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Leben heißt...

GeschichteHumor, Freundschaft / P16 Slash
Amerika Deutschland England Frankreich Italien Kanada
13.08.2013
30.06.2014
50
162.126
9
Alle Kapitel
85 Reviews
Dieses Kapitel
12 Reviews
 
 
13.08.2013 1.688
 
Vorwort

Hallo und Danke im Voraus, für alle die, die hier hereingeschaut haben.
Die Idee habe ich durch eine Freundin bekommen und sie hat mich überredet hiermit anzufangen.
Natürlich benehmen sich die Länder, die hier normale Menschen sind,  ihrem Originalcharakter entsprechend.
Zudem gibt es den ein oder anderen zusätzlichen Charakter, die auch mehr oder weniger eine Rolle spielen.
Das Nyotalia hält sich in Grenzen und bezieht sich bloß auf einen Charakter, also bitte nicht hauen!
Ich verdiene mit dieser FanFiktion kein Geld und mit den anderen erst recht nicht. Die Charaktere gehören nicht mir und werden es auch nicht.
Wenn nötig setzte ich zu Beginn eines neuen Kapitels noch Warnungen voraus.
Konstruktive Kritik ist gern gesehen und man darf auch schreiben was einem nicht gefallen hat.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen.

Tintenfass


____________________________________________________________________

Es fing alles damit an, dass Alfred und Matthew ein Jahr als Gastschüler in einer Schule in London waren.
Noch vor Schulbeginn erkundete Alfred, der ältere der beiden Stiefbrüder die Gegend. Der Verkehr in London war ja echt grauenhaft. Glücklicherweise aber so langsam, dass niemand auf die Idee kam schnell zu fahren, was das als Unfallursache oft ausschloss.
Alfred war gerade auf dem Weg zu einem Comicladen, den er vor zwei Wochen entdeckt hatte.
Er war schon fast da, als er einen Rucksack auf dem Boden sah. Er stand ganz alleine, an eine Bank angelehnt und niemand schien sich darum zu kümmern.
Und wenn da jetzt eine Bombe drin war?
Alfred als (selbsternannter) Held musste ja nicht nur die Vereinigten Staaten beschützen sondern auch den Rest der Welt.
Alfred kniete sich hin und lauschte ob ein Ticken zu hören war. Plötzlich bewegte sich der Rucksack und kippte um.
Alfred sprang zurück und kullerte über die Pflastersteine. Aus dem Rucksack krabbelte eine Katze und starrte ihn angriffslustig an.
Der Amerikaner stand auf und trat zurück. Dieses Vieh war schlimmer als eine Bombe. Alfred war eher der Hundetyp, seitdem er mehrere schlechte Erfahrungen gemacht hatte. Dieses Fellknäul das gerade Mal ein paar Monate alt und weiß-braun. Die Ohren waren seltsam abgeknickt.
Das kleine Ding setzte zum Sprung an. Alfred versuchte noch auszuweichen, aber die Katze krabbelte schon an seiner Hose hinauf und verteidigte den Rucksack mit Leibeskräften.

Alfred wollte doch nur, dass sie aufhört und riss sie von seiner Kleidung. Das brachte seinen Händen mehrere Kratz- und Bisswunden ein.
Erst als ein genervtes aber lautes: „Oscar!“, ertönte beruhigte sich die Katze.
Die wilde Bestie in Alfreds weit ausgestreckten Armen wurde nun ganz lieb und brav. Ein Junge etwa im Alter von Alfred nahm ihm die Katze – den Kater ab. Wenn Oscar der Name des Fellknäuls ist dann war es eindeutig ein Kater.
Der Junge wurde von Alfred gemustert. Er war wahrscheinlich blond, das verriet sein Haaransatz. Danach folgten Blau und Grün gefärbte Haare.
Sie waren unfrisiert und standen in alle Richtungen ab, aber recht kurz.
Er trug zerrissene Kleidung, eine Lederjacke, eine karierte Hose und Springerstiefel. Außerdem noch ein Nietenarmband, ein Halsband wie Hunde es tragen und zahlreiche, bunte Gürtel.
„Lebst du noch, oder bist du grad gestorben?“, fragte der Junge.
„Du bist ein Punk…“, stammelte Alfred. Er mochte Punks nicht so. Er hatte immer das Bild von betrunkenen Satanisten im Hinterkopf.
„Stört’s dich? Immerhin hast du meinen Oscar geärgert.“
Er hob den Rucksack auf.
„Ich habe das Ding nicht geärgert.“
„Ohne Grund benimmt er sich nich‘ so“, bemerkte er.
Er setzte Oscar auf seine Schulter und holte aus seinem Rucksack ein Dosenbier heraus.
„Wie heißt du?“, fragte er bevor er einen Schluck Bier trank.
„Warum willst du das wissen?“
„Damit ich dir Drohbriefe schreiben kann.“
Alfred schaute ihn geschockt an, aber der Punk grinste nur.
„Das war ein Witz. Jetzt guck nich‘ so ich bring‘ dich schon nicht um. Ich heiße Arthur.“
„Alfred.“
Er starrte ihn an.
„Ich…glaube…ich gehe jetzt.“
„Hast du Angst?“, fragte er.
Alfred konnte den Alkohol schon riechen.
„Nein. Aber ich habe noch etwas zu tun.“
Arthur musterte ihn, aber Alfred ging schon vor.
„Hey. Warte.“
Alfred blieb stehen. Was wollte der denn jetzt noch. „Kannst du mir nich‘, ein paar Pence geben? Ich bin blank."
Alfred zögerte.
„Ich kann dir auch einen Zaubertrick zeigen. Wenn er dir gefällt gibst du mir 50 Pence.“

Alfred nickte.
Arthur legte beide Hände aufeinander. Anschließend faltete er sie, als ob er beten würde. Nun pustete er herein und hielt Alfreds Geldbeutel hoch.
Der andere tastete panisch seine Taschen ab und musste akzeptieren, dass Arthur sein Portmonee in der Hand hielt. Dabei hatte er Alfred nie berührt.
„Wie hast du das gemacht?“, fragte Alfred, doch Arthur begann schon loszurennen. Erst als er schon um die Ecke verschwunden war, mit Rucksack, Kater und seinem Geldbeutel, realisierte Alfred erst, dass er beklaut wurde und lief ihm nach.
Nun war es hoffnungslos. Er war jetzt 20 Minuten durch die Londoner Innenstadt gelaufen, aber Arthur war hier klar im Vorteil.
Aber so viel Geld hatte er jetzt auch nicht. Aber seine Eltern, die ebenfalls ein Jahr hier verbrachten, würden ihm den Kopf abreißen, wenn er ihnen gestand, dass nicht nur sein Geld sondern auch alle seine Personalien weg waren. Vom Personalausweis, bis zu seinem Führerschein, den er erst 2 Monate hatte, seine Kreditkarte zu seinem Taschengeldkonto. Alles war weg.
Und wie sollte er jetzt zurück finden?
Und zuerst musste er den Diebstahl melden.
Vielleicht kannten die ja Arthur schon. Den Trick musste er ja immerhin schon öfter gemacht haben.

Nach dem er sich zur nächsten Polizeistation durchgefragt hatte, meldete er den Diebstahl. Vielleicht konnten sie ihm wenigstens die Pässe wieder bringen.
Der Polizist lachte als er das hörte.
„Weißt du, es gibt hier so viele, es ist sehr unwahrscheinlich, dass du den Geldbeutel jemals zurückbekommst. Wenn er wirklich Geld braucht, dann nimmt er dich aus, wie eine Weihnachtsgans, aber die Kreditkarte wird sofort gesperrt, mach dir darum keine Sorgen.“
Alfred kam sich nicht ernstgenommen vor.
Er wurde aber von einem Beamten der gerade seine Prüfung bestanden hatte, nachhause gefahren.
Sein Vater war natürlich überrascht, aber der freundliche Polizist klärte ihn schnell auf.

Alfred stand nach dem Abendessen an seinem Fenster.
Matthew, sein Stiefbruder saß auf dem Fußboden und malte einen Eisbären. Alfred fragte sich oft, warum er gerade auf Eisbären besessen war. Ob mal einen Exorzisten rufen sollte?
Alfred beobachtete ihn. Matthew war zwei Jahre jünger als er und sie hatten nicht sonderlich viel gemeinsam.
Alfred war eher der wilde Sportlertyp und Matthew der ruhige, nachdenkliche.
Alfred beugte sich zu ihm runter. „Kannst du auch mal was anderes malen?“, fragte er.
Matthew schreckte auf und sah ihn verwirrt an.
Es schien am Land zu liegen. Jeder und alles war hier anders. Die ersten Tage wurde er von vielen Autos beinahe angefahren, da er sich erst auf die andere Straßenseite einstellen musste, wenn er die Straße überquerte.
Er schaltete seinen Laptop ein und prüfte sein Postfach auf neue Nachrichten. Enttäuschenderweise gab es nur eine neue Nachricht von seinen knapp 700 Freunden. Es war auch nur eine Standardnachricht.
Wie geht’s? Was machst du so? Gefällt’s dir da?
Körperlich gut. Nichts Besonderes. Wenn das so weiter geht nicht mehr.
Alfred hatte nicht vor, sich jeden Tag beklauen zu lassen. Er war immerhin der Held! Er hatte schon viele blutende Wunden gestillt. Okay, es waren kleinere Kratzer gewesen, aber immerhin hatten die Kinder in seiner alten Nachbarschaft nie eine Blutvergiftung erlitten.

Während Alfred weiter seinen Erinnerungen nachging, rollte Arthur schon den Schlafsack aus. Normalerweise schlief er bei seinem Kumpel, aber der war gerade auf irgend so einer blöden Messe und ließ ihn hier allein.
Außerdem hatte er ein schlechtes Gewissen dass er dem Jungen jetzt das Geld abgenommen hatte.
Aber Arthur hatte Schulden, bei Leuten, bei denen man keine Schulden haben wollte. Ein Glück ging es Oscar gut. Er hatte den kleinen Schottischfaltohrkater in einem Karton gefunden. Die Mutterkatze lag überfahren auf der Straße und seine 3 Geschwister waren auch schon nicht mehr am Leben.
Er hatte das Kätzchen mitgenommen und bei Hunter - so hieß der Kerl der verrückt genug war Arthur zu vertrauen – aufgepäppelt.
Eigentlich hieß Oscar früher Sarah, doch als sich herausgestellt hatte das es ein Männchen war hatte der kleine Kater einen neuen Namen bekommen.
Oscar hatte sich bereits zusammengerollt und an Arthur gekuschelt.
Dieser hatte seine wenigen Habseligkeiten in den Rucksack gepackt und nach ganz unten in den Schlafsack geschoben. Das begrenzte sich auf die Kleidung die er trug, den Schlafsack, Oscar, eine Taschenlampe, ein stumpfes Messer, Batterien und Katzenfutter. Und natürlich auch den Geldbeutel von heute. Er würde einfach die 23,25 Pfund behalten und die restlichen Sachen dem Jungen in den Briefkasten werfen.
Was sollte er schon mit einem amerikanischen Personalausweis?
Er war Brite, Engländer und stolz darauf!

Schon am frühen Morgen, bevor die ersten Sonnenstrahlen die Großstadt wecken konnten, lag die Brieftasche im Briefkasten.
Die Adresse von ihm herauszufinden war gar nicht so schwer gewesen. Es stand ja alles auf seinem Ausweis, was er wissen musste.
Er würde jetzt seine Schulden abstottern gehen. 2000 Pfund hatte er Schulden, aber das Meiste war schon bezahlt. So fehlten nur noch 180 Pfund. Bald nur noch 157 Pfund. Bald wäre er diesen Kerl ein für alle Male vom Hals.
Geldgierige Säcke.
Und heute würde Hunter zurückkehren. Das hieß er würde trocken aufwachen. In der vergangen Nacht hatte es geregnet.
Einen Schirm hatte er zwar schon, aber der musste noch bei Hunter in der Wohnung liegen. In wenigen Stunden würde alles, besser werden, hoffte Arthur und steuerte schon auf die Wohnung zu. Das führte ihn quer durch die Stadt. Er stand gerade an der Tower Bridge. Zu Hunters Wohnung waren es von hier aus 6km. Selbst mit allen Abkürzungen würde er gut eine Stunde brauchen durch den morgendlichen Stadtverkehr zu kommen.
Falls er es überleben würde. Der Verkehr war grauenhaft, selbst für eingefleischte Londoner. Arthur überlegte ob er vielleicht die U-Bahn nehmen sollte, aber die Wagen würden so voll sein. So voll, dass er vermutlich nicht kontrolliert wurde. Und mit den Drehkreuzen hatte er seit Jahren keine Probleme mehr.
Aber er würde dann wieder ewig vor der Haustür sitzen. Und da es nicht nach Regen aussah, ging er lieber zu Fuß.
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