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... Doch das Leben geht weiter

Kurzbeschreibung
KurzgeschichteSchmerz/Trost / P12 / Gen
24.08.2013
24.08.2013
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24.08.2013 867
 
Alles war okay. Die Welt schien perfekt. Man denkt sich nichts dabei und peng und auf einmal zerbricht alles.


Ich liebe meine Oma. Wir haben uns auch ohne Worte verstanden. Sie lebte bei uns zu Hause und war oft alleine in ihrem Zimmer. Meine Eltern arbeiteten beide und ich, ich musste ja unbedingt telefonieren oder fernsehen. Nie fand ich Zeit sie zu besuchen. Ich hatte schlicht und einfach keine Lust. Jetzt ist dieses Zimmer leer.

Doch das Leben geht weiter.

Oft haben meine Eltern keine Zeit für mich. Sind selten weg. Ich bin zwar schon groß, aber wenn es dunkel wird, dann bin ich alleine in diesem riesigen Haus. Dann renne ich in ihr Zimmer weil ich Angst habe alleine in diesem Haus zu sein vor allem nachts.
Doch als ich die Tür öffne wird mir klar, dass sie nicht mehr da ist. Mich nicht lächelnd begrüßt und in die Arme schließt. Ich heule den Sessel voll, auf dem sie immer gesessen hat, aber das bringt sie nicht zurück. Dieser Gedanke jagt mir nur noch mehr Angst ein.

Doch das Leben geht weiter.

Meine Eltern streiten sich oft. Sie schreien sich gegenseitig an. Wir haben Schulden- das Haus nicht vollständig abbezahlt. Irgendwann verlässt uns mein Vater- er hat uns ein Jahr lang mit einer anderen betrogen. Dadurch reißt ein anderer Teil meines Herzens auf. Nun ist auch noch die eine Hälfte vom Bett neben Mama leer.

Doch das Leben geht weiter.

Ich gehe und suche Trost bei meinem Freund. Er aber bleibt nur eine halbe Stunde dann geht er. Ich bin traurig, dass er nicht länger bleibt, denke mir aber nichts dabei.

Das war ein Fehler.

An unserem Jahrestag erwisch ich ihn knutschend mit meiner besten Freundin, von der ich wusste dass sie mal in ihn verliebt war, die aber beteuert hatte, dass sie es nicht mehr tat.
Ich wurde eines besserem belehrt und so verlor ich auch noch zwei sehr wichtige Personen in meinem Leben. Mein Herz droht zu zerbrechen.

Doch das Leben geht weiter.

Meine Noten verschlechtern sich. Ich bemerke nichts mehr um mich herum. In meiner Klasse beginnen einige bereits zu tuscheln, doch das merke ich nicht. In meinem Zeugnis, als ich es bekam stand, dass ich die Klasse wiederholen soll.

Doch Leben geht immer noch weiter.

Meine Mutter mach sehr viele Überstunden damit wir die Schulden überhaupt abbezahlen können- mein Vater schert sich einen Dreck um uns. Und es sah so aus als ob wir uns durchkämpfen würden. Die Schulden wurden weniger bis gar keine mehr da waren.
Ich war leider zu sehr damit beschäftigt mich im Selbstmitleid zu suhlen, als zu merken, das es nicht gut um die Gesundheit meiner Mutter stand.

Ein noch größerer Fehler in meinem Leben.

Eines Nachts kam sie nicht zurück. Es regnete in Strömen. Dann kam der Anruf. In einer Kurve hatte sie ein Lkw erfasst. Das Auto Schrott, sie zusammengequetscht. Sie wurde ins Krankenhaus gebracht und das brachte mich endlich in die Realität zurück.

Nun sitze ich an ihrem Bett. Sie schläft und ist in einem jämmerlichem Zustand, aber sie lebt. Dieser Unfall hätte sie eigentlich umbringen können. Mein Vater schert sich natürlich wieder nicht darum. Die Ärzte wissen nicht wie es mit meiner Mutter weitergehen sollte. Ich bin am Boden zerstört.

Doch das Leben geht immer noch weiter. Ist das Leben nicht ein grausames Spiel?, fragte ich mich.

Dennoch klammere ich mich an die letzte Hoffnung. Bete jeden Abend zu Gott, dass alles gut wird. Nahm mir viele gute Vorsätze vor, ich würde sie auch erfüllen...





































Nach fünf Jahren ist alles wieder gut. Zwar habe ich immer noch diese Narben in meinem Herzen aber sie tun nicht mehr weh. Meine Mutter hat überlebt und kann sogar wieder laufen. Sie hat sogar jemanden gefunden der sie liebt und sie ihn. Ich habe sogar eine gleichaltrige Schwester, Stiefschwester, von der ich schon immer geträumt habe, die ich mir schon lange gewünscht habe. Die Lücken sind aufgefüllt, kein Zimmer ist leer und die Betthälfte ist nun auch aufgefüllt. Diese Menschen die mich verlassen haben, denen habe ich schon längst vergeben- naja fast. Und dennoch schaffte ich es irgendwie ihnen alles gute zu wünschen. Meine Oma mag zwar nicht mehr auf dieser Welt weilen, aber in meinem Herzen lebt sie immer noch genauso lebendig und freudig weiter- so wie ich sie immer in Erinnerung behalten habe und werde. Meine Noten haben sich gebessert. Ich möchte zwar nicht angeben, aber irgendwie habe ich mich auf Klassenbeste hochgearbeitet. Ich habe neue beste Freundinnen und die sind besser und verstehen mich auch mehr als meine alte beste Freundin. Das Haus ist abbezahlt und somit auch unsere Sorgen.
Außerdem, wer weiß wie es mit diesem Kerl weitergehen wird, den ich letztens im Supermarkt umgerannt habe und wir uns seitdem rein "zufällig" wieder begegnen. Er entsprich genau meinem Traumtypen und für morgen haben wir uns endlich entschlossen mal zu verabreden.

Man sollte nicht zu früh die Hoffnung aufgeben. Es gibt sehr schwere Zeiten aber nicht immer ist das Leben grausam.



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Ich weiß, ich weiß nicht gerade etwas sehr trauriges mit traurigem Ende, aber wisst ihr, ich mag das Ende und konnte es nicht übers Herz bringen das schlecht enden zu lassen.
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