„Ein Tropfen Liebe ist mehr als ein Ozean Verstand“

KurzgeschichteRomanze / P12
Fleur Delacour Scabior
12.08.2013
12.08.2013
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Hei!

Dieser OneShot ist für LittleSwan, die sich das Pairing Scabior/Fleur Delacour gewünscht hat. Ich hoffe, es gefällt dir...

Auch allen anderen wünsche ich viel Spaß beim lesen und ich hoffe, auch euch gefällt es.

Der Titel der Geschichte ist ein Zitat von Blaise Pascal.



„Ein Tropfen Liebe ist mehr als ein Ozean Verstand“


Fleur wurde hart gegen die Wand gedrückt.Sie spürte wie dieser fremde Mann ihr immer näher kam. Sein Atem roch alles andere als gut, doch Fleur konnte nichts machen, sie konnte sich nicht bewegen und wagte es nicht um Hilfe zu rufen.
Leise flüsterte sie: „Wer bist du?“ Ein dreckiges Grinsen breitete sich auf seinem Gesicht aus: „Was interessiert es dich?“
Fleur schluckte. „Mich interessiert es eben, wer mich hier an die Wand drückt.“ Es klang nicht sehr überzeugend.
Doch eine Antwort bekam sie trotzdem: „Ich bin Scabior.“
Fleur zuckte zusammen, es war nicht der Name, der sagte ihr nichts, es war die Art, wie er es sagte. Sie spürte, wie sie begann vor Angst zu zittern, sie wollte es unterdrücken, aber es gelang ihr nicht so recht.
Sie spürte seine Lippen kurz an ihrem Hals, erneut zuckte sie zusammen. Aber er biss nicht zu, sondern zog sich wieder zurück. Er sah sie an, sah ihr direkt in die Augen und zischte ein: „Wir sehen uns noch.“
Dann war er wieder verschwunden. Fleur ließ sich an der kalten Mauer hinabgleiten. Sie atmete schwer. Sie musste unbedingt herausfinden wer dieser Scabior war und was er wohl von ihr wollte. Sie hatte vermutet, dass er ein Werwolf war, aber warum hatte er sie dann nicht gebissen?

Fleur fuhr sich mit den Fingern über die Stelle an der seine Lippen ihren Hals berührt hatten, doch ihre Haut war unbeschädigt. Sie hätte nicht so weit von Hogsmead weggehen sollen... Ob es überhaupt erlaubt war, dass die Schüler sich so weit aus dem Dorf entfernten?
Das Haus war etwas unheimlich, aber es hatte sie gereizt. Sie wollte wissen was mit dem Haus war, warum es so verlassen war. Doch dann ist dieser Scabior aufgetaucht.
Aber sie würde sich nicht von so einem Typen einschüchtern lassen. Entschlossen stand sie auf. Sie wollte sich gerade wieder auf den Weg zu dem Haus machen, als ihr auffiel, dass sie gar keine Zeit mehr hatte. Sie hatte wohl doch noch ziemlich lange dort gesessen und über diesen Scabior nachgedacht.

Fleur machte sich auf den Weg zum Schloss. Das Haus würde sie sich dann nächstes Wochenende ansehen.


*****~~~~~******

Diesen Samstag durften sie wieder nach Hogsmead und Fleur wollte sich dieses Mal wirklich dieses leerstehende Haus anschauen. Mittlerweile hatte sie erfahren, dass es sich die „heulende Hütte“ nannte.
Gedankenverloren beobachtete sie die heulende Hütte. Sie hatte irgendwie etwas besonderes an sich, etwas anziehendes. Entschlossen machte Fleur sich auf den Weg dorthin.
Sie spürte wie ihr Herzschlag sich beschleunigte, je näher sie dem Haus kam, aber sie dachte gar nicht daran, langsamer zu werden. Sie war schon einmal dort, als sie von Scabior überrascht wurde. Dieses Mal würde sie sich das Haus auch von Innen ansehen, davon war sie überzeugt.
Aber viel weiter kam sie nicht.Irgendetwas erwischte sie und sie landete im Schnee. Sie öffnete die Augen und sah direkt in die schwarzgrauen Augen Scabiors.
Ihr Herz schlug jetzt noch schneller. Sie versuchte sich unter ihm heraus zu winden, aber es wollte ihr nicht gelingen. Was würde er jetzt machen?

Sie sah sein Grinsen, kein freundliches oder belustigtes, nein, es wirkte eher bedrohlich. Fleur schluckte: „Ich sagte doch, dass wir uns wieder sehen.“
Fleur versuchte sich irgendwie zu beruhigen, was hatte er vor?
Scabior hob seine rechte Hand und strich Fleur damit über die Wange. Fleur zuckte zusammen, ihr Herzschlag beschleunigte sich noch mehr und sie hielt die Luft an. Seine Finger waren rau, aber es tat ihr nicht weh, als er ihr mit seinen rauen Fingern über ihre zarte, weiche Haut strich.
Er zog seine Hand wieder zurück und Fleur musste sich eingestehen, dass sie die Berührung vermisste. Es vermischten sich Angst und Sehnsucht nach seinen Berührungen.
Seine Lippen näherten sich den ihren. Fleur war hin und her gerissen, einerseits wollte sie wissen, wie sich seine Lippen auf ihren anfühlten, andererseits hatte sie Angst vor seiner Berührung.
Sie zuckte leicht zurück als er seine Lippen auf ihre legte, doch der Schnee blieb starr, wie eine Wand. Es war anders als Fleur es sich vorgestellt hatte. Seine Lippen waren zwar rau, wie seine Finger, aber es war nicht unangenehm, im Gegenteil, Fleur erwischte sich dabei die Berührung zu genießen.
Sie schloss die Augen und erwiderte den Kuss. Sie wusste nicht mehr, was sie da eigentlich gerade tat, aber es fühlte sich gut an. Wieder spürte sie seine Finger über ihre Wange streicheln, ohne dass er den Kuss unterbrach. Doch plötzlich war es vorbei, sie spürte kühlen Wind über sich. Fleur öffnete die Augen und richtete sich auf, aber er war nirgends zu sehen.

Verwirrt schüttelte sie den Kopf. Vermutlich war sie hingefallen und ist irgendwie blöd aufgekommen und hatte sich das alles nur eingebildet. Sie stand auf und sah sich um, es war noch ein gutes Stück bis zur heulenden Hütte und wieder hatte sie nicht genug Zeit.
Irgendetwas stimmte mit diesem Haus doch nicht...
Sie senkte den Blick und betrachtete den Schnee. Dort wo sie gelegen hatte war er etwas eingedrückt. Aber daneben waren Fußspuren und es waren nicht ihre, vielleicht hatte sie sich das ganze doch nicht eingebildet. Ohne wahrzunehmen, was sie da gerade tat strich sie mit ihrer Hand über die Stelle an der seine Finger ihre Wange berührt hatten. Ein Lächeln bildete sich auf ihrem Gesicht als sie sich auf den Rückweg machte. Sie wusste nicht, was es war, aber es versprach interessant zu werden und irgendwie, irgendwie fühlte es sich auch richtig an.


*****~~~~~*****

Wieder ein Hogsmeadwochenende... Der Schnee war schon fast geschmolzen und wie von selbst zog es Fleur wieder zu der heulenden Hütte. Sie war tatsächlich ein wenig enttäuscht, dass sie dieses Mal die heulende Hütte erreichte, ohne von Scabior aufgehalten zu werden.
Vorsichtig öffnete sie die knarzende Tür. Sie trat hinein, blieb aber im Türrahmen stehen.
Sie lauschte in das Haus hinein, achtete auf jedes Geräusch, aber sie vernahm nur das Heulen des Windes, welcher durch die Löcher in Wänden und durch die kaputten Fenster wehte.
Fleur lächelte. Es hatte etwas unwirkliches, genauso unwirklich, wie das plötzliche Erscheinen Scabiors.
Scabior? Fleur hob den Blick und erkannte Scabior vor ihr. Überraschung spiegelte sich in ihren Augen wieder. Sie hatte ihn nicht kommen sehen oder hören.
Der Tag verging schnell, Stille, Scabiors Nähe, kurze Berührungen, Scabiors plötzliches unerwartetes Verschwinden.

Viele weitere Treffen fanden auf diese Weise statt. Fleur hätte nie gedacht, dass sie sich einmal auf so etwas einlassen würde, aber irgendwie gefiel es ihr. Es hatte etwas aufregendes, unbekanntes an sich. Sie konnte nicht einmal beschreiben, was das zwischen ihnen eigentlich war, eine Beziehung, eine Affäre? Sie redeten nicht miteinander und Fleur wusste so gut wie gar nichts über Scabior, er schien nicht zu der gesprächigen Sorte zu gehören.

*****~~~~~******

Fleur hatte ein schlechtes Gefühl. In einigen Tagen würde sie wieder zurück nach Frankreich gehen. Sie sind sich nie näher gekommen als leichte Berührungen oder einige Küsse, aber Fleur wollte ihn nicht verlieren, irgendwie mochte sie ihn. Zögerlicher als sonst ging sie auf die heulende Hütte zu, die sie mittlerweile so gut wie ihr eigenes Zuhause kannte. Sie öffnete quietschend die Tür, blieb stehen und lauschte dem Wind der leise durch Risse in Wänden und Fenstern pfiff. Sie schloss die Tür und stieg langsam die knarzende Treppe hinauf. Er musste sie gehört haben, musste ihre Ankunft vernommen haben. Doch noch zeigte er sich nicht. Fleur ging weiter, den staubigen Flur entlang, der Boden unter ihren Füßen knarzte leise, das alte Holz bog sich leicht unter ihren Füßen. Mit klopfendem Herzen ging sie weiter.
Sie gelangte an eine Tür, die, als einzige im gesamten Haus, in sehr gutem Zustand war. Fleur drückte langsam die Klinke hinunter und öffnete die Tür. Der Boden war sauber, das Zimmer erstrahlte in einem sauberen Weiß, welches grüne Verzierungen vorwies. Es war ihr Zimmer, Scabiors und ihres. Das Zimmer, in dem sie ihre Hogsmeadwochenenden verbrachte. Doch es war leer.
Enttäuscht begab Fleur sich zum Bett, dem einzigen Möbelstück im gesamten Raum. Sie setzte sich auf das Bett und strich betrübt mit den Fingern über die Decke.
Sie wollte doch wenigstens ihren letzten gemeinsamen Tag noch mit ihm verbringen.
Ihre Gedanken schweiften zurück zu den letzten Tagen, das trimagische Turnier, Harrys und Cedrics Sieg, Cedrics Tod, Voldemorts Auftauchen. Fleur blieb an ihrem letzten Gedanken hängen: Voldemort. Voldemort ist in den letzten Tagen zurückgekommen. Was war, wenn Scabior ein Anhänger Voldemorts war? Wenn er deshalb nicht hier war?
Bestimmt schüttelte sie den Kopf, nein, das konnte nicht sein, er würde jeden Moment herein kommen, sie müsste nur ein wenig Geduld haben.
Aber er kam nicht, Fleur hatte den ganzen Tag gewartet, gewartet auf ihn, auf Scabior. Was, wenn ihre Theorie doch stimmte?

Zurück im Schloss begab sie sich sofort in die Bibliothek. Dort würde sie bestimmt irgendetwas finden. Es musste etwas über ihn geben, wenn er ein Todesser war.
Sie hatte die Hoffnung, etwas zu finden schon fast aufgegeben als sie auf seinen Namen stieß. Er war ein Werwolf. Viel mehr fand sie jedoch nicht. Es wurde erwähnt, dass er für das Ministerium arbeitete, doch was er dort tat war nicht zu finden.
Fleur klappte das Buch erleichtert zu, wenigstens war er nicht als Todesser bekannt. Vielleicht hatte er ja auch nur einen Auftrag für das Ministerium auszuführen.

*****~~~~~*****

Fleur ging in einem nahegelegenen Wald spazieren. Seitdem sie wieder zurück in Frankreich war ging sie jeden Tag dort spazieren. Hätte man sie vor einem Jahr gefragt, ob sie jemals mit einem unfreundlichen, stinkenden Werwolf etwas anfangen würde, so wäre die Antwort wohl ein klares „Nein“ gewesen. Und jetzt? Jetzt vermisste sie einen unfreundlichen, stinkenden Werwolf, Scabior, sie vermisste seine Berührungen, seine Küsse und seine Nähe.
Fleur verließ den Waldweg und ging durch das Unterholz, sie stieg über umgefallene Bäume und Äste, so lange, bis sie eine große Lichtung erreichte.
Sie setzte sich in das hohe Gras und dachte zurück, zurück an die Zeit mit Scabior.
Sie wurde aus ihren Gedanken gerissen als jemand sie zu Boden riss. Er lag jetzt über ihr, es war Scabior. Sie lächelte, es war genau wie bei ihrem zweiten Treffen.
Mit einem Unterschied, seine Küsse waren nicht so sanft wie das letzte Mal, eher hart und fordernd. Aber es störte Fleur nicht, nicht im geringsten. Sie ließ ihn gewähren, tat genau, was er von ihr verlangte.

Dieses Mal gingen sie weiter. Für Fleur war es das erste Mal, dass sie jemanden so nah an sich heran ließ. Scabior war schon lange weg als Fleur sich erhob. Sie spürte noch immer seine Haut auf ihrer. Das Kribbeln, welche seine raue Hand auf ihrer zarten Haut hinterlassen hatte. Ihr Herz schlug noch immer schnell.
Ja, es hatte ihr gefallen. Sie hatte zuvor immer Angst vor Nähe dieser Art, aber mit Scabior war es irgendwie etwas besonderes.
Fleur stand auf und zog sich langsam wieder an. Auf ihrem T-Shirt entdeckte sie eine Kette, sie war aus Silber, der Anhänger bestand aus einem hellblauen Stein der wie ein Mond geformt war, wie ein abnehmender Halbmond, nicht wie ein Vollmond und auch nicht wie ein zunehmender Mond. Sie lächelte, für einen Werwolf war dies wohl die angenehmste Zeit, der abnehmende Mond...

Sie legte sich die Kette an und versteckte sie unter ihrem T-Shirt. Von diesem Moment an trug sie sie Tag und Nacht.

Weitere Male trafen Fleur und Scabior aufeinander, meistens ohne Vorwarnung und immer nur dann, wenn Fleur alleine war.
Das ganze ging so lange bis der Krieg zu Ende war, bis Harry Potter Lord Voldemort besiegt hatte. Es dauerte lange bis Scabior wieder auftauchte. Er sah nicht gut aus, er wirkte abgemagert und erschöpft. Fleur wollte sich gerne um ihn kümmern, aber er schubste sie nur weg. Verletzt setzte sie sich ihm gegenüber. Warum wollte er ihre Hilfe nicht? Aber Scabior schwieg lange bevor er etwas sagte: „Wollen wir es öffentlich machen?“
Überraschung spiegelte sich in Fleurs Augen als sie zu ihm hoch sah, dann nickte sie: „Gerne.“

*****~~~~~*****

Lächelnd strich Fleur die Gesichtszüge ihres Mannes nach. Wenn er schlief sah er so friedlich aus, so ruhig und glücklich. Ganz anders als im wachen Zustand, im wachen Zustand wirkte er immer ernst und verbissen. Ihre Familie mochte ihn nicht, aber sie akzeptierten ihn. Er schwieg meistens, wenn sie alle zusammen saßen, manchmal sprach er auch, aber es war nie freundlich. Fleur störte das nicht, sie liebte ihn, egal wie er war und auch wenn er es nie sagte, sie wusste, dass er sie auch liebte, sonst hätte er sie nie geheiratet.
Mit einem Lächeln dachte sie zurück, an die Zeit, wie sie sich kennen gelernt hatten, wie ihre Beziehung, oder was es war, weiter ging, wie sie es schließlich öffentlich gemacht hatten und ihre Hochzeit. Ihre Kette trug sie noch immer. Sie hatte das Gefühl, dass es ein Teil von ihm war, der Teil, den sie immer bei sich trug, auch wenn er nicht da war.
Sie beugte sich nach vorne und gab ihm einen sanften Kuss auf die Wange bevor sie das Zimmer verließ und in der Küche damit begann das Frühstück vorzubereiten.
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