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Leben heißt...

GeschichteHumor, Freundschaft / P16 / MaleSlash
Amerika Deutschland England Frankreich Italien Kanada
13.08.2013
30.06.2014
50
162.126
9
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Dieses Kapitel
1 Review
 
13.08.2013 3.418
 
Bevor das Kapitel beginnt möchte ich mich noch entschuldigen, dass die Wartezeiten so lang sind!  
Entschuldigung!
Das hat den Grund dass die nächsten Klassenarbeiten entscheidend für meine Abschlussprüfungen im Juni sind. Ich werde mich weiterhin bemühen regelmäßig Kapitel hochzuladen, obwohl es sich langsam den Ende neigt.
Und auch hier wieder ein herzliches Danke an Violet Kirkland die irgendwie auf übernatürliche Weise Zeit bekommen zu scheint um für mich Beta zu lesen.
Danke!

Nun wünsche ich viel Spaß mit dem Kapitel.

Eure Tintenfass
_________________________________________

Arthur wachte auf und fühlte sich wie gerädert. Er hatte gegen Ende seiner REM-Phase zwar keinen Albtraum gehabt, aber etwas das ziemlich dicht daran grenzte. Er stand mit Im Yong auf der Bühne und sie grölten, gemeinsam und betrunken in ein Mikrophon. Er selbst hatte einen Smoking getragen und Im Yong ein schlichtes weißes T-Shirt mit einem knallpinkfarbenen Büstenhalter darüber. Außerdem hatten sie irgendein dämliches Liebeslied gesungen und Arthur war dann schlecht geworden, hatte sich übergeben und von der Bühne gerollt.
Der Sturz war echt. Kopf voran, war Arthur aus dem Bett gestürzt. Sein Dickschädel hatte ihn gebremst.
Plötzlich sprang im etwas auf den Bauch.
„Oscar…du stehst auf meiner Milz.“
Er miaute und stieg von Arthur herunter, bevor er auf dem Bauch von Arthur etwas getretelt war.
„Du bist so lieb zu mir“, stellte Arthur fest, allerdings hatte er einen ironischen Unterton in der Stimme.
Oscar leckte ihm über sein Gesicht.
„Dankeschön.“
Arthur rollte sich zur Seite und stand etwas wackelig auf.
Der Brite schleifte sich zu seinem Smartphone und entdeckte ganze 47 Nachrichten von Alfred.
Er rief bei seinem Freund an.
„Morgen Alfre-“
„Ich will nicht sterben! Ich will nicht! Warum nur?!“
„Hä? Was ist denn los?“
„Na die Pollen! Die sind doch giftig!“
„Allistor hat gesagt, er weiß nicht, ob sie noch giftig sind. Du musst erst Panik schieben, wenn es bestätigt wurde.“
„Aber…!“
„Nichts aber. Du machst erst mal weiter Unterricht und bist brav zuhause und…“
„Ich bin kein Kleinkind Arthur.“
„Dann ist ja gut.“
„Bist du sicher, dass alles gut ist? Immerhin sind deine Eltern daran gestorben.“
„Woher weißt du davon?!“, rief Arthurs ins Telefon.
„D-Du hast mich heute Nacht angerufen.“
„Gar nicht wahr! Wir haben nicht telefoniert. Das wüsste ich doch.“
„Dann schau mal im Telefonprotokoll nach.“
Arthur klickte Alfred sofort weg.
Dieser starrte überrascht auf sein Display. „Arthur? Bist du noch dran?“
Arthur durchstöberte etwas seine Bildchen auf dem Display und fand dann „Protokolle“.
Tatsache. Arthur hatte Alfred heute Nacht um halb 4 eine halbe Stunde lang telefoniert.
Er nahm den Anruf von Alfred an.
„Was sollte das?!“
„Du sagtest doch, ich soll in den Protokollen gucken!“
„Doch nicht mitten im Telefongespräch. Mit dir macht man was mit“, lachte Alfred.

Alfred sah sich gerade in der Kantine nach einem freien Sitzplatz um.
Er stieß gegen jemanden aus der Oberstufe und dabei viel sein Tablett runter. Die Ravioli landeten auf der blütenweißen Strumpfhose eines Mädchens, das laut kreischte.
Alfred kniete sich sofort hin und suchte nach einem Taschentuch.
„Sie nur was du angereichtet hast! Die Tomatensoße bekomme ich nie wieder raus! Die wirst du mir ersetzen!“
Er murmelte eine Entschuldigung und wurde vom Hausmeister beiseitegeschoben.
„Aus diesem Grund soll man an der Schule kein Handy benutzen. Pass das nächste Mal besser auf, du Lümmel.“
„War ja keine Absicht.“
Der Hausmeister schaute ihn finster an.
„Entschuldigung.“
„Alfred? Bist du noch dran?“, fragte Arthur der den Radau mit angehört hatte.
„Ja, alles okay.“
„Bist du dir da sicher?“
„Ja klar. Ich ruf gleich zurück.“
„O-okay.“
Arthur schaute auf sein Bett. Eve lag auf der Decke und drehte sich gerade um.
Er beschloss sie noch ein bisschen Schlafen zu lassen.
Aber seltsam war es schon.

Erst konnte er sich nicht erinnern, wie er ins Bett gekommen war und dann noch dieses mysteriöse Telefonat.
„Oscar? Hast du mitbekommen, dass ich heute telefoniert habe?“
Sein Kater schaute ihn entsetzt an. Dann legte er den Kopf schief und Arthur war fast so, als hätte Oscar mit den Schultern gezuckt. Hatten Katzen überhaupt Schultern?
Oscar gähnte und schmuste sich an Arthurs Beine heran.
„Ich mache essen.“
Oscar schaute ihn an. Er sprang auf den Nachttisch und miaute.
„Was ist denn?“
Oscar zeigte mit einer Pfote auf den Kalender.
„Was?! Ist das heute!?“
Arthur sprang fast in seinen Kleiderschrank vor Panik.
„Daddy…warum machst du so laut?“
Eve gähnte.
„Heute mach ich dich richtig hübsch. Wir gehen auf eine Feier.“
„Feier?“
„Partytime.“
„Huh?“
„Ein Freund von mir wird heute 30.“
„Geburtschstagsparty?“
„Ja.“
„Zum Geburtschstag viel Glüg! Herschlichen Gügwunsch.“
Eve umarmte Arthur.
„Ich hab doch nicht Geburtstag“, lachte Arthur.
„Oh.“
„Kommt Osca auch mit?“
„Wenn Oscar mit will, warum denn nicht?“
„Osca! Komm!“
Eve packte den Kater am Bauch und hob ihn hoch.
„Eve. Katzen hält man anders.“
Arthur kniete sich vor seine Tochter und drapierte Oscar um.
„So.“
Oscar fühlte sich dennoch unwohl. Ihm war nicht geheuer von einem kleinen Menschen gehalten zu werden. Bei Arthur war das was anderes. Er hatte ihn aufgezogen aber bei diesem kleinen Ding klebten die Finger so. Oscar wand sich aus dem Griff des Kindes und kletterte zu Arthur auf die Schulter.
„Was hast du denn?“, fragte Arthur und kraulte ihn.
Oscar sprang wieder herunter und verkroch sich unter dem Bett.
Arthur kratzte sich am Kopf, packte dann aber Eve unter den Schultern und trug sie in ihr Zimmer. Er fühlte sich nach wie vor wie verprügelt. Er zog sie um und sie schaute nicht begeistert. Ihr gefielen das T-Shirt und die Hose nicht. Es war beides dunkel und es war nicht pink oder irgendwie auf eine Art und Weise niedlich.
Im Bad bekam sie das Gesicht gewaschen und die Haare gekämmt.
„Aua….“
„Aber ich muss dir die Haare kämmen.“
„Nein!“
Sie lief weg, kam aber nicht weit, da Arthur sein Aufnahmestudio aus weiser Vorrausicht abgeschlossen hatte.
„Nein!“, fiepte sie und fing an zu weinen.
„Eve, es tut mir leid, aber das muss sein.“
„Ich will nich‘…“
„Elizabeth!“
Sie war still und schaute ihn mit großen Augen an.
„Nein, Eve. Nicht weinen.“
Aber es rollten schon die ersten großen Krokodilstränen.
„Ach Eve…. Du musst doch nicht weinen.“
„Nein…“
„Wenn du dich brav kämmen lässt, darfst du dir auch ein Kleidchen aussuchen, ja?“
„Ja?“
„Wenn du willst.“
„Ja! Kleidchen!“

Gerade klingelte Arthurs Handy.
„Hier bin ich wieder.“
„Oh. Alfred. Du wirst mich heute Abend begleiten.“
„Was? Wohin?“
„Um 6 Uhr auf eine Party in Soho.“
„Soho?“
„Wir feiern den 30. Geburtstag vom King.“
„Vom King? Ich dachte Prinz William ist noch nicht König.“
„Als ob mich mein Cousin 40 Grades dabei haben wollte“, lachte Arthur.
„IHR SEID VERWAND!?“
„Spinnst du?“, fragte Arthur, der geglaubt hatte, Alfred hätte den Witz verstanden.
„Warum sagst du das dann?“
„Das war ein Witz.“
„Nicht lustig.“
„Hab’s gemerkt. Ich hole dich dann kurz vor 6 ab. Bis später.“
„Darf ich wenigstes sagen ob ich kommen will?“
„Tschüss!“
Arthur hatte aufgelegt.
Alfred fühlte sich etwas überrumpelt.

Nach der Schule um 16:30 machte sich Alfred auf den Heimweg. Er überlegte was er sich anziehen sollte und verpasste beinahe seine U-Bahnstation, an der er aussteigen sollte. Matthew hatte bereits Schulschluss und saß mit Francis im seinem Zimmer.
Alfred warf einen Blick in das Zimmer hinein und sah wie sich Francis über Matthew beugte und ihm die Französischaufgaben zu erklären. Alfred wollte erst etwas sagen, ging dann aber nach neben an in sein Zimmer um sich etwas Passendes aus seinem Kleiderschrank herauszusuchen. Ein schwarzes T-Shirt mit buntem Aufdruck und eine Jeans schien passend genug für einen Geburtstagsabend zu sein.
In einer halben Stunde wollte Arthur ihn schon abholen.
Alfred sprang schnell unter die Dusche und zog sich dann an. Er putze gerade seine Brille, als es unten an der Haustür klingelte.
„Ich mach auf!“, rief Alfred und stürmte an die Haustür um sie zu öffnen.
„Arthur!“
„Alfred…“
„Ich hab dich vermisst Arthie!“
„Ich…dich auch?“
Alfred gab Arthur einen zögernden Kuss auf die Lippen. Arthur erwiderte ihn und sah wie Alfreds Gesicht sich in einem Schlag rot färbte.
„Auf welche Party geht es eigentlich?“
„Ich hab dir doch schon gesagt, dass es eine Party für den King ist.“
„Aber nicht für welchen König.“
„Na für Vlad.“
„Wer ist Vlad?“
„Vlad ist der König von Soho.“
„Ihr habt ’nen König?“
„Er ist der König der Londoner Punks.“
„Und warum gehen wir da hin?“
„Weil er seinen Geburtstag nachfeiert.“
„Und warum soll ich mit?“
„Na wir sind doch jetzt zusammen, dachte ich.“
„Äh…“, stammelte Alfred und sah zu Boden.
„Kommt noch jemand mit?“
„Ja. Ich nehme auch Eve mit.“
„Sie ist hier!?“
„Ja. Sie wartet hier im Vorgarten. Eve! Kommst du?“
„Sag hallo zu Alfred.“
Sie schaute ihren Daddy an und blickte dann zu Alfred.
„Guten Tag Alfred.“
„Ihr- Sie… sie kann meinen Namen sagen!“, freute sich Alfred wie ein Irrer. .
„Los wir müssten nach Soho. Die Party fängt gleich an.“
„Ich habe aber meinen Eltern nicht Bescheid gesagt. Sie arbeiten noch…“
„Ist doch egal! Um 10 gehen wir eh wieder weg.“
Arthur nahm Eve auf den Arm. Alfred erkannte, dass sie einen flauschigen Mantel über einem hellgelben Rüschenkleid trug. Sie kuschelte sich an den Hals und Arthur ergriff die Hand von Alfred. Sie war noch warm. Nicht so wie Arthurs Hände es oft im Winter gewesen waren. Aber heute waren sie nicht blau. Nicht taubgefroren und schmerzten nicht vor Kälte. Arthur konnte sich an seinen ersten Winter erinnern den er weitgehend unter freiem Himmel verbrachte.
Es hatte nicht geschneit aber es war kalt. Sehr kalt. Und er hatte Hunger gelitten. Tagelang.
Kaum zu glauben, wie sehr er sich hochgearbeitet hatte. Er hatte Familie. Eine Beziehung. Einen Job. Und einen Karriere als Musiker. Wenn das kein Aufstieg war.
Allerdings gab es auch viele Rückschläge. Er hatte seinen besten Freund verloren, seine erste große Liebe und seine Eltern. Es war eine harte Zeit und sie hatte Narben hinterlassen.
„Du bekommst Falten, wenn du deine Stirn so zusammen ziehst“, erklärte Alfred.
„Ich bin erst 17.“
„Na und?“
Eve war bereits eingeschlafen. Es begann etwas zu schneien. Die Straßenlampen schalteten sich ein und es gab ein ungewöhnliches Flair. Noch vor wenigen Monaten hätte Arthur so einen Spaziergang als traurig oder melancholisch beschrieben aber heute war es irgendwie aufregend. Er drückte die Hand von Alfred fester zusammen und gab ihn einen Kuss auf die Wange.
„Danke“, murmelte Arthur.
„Für was?“, fragte Alfred.
„Dafür, dass du mich so liebst wie ich bin. Das ist toll von dir. Danke.“
Alfred wurde rot und ihm wurde heiß.
Er fasste nun mit beiden Händen an Arthurs Hand. Sie waren mittlerweile genauso warm wie seine eigenen Hände.

Es war halb 7 als sie an einem etwas baufälligen Haus ankamen. Alfred fragte sich, wo hier eine Party stattfinden sollte Er hatte keine guten Erfahrungen mit leerstehenden Häusern gemacht.
„Arthur? Du bist dir sicher, dass es hier ist?“, fragte Alfred.
„Ja. Komm.“
Arthur ging voran.
„Wie lautet das Passwort?“, fragte eine tiefe männliche Stimme hinter einer alten, verrosteten Stahltür. War man hier in einem Film von Gerard Depardieu und Pierre Richard?
„Jeder Punk hat seine Melodie“, antwortete Arthur und die Tür wurde geöffnet.
Der Mann war nicht groß, aber er hatte ein vernarbtes Auge und eine Zahnlücke.
„Ihr dürft rein“, meinte er und zeigte die Zähne während er für Alfreds Geschmack zu unfreundlich grinste.

Arthur bedankte sich. Nicht alles das er noch einen Hofknicks vollführte. Er war wohl oder übel der höflichste Punk aus ganz London.
Der Brite ließ Alfred nicht los, als die beiden eine metallene Wendeltreppe hinabstiegen. Es knirschte bei jedem Schritt im Mittelpfosten der Treppe.
Arthur schien den Weg zu kennen. Unten kamen sie mit wackligen Beinen an.
„Ich mag Wendeltreppen nicht so…“, murmelte Alfred und ließ sich auf einer Stufe nieder. Ihm drehte sich alles.
Vor ihnen war eine Tür mit Flügeln aus Milchglas.
„Komm. Dahinter ist die Party.“
„Mir ist nicht gut.“
„Ich hole dir Punsch.“
„Warum nimmst du eigentlich Eve mit auf die Party?“
„Äh… weil… ich sie Vlad zeigen möchte.“
„Dem König?“
„Ja…“
„Außerdem… hätte ich ungern einen Babysitter geholt. Sie mag es nicht, wenn ich gehe.“
„Warum wolltest du niemanden anrufen?“
„Die hätten wissen wollen wohin ich gehe. Außerdem ist heute ausnahmsweise nicht Sinn und Zweck sich zu betrinken. Es gibt auch andere Feiern. Außerdem wird die neue Wahl vom … wie heißt das? Ach, ich komm nicht drauf… so ein Helfer vom König…“
„Diener?“
„Nicht Diener… Berater! Sein Berater wird gewählt.“
„Von uns?“
„Vom Vorstand.“
„Ihr seid echt gut organisiert.“
„Danke“, lächelte Arthur.
„Und jetzt komm.“
Arthur zog Alfred von den Stufen hoch und gemeinsam betraten sie den großen Kellerraum.

Hier waren ja ausschließlich Punks, wie Alfred feststellte.
Alle mit ihrer eigenen Frisur und originellen Piercings. Die meisten hatten etliche Muskeln und Tätowierungen.
Am schmalen Ende des mit Musik überschwemmten Raums saß ein Mann in einem fast lächerlich großen Sessel. Er hatte die Beine übereinander geschlagen und die Arme vor der Brust gekreuzt. Eine ziemlich würdevolle Pose in diesem monströsen Textilgeschöpf.
Alfred brauchte danach nicht lange, bis er verstand, dass das vermutlich der König war.

„Du Arthur?“
„Hm?“
„Was bedeutet eigentlich das Passwort?“
„Oh. Das ist kompliziert…“
„Finde bitte eine kurze Erklärung.“
„Ähm…. Jeder Punk der unter dem Schutz von Vlad, dem Lord von Soho, steht hat ein eigenes Lied. Daraus kann man sich Noten, oder eine Strophe aussuchen. Das lässt man sich dann tätowieren. Wenn ein Punk, der sozusagen Anhänger von Vlad war und stirbt oder verschwunden ist, Vlad betrogen hat oder Ähnliches, dann singen die anderen Punks das Lied von dem- oder derjenigen. Irgendjemand erkennt das und es kann Vlad dann helfen herauszufinden wem etwas zugestoßen ist. Es ist quasi wie ein Ausweis.“
„Und welches Lied hast du?“
„Happy Ending von Mika.“
„Und wo?“
„Ist mein rechter Arm zu unauffällig, oder was? Hunter hat mir das gesamte Lied gestochen.“
„Echt!? Das ist das gesamte Lied?“
„Ja. Jede einzelne Note.“
„Krass…“, murmelte Alfred und versuchte sich an das ganze Ausmaß des Tattoos zu erinnern.

„Vor was beschützt er euch denn?“
„Bandenkriege, Territoriumsstreitigkeiten, verhungern, verdursten und erfrieren.“
„Wow. Wo ist da der Haken?“
„Er darf im Gegenzug alles über uns wissen was er will. Einfach alles. Größe, Gewicht, Wohnort, Partner, Job, Kinder, Vorstrafen, Allergien, Geburtstage, Zeugnisnoten. Alles was er will.“
„Das ist echt krass.“
„Am Ende der Party… so gegen halb 9 bis 10 werden dann Fotos und Videos abgespielt.“
„Warum?“
„Damit jeder so grob auf dem laufenden bleibt.“
„Wie viele Mitglieder gibt es denn?“
„So…200 etwa.“
„Das sind aber viele…“, stellte Alfred fest.
Arthur zuckte mit den Schultern. Für ihn war das normal.

Arthur schaute auf die Empore wo der … mehr oder weniger prunkvolle Thron des Anführers stand. Eigentlich hassten alle diese Treffen. Nicht dass man jetzt etwas gegen seinen Geburtstag hatte, aber dieses drum herum war ätzend. Wahlen und so einen Mist brauchte doch niemand…
„Hallo Arthur. Lange nicht gesehen. Wie geht es dir?“
„Oh. Gut.“
Arthur drehte sich jetzt erst zu seinem Gesprächspartner um.
„Du hast das letzte Treffen verpasst“, raunte Vlad.
„Oh…das tut mir Leid“, murmelte Arthur.
Alfred schaute zwischen beiden hin und her.
„Wie viele Jahre es wohl sind?“, überlegte der Rumäne laut.
„Ich schätze ca. 2.“
„Was? So lange! Dann wird es ja mal wieder Zeit. Und wer ist das? Den kenne ich aber nicht.“
„Oh. Das ist Alfred. Alfred das ist Vladimir Kogalniceanu. Vlad das ist Alfred Finley Jones.“
„Alfred reicht.“
„Hallo Alfred! Willst du dich uns anschließen?“
„Äh… ich denke nicht. Ich will mich nicht tätowieren lassen“, gestand er und rieb sich die Arme. „Aber heute bin ich nur die Begleitung von Arthur.“
„Seid ihr zusammen?“, fragte er.
„Ja. Seit ein paar Tagen“, antwortete Arthur wahrheitsgemäß.
„Und da bringst du ihn mit?“
„Ich kenne ihn seit Juli. Wir haben schon einiges durchgemacht.“
„Okay….“ Vlad schien nicht wirklich davon überzeugt zu sein.
„Und wer ist die Kleine da?“
„Das ist Elizabeth Victoria Evangeline“, stellte Arthur sein Kind vor.
„Deins oder seins?“, fragte Vladimir und kniff die Augen zusammen.
„Meins“, grinste Arthur.
„Meinen…Glückwunsch, hoffe ich.“
„Ja“, lachte Arthur.
Alfred fühlte sich gerade ziemlich unwohl.

„Ist die Mutter auch hier irgendwo?“, erkundigte sich der Gastgeber.
„Nein…“, nuschelte Alfred.
„Hm?“
„Vlad… du kanntest doch Sophie…?“
„Sophie? Lennon?“
„Ja sie …“, stockte Arthur.
„Da ist Hunter doch total ausgerastet.“
„Nett dass du mich daran erinnerst. Er kann nicht kommen, er sitzt im Knast.“
„Was hat er denn gemacht? Und warum weiß ich davon nichts?“
„Er hat versucht Eve zu entführen.“
„Wer ist Eve?“, fragte der König verwirrt.
„Das ist Elizabeths Spitzname.“
„Das arme Kind.“
„Ich habe die Namen nicht ausgesucht“, verteidigte sich Arthur.
„Ähm… würde es dir etwas ausmachen… wenn ich sie mal halte?“
„Nein. Aber bitte vorsichtig. Sie ist nicht gut gelaunt wenn man sie weckt.“
Vlad nahm Arthur behutsam das Kind ab und schaukelte sie auf seinem Arm.
„Warum hab ich kein Kind? Die sind so niedlich?“
„Das kommt sicher noch“, lachte Alfred.

Eve blinzelte ein bisschen, schlief aber gleich wieder ein. Alfred hatte seinen Punsch bekommen und die Wahlen waren vorüber. Die Tanzfläche füllte sich und Vlad beobachtete noch immer fasziniert wie Eve auf seiner Schulter lag und atmete. Die Musik schaltete auf ein ruhigeres Lied um.
Arthur schaute zu Alfred und stand auf.
„Darf ich um diesen Tanz bitten?“
„Tanzen? Jetzt?“
„Warum denn nicht?“
„Na… der Kerl hat doch noch Eve?“
„Der tut niemandem was. Und schon keinem Kind.“
„Aber…“
„Vertrau doch einfach dem König.“
„Nicht dass er sie behalten will.“
„Sobald sie aufwacht, sicher nicht“, lachte Arthur und zog Alfred auf die Tanzfläche.
Alfred wurde von Arthur geführt. Es war irgendwie…peinlich. Aber Alfred konnte nicht tanzen. Aber das machte ihm Schritt für Schritt weniger aus. Arthur tat vor ihm immer so allwissend. Aber über Umwege war herausgekommen, dass Arthur gar nicht so viel wusste wie er immer tat.
Simple Sachen verstand er oft falsch. Darauf gab er oft eine sehr allgemeine Antwort damit das nicht auffiel. Mochte ja sein, dass er wirklich viel konnte. Aber irgendwie war der Diamant noch nicht geschliffen worden.
Arthur grinste ihn an und Alfred lächelte zurück.
Wie konnte er sich denn nur in Arthur verlieben? Vermutlich lag das an seiner Ausstrahlung. Er war … im Großen und Ganzen eher eine ruhige Persönlichkeit. Außer jemand oder etwas brachte ihn auf die Palme. Dann schrie er wie wild um sich und schlug in die Luft.
Aber dieser Moment könnte ewig dauern. Alfred wollte nicht ohne Arthur in die USA. Aber Arthur fühlte sich dort auf vielerlei Weise nicht wohl. Es schien schwierig. Alfred würde gerne bleiben aber so schön London auch war, es war nicht sein zuhause. Irgendwie fand sich schon eine Lösung. Irgendwann, nur nicht jetzt. Jetzt wollte er tanzen.

Arthur wollte nur noch im Erdboden versinken. Dabei hatte der Abend so gut angefangen. Alfred beobachtete wie Arthur sich irgendeine Ecke suchte. Grund für die Blamage war eine Videosammlung über einige Punks. Es wurden 3 Personen per Zufall gezogen. Die ersten beiden Punks hatten meistens Partynächte zu bieten. Aber bei Arthur war es irgendwie eine andere Sammlung. Es wirkte eher wie private Aufnahmen. Arthur war noch keine 10 Jahre alt auf den Videos und Bildern. Das hieß, das war vor seiner Zeit als Punk.
Es war total niedlich wie Arthur irgendwelche Sachen vermasselte. Kein Wunder, dass es ihm peinlich war.  Alle seine Kollegen konnten mitansehen, wie Arthur sein gesamtes Leben, mit möglichst lustigen oder dämlichen Inhalten gefüllt wurde.
Auf dem nächsten Clip war er deutlich älter. Er stand mit ein paar anderen Männern auf der Verladerampe eines fahrenden Kleintransporters und sprang auf einen anderen Anhänger. Arthur zeigte einem Polizeiauto den Mittelfinger und hüpfte auf das Autodach, rutschte weg, landete aber auf dem Gehweg und verschwand in einer Gasse. Einige Sekunden später sah man ihn auf einer alten Matratze auf dem Fußboden liegen und sich die Rippen halten. Nach weiteren 4 Clips passierte etwas Unerwartetes.
Nachdem es ihm mit einem blonden Mädchen auf dem Spielplatz zeigte, später dann zu einer Party gingen und primär Arthur Alkohol in Form von Bier konsumierte, sprühte der Projektor funken und viel von der hohen Decke herunter und zerbarst.
Alfred bekam einige kleine Plastikteile ab.
Arthur hatte inzwischen Eve wieder an sich genommen und zog Alfred am Ärmel
„Ich glaube wir sollten jetzt gehen“, murmelte er.
Alfred schaute noch einmal nach oben.
„Ja. Ich denke, das wäre nicht schlecht.“
Arthur brachte Alfred noch nachhause und gab ihm zum Abschied einen Kuss.
Alfred würde den Abend sicher nicht vergessen.
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Leider ist es mir nicht gelungen in diesem Kapitel auf die Todesursache von Arthurs Eltern einzugehen. Das wird aber das erste sein, mit dem ich mich im folgenden Kapitel befasse. Versprochen!
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