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Cursed world

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Horror / P12 / Gen
Celes/Eles Gemsilika/Cordier Kohaku Rutil
10.08.2013
10.08.2013
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1.206
 
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10.08.2013 1.206
 
Huhu (^.^)
Tja, das hier ist dann endlich meine erste hochgeladene FF, wenn auch nur ein OS :D Ich würde mich sehr über Reviews, also Verbesserungsvorschläge und Kritiken freuen x3
Es war eine sehr spontane Idee, aber ich hoffe, sie gefällt euch trotzdem :3

Viel Spaß beim Lesen ;)

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…Es war so schrecklich finster hier… Alles um mich herum war schwarz. So schwarz… Warum war hier denn niemand? Und wo war ich überhaupt? Schwarz… Eine Farbe, mit der ich oft beschrieben wurde. Mit der mein Herz oft beschrieben wurde. Aber… wer war ich denn überhaupt? Ja, ich wusste ja nicht mal mehr das! Meine Name… wie lautete er? Tränen rannen mir über die Wangen. Wieso kam denn keiner, um mich zu retten?! Diese Dunkelheit drohte mich noch zu verschlingen! Sie griff bereits mit ihren kalten Händen nach mir, nach meinem Herzen, was zu gefrieren schien, versuchte, mich hinab zu ziehen in den Abgrund. Es gab kein Entkommen.
Wer bin ich denn? Warum bin ich hier? Warum existiere ich?
Die Kälte kroch an meinem Körper hinauf, zerrte an meiner Kleidung. Und ich…gab auf. Sollte die Dunkelheit mich holen. Ein Niemand ohne Namen und ohne Sinn, den brauchte auch niemand.
„Rutil!“
Diese Stimme… Die Stimme eines kleinen Mädchens. Ich kannte sie…Sie…bedeutete mir sehr viel…  Aber wer war sie? Rutil… Das war mein Name. Ich wollte antworten; musste antworten. Musste sie sehen, dieses kleine Mädchen, was mich doch kannte! ‚Wo bist du? ‘, wollte ich schreien, aber es kam nichts über meine Lippen.
„Rutil! Komm her zu mir!“, hörte ich sie erneut nach mir rufen.
Nun begann ich, mich gegen die Dunkelheit zu wehren, doch je mehr ich mir wehrte, desto tiefer zog sie mich hinein. Nein! Jemand wartete auf mich! Ich musste sofort zu ihr.
„Komm, sing für mich, Rutil!“
Singen… Ich sollte singen. Plötzlich kamen alle Erinnerungen zurück, alles stürmte auf einmal auf mich ein, warf mich fast um. Ich wusste wieder, wer ich war. Ich war Rutil. Kapellmeister des inoffiziellen Orchesters vom königlichen Hofe der Königin Gemsilika. Nein… Nicht Gemsilika.
„Cordier!“, schrie ich so laut ich konnte und die Dunkelheit um mich herum zerplatzte wie eine Seifenblase, in die man hineingestochen hatte. Als ich die Augen das nächste Mal öffnete, stand ich auf einer Wiese. Blinzelnd sah ich mich um. Vor mir erhob sich ein riesiger Berg, bestehend aus tausenden riesigen Kreuzen. Eine unheilvolle Aura bedeckte diesen furchtbaren Ort. Er war gefährlich, mehr sagte meine anscheinend noch immer lückenhafte Erinnerung nicht. Man durfte diesen Berg nicht betreten.
Das Lachen einer kindlichen Mädchenstimme wehte an mir vorbei. Wie ein Phantom rannte ein Mädchen auf das große Tor zu, welches hinauf führte. Sie hatte ein schönes Kleid an, strahlend weiß mit Spitze am Saum und prachtvollen Verzierungen. Ihre zwei langen roten Zöpfe wehten im Wind. Und als sie sich strahlend zu mir umsah, erkannte ich die Sommersprossen auf ihrem blassen Gesicht und die wunderschönen, neugierigen und aufgeweckten, rehbraunen Augen.
„Cordier! Geh nicht weiter!“, brüllte ich und wollte sie festhalten, doch meine Füße schienen am Boden angewachsen zu sein.
„Ach mein lieber großer Bruder Rutil, du hast mich doch hierher gerufen! Und jetzt gehe ich dorthin um zu sehen, was du mir zeigen wolltest. Danach singst du für mich, ja? Ich würde so gerne noch einmal deine schöne Stimme hören, wenn du singst.“, damit drehte sie sich um und rannte durch das Tor durch und in den Berg aus Grabeskreuzen hinein.
„Cordier, nein! CORDIER!!“
Das letzte, was ich von ihr hörte, war der gellende Schrei eines kleinen Mädchens. Und danach die grausame, kalte Stimme einer Frau.
„Hört meinen Schrei! Ihr alle sollt zu Puppen werden, wie ich eine bin! Teilt mein Leid! Hört gut zu, denn dies ist das Lied der Königin! Es ist die Melodie, die einen nie wieder schlafen lässt!“    
Ich sank auf die Knie. Es war meine Schuld, meine ganz allein. Wegen mir ist sie gestorben… Alles war meine Schuld! Die Tränen bahnten sich einen Weg über mein Gesicht, sammelten sich am Kinn und tropften schwer auf das grüne Gras, wo sie in tausend kleine Tröpfchen zerplatzten. Alles war verloren… Es machte keinen Sinn mehr… Wofür existierte ich denn noch…?
Eine leise Melodie drang an mein Ohr. Zuerst dachte ich, es sei tatsächlich das Lied der Königin, doch dafür klang sie zu sanft. Irgendwie zerbrechlich. Sie berührte mein gebrochenes Herz, hielt es zusammen. Sie ließ mich aufstehen und mich umdrehen, weg von dem grausigen Berg, der mir meine Schwester genommen hatte. Es war eine Klaviermelodie. Volltönend und rein. Als wolle sie alles wieder gut machen, so wie man es kleinen Kindern als Trost erzählte.
Diese eine Melodie erinnerte mich an mein Streben. Warum ich am Leben war. Warum der aus mir geworden war, der ich jetzt war. Warum ich existierte und weiterlebte.
Ich musste ihn suchen. Meinen eigenen Klang. Ich würde ihn meiner Schwester vorsingen, damit sie sich wieder daran erinnerte, wer sie war. Damit sie das Lied der Königin endgültig vergessen könnte. Und ich reiste umher, um den Menschen wieder Hoffnung zu schenken mit meiner Musik. Ich und mein Orchester.
Sie Musik umfing mich als helles Licht und ich schloss die Augen.

Langsam schlug die Augen auf. Was…? Nachdem ich mich aufgesetzt hatte, sah ich mich um. Das war doch das Innere eines Autos. Aber…dann war das eben alles nur ein Traum gewesen? Nein, es war Wirklichkeit geworden, vor langer Zeit, erinnerte ich mich. Damals, als der Schrecken seinen Lauf nahm und Cordier, meine kleine über alles geliebte Schwester, der Fluch der Königin ereilte. Nun gab es keine Cordier mehr. Sie war gestorben und nun nannte man sie Gemsilika, die so jung und schön war wie eine Puppe und es auch bis in alle Ewigkeit sein würde.
Ein irres Lachen erklang vom Dach des Autos und riss mich zurück in die Realität.
„Kommt zu mir, meine kleinen Püppchen! Na looooos, Kohaku ist langweilig und braucht Unterhaltung! Tanzt für mich, ihr kleinen Puppen!“, das Geräusch eines Maschinengewehrs ging los, gemischt mit einem weiteren irren Lachen. Kohaku. Mal wieder. Ich musste lächeln. Das er dieser Situation Spaß abringen konnte, dafür konnte man ihn bewundern oder verabscheuen zugleich. Ich schmiss die Decke weg und erhob mich langsam von der Rückbank, um ans Fenster zu gelangen. Der Fahrtwind fuhr mir durch die langen Haare.
„Kohaku! Du verschwendest schon wieder Munition! Die werden wir in einer richtigen Notsituation noch vermissen!“, brüllte ich gegen den Wind an.
„Ich räum doch nur ein bisschen auf!“, brüllte er zurück, stellte das Feuer allerdings ein.
Gedankenverloren ließ ich meinen Blick über die verödete Landschaft schweifen. Und auch über die Guignols – die menschenfressenden Puppen, die früher einmal, vor ihrem Tod, ebenso Menschen gewesen waren wie wir.
Hinter mir erscholl wieder die wunderschöne Klaviermelodie, die mich bis in meinen Traum verfolgt hatte. Eles übte wieder. Nur ihr atemberaubendes Klavierspiel vermochte solche Gefühle in mir wach zu rufen. Sie erinnerte mich tagtäglich daran, wer und was ich war und was meine Ziele waren. Hier, in dieser trostlosen Welt verlor man so etwas schnell aus den Augen.
Auf der Bühne der süßesten Albträume… Tanzten wir doch ebenso wie Puppen an ihren Fäden. Wir alle tanzten zusammen, ohne es zu merken.
Doch welches Lied sollte man spielen, hier, auf dieser verfluchten Welt…?
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