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- Words -

Kurzbeschreibung
KurzgeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P12 / Gen
Xerxes Break
16.08.2013
16.08.2013
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809
 
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16.08.2013 809
 
Hey Leute, das hier ist die erste Fanfiktion, die ich online stelle. :] Ich habe noch Mehrere in petto, die ausgearbeitet werden wollen, eine nach dem Anderen. Ich hoffe, ihr findet Gefallen an Ihnen und freue mich wahnsinnig über Feedback! ^^'

Disclaimer: Ja, Break und Reim gehören nicht mir. Ja, PandoraHearts auch nicht. Ja, ich würde gerne verantwortlich für sie sein. Allerdings ändert das nichts an der Tatsache, dass Jun sie ins Leben gerufen hat. :P


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Xerxes hatte den Stuhl an den Bettrand geschoben, in dem sein verletzter Freund Reim lag. Der von weißen, verstrubelten Haaren verdeckte Kopf lag auf dem weißen, weichen Lacken, seine Hände hatten sich krampfhaft darin verkrampft und sein einzelnes, rotes Auge war ebenfalls so zwanghaft geschlossen.

Xerxes wollte nicht schlafen.

Und selbst wenn er wollte - wie konnte er?
Er lag hier am Bett seines besten Freundes, kurz nachdem dieser beinahe umgebracht worden war - und das nur, weil er ihn nicht hatte retten können. In dem Moment, indem er gedacht hatte, Reim wäre tot, hatte er es nicht einmal geschafft seinen Freund zu rächen, sondern hätte sich sogar fast selbst umgebracht.

Wie sehr hätte er Reim wehgetan, wenn er selbst gestorben wäre und der Brillenträger überlebte?

Break knirschte lautlos und frustriert mit den Zähnen. Wenigstens in seinen eigenen Gedanken hätte er gern über diesen Abend nachgedacht, diesen blutroten Abend, an dem die Welt an Farbe verloren hatte und er fast seinen einzigen Freund verloren hätte.

Obwohl sie doch offensichtlich mehr als nur Freunde waren ...

Aber er war einfach nicht gut darin, seine Gefühle in Worte zu fassen. Er hasste Worte, genauso wie er es hasste, wenn Kinder weinten.

Aber Reim, Reim wollte Worte. Schon immer.
Reim wollte Details, wollte Einzelheiten, gab Break Einzelheiten, gab Break die Sicht, die ihm seine Augen verwehrten, einfach nur durch seine Berührungen und seine Stimme. Durch seine bloße Anwesenheit.
Der Brillenträger wusste mit Worten umzugehen.

So in seinen Gedanken versunken, hätte der Albino fast nicht die unerwartet samtige Stimme gehört.

"Xerx ... ? Bist ... du das ... ?"

Der Kopf schnellte hoch, doch sein blindes Auge konnte den Braunschopf nicht sehen. Er spürte, wie kalte, viel zu kalte Finger durch seine Haare strichen.
Es war so ungewohnt, so anders und eigentlich hätte er sich am Liebsten vor dem Eis zurückgezogen aber erhielt sich zurück.
Für Reim.

Reim wollte immer schon Details.

"Ja.", war Alles was er sagte.
Er hasste Worte.

Ohne sehen können zu müssen, wusste er, dass Reim ihn mit seinen wunderschönen braunen Augen besorgt ansah. Das wiederum war so vertraut und so alltäglich ... er vergaß die Kälte in der schwachen Hand.
Er schmiegte sich leicht an sie.

"Ist alles ... in Ordnung ... Xerxes?"

Break hörte den Schmerz und die Anstrengung hinter diesem Satz und zuckte ganz leicht zusammen. Tat es dem Anderen so weh, Wörter zu bilden? Er lehnte sich sachte zurück, sodass die Hand auf das weiche Lacken fiel.

Er wartete einen Augenblick und versucht, Worte zu finden.
Wie schrecklich es gewesen war, den Baskerville sagen zu hören, Reim wäre tot.
Das Blut zu riechen.
Den Schrei zu hören.

Wie immer gelang es ihm nicht.

"Ja ... es ist alles in Ordnung."




Pause.




Dann ....




"Es ist nur ... Ich ..."

Er stockte. Und seine Gedanken bildeten alles zusammen, was er nicht richtig aussprechen konnte.

Ich hatte Angst um dich.
Ich konnte dich nicht rächen.
Ich hätte dir beinahe so, so wehgetan.
Ich kann noch nicht einmal richtig glauben, dass du in Sicherheit bist.
Dass du lebst.
Ich.
Ich bin Schuld.
Ich bin Schuld, dass dir all das passiert ist.

Er ließ alles ungesagt.
Er konnte es einfach nicht richtig in Worte fassen.
Aus welchem Grund wusste er selbst nicht.
Es gehörte einfach zu ihm, wie die Kleidung, die er am Leibe trug, wie das Herz, das in seiner Brust schlug.
Wie Reim.

Doch wie immer erkannte er, dass Reim es wohl doch irgendwie gehört haben musste, denn er spürte die Präsenz eines liebevollen Lächelns auf den Lippen des Braunschopfs.

Wieder hob sich die Hand, doch diesmal streichelte sie die Haut kurz unter Breaks blindem Auge, wie um ein paar einzelne Tränen wegzuwischen.

Waren dort vielleicht wirklich Wassertropfen?

Er wusste es nicht genau. Er war zu benebelt von der Haut auf seiner Eigenen, von der er dachte, sie würde ihn nie wieder berühren.

Details, immer schon Details.

"Ist schon gut ... Ich bin ... noch hier.", wisperte Reim und seine Stimme brach. Die Hand rutschte auf die des Weißhaarigen.

Break lauschte eine Weile bis er aufgrund der tiefen und regelmäßigen Atemzüge begriff, dass der Andere eingeschlafen war.

Und als er dort so saß, mit Reims Körper so nahe an Seinem und spürend, wie der Brillenträger durch die Nähe immer wärmer, immer lebendiger wude, stahl sich ein zärtliches Lächeln auf seine zuckrigen Lippen.




Und ihm wurde klar, dass es bei Reim manchmal einfach keine Worte brauchte.
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