Wie Feuer und Eis

von Silke90
GeschichteDrama, Romanze / P16 Slash
A.D.A Alexandra Cabot A.D.A Casey Novak
16.08.2013
25.02.2018
12
17494
3
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Dieses Kapitel
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Hallo Leute
So, wie angekündigt: hier meine neue Story
Ich hoffe ihr verfolgt wie wieder fleißig mit und lasst mit vl auch das ein oder andere Review da ;)
Wie schon gesagt, geht es hier vorrangig um Casey. Aber ich verspreche, dass auch Elliot und Olivia nicht ganz außer Acht gelassen werden ;)
So lange Rede kurzer Sinn:
genießt die Geschichte




Seufzend blickte Casey Novak auf den Berg von Dokumenten, die noch auf ihren Couchtisch lagen. Wie konnte es sein, dass dieser nach zwei Stunden Arbeit noch immer nicht kleiner wurde. Verzweifelt strich sie sich ihre langen, roten Haare hinter die Ohren und versuchte ein Gähnen zu unterdrücken. Sie durfte jetzt nicht müde werden, der Tag dauerte noch sehr lange, es war doch erst drei Uhr nachmittags.

Kopfschüttelnd ging Casey in die Küche und schaltete ihre Kaffeemaschine an. Routiniert füllte sie Wasser in den dafür vorgesehenen Behälter und öffnete die Kaffeedose, nur um verzweifelt aufzustöhnen. Shit! Er war leer. Wütend schaltete sie die Maschine wieder ab, um Strom zu sparen und holte sich eine kleine, weiße Dose. Schnell verteilte sie etwas von dem Inhalt auf ihrer Hand, betrachtete ihn verzweifelt, ehe sie ihn in den Mund nahm und mit etwas Wasser runterschluckte. Sie wollte doch dieses Zeug nicht mehr nehmen. Ihr Herzrasen wurde dadurch nur wieder stärker und alles würde nur noch schlimmer werden. Doch sie musste diesen Tag irgendwie überstehen. Egal wie.

Neu motiviert setzte sie sich wieder an den Tisch und machte sich über die nächste Akte her. Gerade überprüfte sie die Angaben, als das Klopfen an der Tür sie von ihrer Arbeit ablenkte. Casey ließ einen kurzen Schrei aus, ehe sie zur Tür ging und diese öffnete. Der Anblick ihres Gegenübers ließ sie erstarren. Was machte diese Person denn hier? Fantasierte sie? Vielleicht hätte sie die Tabletten doch nicht nehmen sollen, doch Halluzinationen als Nebenwirkung waren ihr eigentlich neu.

„Hallo Casey.“

Vor allem welch, die sprechen konnten.  

„Komme ich ungelegen?“

Ihr Gegenüber lächelte freundlich. Casey schüttelte schnell ihren Kopf, um wieder zu klarem Verstand zu kommen.

„Äh… nein… Alexandra….“
     
Die blonde Frau ihr Gegenüber begann leise zu lachen.

„Alex reich vollkommen. Darf ich reinkommen?“

Casey begann schwach zu nicken und ließ die etwas ältere Frau eintreten. Langsam folgte diese ihr ins Wohnzimmer.

„Tut mir leid, wegen der Unordnung. Ich arbeite gerade“, murmelte Casey abwesend, während sie ihre Akten zusammenschlichtete und Alex deutete, auf der Couch Platz zu nehmen. „Wollen Sie einen Kaffee? Uh…ähm, das Pulver ging mir grade aus. Ich hab Milch! Eine heiße Schokolade? Oder Saft?“

„Wasser wäre toll“, antwortete die blonde Staatsanwältin freundlich.

Casey nickte und richtete zwei Gläser her, woraufhin sie sich zu ihrem Besuch auf die Couch setzte. „Was führt Sie zu mir? Ich wusste gar nicht, dass Sie wieder in New York sind. Ich dachte Sie sind noch im Zeugenschutz?“

„Nein, schon länger nicht mehr. Ich arbeite seit einem Jahr wieder für die Staatsanwaltschaft bei der SVU“, erklärte Alex ruhig.

Casey nickte traurig.
„Dann haben Sie sicher von meiner Kündigung gehört… und dass mir die Lizenz entzogen wurde…“

Alex nickte bestätigend, was Casey noch trauriger werden ließ. In den letzten beiden Jahren hatte sich ihr Leben stark geändert.

„Deshalb bin ich eigentlich hier. Es geht um einen von Ihren alten Fällen. Ich werde aus den Gerichtsakten nicht ganz schlau“, erklärte Alex.

„Um wen geht es?“

„Shane Mills…“

Alle Farbe wich aus Caseys Gesicht. Wie gut konnte sie sich an diesen Fall erinnern.

„Er war ein Teenanger und hat seine Lehrerin vergewaltigt. Sie ließen ihn in eine Rehazentrum einliefert,  wo er selbst vergewaltigt wurde…“, klärte Alex die Jüngere auf.

„Ich erinnere mich an den Fall, Alex. Sehr gut sogar. Was wollen Sie wissen?“
Wie könnte Casey diesen Fall je vergessen? Der Junge bezichtigte seine Lehrerin der Vergewaltigung, obwohl in Wirklichkeit er der Täter war. Anfangs wollte sie Shane für so lange wie möglich hinter Gittern bringen, doch dann bekam sie Mitleid mit ihm. Er war Sexsüchtig und als sein Opfer sie darum bat, willigte Casey einem Deal ein. Shane bekam 18 Monate auf Bewährung, musste in ein Rehazentrum um sich behandeln zu lassen und dann würde seine Vorstrafe gelöscht werden. Doch bereits in der ersten Nacht in dieser Einrichtung, wurde der Junge selbst zum Opfer. Ein Wärter missbrauchte ihn. Daraufhin durfte Shane die Therapie ambulant zu Ende machen und bekam von der Einrichtung eine Million Dollar, damit er nicht Gerichtlich gegen sie vorging. Der Junge wurde vom Täter zum Opfer, sie hatte das Zentrum ausgesucht und sich nicht erkundigt, in welche Hölle sie diesen Jungen schickte. Der Wärter, der den Jugendlichen dort überfiel, war kein Ersttäter. Es war ihre Schuld, sie hätte den Jungen besser beschützen müssen.

„Warum haben Sie sich auf den Deal eingelassen? Der Junge war Schuldig, Sie hatten die Jury auf ihrer Seite, doch Sie haben sich auf einen Deal eingelassen, durch den Shane nur 18 Monate Bewährung bekam! Danach war er nicht mal vorbestraft!“

„Moment, Alex. Eine der Bewährungsauflagen war auch die Einweisung in das Reha Zentrum für Jugendliche Sexualstraftäter. Nach seiner eigenen Vergewaltigung, musste er die Therapie ambulant zu Ende machen. Was ist Ihr Problem? Shane hat die Therapie beendet“, fragte Casey wütend.

Sie hatte sich bereits genug Vorwürfe gemacht, sie brauchte keine Alex Cabot, die das noch übernahm. Diese Frau hatte doch nicht die geringste Ahnung. Jahrelang war sie im Zeugenschutzprogramm, während Casey für die Opfer kämpfte und immer gegen den Geist der toten Alexandra Cabot antreten musste. Es war so schwer, sich in das Team der SVU einzufügen. Immer hieß es: Alex hätte das so gemacht, Alex hätte das geschafft. Alex Alex Alex
Anfangs war das für Casey in Ordnung, doch dann erfuhr sie, dass Alex Cabbot keineswegs Tod war. Und Elliot und Olivia wussten das.
Casey hatte immer versucht, Alex gerecht zu werden.

„Was mein Problem ist? Sie haben Mist gebaut! Sowas von! Shane ist inzwischen 19 Jahre alt und er vergewaltigt wieder. Sehen Sie sich sein Werk an. Ihres!“ schrie Alex aufgebracht und zog einen Ordner aus ihrer Tasche, wessen Inhalt sie vor Casey ausbreitete.

Die Rothaarige zog scharf die Luft ein, als sie vorsichtig, als wenn sie zerbrechlich wären, die Bilder in ihre Hand nahm. Junge, blonde Frauen, drei an der Zahn, lagen mit weit aufgerissenen Augen auf dem Straßenboden. Ihre Kehre war aufgeschlitzt, ihr Blick voller Angst.

„Sie wurden Vergewaltigt und ihnen wurde die Halsschlagader durtrennt. Sie verbluteten innerhalb von Minuten.“

Casey schüttelte ihren Kopf.

„Das ist nicht Shanes Handschrift“, sprach sie verwirrt.

„Aber seine DNS. Seine Handschrift hat sich wohl in dem Zentrum verändert, als er überfallen wurde und anschließend eine Million Dollar bekam, um nicht zu Prozessieren. Er hat nie für sein Verbrechen an seiner Lehrerin gebüßt! Er musste sich nur die 18 Monate zurückhalten, anstatt sieben Jahre hinter Gittern zu gehen! Sie haben Mist gebaut, Casey, aber das war ja wohl kein Einzelfall. Das Verfahren gegen Soul Picard haben die zum Platzen gebracht und bei dem von Thomas Crane haben Sie Richterin Petrovski belogen. Oh Man, Ihnen hat man wirklich nicht ohne Grund die Zulassung entzogen“, sprach Alex aufgebracht und blickte Casey kalt in die Augen.

Augenblicklich sah diese zur Seite und versuchte ihre Tränen runter zu schlucken.

„Ich weiß, dass ich bei Tom Crane Mist gebaut habe, Alex.. Ich musste etwas unternehmen! Aber was rede ich da, Sie verstehen das sowieso nicht.“
Casey war verärgert. Alex hatte doch nicht die geringste Ahnung, was sie alles durchgemacht hatte.

„Nein, in der Tat, Casey, das verstehe ich nicht! Einen Richter zu Belügen, nur um eine Verurteilung zu erreichen, das ist nicht nur kriminell, es ist auch erbärmlich! Hatten Sie Angst, dass Ihre Verurteilungsrate sinkt, weil Sie in diesem Jahr schon zu viele Fälle vergeigt hatten?“
Jetzt war auch Alex wütend. Sie hatte zu schreien begonnen und war aufgesprungen.

„Sie haben wirklich keine Ahnung! Dieser Mistkerl hatte ein kleines Mädchen vergewaltigt und sie sterben lassen, er musste dafür bezahlen. Leider hat es nicht funktioniert, ich bin die jenige, die dafür bezahlen muss. Aber ich habe es wenigstens für die Richtige Sache gemacht! Sie machen alles nach Vorschrift und wenn dadurch ein Schuldiger Frei kommt oder ein unschuldiger Verurteilt wird, sind das nur kleine Kollateralschäden, richtig?“
Casey hatte sich auch erhoben und blickte Alex hasserfüllt an.

„Was soll das bedeuten?“

„Denken Sie, ich habe mir Ihre alten Fälle nicht angesehen? Jeremy Brice, November 2002. Sie haben einen 13 jährigen, naiven Jungen wegen Beihilfe zu Vergewaltigung und Mord 25 Jahre bis Lebenslänglich hinter Gittern gebracht, während der wahre, soziopathische Täter sechs Jahre Jugendknast bekam. Das war wirklich ganz große Klasse, Counselor. Aber was soll man schon von einer Staatsanwältin erwarten, die auf die Gefälligkeiten ihres Onkels, einen Richter, angewiesen ist, um Durchsuchungsbefehle zu bekommen und ihre Fälle zu gewinnen.“

Casey blickte Alex wütend an, stand nur wenige Zentimeter von der Blonden entfernt.

„Sie dummes, kleines Miststück! Wenigstens habe ich meine Zulassung noch und muss nicht in so einer Absteige wie dieser hier leben!“ sprach Alex kalt.

„Raus aus meiner Wohnung! Sofort!“

Alex lächelte selbstgefällig und drehte sich gerade in Richtung Tür, als eine leise, hechelnde Stimme erklang.

„Mummy… nicht… streiten…“

Casey lief geschockt zu dem kleinen, rothaarigen Mädchen, welches Tränen in den Augen hatte und offensichtlich keine Luft bekam. Zwischen jedem Wort zog sie verzweifelt mehrfach Luft ein.

„Oh Gott, Linds. Alles gut, wir streiten nicht. Komm Schatz, ruhig atmen.“

Liebevoll zog Casey das Mädchen in ihre Arme und setzte sich mit ihr auf dem Boden, doch die Kleine bekam immer schwerer Luft, je mehr sie es versuchte. Zärtlich rieb Casey ihren Rücken.

„Alex! Auf dem Kühlschrank liegt das Asthmaspray!“ rief Casey, während sie verzweifelt versuchte, ruhig zu bleiben.

Augenblicklich holte Alex das Gewünschte und kniete sich neben Casey und ihrer Tochter. Das kleine Mädchen inhalierte das Medikament, immer wieder drückte Casey auf den Spray, doch die Atmung des Kleinkindes normalisierte sich nicht.

„Komm schon, Lindsey Schatz“, sprach Casey verzweifelt, blickte in die weit aufgerissenen, grünen Augen des Kindes.

„Casey, soll ich einen Krankenwagen rufen?... Casey?“

„Nein!“ schrie Casey panisch und blickte wütend in Alex´ Augen.

„Aber sie erstickt“, sprach Alex ernst und strich zärtlich über die blasse Wange des Kindes. „Casey!“

„Ich… nein…ja…“

Alex schüttelte empört den Kopf und holte ihr Handy.
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