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Zwielicht

GeschichteKrimi, Freundschaft / P18 Slash
26.08.2013
07.09.2013
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Gedämpftes Licht drang durch die Vorhänge auf die Straße. Um diese Uhrzeit und in dieser ruhigen, konservativen Gegend die einzige Form der Helligkeit überhaupt. Jeder andere, der in diesem Bauerndorf lebte, entsprach dem Bild des braven Bürgers, der früh aufstand, hart arbeitete und nicht allzu spät das heimische Bett aufsuchte. Nicht einmal der Jahreszeit typische bunte Weihnachtsterror tastete das Dorf an. Vereinzelt hing eine jener rot gekleideten, affigen Figuren an einer Hauswand. Aber das war auch schon das Höchste der Gefühle.
Marc hasste Birlenbach. Er verabscheute den Gedanken an all diese langweiligen, konservativen Menschen und die kleinen, alten, muffig riechenden Häuser.
Wenn er nur schon diese verbissenen, bereits in jungen Jahren alten Gesichter sah, erschrak er. Marc war nicht der Mensch, der seine Ängste zeigte. Im Gegenteil revoltierte er mit seiner ganzen Seele, seinem Auftreten und seinen Worten dagegen.
Er galt sicherlich als der abscheulichste Paradiesvogel dieses Nestes, die Sorte Mannes, vor denen Mütter ihre Töchter warnten, und Eltern mit ihren kleinen Kindern auf die andere Straßenseite auswichen, begegnete er ihnen.
Es reichte ihm nicht, einfach nur offenkundig schwul zu sein und seinen Liebhaber in der Öffentlichkeit zu Küssen und zu berühren; nein, er trug seine Homosexualität wie eine Trophäe vor sich her, zeigte sich in den Augen der Leute als abartig, als Freak, als Punk, der nicht dazugehörte, der diese heile Welt zerstörte, den Rahmen sprengte und sich negativ in das Gedächtnis aller einbrannte.
Ein ausrasierter Hinterkopf und lange, regenbogenfarbige Strähnen, die in sein Gesicht fielen, gepiercte Braue, Zunge, Lippe und Nase bedeuteten für die Bevölkerung Birlenbachs, dass dieser Junge ein Fehler war, ein Fehler, über den man diskutieren, fluchen und ihn beschimpfen konnte.
Leider waren der Geist und die Mentalität Marcs nicht so gefestigt, als das es ihm wirklich gleichgültig gewesen wäre. Ihn machten die Anfeindungen wütend. Das war auch der Grund, weshalb er sich nie länger in diesem Dorf aufhalten wollte. Zumeist suchte er Zuflucht in der Stadt, bei einem Fotographen, der ihn gerne als Modell nutzte. Es gefiel ihm. Er konnte teilweise für Tage verschwinden und sich in dem harten, wilden Leben der Stadt verlieren, und zugleich reizte es ihn, diesen Mann, den besten und engsten Freund seines Liebhabers, aufzuheizen.
Wenn er sich vor Gabriel in den Laken räkelte und ihm seinen tätowierten und gepiercten Leib präsentierte, sich ihm in Ketten entgegen bog, sogar für Bilder masturbierte, fühlte er sich wirklich gut, denn er sah das Verlangen in den Augen Gabriels. Allein nur für einen Blick und einen Kuss des Fotographen, würde er alles geben; Treue stand Marc ohnehin nicht gut zu Gesicht. Er sehnte sich danach es mit Gabriel zu treiben, schon weil dieser den Punk immer wieder versuchte, indem er seine Selbstbeherrschung wahrte und sich selbst kasteite. Marc sah es als heißes, lustvolles Spiel an. Nie würde er Gab sagen, was er wollte, aber seine Körpersprache reichte vollkommen, und er sah, dass er der Erfüllung seiner Träume innerhalb der letzten zwei Jahre näher gekommen war.
Nun, nach dieser einen, lustvollen Woche bei Gab, die ihm allerdings nur Erfüllung in seiner eigenen Hand gebracht hatte, kehrte er zurück zu ihm – Friedrich - seinem Liebhaber, der ihn nur noch langweilte.
Marc war fast 30 Jahre jünger als der alte Mann. Er sah es unterdessen nicht mehr als anziehend an, dass Friedrich belesen, wortgewandt, gebildet und anarchistisch war. Er empfand ihn als enervierend altklug und verbraucht.
Ihm blieb verborgen, warum Friedrich Bücher so sehr liebte, ebenso konnte er nicht verstehen, dass Gab so eng mit dem Alten befreundet war. Die beiden Männer konnten Stunden und Tage philosophieren. Nicht ein einziges Mal ging ihnen das Gesprächsthema aus und sie kannten sich schon seit 11 oder 12 Jahren.
Aber im Gegensatz zu Friedrich kam sich Marc bei Gab nicht unterentwickelt und dumm vor.

Er sah nun zu dem Fester im ersten Stock, und beobachtete, wie der Nachtwind langsam die Vorhänge hinter den gekippten Scheiben bewegte.
Er war sich sicher, wenn er die Wohnung betrat, würde Friedrich in seinem Sessel sitzen und lesen, eingeengt in das winzige, mit Büchern voll gestopfte Zimmer. Wahrscheinlich bemerkte er Marcs Ankunft nicht einmal, bis dieser sich ausgezogen und auf seinen Schoß gesetzt hatte.

Marc machte dieser Gedankengang Angst.
Er wollte keinen so alten Liebhaber, aber Friedrich war der Mann, der ihn von der Straße aufgelesen hatte und der ihn umsorgte; völlig uneigennützig. Trotzdem war das kein Grund, sich auf ewig an diesen alten Mann zu binden? Einen Kerl, der schon jetzt nah an die 60 Jahre heran reichte!
Marcs Ziele waren andere. Er hatte sich unter den Undergroundfotomodellen einen Namen gemacht, arbeitete für bestimmte Goth-Label und war unterdessen die Muse Gabriels. An der Seite des Fotographen hatte er eine Chance und er würde das Leben in vollen Zügen genießen.
Außerdem machte sich der schöne, schlanke und wesentlich jüngere Goth an Marcs Seite besser als der alte, verbrauchte Philosoph.
Wie schon so oft hatte er sich vorgenommen, Friedrich zu verlassen. Er empfand nichts mehr für ihn. Friedrich war für ihn eine lächerliche Figur. Sein schlaffer Körper brachte keinen Spaß mehr.

Er packte seine Tasche fester, trat von seinem Auto fort und schritt langsam über den festgetretenen Schnee, unter dem der Kies knirschte. Der Weg zwischen Haus und Garten kam ihm länger vor. Als er den dreistufigen Podest, der Eingangstüre erreichte, rann ihm der Schweiß über den Rücken unter den Hosenbund. Was regte ihn so auf? Er konnte es sich nicht erklären.

Marc fiel ihm schwer den Haustürschlüssel zu ziehen und aufzuschließen. Alles hier widerstrebte seiner Jugend und dem Wunsch aus seinen selbst gesetzten Grenzen auszubrechen.
Seine Hand krampfte sich um den Bund.
Er konnte umkehren, bei Gab anfragen, ob er bleiben durfte. Gabriel war Friedrichs engster Freund. Nie könnte er ihn so hintergehen… außer…
In seiner Vorstellung manifestierte sich das Bild eines Friedrichs, verletzt, allein und enttäuscht, zurückgelassen von seinem Geliebten und seinem besten Freund.
Marc konnte den Fotographen für sich gewinnen, ganz sicher, mit Sex und Versprechen.
Was er über Friedrich zu erzählen hatte, würde Gab sicher auf seine Seite ziehen.
Er wollte einen Keil zwischen die Freunde treiben, Gabriel für sich gewinnen. Langsam begann sein Gehirn diese perfiden Gedanken weiter zu spinnen.
Er schloss die Haustüre auf und stieg langsam hinauf. Im Moment war er zu sehr von dem Gedanken gefangen, als dass er, wie sonst üblich Lärm machte, um die Nachbarn zu wecken.
Er nahm wesentlich beschwingter und leichtfüßiger die Beton-Stufen hinauf zu Friedrichs Wohnung und dieses Mal störte ihn auch nicht der Geruch nach Alter und billigen Fertigmahlzeiten aus dem Discounter.
Lächelnd und stolz auf seinen Entschluss, schloss er die Wohnung im ersten Stockwerk auf und trat in die Stille der Räume.

Wie erwartet, reagierte Friedrich nicht. Marc wusste dass der alte Mann da war. Er konnte sein billiges Rasierwasser wahrnehmen, allerdings auch den Duft von Badeölen, der in der Luft hing und sich mit schalem Zigarettengestank der letzten Jahre mischte.
Tasche und Jacke ließ er im Flur zurück. Er stahl sich in sein Zimmer, um sich saubere Kleider zu holen. Friedrich mied sein Zimmer. Er nannte es eine Ansammlung von Erinnerungen und Müll. Marc konnte ihm nur beipflichten. Es war tatsächlich eine gefährliche Mischung von Stolperfallen, die sich auf dem Boden, Tisch, Sofa und Stuhl stapelte und immer wieder die stumme Drohung beinhaltete, eines Tages seine eigenständige innere Stabilität zu verlieren.
Fotos, Mappen mit Bildern von seiner eigenen Person allerdings, hegte er wie seinen Augapfel, genauso all die schönen Kleider und der eigentlich recht billige Schmuck, den er von Gab über die Firmen bekommen hatte, für die der Fotograph arbeitete.
Hier fanden sich neben einem gestohlenen Grabstein Comics, Videos und DVDs, CDs, Kleider, Stiefel, Zeitungsausschnitte, ein PC, aber auch alte Schulbücher, ein ausrangierter Schulranzen, ein Plüschtier, was nicht mehr erkennbar zu einer Gattung zugehörig schien und alte Platten mit Hörspielen der Drei Fragezeichen und TKKG.
Marc liebte Schwarz und Neonfarben. Seine Wände hatte er entsprechend dekoriert und mit allen möglichen Symbolen bemalt, deren Bedeutung ihm nur aus der Szene bekannt waren, deren wirklicher Hintergrund er allerdings nicht kannte.
Mit dem Fuß schob er einen frischen Wäscheberg zur Seite und fischte sich ein paar Socken und eine Hose hervor.
Für einen winzigen Moment dachte er darüber nach, ob er seine angestaute Lust an Friedrich loswerden sollte, diesen zügellosen Verlagen genommen zu werden, dass Gabriel in ihm schürte. Trotzdem entschied er sich dagegen. Er wollte Sex, aber nicht mit Friedrich.
Ein neues Verlangen erwachte in ihm. Er wollte baden, es im Wasser machen und dabei an Gab denken. Für sein Vorhaben waren alle erniedrigenden und beleidigenden Aktionen gegenüber dem Alten eher negativ. In diesem Fall zog er vor es heimlich, im Verborgenen zu tun.

Entspannt und bestens gelaunt verließ er das Bad und warf einen kurzen Blick in die Küche.
Die Fahrt, das Bad und die zweimalige Masturbation sorgten dafür, dass sein Magen knurrte. Brennender Durst dörrte seinen Hals aus. Als er das Licht anschaltete, sah er in der Spüle die alte Tasse Friedrichs und ein Holzbrett. Offenbar hatte der alte Mann wieder vergessen, etwas Warmes zu essen. Marc seufzte. Leise Sorge war bei dem Gedankengang dabei. So viel empfand auch er doch noch für ihn.
Er trat an den Kühlschrank, nahm Butter und Belag heraus, stellte es auf dem kleinen, altersschwachen Küchentisch ab und griff nach dem Brotkorb, der auf der Anrichte stand. Inständig hoffte Marc, dass sich das Brot noch in einem essbaren Zustand befand. Viel zu oft schimmelten die Nahrungsmittel hier; schon weil Friedrich vergaß zu essen. An Kaffee und Zigaretten dachte er regelmäßig, aber nicht an das Elementarste.
Manchmal sinnierte Marc darüber, ob es am Alter lag, oder einfach nur in der Natur seines Liebhabers. Er kannte alte Bilder von Friedrich, Fotos aus den Sechzigern und Siebzigern, auf denen er sein Haar noch lang trug. Es musste einmal voll und schön gewesen sein.
Zugegeben, damals war er schon zu schmal, aber er sah auch gut aus. Heute erweckte er den Eindruck von verlebtem Spät-Hippi, der schlicht vergessen hatte, dass die Jahrtausendwende vollzogen war und er zum alten Eisen gehörte.
Sicher faszinierte der Alte andere Männer immer noch, aber das lag nicht an seinem schönen Gesicht, sondern an seiner Ausstrahlung, musste Marc zugeben.
Allein der Gedanke daran ließ den Punk wieder geistig umschlagen. Er verabscheute diesen alten Sack einfach nur!
„Ah, du bist hier?“
Marc fuhr zusammen und starrte wütend auf sein Brot. Friedrichs rauchige Stimme und die Tatsache, dass er sich angeschlichen hatte, ließen sein junges Blut kochen.
„Verdammt, musst Du mich so erschrecken?!“, zischte er. Er erschrak über den giftigen Ton, und verfluchte sich dafür, überreagiert zu haben, denn Friedrich amüsierte es zumeist eher, als dass ihn diese Ausbrüche verletzten oder ärgerten.
Auch jetzt lachte Friedrich leise. Marc hörte den leisen Spot aus seiner Stimme heraus.
Zu diesem Zeitpunkt hasste er ihn wirklich.
„Eine Zigarette, Marc?“
Der junge Mann fuhr hoch und nickte automatisch, bevor er auch nur daran dachte, sie taktisch zurückzuweisen.
Ruhig lehnte Friedrich an der Türleibung und hielt die Arme vor der Brust verschränkt.
Noch immer war er ein beeindruckend großer Mann, schlank und sehnig, aber sein Gesicht hatte seine Schönheit schon längst verloren. Dennoch war er nicht hässlich. Im Gegenteil. Die vielen leidvollen Erfahrungen, seine Sorgen und sein ewiger Kampf gegen die menschliche Ignoranz, Dummheit und Bigotterie hatten auf dem schmalen Gesicht ihre Spuren hinterlassen.
Noch immer zeigten sich derselbe starke Geist und das Durchsetzungsvermögen in seinem Blick, allerdings auch der leise Spott, den Marc immer auf seine Person bezog.
Quälend langsam zog Friedrich die Zigaretten aus seiner Hosentasche und reichte dem jungen Mann das Päckchen.
„Wie war es bei Gabriel?“ fragte er leise. Ein lauernder Unterton lag in seiner Stimme.
Marc zog sich eine zerdrückte Zigarette aus der Schachtel.
„Du solltest aufhören, immer die Kippen in der Hosentasche mit Dir herum zu tragen.“
Er umging die Frage Friedrichs. Im Moment wollte er ihn schwitzen, einfach nur im Dunklen lassen. Die Ungewissheit ob er Gab doch für sich gewonnen hatte, würde ihn wieder reizen, ihn verletzen.
Wortlos trat Friedrich in die Küche und nahm ein Päckchen Streichhölzer auf, dass er neben dem Gasherd abgelegt hatte.
Marc trat an seine Seite und sah bittend zu ihm auf. Langsam drehte sich Friedrich zu ihm um und riss das Zündholz an. Er strich mit einer Hand die langen, bunten Haare Marcs aus dem Gesicht. Es war immer noch die gleiche führsorgliche Geste, wie am ersten Tag. Dann gab er ihm Feuer.
Marc erinnerte sich daran, wie der alte Mann ihm das erste Mal die Strähnen aus seinen Augen strich. Ein tiefer Stich fuhr in sein Herz. Er konnte nicht verleugnen, dass er sich damals, vor sieben Jahren, sofort in Friedrich verliebt hatte. Die freundlichen, intelligenten Augen, das Lächeln, die behutsame, sanfte Führsorge verfolgten ihn.
Marc zog an seiner Zigarette, sodass sie hell aufglühte. Er stieß den Rauch durch die Nase wieder aus und lächelte versonnen. Der alte Mann und der Stricher. Vor sieben Jahren sammelte Friedrich ihn auf der Straße auf. Marc war ein Ausreißer. An seinem dreizehnten Geburtstag kehrte er dieser Institution und der Schule den Rücken, nahm all sein Geld und ging nach Frankfurt/ Main, um dort zu arbeiten. Er hatte sich keine Sekunde Gedanken darüber gemacht, dass die 1.500 Mark garantiert nicht lange reichen würden. Aber er lernte es schnell. Niemand wollte ein Kind. Nur das Jugendamt und die Polizei wurden auf ihn aufmerksam. Er kam mehrfach nach Hause zurück, bis seine Eltern ihn in eine staatliche Anstalt schickten, aus der er mit vierzehn wieder fort lief. Jungen wie ihn, ohne Wohnung, Ausbildung oder Job. Schließlich versuchte er sein Glück in der Bahnhofsgegend Taunusstraße. Er hatte Leute kennen gelernt, die ihm sagten, dass mit Sex gutes Geld zu machen sei. Damit hatten sie Recht, aber es reichte nicht. An sich war es niemals genug, um ernstlich davon zu leben. Er rutschte immer weiter ab, immer tiefer in diesen Sumpf aus Existenzangst, Hunger, Armut und Sex.
Er war sich sicher, dass er noch nicht das absolute Ende erreicht hatte. Aber Friedrich, sein damaliger rettender Engel, der Mann, den er anbettelte, ihm ein paar Mark zu geben, nahm ihn mit sich, in seine einstige Wohnung in Frankfurt und half ihm langsam, wie einem Verletzten, wieder zu gesunden, gab ihm Kraft, Hoffnung und Freundschaft. Er war Marcs Welt, zumindest bis vor einigen Jahren. Er lernte Gabriel schon ziemlich am Anfang kennen, Friedrichs langjährigen besten Freund. Der Wiesbadener Foto-Künstler hatte ein genauso sanftes und friedliches Wesen, war dieselbe Art von gerechtigkeitsfanatisch, aber er war jünger, schön und erotisch. Marcs Verlangen ihn zu besitzen steigerte sich zu Anfang unbewusst, aber irgendwann wurde es ihm klar. In dem Moment kühlte das Gefühl für Friedrich ab, und er sah in ihm binnen kürzester Zeit nur noch eine Last. Aber jetzt, bei dieser Berührung, flackerte wieder kurz dieses Gefühl von Zärtlichkeit und Liebe auf.
Marc reckte er sich zu Friedrich und entzündete dessen Zigarette mit seiner eigenen.
Behutsam umschlang er den Nacken des alten Mannes und kraulte ihn, während er den Rauch inhalierte.
Mit einer elegant leichten Handbewegung nahm er die Zigarette aus dem Mund und blickte in Friedrichs hellgraue Augen.
„Was an mir liebst Du nur“, flüsterte er.
Friedrich sah ihn still an. Er musterten das hübsche, Knabengesicht nachdenklich.
„Ich weiß es nicht“, sagte er leise. Seine Stimme klang rau und dennoch warm. Sein Atem roch nach Zigaretten und Kaffee.
Gleichgültig was er sonst über Friedrich dachte, aber er mochte das Zusammenspiel von Gefühlen und Situation. Und im Moment fühlte er sich wie das ungezogene, verspielte, aber auch verführerische Kind, was seinen Vater unbedingt verführen wollte.
Außerdem liebte er den herben Geschmack auf Friedrichs Lippen, wenn er den ganzen Tag geraucht hatte, seine Bartstoppeln am Abend und seinen harten Penis in den hellen Jeans.
Marc rieb sich an Friedrich und spürte selbst, wie seine Erregung zunahm.
Er berührte die Erektion seines Liebhabers, streichelte sie intensiv.
Die Lider des alten Mannes flatterten, schlossen sich. Er bog sich Marcs kundigen Fingern entgegen.
Gleich was immer er im Anschluss empfand, wie leer er sich fühlte, im Moment konnte er nichts weiter tun als die schnelle, heftige Lust Marcs zu genießen.
„Fass mich an, Friedrich“, bat er.
Langsam und vorsichtig strich dieser über Hals und Schulter seines jungen Geliebten und tastete sanft über die gepiercten Brustwarzen, die sich bereits verhärtet hatten und das Gefühl seidiger kleiner Perlen unter seinen sensiblen Fingerspitzen auslösten.
Marc keuchte und umklammerte Friedrichs Penis noch fester.
Als sich seine Anspannung etwas gelöst hatte, öffnete er die Knöpfe der Jeans und befreite das große, starke Glied seines Liebhabers.
Friedrich sog die Luft durch die Zähne. Aber Marc hatte mehr vor, nicht nur den Höhepunkt durch seine kundigen Hände. Langsam sank er auf die Knie, bis er auf Höhe der Hüften Friedrichs angelangt war. Sekunden betrachtete er den dunklen, zuckenden, harten Penis und sog den Duft von Erregung ein. Wenn es doch immer so wäre, dachte Marc und leckte sehnsüchtig über die Eichel, bevor er Friedrichs Glied ganz in sich aufnahm.
Der Geist des jungen Mannes sprang zu Gabriel und der Woche in Wiesbaden, seine Eskapaden und der Tatsache, dass er deutlich Gabriels Hitze und Erregung gespürt hatte, als er angekettet, mit weit gespreizten Beinen auf dem Bett lag, die rote Seidendecke bereits feucht und klebrig von seinem Sperma und Gabriel, der über ihm saß, ihn fotografierte. Nicht die Tatsache, dass er ihn erregt hatte, machte Marc an, sondern die Tatsache, dass der Goth es ignorierte und geistig vollkommen mit den Bildern und Einstellungen beschäftigt schien. Gabs Selbstbeherrschung, gepaart mit seiner Schönheit, dem ebenmäßigen Gesicht, dem man das Alter nicht ansah und den langen, offenen Haaren, die wie ein seidiger Mantel zu den Oberschenkeln herab fielen und während des Shootings bei jeder Bewegung über Marcs Penis und seine Hoden strichen, machten den Punk so heiß, dass sich sein Verstand immer wieder vollkommen vernebelte.
Allein der Gedanke an diese Nähe, und was daraus entstand, ließ ihn nun, bei Friedrich, seine Hose öffnen und sich selbst streicheln…
Schließlich ließ er von dem Glied seines Geliebten ab und erhob sich, kurz bevor dieser einen Höhepunkt erreichte.
Marc zog seine Hosen herab und wendete Friedrich sein Nacktes Gesäß zu.
Vollkommen wortlos stieß der alte Mann in ihn und hielt einige Sekunden inne, um sich wieder etwas zu beruhigen. Er wollte noch nicht kommen. Nicht ohne Marc. Der Junge sollte einen schönen Höhepunkt erleben. Marcs leiser Aufschrei war Zeichen seines Gefallens. Er machte das Spiel mit, träumte sich aber Gabriel herbei, der sein langes, starkes Glied in ihn trieb und nun wartete, um ihn dann nur um so heftiger zu nehmen, gnadenlos, nur auf seine eigene Lust bedacht… Marc liebte es Gespiel und Lustobjekt zu sein, benutzt zu werden.
Um seinen Liebhaber stärker zu erregen bewegte er sich rhythmisch und sein Anus zog sich in heftigen Kontraktionen um Friedrichs Glied zusammen, schien ihn aussaugen zu wollen.
Behutsam streichelte der alte Mann Marcs Brust und tastete in seinen Schoß.
„Lass das!“ zischte Marc. „Fick mich einfach nur so hart du kannst. Schlag’ mich, binde mich, entfessele alle Lust in mir!“
Fast erschrocken betrachtete Friedrich ihn. Aber Marc gewährte ihm nur den Anblick seines geschorenen Hinterkopfes und seines nackten Pos.
Für einen Sekundenbruchteil wollte Friedrich dieses Spiel unterbrechen, aber er kam nicht dazu, weil Marcs Bewegungen ihn immer höher trieben.
Er spürte seinen Höhepunkt kommen. Ihm blieb nichts mehr als sich dem Spiel seines jungen Gefährten endgültig auszuliefern.
Pulsierend ergoss er sich in Marc.
Aber er fühlte nichts dabei, nur Leere und tiefe Enttäuschung.
Einen Herzschlag später verkrampfte sich Marc und seine Kontraktionen brachten auch Friedrich ein leises Nachglühen.
Doch das erstarb, als der Punk Gabriel flüsterte…
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