A little more of You

GeschichteHumor, Romanze / P16
Burnett James Della Tsang Holiday Brandon Kylie Galen Miranda Perry Gomez
18.08.2013
03.12.2019
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Hallo ihr Lieben,
Nun kommt mal wieder ein neuer Teil dieser kleinen Geschichte, wahrscheinlich folgen noch zwei oder drei weitere, wenn die Inspiration mir hold bleibt.
Viel Spaß erstmal mit einer kleinen Szene zwischen Holiday und Burnett, während sie wieder einmal beweisen wie gut sie im Streiten sind.
Liebe Grüße,
Amchen

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Little do you know, that I have a weakness for you...


Burnett seufzte tief. Manchmal beschlich ihn das Gefühl, dass Holiday und er ein äußerst miserables Timing hatten. Er sah ihr hinterher als sie in Richtung des Speisesaals davon rauschte, ihre roten Haare wehten hinter ihr her wie ein Feuerregen. Sie hatte ihm offenbart, dass er ihr nicht egal war, dass sie eifersüchtig auf Selynn war und dennoch fühlte es sich nicht nach einem Erfolg an. Jedes Mal wenn er dachte sie würde sich ihm endlich öffnen, stieß sie ihn doch nur zurück. Und demnach konnte er erwarten, dass sie ihm jetzt erst recht wieder die kalte Schulter zeigte. Darum zögerte er, ob er ihr folgen sollte oder es besser war der aufgebrachten Fee ein wenig Freiraum zu geben.

Er entschied sich für letzteres und ging stattdessen Selynn entgegen um zu erfahren, was die Werwölfin vorhatte und warum zum Teufel sie ihre Reisetasche mitbrachte. In Vampirgeschwindigkeit rauschte er durch die Luft, ehe er direkt vor ihr zum Stehen kam. Sie zuckte noch nicht mal mit der Wimper, stoppte nur bevor sie in ihn hineinlief.

»Ich dachte du bleibst in Fallen?«, erwiderte der Vampir ohne Umschweife.

»Hallo Burnett, wie schön Dich zu sehen.«, grinste die Brünette und legte den Kopf schief. Ihre Augen sprühten spöttische Funken.

»Beantworte die Frage«, ignorierte er ihren sarkastischen Einwurf und bewies wieder einmal, dass Geduld nicht seine Stärke war.

»Wenn du es unbedingt wissen musst. Ich hab einen Auftrag hier und nein, ich werde dir nicht verraten worum es geht.«

Burnett hob eine Augenbraue, doch Selynns Herzschlag bestätigte ihm bereits, dass sie die Wahrheit sagte. Ihr warnender Blick sagte allerdings noch viel mehr. Plötzlich besorgt überlegte er der welcher Auftrag sie ins Camp führen könnte, wenn es nicht der war, an dem sie gerade arbeiteten. Die Erkenntnis kam ihm nur Sekunden später.

»Sie schicken dich wegen des Camps.«

Selynns Miene war steinern als sie antwortete: »Lass es gut sein, Burnett.«

Er erkannte, dass es nicht helfen würde, die FRU-Agentin dazu zu bringen ihren Eid zu brechen. Sie würde freiwillig nichts sagen und selbst wenn sie mehr verband als bloße Kollegschaft, er durfte nicht darauf hoffen, dass sie deswegen das Camp ebenso beschützte wie er. Schon gar nicht, nachdem er ihre Affäre genau an dem Tag beendet hatte als er zum ersten Mal hier her gekommen war. Er ahnte, dass sie ihm das übel nahm und die herablassende Art mit der sie Holiday behandelt hatte, bestätigte diese Annahme.

»Wo kann ich meine Tasche abstellen?«, unterbrach die Werwölfin seinen Gedankengang.

Burnett seufzte: »Es sind momentan keine Hütten mehr frei, aber du kannst das freie Schlafzimmer in meiner haben.«

Wenn Selynn ihm schon nicht verraten konnte, was sie hier vorhatte, so konnte er sie wenigstens im Auge behalten.

»Das wird deiner Feenfreundin aber nicht gefallen.«

Das Funkeln ihrer Augen verriet wie sehr ihr es gefiel Holiday zu verärgern.

»Sie ist nicht meine Freundin. Und du auch nicht, falls du es vergessen hast. Ich biete dir nur an in meiner Hütte zu schlafen, weil es die einfachste Lösung ist. Wir haben schließlich auch noch einen gemeinsamen Fall an dem wir arbeiten.«

Selynn gab ihm keine Antwort darauf, warf ihm aber einen Blick zu, der ihm deutlich ihre Meinung wissen ließ. Burnett ignorierte es und wies ihr den Weg zu seiner Hütte.

____

Wenig später machte sich Burnett allein auf den Weg zum Speisesaal. Selynn hatte vor nachzukommen, aber vorerst musste sie ein paar Telefonate führen und sich einrichten. Das gab ihm die Möglichkeit Holiday vorzuwarnen, bevor sie ein zweites Mal an diesem Tag auf die Werwölfin treffen würde. Er hatte Selynn gewarnt, sich zurückzunehmen und hoffte inständig, dass die beiden Frauen mit einander auskommen würden solange die FRU-Agentin hier zu Gast war.

Er erreichte den Speisesaal und fand Holiday als sie gerade mit dem Koch das Menü für den Abend durchging. Anscheinend hielt die Fee Pizza für eine gute Idee, wenn man 300 übernatürlichen Teenagern erklären musste, dass ein Doppelmörder unterwegs war.

»Danke Paolo, das wäre dann alles«, bedankte sich die Campleiterin lächelnd.

Der kleine, rundliche Italiener legte ihr freundlich eine Hand auf den Arm, dann ging er an ihr vorbei und erblickte Burnett. Die Männer nickten einander kurz zu, dann verschwand Paolo in der Küche, vermutlich um eine Menge Pizza vorzubereiten. Burnetts Blick ruhte auf Holiday. Sie musste ihn längst gespürt haben, doch sie drehte sich noch nicht um.

»Ich nehme an, du hast bereits alles vorbereitet.«

Er hörte wie sie ein leises Schnauben von sich gab.

»Ja. Du warst ja wie gewöhnlich keine große Hilfe.«

»Ich war beschäftigt«, erwiderte Burnett und versuchte nicht ebenso gereizt zu reagieren, doch es war schwer ihre scharfzüngigen Anschuldigungen einfach wegzustecken.

»Oh das kann ich mir vorstellen«, zischte Holiday nun. Ihre Hände zitterten, was sie versuchte zu verstecken indem sie mit den Stühlen hantierte.

»Warum nun beschleicht mich das Gefühl, dass ich in deinen Vorstellungen wesentlich schlechter wegkomme als ich es eigentlich verdiene«, seufzte er leise.

»Wenn du ehrlich zu dir selbst wärst und mich nicht ständig anlügen würdest, dann entsprächen meine Vorstellungen vielleicht auch den deinen«, murmelte Holiday ebenso leise.

»Ich lüge Dich nicht an!«, polterte Burnett und nahm ihr die Stühle aus der Hand.

»Hah, das war doch die nächste Lüge!«, entgegnete Holiday scharf und schnappte sich den nächsten Stapel. Inzwischen traten ihre Knöchel schneeweiß hervor, so fest krallten sich ihre Hände in das unnachgiebige Material.

»Oh, entschuldige, aber mir ist entgangen, dass du seit neustem über die Fähigkeiten eines Vampirs verfügst.«

Offensichtlich platzte Holiday in diesem Moment der Kragen. Mit einem lauten Knallen, wodurch Burnett unwillkürlich zusammenzucken musste mit seinem sensiblen Gehör, stellte sie die Stühle in der Mitte des Speisesaals ab und wirbelte herum. Ihre grünen Augen waren zu Schlitzen verengt und sie stemmte die Hände in die Hüfte, um trotz ihrer unterlegenen Statur einschüchternd zu wirken. Doch auf Burnett hatte es einen gegenteiligen Effekt, verstärkte es doch nur wie attraktiv er sie fand und wie übermächtig das Bedürfnis war sie in seine Arme zu ziehen und jeden Zweifel seiner Gefühle und Intentionen aus hier heraus zu küssen.

Ihr nächster Satz lenkte ihn allerdings von dieser Versuchung ab: »Ich brauch keine Vampirfähigkeiten um zu erkennen, worum es Dir geht. Nämlich darum mich ins Bett zu kriegen und weil das nicht nach Plan läuft, nimmst du eben mit Selynn vorlieb.«

Er sollte daran gewöhnt sein, dass sie immer vom schlimmsten ausging. Es sollte ihn nicht mehr stören. Aber die Realität sah anders aus, es traf ihn dass sie ihm trotz seiner Beteuerungen die primitivsten Handlungen zutraute. Aber egal wie sehr er es hoffte, sie schien ihre Vorurteile gegenüber Vampiren, viel mehr noch gegenüber ihm, nicht ablegen zu können. Resignation machte sich in ihm breit und er wandte sich ohne ein weiteres Wort ab, gewillt seinen Unmut lieber an den Stühlen auszulassen statt an ihr. Es dauerte nur wenige Sekunden, bis er es geschafft hatte in seiner übernatürlichen Geschwindigkeit den ganzen Speisesaal zu einer Sitzgruppe umzugestalten, die der bevorstehenden Versammlung mehr nutzen würde als die typische Anordnung. Als er fertig war, drehte er sich zu Holiday um, die immer noch an der selben Stelle stand. Sein Blick traf den ihren und wenn er es nicht besser wüsste, sah die Fee ein wenig schuldbewusst aus.  

»Versuch etwas von den Geistermädchen herauszufinden, ich werde in der FRU ein wenig Druck machen. Im besten Fall haben wir heute Abend ein Täterprofil«, schlug er vor und zögerte einen Moment, ehe er sich zum Gehen wandte.

Er kam bis zur Saaltür, ehe sie das Wort erhob.

»Wie lange hat sie vor zu bleiben?«

Burnett drehte sich um, lehnte sich gegen das robust geschliffene Holz und beobachtete, wie Holiday wieder die Arme vor der Brust verschränkte. Es überraschte ihn ein wenig, hätte er doch erwartet, dass sie froh war, dass er sie in Ruhe ließ. Wahrscheinlich hatte ihre Neugier gerade doch über ihre Abneigung gesiegt. Allerdings würde ihr die Antwort würde ihr wohl nicht gefallen.

»Das ist noch nicht sicher. Sie hat einen Auftrag.«

»Und ich werde als Campleiterin noch nicht mal gefragt, wer hier untergebracht wird? Wo soll sie denn wohnen, wenn alle Hütten belegt sind?«, fragte sie stirnrunzelnd.

Der Vampir zuckte mit den Schultern, »Ich glaube nicht, dass es unser Recht ist zu protestierten solange die Existenz von Shadow Falls an dem seidenen Faden der FRU hängt. Und ich habe ihr bereits das freie Zimmer in meiner Hütte angeboten.“

„Natürlich“, Holidays Gesichtsausdruck verfinsterte sich, doch sie verzichtete offenbar auf einen weiteren Kommentar. Dann schien sie seine Wortwahl noch einmal durchzugehen.

»Burnett?«, erklang ihre zaghafte Stimme und vielleicht, vielleicht tat ihr es doch leid ihm diesen Vorwurf an den Kopf gehauen zu haben.

Er blieb stehen, drehte sich allerdings nicht zu ihr um. Das reichte Holiday wohl als Zeichen um fortzufahren.

»Ich wollte nicht... Mir ist klar, dass deine Absichten für das Camp nichts mit mir zu tun haben. Und es tut mir leid, wenn... «

Sie brach ab, ließ die halbherzige Entschuldigung in der Luft hängen als würde er das Ende des Satzes bereits kennen. Doch Burnett sträubte sich sie so leicht davon kommen zu lassen. Er verzieh ihr viel, egal wie harsch und ungerechtfertigt ihre Worte manchmal waren, immer hoffend dass sie irgendwann seine wahre Person hinter ihren Vorurteilen erkennen würde. Aber heute reichte sein Verständnis nicht aus.

»Du sagst, dass es dir klar sei und dennoch nutzt du jede Chance meine deiner Meinung nach schlechtesten Attribute anzuprangern. Entschuldige, wenn ich irgendwann keine Lust mehr darauf habe«, sagte er in einem kühleren Tonfall als er je zuvor mit ihr benutzt hatte und setzte seinen Weg fort.
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