalten, die man am ehesten mit einem terransichen Reptil hätte vergleichen können (sah man davon ab, dass er sich auf zwei Beinen fortbewegte, eine Uniform trug und als Einziger der drei eine Waffe in der Hand hielt).
„Was fällt Ihnen, ein sich so direkt an die Gründerin zu wenden? Nur weil Ihr Erster und Ihr Zweiter tot sind, gibt Ihnen das noch nicht das Recht, sich direkt an die Gründerin zu wenden!“, mischte sich nun der Dritte – und kleinste – der Gruppe ein.
„Der Jem'Hadar hat Recht, Weyoun. Sie alle sind Solids, denen wir erst noch Harmonie lehren müssen. Was machen die Gefangenen?“, tat das Wesen, welches als Gründerin bezeichnet worden war, den Einwand ihres Untergebenen Weyoun, ab, um sich dann wieder mit ihrer Frage an den Jem'Hadar zu wenden.
„Sie scheinen unseren Köder zu schlucken. Bald werden sie sich aus unserer Haft befreien. Auch habe ich die Zerstörung aller Föderations-Schiffe, welche Anomalie passieren, angeordnet.“
Die Drei verfielen wieder in Schweigen, um die sich am Horizont zusammenballenden dunklen Wolken zu beobachten. Der Wind frischte auf, während die immer größer werdende Wolkenwand auf die bajoranische Siedlung zutrieb.
In der Siedlung verschwanden immer mehr Bajoraner in ihren Häusern, um sich auf die Huldigung ihrer Götter im zentral in ihrer Siedlung gelegenen Tempel vorzubereiten.
„Es liegt ein Gewitter in der Luft“, verkündete der Jem'Hadar und sog geräuschvoll Luft durch seine Nase ein.
„Wann werden wir mit dem Angriff beginnen können?“, fragte die Gründerin.
Weyoun trat neben seine Gesprächspartner – er hatte die Gruppe kurz verlassen, um mit einem Schlachtschiff, das sich unbemerkt im Orbit des Planeten positioniert hatte, zu kontaktieren.
„Wir können jederzeit beginnen“, verkündete er, nicht ohne Stolz in seiner Stimme mitschwingen zu lassen.
Die Wolken bedeckten den schon durch die anbrechende Dämmerung immer dunkler werdenden Himmel nun komplett. Der Wind war zu einem kleine Sturm geworden, der Äste und kleinere Gegenstände durch die Siedlung wehte. Es begann zu tröpfeln, ein einzelner Blitz zuckte über den Himmel und zog ein dumpfes Grollen hinter sich her. Immer mehr Bajoraner strömten in Zweier-, Dreier- oder Vierergruppen in den Tempel.
„Ich denke, es ist Zeit“, ließ die Gründerin verlauten.
„Wie Ihr es wünscht, Gründerin.“ Weyoun eilte diensteifrig einige Meter zur Seite, um die entsprechenden Befehle zu geben.
Immer mehr Blitze erhellten den Himmel und sorgten für eine unüberhörbare Geräuschkulisse. Ein Übriges tat der Regen, der immer heftiger auf die Kolonie niederprasselte. Pfützen bildeten sich und erster Matsch klebte an den Stiefeln der drei Dutzend Jem'Hadar, die den Tempel Neu Bajors umstellt hatten. Auch der Jem'Hadar, der zuvor der Gründerin und Weyoun Gesellschaft geleistet hatte, befand sich unter ihnen. Ein Handzeichen eben dieses Jem'Hadar genügte, um einen Sturm losbrechen zu lassen, der Neu Bajor mit all seinen Bewohnern hinfort wehen sollte.

Eine knappe Stunde später sollte sich das Wurmloch öffnen, um einen Jem'Hadar-Angriffsjäger mit Kurs auf die Raumstation Deep Space Nine in den Alpha-Quadranten zu entlassen. Wenige Minuten später stand der Jem'Hadar auf der OPS der Station und trug den Sturm Neu Bajors in den Alpha-Quadranten.
Es sollte ein blutiger, verlustreicher Sturm werden, der die Mächte dieses Quadranten an den Rand ihrer Vernichtung brachte.