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Liebe.. auch nach zehn Jahren?

von Gerlacsi
GeschichteFreundschaft, Liebesgeschichte / P18 / Gen
Francesca "Frankie" Thomas Matthew McDougal
24.08.2013
05.02.2015
3
5.408
 
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24.08.2013 2.035
 
Ich ging in meine Heimatstadt zurück. Wie die anderen auf mich reagieren werden? Würden sie sich freuen? Würden sie mir verzeihen, dass ich weg ziehen musste? Würden sie mich ignorieren und hassen?
Ich suchte mir ein Taxi aus, als ich am Flughafen an kam und mein Gepäck schnappte und mit meinen High Heels zum Ausgang des Terminals stöckelte. Ich nannte dem Taxifahrer die Adresse von Kenny und lehnte mich zurück. Nach einer Stunde kamen wir endlich an. Es waren wenig Menschen unterwegs und niemand, den ich kannte. Ich bezahlte und stieg aus. Kennys Haus sieht immer noch wie in meiner Erinnerung aus. Es waren jetzt zehn Jahre her, als ich sie das letzte Mal gesehen hatte. wir blieben zwar die ganze Zeit über in Kontakt, jedoch war das viel zu wenig und wir hatten beide zu wenig Geld gehabt, um zu den anderen zu fliegen. Bis auf jetzt.
Ich nahm meine Koffer und ging die Treppenstufen hinauf. Leicht nervös klingelte ich. Die Tür wurde von einer breitgrinsenden Kenny geöffnet. Wir fielen uns in die Arme und fingen an zu weinen. „Hey, Frankie. Wir sind auch noch da.“ Ich erstarrte bei Rosies Worten. Ich löste mich von Kenny und rannte in die Arme meiner anderen drei Freundinnen. Und auch diese fingen an zu weinen. Als ich eine leichte Wölbung an Rosie bemerkte, hielt ich sie von mir. „Rosie, du bist…“ „Schwanger! Ich weiß. Ist das nicht toll?“ Ich lächelte sie an. „Und wer ist der Glückliche, wenn ich fragen darf?“ Ihr Gesicht wurde traurig. „Hey, nein. Nicht traurig sein.“ Sie blinzelte lächelnd ihre Tränen weg. „Es war nur einmal und ich wurde sofort schwanger. Er weiß aber von nichts.“ Wow, dass hätte ich niemals von ihr gedacht. Nicht die schüchterne Rosie, die ich kannte. „Ja, mein dummer Bruder würde das nie auf die Reihe kriegen, mit einem Kind.“ Ich sah Lyndz geschockt an. „Michael ist der Vater?“ Jetzt fing Rosie an zu weinen. „Ich war so dumm gewesen. Wir gingen auf eine Party und haben eine Menge getrunken und dann war da Michael und weil ich immer schon leichte Gefühle für ihn hatte, habe mich endlich mal getraut mit ihm zu reden und zu tanzen. Und dann sind wir zusammen im Bett gelandet. Es war wunderschön, Frankie. Es war alles perfekt. Uns war es aber dann doch etwas peinlich und wir beschlossen, Freunde zu bleiben. Tja und ein paar Tage später, kotzte ich ihm direkt vor die Füße. Ich bin sofort zum Frauenarzt gegangen und dieser gratulierte mir freudestrahlend, ich sei schwanger.“
Ich schluckte. „Und er weiß es nicht, weil..?“ „Ach Frankie, komm schon. Er ist ein Idiot. Er hat schon mich zig Weibern geschlafen und nur für eine Nacht. Er ist ein totaler Macho geworden, genauso wie die anderen beiden Vollidioten. Er würde und könnte sich niemals um ein Kind kümmern.“ Lyndz nahm Rosie in den Arm. „Aber wir werden uns darum kümmern. Es wird ja schließlich mein Neffe oder meine Nichte.“ Die Beiden lächelten sich an. „Und wie erging es euch anderen in den letzten zehn Jahren?“ „Wir haben alle einen super tollen Abschluss gemacht und einige haben studiert und einige sind noch dabei. Lyndz und Fliss sind jetzt richtig reiche Geschäftsfrauen. Lyndz betreibt mit mehreren Partnern ein Gestüt und eine Pferdeschule und Fliss hat ein eigenes Modelabel und ist erfolgreich damit. Rosie arbeitet neben der Uni noch bei der angesagtesten Zeitung hier und ist eine gute Journalistin. Ja und was ich mache, weißt du ja. Ich habe Sport und Medizin studiert und bin Fachärztin für Sportverletzungen. Außerdem mache ich ja noch so ziemlich viel Sport.“
Ich lächelte die Mädchen an. Sie hatten echt eine Menge aus sich gemacht. „Und was ist mit dir, Frankie? Kenny hat uns viel erzählt, aber wir wollen das auch mal von dir hören.“ Ich lachte. „Ich habe ebenfalls ein gutes Abitur gemacht und studiert. Jedoch habe ich mich dann umentschieden und bin Schauspielerin am Theater geworden. Und bekam vor einem Jahr die Hauptrolle bei einem Musical. Ich verdiente so viel Geld, dass ich endlich hier her fliegen und euch wiedersehen konnte.“ Ich umarmte noch mal alle. Wir saßen auf der Couch von Kenny und redeten über viele Dinge. Bis es allmählich dunkel wurde und Kenny fluchend aufstand. „Was ist denn los?“ „Wir haben noch eine Überraschung für dich. Wir gehen in den angesagtesten Club in der Gegend. Ziehe dir was Schickes an und dann nichts wie los.“ Ich wurde mit meinen Koffern in Kennys Bad geschoben. „Und ihr?“ „Wir ziehen uns in meinem Zimmer um. Beeil dich.“ Und das tat ich auch. Nach zwanzig Minuten war ich fertig. Ich trug ein schickes schwarzes, bis zu den kniegehendes Kleid. Es hatte hinten einen großen Ausschnitt und vorne war es so geschnitten, dass es mein Dekolleté super betonte. Ich ließ meine langen Haare lockig offen und trug nur einen Hauch von Make up auf.  Zuletzt zog ich meine schwarzen High Heels an und schnappte mir eine kleine Tasche. Die anderen Mädchen kamen gerade die Treppe hinunter und sahen genauso super aus wie ich. „Na dann mal los, Mädels.“
Wir fuhren mit Lyndz Auto und hielten auf dem Parkplatz vor dem Club an. Nach einer kurzen Absprache mit dem Türsteher, gingen wir hinein. Die Musik war laut, aber noch angenehm irgendwie. Der Saal war riesig. In der Mitte waren sehr viele Menschen, die zur Musik tanzten. Eine Bar zog sich der Länge nach an der Wand durch den Raum. Eine Treppe führte zur oberen Etage. Wahrscheinlich ein ruhiger Bereich. Kenny und Fliss zogen mich zur Bar. Rosie und Lyndz gingen zur Tanzfläche. Wir bestellten uns Cocktails. Ich drehte mich um und mein Blick glitt über die tanzende Menge. „Wer ist das bei Rosie und Lyndz?“ Kenny drehte sich um und guckte in die Richtung, in der ich zeigte. „Das ist Michael.“ Meine Augen wurden groß. Wow. Er war ein Riese. Ein gutaussehender Riese. „Hey Frankie, hör auf zu sabbern.“ Ich schlug Kenny gegen ihren Arm. „Haha.“ „Hier Ladys, eure Drinks.“ Ich erkannte die Stimme und drehte mich um. Vor mir stand Marco. Ein echt heißer Marco. Ich bekam meinen Mund nicht mehr zu. Er war genauso gewachsen und seine italienischen Wurzeln brachten sein Äußeres noch besser zur Geltung. „Frankie, mach den Mund zu.“ Marco horchte auf und sah mich an. „Wow, Frankie. Gut siehst du aus.“ Ich lächelte ihn an. „Danke, aber du auch.“ Und wie er gut aus sah. Richtig zum Vernaschen. „Und was machst du hier?“ „Ich habe nur ein paar alte Freunde besucht. Hätte endlich mal Geld dafür.“ Marco nickte und lächelte mich an. Mir wurde ganz warm. „Das ist schön. Naja, hier ist heute mal wieder eine Menge los und ihr seid leider nicht die einzigen Gäste die ich bedienen muss. Vielleicht sieht man sich ja noch einmal.“ Mit einem Lächeln drehte er sich um zu anderen Gästen. „Er ist ganz schön gewachsen.“ Kenny und Fliss grinsten mich an. „Hey Fliss, wieso hast du dir den nicht geschnappt?“ Fliss wurde rot. „Wir waren auch eine Weile ausgegangen, aber ich hatte immer weniger Zeit für ihn und dann gar keine mehr und habe Schluss gemacht.“ „Aber jetzt hast du wieder Zeit?“ Fliss grinste mich an. „Und wie ich die habe.“ Mehr sagte sie nicht und sah lächelnd Marco hinterher.
„Hat Marco denn eine Freundin?“ Kenny lachte. „Ne du. Er und die anderen beide Idioten haben nie eine feste Beziehung. Nur mal ein paar Mal Sex und das war es dann.“ „Ach so. Und Marco gehört dieser Laden?“ „Den Dreien gehört er jetzt. Marco ist der Chef an der Bar und kann super Getränke mixen, Michael ist immer direkt bei der Partymeute und Matthew ist meistens bei seinen privaten Gästen und kümmert sich um alles.“ Matthew. Erinnerungen kamen in mir hoch. Damals war immer eine merkwürdige Spannung zwischen uns gewesen. Keine Liebe, aber irgendetwas war da gewesen. Und bevor ich das herausfinden konnte, mussten wir umziehen. Ich schluckte die Erinnerungen hinunter. „Ist er heute auch da?“ Ich war ein wenig nervös. Wie er wohl aussah nach zehn Jahren? Marco und Michael hatten sich auch ganz schön gemausert und sahen echt verdammt gut aus. Wie sah wohl Matthew aus? Er sah damals als Junge schon gut aus.
Meine Gedanken überschlugen sich und ich trank meinen Cocktail komplett aus. Und bestellte mir noch einen. „Hey, immer langsam, Frankie. Du willst doch nicht gleich unterm Tisch liegen?“ Ich lachte sie an. „Ich hatte gerade bloß ziemlichen Durst. Das ist alles.“ Kenny nickte, sah mich aber komisch an. Sie wusste, dass es mit Matthew zu tun hatte.
Nachdem ich meinen zweiten Drink ebenfalls zügig geleert hatte, ging ich zu Lyndz und Rosie auf die Tanzfläche. Rosie tanzte engumschlungen mit Michael. Ich kicherte und Michael sah in meine Richtung. Seine Augen weiteten sich und sein Blick musterte mich von oben bis unten. „Frankie?“
Ich lächelte ihn an. „Ja, die bin ich.“ „Wow. Siehst gut aus.“ „Danke, du auch.“ Er lächelte zurück. Typisch. So leicht konnte man einem Mann schmeicheln. Er und sein Ego. Aber er sah auch verboten gut aus. Rosie lächelte mich an. Ich nickte ihr aufmunternd zu.
Als ich langsam nicht mehr tanzen konnte, gesellte ich mich wieder an die Bar zu Kenny und Fliss. Letztere war ziemlich heftig am flirten mit Marco. Ich grinste Kenny an. Lyndz kam bald zu uns und wir sahen fragend zu Rosie. Die jedoch nirgendwo zu sehen war. „Bevor ihr fragt, sie ist mit meinem Bruder nach oben verschwunden.“ Keiner sagte etwas. Nach einer Weile des Schweigens, ging ich auf die Toilette. Danach sah ich mich im Saal um. Ein Mann trat neben mich und fragte höflich, ob ich tanzen möchte. Ich bejahte und wir tanzten. Manchmal weit auseinander oder ziemlich nah beieinander. Ich lächelte ihn an und er mich. Seine Hände lagen ziemlich heiß auf meinen Hüften und sein Atem streifte mein Gesicht. Ich war schon ziemlich angeheitert und mir gefiel es, wie er mich ansah. Als er mich jedoch küssen wollte, fiel mir Matthew ein und ich drehte meinen Kopf weg. Wieso musste der mir ausgerechnet jetzt in den Sinn kommen? Ich hatte ihn zehn Jahre lang gekonnt vergessen und jetzt dachte ich permanent an ihn. Ich sah mein Gegenüber entschuldigend an, sagte, dass ich bereits jemanden hatte und lief eilig zu meinen Freundinnen.
„Wow, Frankie. Mit wem hast du dich denn amüsiert?“ Ich lief rot an. „Keine Ahnung wer der Typ war. Aber es hat echt Spaß gemacht mit ihm zu tanzen, doch als er mich küssen wollte, konnte ich irgendwie nicht. Ich habe keinen Freund oder so, aber irgendwie ging das nicht.“ Kenny grinste wissend. „Hey, ich hab eine Idee. Wollen wir nicht in einen ruhigeren Bereich gehen?“ Wir nickten und gingen zur Treppe, liefen hinauf und ich bekam meinen Mund nicht mehr zu. „Wow.“ Mehr brachte ich nicht heraus. Hier oben war es genauso groß wie unten. An den Wänden standen etliche Sitzmöglichkeiten und am Geländer konnte man stehen oder auf Hockern sitzen. Auch hier oben gab es eine Bar, jedoch viel kleiner. Kenny winkte jemanden und wir folgten ihr. Es waren nicht viele Personen hier oben. Ich sah mich nach Rosie und Michael um. „Falls du Rosie suchst, sie ist bestimmt in den Privaträumen von den Dreien.“ Ich sah Lyndz fragend an. „Ihr Haus bzw. Appartement grenzt direkt hier an. Ist ziemlich praktisch, wenn du mich fragst.“
Wir lächelten uns an und ein Mann in der gleichen Uniform wie Marco kam auf uns zu. „Was wünschen die Damen zu trinken?“ Wir gaben ihm unsere Bestellung und unterhielten uns mit Kennys Freundinnen.
Es wurde immer später und wir waren die letzten Gäste im Club. „Huch.“ Kenny wollte aufstehen, kippte jedoch wieder nach hinten. „Ups“, kicherte sie. Wir waren ziemlich betrunken. „Mädels, bevor wir gehen, muss ich noch mal auf die Toilette.“ Sie nickten mir zu und ich ging ziemlich torkelnd zur Toilette. Als ich wieder hinaus kam, prallte ich gegen jemanden und fiel auf den Boden. Davor jedoch, wurde ich von zwei starken Armen gehalten, die meinen Aufprall verhinderten. „Entschuldige.“ Nuschelte ich. Der Mann neben mir lachte. „Es war genauso meine Schuld. Darf ich sie noch zu ihren Freundinnen begleiten?“ Diese Stimme. Sie kam mir bekannt vor. Ich sah in sein Gesicht und erstarrte. Ich lag in Matthews Armen.
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