Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Leben heißt...

GeschichteHumor, Freundschaft / P16 / MaleSlash
Amerika Deutschland England Frankreich Italien Kanada
13.08.2013
30.06.2014
50
162.126
9
Alle Kapitel
85 Reviews
Dieses Kapitel
2 Reviews
 
13.08.2013 3.033
 
Arthur ließ sich todmüde auf die Bank in der U-Bahn fallen. Er musste noch Eve von Allistor abholen. Es war kurz vor Mitternacht. Wenn Arthur es noch schaffen wollte, mit der letzten U-Bahn wieder nachhause zu fahren, dann musste er sich echt beeilen.
Er streckte sich noch, als die Bahn einfuhr und stand dann auf. Die Bahn war voller seltsamer Leute, die schon auf dem Heimweg von Diskotheken waren, zu anderen wechselten und einige, die erst anfingen. Müde Geschäftsleute, Frauen in viel zu kurzen Kleidern.
Arthur stand auf und reckte sich erneut. Seine Arbeitskleidung hatte er schnell in einen Rucksack gestopft und ein Ärmel schaute noch raus.
Doch das war ihm jetzt ziemlich egal und Arthur stieg in die U-Bahn ein. Sie war fast leer. Eigentlich ein seltener Anblick. Eine leere Sitzbank erregte seine Aufmerksamkeit  und ließ sich auf die  abgewetzten Polster fallen. Er war einfach nur müde. Leider dauerte die Fahrt insgesamt eine Stunde. Allistor würde um halb 1 an der Haltestelle West Hampstead auf ihn warten. Die nächsten 3 Minuten durfte er auf keinen Fall einschlafen. Er musste auf der anderen Seite der Themse wieder aussteigen und von der Waterloo & City Line auf die Jubilee Line umsteigen. Morgen… nein heute würde er nicht viel Schlaf kriegen. Er würde sich mit Alfred treffen. Allerdings hatte er noch keine Ahnung, was sie machen würden. Hoffentlich erwartete sein Freund nicht zu viel von ihm. Auch wenn er London am besten kannte. Er wollte nicht mit ihm und Eve durch die Wasserkanäle der Stadt kriechen. Klar, es gab zig hundert tolle geheime Diskotheken in der Unterwelt, aber das wäre vermutlich nicht die passende Gelegenheit dafür.
Ein Kinobesuch vielleicht. Aber sie konnten ja keinen Kinderfilm besuchen. Zwei Teenager und ein Kleinkind. Obwohl es eigentlich sehr romantisch war sich im Kino zu küssen. Das hatte er in einer Soap gesehen, doch irgendwie missfiel es ihm dabei von Winnie Pooh oder der Sesamstraße zuhören zu müssen.
Immerhin merkten die Feen wenn er allein sein wollte. Es würde auch nicht mehr lange dauern, bis sie auszogen. Das Tauwetter hatte bereits eingesetzt und der Schnee war zu unansehnlichen Matsch verwandelt worden, der bei jedem Schritt darin tiefer in die Schuhe drang.
Ein ekliges Gefühl. Arthur schüttelte sich und rieb sich die Augen. Er gähnte.
„Ist hier noch frei?“
„Ja.“

Arthur bemerkte wie eine Frau in einem roten, enganliegenden Kleid mit Strasssteinen sich an ihn drückte.
„Was macht so ein hübscher, junger Mann nachts allein in einer U-Bahn?“, fragte sie und lehnte sich an ihn.
„Nach der Arbeit seine Tochter von seinem Bruder abholen um danach in Bett zu gehen und nach 19 Stunden sich endlich mal auszuruhen“, antwortete Arthur nüchtern.
„Kann ich dir dabei helfen?“, fragte sie und biss sich auf die Lippe.
„Sie könnten bei mir Staub wischen, die Spülmaschine ausräumen und die Wäsche waschen.“
„Ich hätte eher an eine Massage gedacht“, flötete sie und legte ihre Hand auf seine Schulter.
„Lieber nicht. Ich bin sehr kitzlig.“
„Ich könnte es auch jetzt machen.“
„Ich bin mir nicht sicher, was mein Freund dazu sagt.“
„Ach komm. Der wird das nie rausfinden, Süßer.“
Okay. Wie konnte er die Tussi loswerden, bevor sie ihn begrabbelte?
„Können Sie sich nicht jemand anderen suchen?“
„Aber keiner von denen ist so süß wie du“, flüsterte sie.
„Hören Sie mir überhaupt zu? Ich hab kein Interesse.“
„Stell dich nicht so an. Wir wissen beide-“
„Sie wissen gar nichts. Und jetzt ziehen sie leine. Ich will nicht.“
„Aber …“
„Fassen Sie mich nicht an“, raunte Arthur. „Ich bin verdammt müde! Ich will nur noch nachhause. Wir wollen doch beide nicht, dass ich handgreiflich werde, oder?“, fragte Arthur und knirschte mit den Zähnen.
Ein Mann sah zu den beiden rüber.
„Hey!? Was glotzt du so, huh? Willst du die Nutte hier haben? Bitte!“
Arthur stand auf und kletterte über die Sitzlehne nach hinten und verließ das Abteil. Nur nicht um mich schlagen, dachte er. Das Letzte was ihm noch fehlte, war eine weitere Straftat in seiner Akte.

An der nächsten Haltestelle, stieg Arthur um, fuhr fast noch eine halbe Stunde und bekam Eve von seinem Bruder überreicht.
Eve schlief tief und fest in einer Decke eingewickelt.
Arthur hatte sie auf seinem Schoß liegen.
Die Beleuchtung im Zug war grell und Arthur dunkelte es etwas für sie ab, in dem er seinen Arbeitspullover als Baldachin nutzte.
Arthur nickte kurz ein, doch wurde an den Haaren nach hinten gezogen.
Es war eine Elfe.
„Du darfst jetzt  noch nicht schlafen. Du verpasst noch deine Haltestelle.“
Arthur blinzelte und das seichte Schaukeln den Zugs, das leise Rauschen das er verursachte, machte schon ausgeschlafenen Leuten schwer wach zu bleiben.
„Du hast Ringe unter den Augen, die sind so dunkel wie deine Jacke.“
„Lass mich. Ich bin müde“, nuschelte er und lehnte sich an das Fenster.
„Arthur!“, fiepte sie und zog ihn an seinem Oberlippenpiercing.
„Au“, sagte Arthur und hoffte, dass ihn niemand beachtete.
Es würden nur lästige Nachfragen geben.

Ein weiteres Gähnen bahnte sich seinen Weg und Arthur glaubte fast ohnmächtig zu werden.
Das war ihm so weiter noch nie passiert.
Manchmal fragte er sich, warum es so viele ehrliche Menschen gab. Das war so anstrengend. Aber er konnte nicht mehr zurück.
Er hatte sich hierfür entschieden und aufgeben kam für ihn nicht in Frage.
Arthur lehnte sich zurück. Nun ging es direkt Richtung Heimat. Dieselbe Strecke wieder zurück. Als er dann tatsächlich in Sekundenschlaf gefallen war schreckte er hoch, als ihn jemand an der Nase zog.
Der Punk sah den Störenfried eine Weile an.
„M-Matthias?“, fragte er.
„Na Großer? Wo hin des Weges?“
„In mein Bett.“
„Gute Idee. Aber, bist du nicht etwas zu alt für so große Stoffpuppen?“, fragte der Däne und deutete auf Eve.
„Das ist mein Kind“, raunte Arthur.
„Was? Wo hast du denn das geklaut?“
„Ich hab sie nicht geklaut.“
„War doch nur ein Witz. Wir haben uns lange nicht gesehen. Bist du noch immer in der Punkszene?“
„So halb. Aber ich hab vor da langsam auszusteigen.“
„Färb' dir wieder mal die Haare. Nur blond wirkt zu brav für dich.“
„Ich sehe brav aus? Wenn das mal die restliche Stadt denken würde.“
„Du? Brav? Du würdest nicht mal brav werden, wenn man dir die Lunge rausnimmt.“
„Glaub es oder glaub es nicht.“

Arthur lehnte sich zurück und musste erneut gähnen.
Matthias lachte. „Du bist mir vielleicht einer.“
„Willst’e Kippe?“
„Nein danke. Ich rauche nicht mehr.“
„Ach komm.“
„Nein, wir sind in der U-Bahn.“
„Das hat dich doch noch nie gestört.“
„Ich hab ein kleines Kind auf dem Schoß.“
„Dann willst du vielleicht lieber eine Flasche Bier?“
Arthur wollte fast zusagen, lehnte aber ab. Nicht dass er noch irgendetwas bereute.

Um 10 Minuten nach 1 fiel er endlich in sein Bett. Eve lag noch komplett angezogen in ihrer Decke in seinem Arm. Er war zu müde für alles. Er streifte sich seine Schuhe ab, kämpfte sich aus seiner Jacke und schlief ein.
Seine Nacht dauerte nicht lange. Bereits um 7 Uhr früh besaß jemand eine penetrante Nervigkeit etwas von ihm zu wollen.

Arthur öffnete gähnend die Tür und vor ihm stand ein Handwerker.
„Was wollen Sie denn?“
„Das ist eine private Wohnung?“
„Ja. Sonst wäre das hier ja nicht abgeschlossen.“
„Ich muss die Wasserleitung überprüfen.“
„Tun Sie, was Sie nicht lassen können. Ich leg mich wieder in mein Bett. Versuchen Sie gar erst gar nicht was zu klauen. Ich das Wertvollste was ich besitze, liegt bei mir oben schlafend im Bett und wenn sie fehlt, fällt das auf. Wenn Sie etwas brauchen – bitte  brauchen Sie nichts ich bin todmüde.“
Arthur tappte die Wendeltreppe wieder nach oben.
Der Mann stand unten ganz verblüfft, zuckte mit den Schultern und machte sich daran den Wasserdruck zu messen.

Eve war in der Zwischenzeit aufgewacht und schaute sich um.
„Daddy?“, fragte sie als er reinkam.
„Morgen Schatz.“
„Ich hab Hunger.“

Arthur zog ein Schubfach auf und legte ihr eine Tüte Gummibärchen hin. Sie war halb leer.
„Ich will lieber Toast mit Erdbeermarmelade“, murmelte sie.
„Du bist ein komisches Kind“, nuschelte Arthur und legte sich wieder hin.
„Ich will aber Toast!“, beharrte sie.
„Eve. Ich bin müde.“
„Daddy!“
„Nur noch eine halbe Stunde.“

Arthur bereute sofort was er gesagt hat, denn seine Tochter begann lauthals zu weinen.
„Du bist gemein!“, schrie sie und schlug um sich.
„Eve!“, rief er und hob drohend die Hand bremste seine Aufgewühltheit aber. Er wollte sie nicht schlagen. „Eve. Ich bin müde. Unten ist grad‘ jemand in der Küche.“
Eve biss vor Wut in die Decke.
„Schätzchen.“
„Daddy!“
„Na gut. Ich mach dir was, aber du weinst nicht mehr, lässt mich dann schlafen und spielst brav in deinem Zimmer, okay?“
„Okay…“, murmelte sie und rutschte von der Bettkante.
Arthur nahm sie an der Hand und begleitete sie nach unten.

In der Küche lag der Mann unter der Spüle und schraubte an der Leitung. Was auch immer er da machte, Arthur hoffte, dass er bald wieder ging. Der junge Brite warf 2 Scheiben Toast in den Toaster, bestrich sie mit Butter und Marmelade und schob sie dem Kind zu.
„Danke.“
Arthur legte sich auf das Sofa.
Eve saß sicher in ihrem Hochstuhl und von hier aus hatte er sie im Blick.
Seine Augenlider wurden schwer und Arthur schlief ein.
Aber er wachte sofort wieder auf und schaute sich panisch um. Eve war noch da, hatte ihren Toast zur Hälfte gegessen.

Arthur gähnte und gähnte. Er hatte bestenfalls 6 Stunden Schlaf gehabt. Wenn dieser Kerl doch nicht geklingelt hätte.
Der Punk hatte keine Lust, dass der Kerl so früh morgens hier rumhantierte.
„Sagen Sie, braucht das noch lange?“, fragte er und stand auf.
„Alles zu seiner Zeit.“
„Hören Sie, es ist Mitten in der Woche viertel nach 7 und sie stehen in meiner Küche. Ich hab gestern Abend noch lange gearbeitet, hab meine Tochter noch um halb 1 von meinem Bruder abgeholt. Ich bin müde verdammt noch mal!“
„Sie müssen mich nicht so anschreien.“
„Ich hab nur 6 Stunden geschlafen und war gestern schon viel zu lange wach!“
Eve schaute verwundert zu dem blonden jungen Mann.
„Ich mache nur meinen Job.“
„Können Sie den nicht woanders machen?“
„Es gibt hier oben kein höheres Stockwerk.“
„Nein. Was macht es aber, wenn sie einen Stock weiter unten messen? Da sind Bürogebäude! Da arbeiten welche! Gehen Sie doch denjenigen auf den Sack die schon wach sind!“

Der Mann seufzte und machte sich wieder an die Arbeit.
Arthur war jetzt extrem unleidlich.
Da kam auch noch ein Anruf von Ms Héderváry.
„Morgen. Was gibt’s?“, fragte er und presste sich das Display ans Ohr.
„Guten Morgen. Ich wollte nur Bescheid sagen,  dass ich dich um 9 Uhr abhole. Ich hab doch das Treffen mit Naresh gemacht. Er stellt sich ein paar Kollegen vor.“
„Ne oder?“, fragte Arthur. „Alfred fliegt doch morgen schon in die USA. Eigentlich wollten wir uns den Tag heute-.“
„Arthur. Du weißt wie wichtig das ist.“
„Ja, aber…“
„Kein Aber!“
„Kann ich denn Alfred wenigstens mitbringen?“
„Meinetwegen“, murmelte sie genervt.
„Und wie lange dauert das?“
„Bis um 14:00 Uhr. Warum?“
„Darf ich jetzt nicht mal fragen, oder was?“
„Arthur. Hör auf so trotzig zu sein. Du bist 17.“
Arthur schaute das Display an und legte wütend auf.

Erst dieser komische Handwerker, dann Eliza.
Arthur wartete bis Eve fertig essen war, schmiss dann den Mann vor die Tür und ließ Badewasser einlaufen.

„Daddy? Bist du noch immer müde?“
„Es geht. Ich kaufe mir später einen Kaffee.“
„Bekomme ich auch einen?“, fragte Eve.
„Nein, nein, nein. Du bekommst höchstens einen Saft.“
„Warum?“
„Weil Kaffee nichts für kleine Kinder ist.“

Arthur saß mit Eve in der Badewanne und schamponierte ihr gerade die Haare ein, als es an der Haustür klingelte.
„Das darf doch nicht wahr sein!“, fluhte er.
Arthur stand auf, hob Eve aus der Wanne und wickelte sie in ein Handtuch.
„Rühr' dich keinen Zentimeter von der Stelle, klar?“
Eve nickte.
Der Punk riss die Tür mit der linken Hand auf, während er sich mit rechts das Handtuch um die Hüften hielt.

Eliza grinste ihn an.
„Es ist erst 8.“
„Na und?“, fragte sie. „Ich sehe, du warst am Baden.“
„Ganz scharf beobachtet“, fauchte Arthur und machte sich auf den Weg zur Treppe. „Da geh ich auch wieder hin.“
„Warum hast du denn so schlechte Laune?“, fragte sie, erhielt aber keine Antwort. Arthur war oben verschwunden und sie setzte sich auf das Sofa. „Teenager. Warum Kinder wenn man ihn hat?“
Keine 2 Minuten später, klingelte es erneut.
Eliza zuckte zusammen als sie ihren Sänger von oben laut Fluchen hörte.

Von der Managerin wurde ein breitgrinsender Amerikaner empfangen.
„G-Guten Morgen. Ist Arthur denn nicht da?“
„Er badet.“
„Er badet?“, frage Alfred.
„Stottere ich?“
„N-Nein.“
„Du aber!“, lachte sie und knuffte Alfred in die Seite. „Komm rein.“
„Danke.“

Alfred kauerte sich auf das Sofa. Sowieso der ganze Tag war gelaufen für beide.
Der Amerikaner hatte den ganzen Vormittag unter Arthurs Nörgelei zu leiden.
Er konnte schon bald gar nicht mehr hören, wie schlecht es Arthur doch ging. Was konnte er denn schon ändern, dass Arthur lange arbeiten musste?

Vor dem Studio standen viele Leute. Alfred konnte es gar nicht fassen. Es waren bereits berühmte Sänger hier!
Olly Murs und Ed Sheeran! Beides erfolgreiche britische Musiker und Songwriter.
Arthur hatte dabei erst einen öffentlichen großen Auftritt gehabt, war also vom Rang noch nicht mal ansatzweise so berühmt oder reich wie die beiden.
Als Arthur ausstieg ließ Eve seine Hand nicht los. Es sah schon sehr belustigend aus, als der junge Musiker mit einem Kleinkind seiner Managerin nach in die Filmstudios marschierte.
Höflich wie der Punk war, nickte er den beiden Musikern zu.
Alfred winkte hysterisch wie ein kleines Kind. Erst als die beiden Musiker zaghaft die Hand hoben, konnte Alfred seinem Freund ins Gebäude folgen.

Arthur wurde da einigen - teils wichtigen, teils unglaublich langweiligen - Leuten bekannt gemacht.
Alfred nahm nach einiger Zeit Eve an sich und zählte mit ihr aus einem Fenster die Autos die auf dem Parkplatz standen.
„Daddy. Alfred hat gezählt! 33 schwarze Autos stehen da unten.“

Arthur hatte es durch die Glasscheibe nicht gehört und reagierte nicht.
Eve fing an zu schluchzen.
„Schhh. Nicht weinen. Dein Daddy ist arbeiten.“
„Daddy ist imma arbeiten.“
„Ach quatsch. Ihr habt doch heute Morgen zusammen gebadet.“
„Ich hab Angst dass er mich haut.“
„Arthur? Dich hauen? Niemals. Er wird dir nie im Leben wehtun. Dafür hat er dich viel zu lieb.“
„Sicher?“
„Ja. Weil ich ihn mindestens genauso lieb hab, wie du.“
„Aber Daddy ist nicht dein Daddy.“
„Ich weiß. Aber ich mag ihn trotzdem sehr.“
Eve schaute ihn aufmerksam an. Dann krabbelte sie auf eine Bank und schaute wieder auf den Parkplatz.
„Guck mal. Das Auto ist ja blond. Hoppala. Das Auto ist gelb. Das hat mir Daddy gesagt.“
Sie grinste ihn an.

„Und Sie könnten wirklich seine Alben für diesen Preis verkaufen?“, fragte Eliza. „Immerhin wollen wir keine bösen Überraschungen.“
Arthurs Gedanken drifteten ab. Warum musste er denn unbedingt bei diesem sinnlosen Gelaber zuhören? Der Punk streckte sich.
Eigentlich hatte er heute etwas ganz anderes vorgehabt.
Arthur hatte sich überlegt einen langen Spaziergang mit Alfred zu machen, vielleicht ein paar Klamotten kaufen. Mittagessen in einem seiner Lieblings-Fast-Food-Ketten.
Dann würden sie ein paar Fotos im Park machen.
„Dauert das noch lange?“, fragte Arthur und legte den Kopf auf den Tisch.
„Hör auf rumzunölen, es geht um deine Einnahmen.“
„Ich scheiß auf Einnahmen, wenn das hier noch länger dauert.“

Die Männer am Tisch seufzten. „Wir sehen schon, der Herr hat heute keine Lust. Am besten vertagen wir das Gespräch auf nächsten Freitag.“
Arthur lehnte sich zurück.
„Gut. Nächsten Freitag hat er Zeit. Oder fliegt da auch wieder jemand weg?“, fragte Elizabeta mürrisch.
„Nein.“
„Gut. Freitag um 11 Uhr?“
„Ja. Gute Idee.“
Arthur stand auf und verließ den Raum.

Alfred sah in hinter den Glasscheiben entlang gehen und als er die Tür aufriss, stürmte Eve schon los.
„Daddy! Ich hab dich ganz dolle lieb.“
„Ich hab dich auch lieb Eve. Kommst du auch Alfred?“, rief Arthur. Er schien wie ausgewechselt.
„J-ja. Klar!“
Alfred sprintete los.
„Arthur!“, rief Eliza und packte ihn an der Ohrmuschel. „Du bist nicht mehr 5 Jahre alt! Reiß dich gefälligst am Riemen! Nicht jeder Partner ist so großzügig und will sich ein zweites Mal treffen.“
„Kann ich was dafür, dass der Termin heut vollkommen unnötig war?“
„Was willst du? Karriere und Geld oder als Kassierer arbeiten bis du 40 bist?“
„Natürlich will ich Karriere machen. Aber heute und morgen nicht. Da hab ich was anderes zu tun!“
Eliza atmete hörbar aus.
„Gut wie du willst. Aber ab Montag beginnt für dich der Ernst des Lebens! Da hast du nichts mehr zu lachen!“, fauchte sie.
„Jawohl Ma’am!“, antwortete Arthur und salutierte.
Sie schüttelte den Kopf. „Benimm dich.“
Arthur nickte und packte Alfred am Arm.
„Ich hab dir doch noch einen schönen Tag versprochen.“
Im Aufzug fixierte die Managerin Arthur mit einem eiskalten Blick.

Arthur wusste, dass er sich schlecht fühlen sollte. Aber er hatte absolut keine Zeit und keine Lust darauf.
Auf dem Hof trennten sich die Wege der Frau und der beiden Jugendlichen.
„Wo gehen wir denn hin?“, fragte Alfred.
„Wir laufen heute die Themse entlang.“
„Laufen? Wirklich?“
„Alfred. Du bist so faul.“
„Fauler Alfred!“, fiepte Eve.
„Danke. Wirklich“, grummelte der Amerikaner.

Alfred erschlich sich in seinen Handschuhen Arthurs Finger einzeln. Arthur schaute Alfred an und packte grinsend die Hand seines Freundes.
„D-Der Schnee taut, nicht wahr?“, fragte Alfred und schaute zu Boden.
„Ja. Aber das ist nicht das worüber du mit mir reden willst, oder?“, fragte Arthur und drückte Alfred einen Kuss auf die Wange.
Alfred grinste verlegen und wurde rot im Gesicht.
„Du bist echt peinlich Arthur.“
„Ich dachte wir sind zusammen. Da muss dir nichts peinlich sein.“
„Ich weiß, ich weiß. Es ist nur so ungewohnt“, erklärte Alfred. Dabei rann ihm ein kalter Schauer über den Rücken. Arthur Griff wurde fester.
„Was ist los? Ich merke doch, das dich irgendwas bedrückt“, fragte der Brite.
Alfred biss sich auf die Unterlippe.
„Jetzt rück schon endlich raus mit der Sprache.“
Alfred sah auf.
„Darf ich mir etwas wünschen um einem Menschen zu helfen, obwohl es ihm schaden könnte?“, fragte Alfred und Arthur öffnete überrascht seine Augen.
Review schreiben
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast