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Eine gewisse Anhäufung von Begebenheiten

Kurzbeschreibung
KurzgeschichteFreundschaft, Sci-Fi / P6 / Gen
24.08.2013
28.09.2013
3
3.573
1
Alle Kapitel
4 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
24.08.2013 1.521
 
Dies ist mein Beitrag zu dem Projekt: Sag mal WAS hast du genommen?
Viel Spaß beim Lesen!

Fandom: To aru majutsu no Index/ A Certain Magical Index

1.Kamijou Touma
2.Misaka Mikoto
3.Index
4.Accelerator
5.Hamazura Shiage
6.Tsukuyomi Komoe
7.Shirai Kuroko
8.Last Order

Aufgabe: 1. Nr. 1 & 8 müssen zusammen kochen/einen Kuchen backen/Pralinen machen.



1. Süßer Gefallen

„Hmm…“, Kamijou Touma blickte mit gerunzelter Stirn und unzufrieden hinuntergezogenen Mundwinkeln auf seinen vollkommen normalen und billig an der Ecke gekauften Bleistift hinab. Der Grund für seinen missbilligenden Gesichtsausdruck war die Miene des Stiftes. Diese war nämlich abgebrochen. Der schwarzhaarige Jugendliche langte in seine Schultasche und holte die Lösung heraus. Ein Bleistiftanspitzer.

Einige Umdrehungen später legte er das rettende Instrument weg und setzte die nun spitze Bleistiftmiene wieder an seine halb fertig bearbeitete Hausaufgabe und drückte auf. Die Miene brach und Touma atmete einmal tief ein und wieder aus.

Er wiederholte geduldig das Schärfen seines illoyalen Schreibwerkzeuges und ließ den Stift wieder über der Stelle schweben bei der er unterbrochen hatte. Kleine Schweißtropfen bildeten sich auf seiner Stirn, dank seiner auf maximaler Stufe gestellten Konzentration. Langsam und vorsichtig senkte sich die Miene und der Jugendliche näherte sie dem Blatt mit der Präzision eines Chirurgen bei einer Herzoperation. Gepresste Kohle traf auf getrocknete Cellulosefasern… und das Papier siegte. Die Bleistiftmiene brach ein weiteres Mal.

„RAAAHH!“, brüllte Touma wild und sprang von seinem niedrigen Schreibtisch auf. Die Arme zu einen wütenden Standbild von sich werfend flog ihm gleichzeitig der Stift, der in der letzten halben Stunde mehr als die Hälfte seiner Länge verloren hatte, aus der Hand, „Das war bereits das dreiundfünfzigste Mal! Verdammter Bleistift! So ein Pech-!“

Sein restlicher, lauter Monolog wurde unterbrochen, als jemand an der Tür klopfte.

„Huh?“, Touma senkte die Arme und blickte neugierig zur Tür, „Ist Index etwa schon zurück?“ Seine gesamte Körperhaltung hinterließ für den neutralen Beobachter den Eindruck, dass sein frustrierter Schrei von vor zehn Sekunden niemals stattgefunden hatte.

Index, das quirlige Mädchen mit den langen silbernen Haaren und weißer Nonnentracht, war ausgegangen, da Touma nicht viel Unterhaltung bot, wenn er Hausaufgaben machte und im Fernseher lief nichts Interessantes, laut ihr. Das war ehrlichgesagt eine Überraschung für den Jugendlichen, seine religiöse Mitbewohnerin war nie wirklich wählerisch gewesen darüber, was sie schaute, schließlich war der TV an sich bereits etwas Faszinierendes für sie. Vielleicht hatte sich ihr Standard erhöht?

Touma öffnete mit leicht hängenden Schultern die Tür zu seiner bescheidenen Wohnung. Er hatte gehofft noch eine Weile die Ruhe zu genießen, die sich ohne Index plötzlich in der illegalen WG ausgebreitet hatte. Doch seine Augenbrauen hoben sich zu einer überraschten Mimik, als er feststellte, dass hinter der Tür tatsächlich ein kleines Mädchen stand, jedoch nicht das welches er erwartet hatte.

„Hallo, Touma!“, grüßte ihn eine helle Stimme fröhlich und heiter, dass er fast von dem Schein des Glücks, dass das Mädchen ausstrahlte geblendet wurde.

„Last Order? Was machst du denn hier?“

Die zweit jüngste, jedoch am jüngsten ausschauende, der Misaka Schwestern gab ihm ein strahlendes Lächeln, biss sich aber dann etwas verlegen auf die Unterlippe und spielte mit ihrer zu großen, militärischen Schutzbrille.

„Morgen ist doch Valentinstag, richtig?“

„Oh, ist das so?“, fragte Touma träge, nur um nicht unhöflich zu sein. Er blinzelte zwei Mal. „Und was hat das damit zu tun, dass du mich besuchst? Nicht das ich etwas dagegen habe...“, er öffnete die Pforte weiter und machte eine einladende Bewegung, „Komm herein. Möchtest du Tee?“

Last Order schien ihre Nervosität wieder abgelegt zu haben. „Danke! Dann trete ich mal ein…“

Erst als das Mädchen an Touma vorbei ging und die Wohnung betrat, bemerkte der schwarzhaarige Jugendliche die volle Plastiktüte, die es mit sich schleppte.

„Was ist in der Tüte?“, wollte er verwundert wissen.

Last Order stellte ihr Gepäck in der Nähe der Küche ab und holte eine Packung Puderzucker aus der weißen Tüte. Sie zwinkerte Touma zu, während sie ihm die Zutat entgegenstreckte. „Ich wollte dich um einen kleinen Gefallen bitten!“

Der Jugendliche warf einen besorgten Blick zu seinen unvollständigen Hausaufgaben auf seinem Schreibtisch hin, doch seufzte einen Moment später geschlagen als er die bittenden Augen von Last Order bemerkte. „Urg, worum geht’s?“

Touma beschloss, dass er die richtige Entscheidung getroffen hatte, als ein strahlendes Lächeln auf dem Gesicht des Mädchens erschien. Er antwortete mit seinem eigenen leicht schiefen Lächeln. „Also. Schieß los! Womit kann ich dir helfen?“

„Tja, du weißt, morgen ist doch Valentinstag, also hab‘ ich mir gedacht, ich, naja…“



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Ein süßer Duft lag in der Wohnung und würde jedem Fan von Süßigkeit das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen. Die Quelle für das herzhafte und schokoladene Aroma war eine Schüssel mit kakaofarbener Masse, die in einem Wasserbad geflissentlich mit einem großen Löffel umgerührt wurde. Die kleinen Hände, die das Utensil bedienten gehörten zu Last Order, die auf einem Stuhl stand, um besser an die Herdpatte heranzukommen. Ihre Stirn war in Konzentration und Anstrengung gerunzelt.

„Uff, wie lange muss ich noch rühren?“, wollte sie seufzend wissen. Ihre Arme waren schon müde von dem monotonen Rühren der breiigen Masse.

Wie ein bedachter, alter Kampfkunstmeister, schaute Touma über ihre Schulter und analysierte ihre Arbeit.

„Der Puderzucker und das Kakaopulver haben sich vollständig im Kokosfett aufgelöst. Gut. Jetzt musst du noch mindestens zehn Minuten weiterrühren, damit die Schokolade schön zart wird.“, antwortete er und nickte weise.

„N-noch so lange?“, stieß das Mädchen erschrocken aus, doch ihr Gesichtsausdruck wurde im nächsten Moment wieder entschlossen. „Ok!“

Doch bevor sie ihre Arbeit mit neuem Eifer weiterführen konnte, nahm eine größere Hand ihr den Löffel aus ihrem Griff. Last Order blickte verwundert zu Touma auf, dieser lächelte.

„Ich rühr die Masse für dich weiter. Geh und such nach einer passenden Gussform für die Schokolade.“

Das Mädchen schenkte ihm ein erleichtertes Lächeln und sprang vom Stuhl, um ihre nächste Aufgabe in Angriff zu nehmen.

Last Order hatte das Misaka-Netzwerk gestern den ganzen Tag dazu verwenden, heraus zu finden, wie man Schokolade selber herstellte. Nachdem sie erfuhr, dass es Tradition war für Mädchen den Jungen, die ihnen gefielen, an Valentinstag selbstgemachte Schokolade zu schenken, wollte sie alles darüber wissen. Sie hatte zwar das Wissen gefunden, aber das Geschick in der Küche fehlte ihr. Deswegen hatte sie die Person aufgesucht, von der sie sich sicher gewesen war, dass sie ihr ohne viele Fragen zu stellen helfen würde.

Zwanzig Minuten später goss Touma die heiße Schokolade in die Gussformen, die Last Order zusammengesucht hatte. Das Mädchen hatte ziemlich viele Zutaten mitgebracht und nun hatten sie eine Menge Schokoladenrohmasse hergestellt.

„Als nächstes Stellen wir die Formen für eine Viertelstunde in die Kühltruhe, dann muss man sie nur noch hübsch verpacken.“, zählte Touma die nächsten Schritte auf und tat genau dies.

„Und fertig?“, fragte Last Order enthusiastisch und half ihm beim Wegstellen.

„Und fertig.“, bestätigte der schwarzhaarige Jugendliche, „Ich bin mir sicher, dass die Person, die deine Schokolade bekommt, sich freuen wird.“, er kratzte sich am Hinterkopf und schaute suchend in seiner Wohnung herum, „Ich glaub‘, ich hatte noch irgendwo etwas bunte Pappe und Buntstifte herumliegen…“

Last Order grinste.

„Nicht nötig.“, sie holte eine Packung Glitzerstifte, mehrere Bögen dekoratives Papier, Geschenkbänder und farbenfrohe Sticker hervor, „Ich komme vorbereitet!“, sie ließ alles auf Toumas Schreibtisch – genauer gesagt seinen immer noch nicht fertigen Hausaufgaben – fallen.

Der Jugendliche lachte etwas nervös bei dem Anblick seines Tisches, der so aussah als wäre einem Regebogen auf der Arbeitsplatte schlecht geworden.

Mit einem Seufzen gesellte er sich zu Last Order an den Tisch und nahm Schere und Papier zu Hand.



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Accelerator öffnete die Augen und setzte sich in seinem Bett auf. Die Hand durch die weißen Haare fahrend schaute er zu seinem Nachttisch herüber. Der Wecker zeigte 6:29. Eine Minute bevor der nervige Weckton ertönen würde. Nach dem genaueren Sekundenanzeiger hätte er noch 27, 26, 25 Sekunden, bevor die Stille durchbrochen sein würde. Accelerator war nun schon so oft genau zu dieser Zeit, jeden Morgen aufgewacht, dass seine innere Uhr ihn bereits von allein aufwachen ließ. Und da ihn der Weckalarm so sehr nervte, hatte seine innere Uhr entschieden, ihn immer kurz vorher zu wecken, damit er etwas weniger schlechte Laune an dem neuen Tag hatte.

Drei Sekunden bevor der Wecker losdröhnen konnte, schlug Accelerator auf die Ausschaltfunktion. Damit wäre ein ganz normaler Morgen, wie jeder andere, angefangen, wäre ihm nicht etwas aufgefallen. Auf seinem Nachttisch, hinter dem Wecker, saß etwas buntes, in Klarsichtfolie verpacktes. Der weißhaarige Jugendliche runzelte die Stirn und hob das mysteriöse Objekt auf.

Beide seiner Augenbrauen hoben sich bei dem Anblick von nett verpackter Schokolade. Rotes, gekräuseltes Geschenkband war ungeschickt um es gewickelt. Mehrere kitschige Herzsticker verzierten die Folie und eine kleine Karte mit silbern glitzernder Schrift war mit Geschenkband festgemacht.

Fröhlichen Valentinstag!

Stand auf der Karte. Dahinter war ein übertrieben glückliches Smiley gezeichnet. Accelerator kannte bloß eine Person, die ausgerechnet ihm von allen Menschen auf der weiten Welt so ein Geschenk machen würde...



Die Tür zu seiner Wohnung schloss sich in einem leisen Klicken, als Accelerator sie zudrückte. Der weißhaarige Jugendliche schritt sich an seinem Gehstock abstützend den Flur Richtung Ausgang entlang. Dabei bemerkte er jedoch nicht, dass ein kleines Stück rotes Geschenkband aus seiner Hosentasche herauslugte.
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