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Alanee und die Göttin

von Servala
GeschichteAllgemein / P12 / Gen
Liara T'Soni Matriarchin Benezia
24.08.2013
09.09.2013
2
4.107
 
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Dieses Kapitel
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24.08.2013 2.151
 
Inhalt:  Lady Benezia besucht mit ihrer zehn jährigen Tochter den Tempel von Athame in Armali/ Thessia. Dort ist die kleine Liara T´Soni begeistert von einem Artefakt, dem "Speer von Alanee" und ihre Mutter erzählt ihr die Geschichte der Asari, die von der Göttin gesegnet wurde.

Doch noch ist Liara zu klein um das ganze Ausmaß zu verstehen und so bleibt eine Legende nur eine Legende

Disclaimer: Alle in dieser Story verwendeten Charaktere und Grundkonzepte sind Eigentum der jeweiligen Rechteinhaber. Sie werden einzig und allein zu Unterhaltungszwecken genutzt. Eine Copyright-Verletzung ist weder beabsichtigt noch impliziert.

Hauptcharakter: Matriarchin Benezia; Liara T´Soni; Alanee

Anmerkung: Ein Schelm der Böses dabei denkt das Alanee ein Anagramm von Aleena ist ;)

und ein von mir gezeichnetes Bild (erwartet also nicht zu viel ;)) von Alanee gibt es bei mir auf Deviant Art http://servala.deviantart.com/art/Alanee-396321345

und keine Ahnung ob das alles Geschichtlich und mit der Lore so stimmt. Für mich wars so :D
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„Und? Hast du etwas interessantes gefunden, Liara?“ Die kleine zehn jährige Asari starrte fasziniert zu einer Vitrine in der Mitte des Tempels von Athame. Sie befand sich an einem zentralen Platz, von Sonnenlicht beschienen und in ihr befand sich ein einzelner Speer. Er war nicht besonders groß. Er war auch nicht aufwendig mit Edelsteinen besetzt wie so viele andere Ausstellungsstücke, doch trotzdem war er wunderschön in den Augen der kleinen Asari. Die Gravuren die auf ihn eingeritzt waren, befanden sich vergrößert am unteren Rand der Vitrine und es waren Tiere, wie Liara sie noch nie gesehen hatte.
„Er ist wunderschön“, sagte sie und blickte aus großen Augen zu ihrer Mutter. Benezia nickte und schmunzelte, dann griff sie die Hand ihrer Tochter und führte sie dichter, um sie hochzuheben und sich auf die Hüfte zu setzten. „Das ist er. Der Speer von Alanee ist eines unserer ältesten und wichtigsten Artefakte.
In Liaras Gesicht stand pure Neugierde geschrieben. „Wer war sie?“ Benezia ging mit ihrer Tochter auf dem Arm um die große Vitrine herum, so das Liara den Speer von allen Seiten sehen konnte. „Sie war die erste Anführerin unseres Volkes, deren Namen wir kennen. Die erste große Matriarchin, die uns anführte. Wir fanden ihr Grab tief in einer der Kristallhöllen auf dem unteren Kontinent. Sie muss wirklich etwa besonderes gewesen sein...“

„... Alanee lebte in einer Zeit in der unser Volk beinahe von Thessias Oberfläche verschwunden wäre“, begann Benezia nachdem sie sich mit ihrer Tochter in eine gemütliche Sitzecke gesetzt hatte. Seitdem sie ihre Tochter in dem Park vor ihrer Wohnung gefunden hatte, wo sie als sieben Jährige nach Ruinen im Gras gebuddelt hatte, forcierte sie das Interesse der jungen Asari und nahm sich wann immer es ihr möglich war die Zeit ihr die Vergangenheit näher zu bringen.
„Es war kalt. Es muss wirklich schrecklich kalt gewesen sein, denn damals verschwanden auch die großen Landsäugetiere und die großen Raubtiere die es unseren Vorfahren schwer gemacht haben. Wir waren noch Sammler- und Jägerinnen, zogen in kleinen Familiengruppen umher und versuchten irgendwie zu überleben. Oft war es nur eine Mutter mit einer oder mehrerer ihrer Töchter. Alanee war die jüngste in ihrer Familie und sie lebten an einem der großen Berghänge im Athamegebirge. Unsere Archäologen haben Felsmalereien gefunden von Asari die nur mit Speer“, sie deutete auf die Vitrine, „oder Pfeil und Bogen gejagt haben. Viele kamen dabei ums Leben.“ Liara sah sie aus großen Augen an. „Wieso haben sie keine Biotik benutzt?“ Benezia lächelte milde und lehnte sich entspannt zurück. „Das konnten sie nicht. Erst Athame brachte uns das Geschenk der Biotik.“

Was Benezia ihrer Tochter nicht erzählte und was nur sehr sehr wenigen Matriarchinnen bekannt war, war die Tatsache das dieses Geschenk sie beinahe ausgerottet hatte. Die Protheaner hatten Thessia mit E-Zero angereichert und die natürlichen Vorkommen fast verhundertfacht. Der Prozess hatte als negativen Effekt den Planeten in eine heftige Eiszeit gestürzt, viel heftiger als alle bis dahin bekannten. Damals wäre das Leben ohne das weitere Eingreifen von außen vom Planeten verschwunden.
Die Protheaner, angeführt von Athame, brachten ihnen die Biotik und lehrten sie Pflanzen anzubauen, zu Schreiben, Städte zu gründen. Die Asari hatten im Verlauf ihre Wanderungen aufgegeben und sich angesiedelt. Es war die Begründung ihrer Kultur gewesen und der Startschuss in eine rasante Entwicklung. Von dem Wissen profitierten die Asari noch heute, was ihnen einen vordersten Platz in der intergalaktischen Gesellschaft einbrachte.

„Alanee komm endlich!“ Ihre Mutter rief ungeduldig und die junge Asari schaute zu ihr, dann nickte sie und zog ihren Pelzmantel um sich. Sie fror und hatte Hunger, doch sie hatten seit Tagen nichts gefangen. Asari konnten Wochen ohne Essen auskommen, doch jeder weitere Tag schwächte sie und machte ihnen das weiterkommen schwerer. Sie blickte hinauf zu dem gewaltigen Gebirge. Früher waren sie von Bäumen umgeben gewesen, das hatte ihre Mutter ihr erzählt, die es noch von ihrer Großmutter wusste. Alanee kannte nur die kargen Felsen, die schroffen eisblauen Steine die unter einer gewaltigen Eisschicht glitzerten. Von Jahr zu Jahr wurde es kälter.
Normalerweise würde ihre Mutter mit ihr und ihren beiden Schwestern jetzt nach Süden ziehen, dorthin wo das Land in das Meer überging und versuchen auf den Schollen vor der Küste Meerestiere zu fangen. Doch Tila war vorsichtig geworden, nachdem sie beinahe ihre älteste Tochter dort im letzten Jahr verloren hatten. Desora war abgetrieben worden und die Eisscholle beinahe gesunken. Erst nach Tagen hatten sie einander wiedergefunden und Aleenas Schwester war danach schrecklich krank geworden.
Tila wollte das Meer meiden und folgte einem Gerücht. Dort, in der Mitte des Gebirges gab es eine gewaltige Ebene und wenn es stimmte, Herden von gewaltigen Huftieren die in einem von Vulkanen noch erwärmten Gebiet grasten. So war es früher gewesen. Doch als Alanee in Richtung der Berge blickte, fühlte sie eine seltsame Leere in sich.

„Sie sollte recht behalten. Der Legende nach passierten sie den Berghang und als sie auf die Ebene unter sich blickten und dort nichts als Eis sahen, brach ihre Mutter zusammen. Sie konnte nicht mehr und der Anblick einer endlosen Weite, ohne eine einzige Tierspur, ohne einen Strauch mit harten Nüssen, war zu viel für sie. Sie muss auch schon sehr alt gewesen sein. Wir Asari wurden noch keine eintausend Jahre zu der Zeit. Unsere lange Lebensspanne kam erst nachdem wir bessere Möglichkeiten hatten für unsere Nahrung zu sorgen.“ Benezia streichelte ihrer Tochter über die kleinen Tentakel. Liara hatte die Knie angezogen und kaute unbewusst auf ihrer Unterlippe.
„Ihre Schwestern sollen alles versucht haben um sie zum weitergehen zu bewegen, doch am Ende blieb ihnen keine andere Wahl. Sie konnten nicht länger bleiben und mussten auch Alanee zurücklassen, wenn sie nicht auch sterben wollten.

Den fünften Tag in folge saß sie alleine neben dem Grab ihrer Mutter. Ihre Schwestern und sie hatten den toten Körper unter einem Haufen Steinen begraben, die sie mühevoll aus der näheren Umgebung geholt hatten. Sie konnte nicht mehr, ohne ihre Mutter und ohne Hoffnung hatte sie nicht weiterziehen können. Sie blickte auf die endlose Ebene unter sich und schloss die Augen. Bald würde die Nacht hereinbrechen und mit ihr nur weitere Kälte. Die Geister waren wirklich nicht gut zu ihnen, kein Essen, keine Wärme und jetzt war sie alleine. Sie konnte ihren Schwestern nicht böse sein, sie verstand wieso sie weiterzogen ums ich einer anderen Familie anzuschließen. Sofern sie in dieser Weite eine fanden die sie auch aufnahm und nicht einfach tötete, um Konkurrenten um das wenige Essen auszuschalten.
Alanee legte den Kopf zurück und blinzelte. Der Himmel mit den langsam beginnenden Sternen war wunderschön. Ein weißes Band zog sich, umgeben von unendlichen funkelnden Punkten über ihr hinweg und sie fragte sich, was dort oben wohl war. Einzelne Sternschnuppen regneten hinab. Ihre Mutter hatte sie Hoffnungsbringer genannt. Immer wenn viele Sterne auf den Boden fielen,  lag eine Veränderung in der Luft. Alanee sah wie sie alle an einem Ort niedergingen. Sie nahm ihren Speer, richtete ihn aus wie ihre Mutter es ihr beigebracht hatte und ritzte mit einigen Zeichen auf ihm die Position ein.

„Siehst du auf dem großen Foto die vier Striche unter einem Halbmond und den gezackten Linien?“ Liara sah zu dem Foto auf das ihre Mutter deutete und nickte. „Wir Asari waren schon immer gut darin uns an den Sternen zu orientieren. Ohne einen Mond der den Himmel nachts erleuchtet konnte man überall seine Position nach den neun Leitsternen ausrichten.“ Liara stand auf ums ich das Bild näher anzusehen und tippte auf eine Darstellung. Eine virtuelle Karte öffnete sich und zeigte ihr die errechnete Position an. Dort stand heute eines der wichtigsten Heiligtümer ihres Volkes, eine gewaltige Statue von Athame, aus eisblauen und sehr seltenen Gestein das es nur im Athamegebirge gab.
Sie ging zurück und kuschelte sich an ihre Mutter an. „Sie war ganz alleine, wie hat sie durchgehalten?“ Benezia streichelte ihr über den Kopf. „Was genau sie angetrieben hat wissen wir nicht, nur das sie es geschafft hat. Doch es muss eine schreckliche Reise gewesen sein. In der Tiefebene gab es nichts außer Eis und Wind. Keine Tiere, keine Bäume, Sträucher. Die Legende erzählt, das sie sich Eis abgebrochen hat und dabei fast ihre Zunge verlor. Doch unter extremen Bedingungen sind wir Asari zu großem fähig.“

Ihre Zunge war taub, sie spürte ihre Wangen nicht mehr und ihre Lippen waren rissig und blutig. Sie war nicht mehr weit von dem Ort der niederregnenden Sterne entfernt und stemmte sich auf ihren Speer um weiterzugehen. Der Wind war erbarmungslos und sie litt an Durst und Hunger. Eis zu essen ohne es vorher zu schmelzen war schlimmer gewesen als sie es sich hatte vorstellen können. Doch sie hatte nichts dabei um ein Feuer zu machen. Nichts außer ihrem Speer und ihrer Kleidung und beides brauchte sie.
Die Einsamkeit war entnervend. Sie waren früher auch oft tagelang schweigend gewandert, doch sie waren sich immer nahe gewesen. Hatten Nachts ihre Körperwärme geteilt und Trost in der Gruppe gefunden. Konnte eine von ihnen die Spitze nicht mehr halten, ging eine andere vorweg. Jetzt war sie alleine mit dem Wind.
Alanee fand Trost in dem Gedanken das sie bald Frieden finden würde. Sie war müde, am Ende ihrer Kraft und doch zog sie etwas weiter, ließ sie einen Schritt vor den anderen setzen. Alanee vermisste ihre Familie und sie dachte oft an ihre Schwestern. Vielleicht hatten wenigstens sie eine neue Zukunft gefunden.

„Dann, als sie wirklich nicht mehr konnte, hatte sie es geschafft. Sie stützte sich auf ihren Speer, zog sich vorwärts und kam an ein eine Senke.“ Liara blickte auf die Spitze und sah, das diese eingedellt war. „Was fand sie dort?“ Sie sah ihre Mutter mit offenen Mund an und die schob ihr sanft das Kinn nah oben. Sie könnte Liara sagen, wen oder was Alanee tatsächlich fand, doch Liara würde es nicht verstehen können. Alanee hatte das protheanische Raumschiff gefunden. An Bord hatte sich die Protheanerin befunden, die ihr Volk als Athame kannte.
Sie waren in der Einöde gelandet in dem Glauben das sich niemand dort aufhielt, doch als ihnen die junge Asari mehr tot als lebendig vor die Füße fiel, so soll die Göttin der Legende nach geweint haben. Das erzählte sie Liara deren blaue Augen immer größer wurden. Die Protheanerin hatte Mitleid empfunden und Alanee geheilt um sie dann zu Segnen. Alanee war die erste Asari gewesen, die Biotik anwenden konnte und ihre Töchter von da an immer eine der kräftigsten Blutlinien. Sie konnten Biotik anwenden ohne ihre Hände benutzen zu müssen, ihr ganzer Körper pulsierte vor Energie.
In fast allen Asari waren die Fähigkeiten latent vorhanden, doch nach all der Zeit gab es auch noch eine Familie von der direkter Blutlinie Alanees abstammte. Benezia nahm ihre Tochter an die Hand. „Wollen wir das nächste Mal dort hin wo Alanee Athame traf?“ Liara grinste und nickte. Die Matriarchin hob sie wieder auf die Hüfte und blickte zurück zum Speer. Dann schmunzelte sie, denn etwas, was auch nur sehr wenige Matriarchinnen wussten, war der Nachname Alanees. Die Asari hatte ihn abgelegt, als sie ihr Volk in der ersten großen Stadt führte und Benezia dachte bei sich, es wäre vielleicht auch gut, dass es nicht bekannt war. T´Loak war dank Aria auf Omega ein Name der sowieso schon viel zu viele junge Asari verlockte. Man musste ihm nicht noch mehr Gewicht beimessen.

Zu Hause angekommen aßen sie zusammen und Liara stellte ihr noch eine Million Fragen, die sie geduldig beantwortete. „Erzählst du mir noch eine Geschichte?“ Ihrer Tochter fielen die Augen zu und sie kuschelte sich an den Plüschhanar den ihr Aethyta als Baby geschenkt hatte.“ Benezia deckte sie zu. „Noch eine?“ Liara nickte, doch ihr fielen die Augen zu. „Vielleicht wie Alanee den ersten Styx zähmte?“
Liara nickte, doch Benezia brauchte nicht weit zu erzählen. Der Tag war anstrengend für das kleine Mädchen gewesen. Doch sie würde ihr die Geschichte ein anderes Mal erzählen, vielleicht wenn sie in den Zoo gingen um sich einige der Styx, die noch größten Landtiere und Reittiere der Asari, anzusehen.
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