Drei Monde

KurzgeschichteRomanze, Übernatürlich / P18 Slash
10.08.2013
15.08.2013
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Hallo liebe Leser!
Diese Geschichte zu dem Film „Blood and Chocolate“ wird insgesamt drei Kapitel haben. Man muss den Film nicht gesehen haben, weil die Geschichte quasi fernab der Handlung im Film spielt.

Eine kleine Erklärung für die, die den Film nicht kennen:
Lugaru sind halb Mensch/halb Wolf und können sich mittels Willensstärke in einen Wolf verwandeln.
Gabriel ist der Anführer der Sippe, sein Sohn ist Rafe, der seinerseits sein eigenes kleines Rudel unter sich hat.

Geschrieben ist die Geschichte aus der Sicht von Ulf, dem Jüngsten.

Hier sind noch Bilder für euch:
Rafe:  http://www.screenused.com/images/bloodchoc/7872_5.jpg

Ulf:  http://content6.flixster.com/photo/89/87/70/8987704_ori.jpg

Viel Spaß beim Lesen : )




Sichelmond

Der Regen hat längst meine Kleidung durchnässt und lässt sie sich eng an mich schmiegen, wie eine kalte, zweite Haut. Das Wasser läuft mir über das Gesicht und wenn ich den Kopf nach oben in den dunklen Himmel recke, dann läuft es mir erfrischend in den Mund und über die Lippen.
Ich liebe die Nacht, aber nicht der Dunkelheit wegen, sondern wegen des Mondes. Er gibt mir Kraft und Stärke und ich fühle mich viel sicherer, wenn er scheint und alles in sein milchig weißes Licht taucht.
Ich muss hier ausharren und warten, die Straße im Auge behalten, solange bis Rafe drinnen mit seinen Angelegenheiten fertig ist.
Gregor sitzt neben mir und sieht unglücklich aus, denn anders als ich, hasst er den Regen. Finn und Willem befinden sich auf dem Haus gegenüber und blicken ebenfalls von Dach hinab, ob sich etwas Verdächtiges in der Dunkelheit regt.
Meine Gedanken sind mehr bei Rafe, als bei meiner eigentlichen Aufgabe. So wie immer. Gabriel hat uns hierher geschickt, oder genauer gesagt, Gabriel hat Rafe, seinen Sohn, hierhergeschickt und Rafe hat uns natürlich mitgenommen.
Plötzlich geht unten die Tür auf und Rafe stapft hinaus in den Regen. Er ist wütend und schlägt mit aller Kraft die Tür hinter sich zu. Gregor neben mir ist erleichtert, dass für heute alles geschafft ist und er springt behände von Balkon zu Balkon hinab. Ich folge ihm, genauso wie die anderen.
„Ich reiße den Bastard in Stücke!“, stößt Rafe erbost aus und richtet sich ruckartig seine Kleidung.
„Ich bin gerne dabei!“, kommt es von Finn, der eh ein Hitzkopf ist.
„Ihr bekommt alle ein saftiges Stück von ihm.“, verspricht Rafe mit einem Grinsen, bevor er sich an mich richtet und mich eine kurze Weile ansieht. Ich versuche nicht zu schlucken aufgrund der Intensivität seiner Augen. Eines schwarz, das andere fast golden.
„Aber ihr wisst, ja.“, sagt er und entlässt mich aus seinem Blick, „Gabriels altes Lied: ‚Jagt im Rudel oder gar nicht.‘“, abwertend gestikuliert er zu seinen barschen Worten. Wenn sich einer nicht an die Regeln seines Vaters, unserem aller Anführer, hält, dann er selbst.


Ich schäle mich aus meiner durchnässten Kleidung, angle auf dem Weg zu meinem Schlafplatz nach einer Decke von der Couch und werfe mich dann nackt wie ich bin mit einem genüsslichen Seufzen in meine Hängematte.
Wir leben in einem von Gabriels Häusern, was zur Tarnung nicht sehr glamourös ist. Gabriel ist reich, ein großer, mächtiger Absinthproduzent hier in Bukarest. Seine Vorfahren waren große Herrscher, direkte Nachfolger der ersten Lugaru, aber diese Zeiten sind lange vorbei. Jetzt halten wir uns im Hintergrund, verleugnen uns und halten dicht zusammen. Gejagt wird im Rudel und nur zu den regelmäßigen Ritualen.
Ich rolle mich in den weichen, blauen Stoff und konzentriere mich auf das ruhige Schaukeln meiner Hängematte. Rafe lacht mich aus deswegen, weil er nicht versteht wie ich mich dort entspannen kann. Er braucht einen gleichmäßigen Untergrund, wenn er liegt, und hasst das Gefühl in der Schwebe zu sein. Ich erkenne seine Unsicherheit oft, auch wenn er mühsam versucht sie zu verstecken. Es gelingt ihm auch mit viel Hochmut und Arroganz, aber nicht bei mir.
Ich lausche in die Stille. Gregor schläft ebenfalls in meinem Raum, er hat sich bereits fest auf seiner Matratze zusammengerollt und lieg unter der üblichen Schicht Kissen begraben. Finn und Willem haben das Zimmer direkt neben uns. Aber darauf lausche ich nicht, sondern auf das was sich auf der Etage über uns abspielt. Dort hat Rafe sein Einzelzimmer mit einer kleinen, stählernen Terrasse und einer recht schönen Aussicht über Bukarest.
Ich höre wie er aufgebracht hin und her läuft. Aber ich bin trotzdem froh, dass er heute niemanden bei sich hat. Ich weiß natürlich, dass ich mich nicht in der Position befinde um eifersüchtig zu sein, aber ich kann es eben nicht abstellen, auch wenn er mich noch so barsch zurückweißt. Ich lebe noch und bin noch immer in seinem kleinen Rudel, was mir zeigt, dass er sich nicht von mir trennen möchte. Ich weiß ja auch warum.
Seufzend drehte ich mich auf den Rücken und betrachte die dreckig weiße Decke.
Wenn er mich zu etwas braucht, dann um Dampf abzulassen. Er benutzt mich, ich weiß es, aber ich lasse es immer wieder zu. Einerseits, weil er der Anführer ist und keinen Ungehorsam duldet und andererseits weil ich es will. Ich will ihn.
Ich schluckte die Trauer hinunter, die sich wieder in mich schleichen will.
Ich bin ein Spielzeug für ihn. Deshalb bin ich wohl auch in seinem Rudel, obwohl ich viel zu jung bin.
Ich schaue zur Seite und direkt aus dem Fenster in die schwarze Nacht, die nur durch die unzähligen Lichter der Stadt erhellt wird. Längst hat der Regen aufgehört und ich sehe die Sichel des Mondes hoch oben zwischen den matt schimmernden Sternen.
Ich höre plötzlich wie Rafe die Treppe hinab poltert und ohne, dass ich es verhindern kann, werde ich angespannt und lausche noch angestrengter. Er steht vor unserer Tür und keine Sekunde darauf, reißt er sie auf. Gregor murmelt verschlafen, ehe er sich noch tiefer in seine Kuhle vergräbt.
Ich weiß, dass Rafe nach mir sucht, deshalb setze ich mich auf und taste mit meinen nackten Füßen nach dem kühlen Holzboden. Ich winkel mir die Decke um den Körper und gehe auf ihn zu.
„Mein Kleiner.“, sagt er zu mir ehe er mich an sich zerrt und seine Lippen recht unsanft auf meine presst. Er schmeckt nach Wut und garantiert sind die Verhandlungen vorhin schlecht gelaufen.
Er geht vor mir her die Treppe zu seinem Zimmer wieder hinauf, ohne mir die Anweisung zu geben, ihm zu folgen, weil er ganz genau weiß, dass ich ihm auch so folge.
Wie oft hatten wir diese Situation jetzt schon? Ich habe mit dem Zählen aufgehört, aber an das erste Mal erinnere ich mich noch als wäre es gestern gewesen.
Gedankenversunken trete ich hinter ihm ein und er schließt die Tür. Bei dem leisen Geräusch bin ich schlagartig wieder im Hier und Jetzt.
„Ich möchte, dass du dich auf mein Bett kniest, den Blick zum Fenster und wartest bis ich zu dir komme.“, befiehlt er und beginnt sein Hemd aufzuknöpfen. Ich starre gebannt auf seine langen, schlanken Finger und auf jeden Zentimeter heller Haut, die nach und nach freigelegt wird.
„Wird das heute noch was?“, fragt er barsch, aber sein Blick ist nicht annähernd so hart wie seine Stimme.
„Wieso bespringst du nicht jemanden anderes?“, provoziere ich. Ich würde mich das bei seinem Rang nie trauen, wenn ich nicht wüsste, dass er es mag. Außerdem will ich es ja auch wissen, wieso gerade ich mich für die Rolle der Besänftigung eigne.
Er ist mit seinem Hemd fertig, streift es von seinen Schultern und lässt es unbeachtet zu Boden gleiten. Die ganze Zeit sieht er mich an und kümmert sich nicht darum, dass mein Herz vor Aufregung fast aus meiner Brust springt.
„Keiner ist so willig wie du.“, gibt er zurück und kommt langsam auf mich zu.
Ich schlucke als er direkt vor mir steht. Mein Blick huscht unruhig zwischen seinen Augen und seinen Lippen hin und her und ich wünsche mir so sehr, dass er mich endlich küsst. Aber das tut er sehr selten und fast nie achtet er dabei auf mich.
„Bist du heute wieder aufmüpfig?“, will er leise, aber scharf wissen und legt mir die Hand in den Nacken. Unter seinen Finger fängt meine Haut an zu brennen.
„Und du besonders geil?“, frage ich mutig zurück. Er knurrt nur, packt fester zu und zerrt meinen Kopf so nahe an sich heran, dass sein Mund direkt an meinem Ohr ist. Ich erschaudere unter seinem heißen Atem.
„Sei brav, sonst lasse ich dich nicht kommen.“, droht er mir und als er plötzlich über meine Ohrmuschel leckt kann ich ein aufgeregtes Keuchen nicht mehr unterdrücken. Jetzt machen wir das schon so oft, aber es ist jedes Mal anders. Ob das daran liegt, dass ich Gefühle für ihn habe, die über einfachen Respekt weit hinausgehen?
„Lass mich das machen….“, biete ich vorsichtig an und strecke meine Finger nach seinem Gürtel aus an dem er gerade zerrt. Unwirsch schlägt er meine Finger von sich.
„Geh zum Bett!“, brummt er.
Und diesmal tue ich was er sagt, lass auf dem Weg die Decke zu Boden gleiten und lege mich dann entgegen seinen Anordnungen auf die Seite um ihn zu betrachten. Es ist fast ganz dunkel im Raum, nur durch das Fenster fällt das Licht der Nacht, und trotzdem kann ich jede Unebenheit seiner Haut, jede Narbe und jedes Haar auf seinem Körper erkennen.
Mit bedachten, eleganten Schritten kommt er auf mich zu, sein braunes Haar schmiegt sich in sanften Wellen an seinen hellen Hals.
„Auf die Knie habe ich gesagt.“, sagt er ungnädig als er sich zu mir auf die breite Matratze kniet und mich streng ins Auge fasst.
Ich strecke mutig meine Hand nach ihm aus und fahre über seine warme Brust. Ich kann sein Herz unter der Haut hämmern hören. Vorsichtig stupse ich gegen eine seiner rosigen Brustwarzen und will  gerade weitermachen, als er ungeduldig meine Hände wegschlägt, mich an den Hüften packt und auf den Rücken befördert.
„Spreiz die Beine.“, verlangt er und rückt näher zu mir.
Ich will so gerne, dass er mich liebt. Ich will kein Spielzeug sein. Aber beides steht nicht in unserem Ermessen. Er darf mich nicht lieben und ich muss gehorchen.
„Ich sagte, du sollst die Beine spreizen!“, fährt er mich laut an, sodass ich erschrocken zusammenfahre und hastig meine Knie ein Stück von einander entferne. Es ist ja nicht das erste Mal, dass wir das machen, aber Angst habe ich immer noch. Vor dem schmerzhaften Ziehen, weil er so ungeduldig und grob ist.
Er packte meine Beine und drängt sich dazwischen. Ich kann die Wärme seines Körpers auf meiner Haut spüren als seine Hände meinen Körper hinauf gleiten. Neckend reibt er gegen meine Brustwarzen ehe er daran zieht und ich erschrocken aufkeuche.
Er lacht leise und beugt sich tief über mich. Ich halte den Atem an und flehe innerlich, dass er mich küsst.
Aber er senkt seine weichen, warmen Lippen nur über meine Schlüsselbeine, leckt meinen Hals hinauf und küsst kurz die Stelle kurz neben meiner Halsschlagader.
„Du bist artig heute, oder?“, fragt er leise.
Ich antworte nicht, sondern fahre nur mit meinen Händen durch sein dunkles, langes Haar.
Plötzlich muss ich schmerzhaft aufschreien, weil er seine scharfen Zähne hart in die Stelle treibt, die er eben noch geküsst hat. Meine Haut brennt an der Stelle und ich spüre wie eine heiße Flüssigkeit meinen Hals hinab rinnt. Er kann es so gut wie nie lassen, mich als sein Eigentum zu markieren. Genüsslich leckt er mein Blut auf und beugt sich dann zu mir, sieht mir in die Augen und sein Blick ist fast noch wilder als sonst. Ich schlucke aufgeregt und warte auf den Kuss.
Spielerisch leckt er mir über die Unterlippe ehe er seine Lippen endlich auf meine legt und augenblicklich dagegen arbeitet. Ich empfange seine Zunge mit einem glücklichen Seufzen, reibe meine sanft an seiner, bevor er sie zurück in meinen Mund drängt. Vorsichtig sauge ich an seiner Zunge und als er sich von mir trennen will, grabe ich meine Hände tiefer in seine Haare und versuche ihn zurückzuhalten. Unsanft beißt er mir in die Unterlippe und ich lasse resigniert von ihm ab, bevor er es noch schlimmer machen kann. Denn er hasst es, wenn er nicht so läuft wie er das will, und das steht ihm auch mehr als zu. Ich kann froh sein, dass er mir überhaupt ein paar Zärtlichkeiten zukommen lässt.
Ich erschaudere erregt als er seine Hände meinen Körper wieder hinab gleiten lässt und ohne es verhindern zu können hebe ich mein Becken um mit seinem in Berührung zu kommen. Wieder lacht er über mich, fährt meine Oberschenkelinnenseiten entlang und drückt meine Beine noch weiter auseinander.
Hungrig sieht er mich an als ich hinab blinzle um zu sehen was er als nächstes tun will. Ich kann nichts in seinem Blick lesen außer der üblichen animalischen Lust und auch wenn das mein Herz zum Rasen bringt und mein Blut zum kochen, kann ich nicht glücklich darüber sein. Es liegt ganz in unserer Natur, den Trieben zu folgen, aber diese Gewissheit kann auch nicht die Enttäuschung in mir verdrängen. Wenn er mich doch nur lieben würde…Wäre er anders zu mir? Zärtlicher? Sicher nicht, er ist impulsiv und ich liebe das auch an ihm. Er gibt mir kaum Zeit zum Nachdenken und auch jetzt-
Ich stöhne gedehnt auf als seine Finger plötzlich um mein Glied liegen. Er fasst mich viel zu selten dort an und ich biege mich der rauen Hand gierig so gut es geht entgegen. Sein Daumen streicht fest über meine Spitze, immer wieder und bringt mich fast um den Verstand. Wie oft habe ich mir vorgestellt er würde das mit seiner Zunge machen…
Er fährt mein Glied auf und ab und ich versuche in die Bewegung mit einzusteigen indem ich mein Becken hebe, aber er packt nach meiner Hüfte und drückt mich unwirsch auf die Matratze zurück.
„Stillhalten.“, befiehlt er streng und ich beiße mir auf die Unterlippe als sein Daumen erneut über meine Spitze reibt.
„Du bist so schnell heiß zu machen.“, sagt er verächtlich und wiederholt die Bewegung, sodass ich ein leises Wimmern von mir gebe.
„Willig bereit immer die Beine breit zu machen.“, urteilt er noch herablassender. Dann packt er meine Hüften an beiden Seiten und beugt sich über mich. Er wird doch nicht…? Er hat noch nie-
Mir entfährt ein heiseres Keuchen als er seine Lippen leicht über mein Glied reibt und danach einmal mit der Zunge darüber leckt. Er wiederholt das ehe er seine Lippen um meine Spitze legt und gierig daran saugt. Ich kann nicht anders, ich werfe den Kopf in den Nacken und schreie vor Lust.
„Still!“, zischt er wütend und beißt kurz in meinen Beckenknochen bevor er weitersaugt. Mühsam versuche ich meine Stimme zurückzuhalten, aber weil er immer weiter macht, fällt mir das unwahrscheinlich schwer. Und irgendwann bin ich auch soweit, dass ich auf seine Ermahnungen nicht mehr höre und laut stöhnend versuche mich seinem Mund entgegen zu bewegen. Es weiß doch eh jeder hier was wir treiben.
Viel zu schnell lässt er von mir ab, aber er beugt sich sofort über mich und küsst mich hungrig, während er mein Gesicht mit beiden Händen festhält. Ich spüre wie er beginnt sich langsam an mir zu reiben, erst an meinem Oberschenkel doch dann an meinem Glied und ich stöhne ergeben in den Kuss. Wenn er so weitermacht, komme ich wieder vor ihm und er wird wieder wütend mit mir sein.
Sein Kuss wird ruppiger, sein Reiben nachdrücklicher, aber bevor die Panik wieder in mir aufsteigen kann, merke ich verwundert wie sein Daumen immer wieder beruhigend über meine Kinnlinie streicht. Er war noch nie so zärtlich zu mir wie heute und irgendwie mache ich mir Sorgen…was wenn es mit dem Gespräch von vorhin zusammenhängt? Oder vielleicht hat Gabriel etwas gesagt?
Erstaunt sehe ich plötzlich in seine Augen. Er hat aufgehört mich zu küssen und sieht mich einfach nur an. In seinem Blick flackern Begierde und der übliche Trieb des Tieres in ihm, aber auch was anderes, was ich nicht deuten kann.
Er lässt mein Gesicht los und setzt sich wieder zurück zwischen meine Beine. Vielleicht habe ich Glück und er bereitet mich heute etwas besser vor als sonst auch…
Auffordernd hält er mir seine Hand hin und ich greife langsam und zögerlich danach, weil ich nicht ganz sicher bin was er will.
„Wird’s bald?“, fragt er barsch und bringt seine Finger an meine Lippen.
Ich öffne den Mund, lasse seinen Zeigen- und Mittelfinger hinein gleiten und schließe meine Lippen sanft darum. Vorsichtig schlinge ich meine Zunge um seine Finger, lecke zwischen ihnen hindurch und saugte an seiner salzigen Haut. Mit einem kurzen Blick sehe ich, dass er mich gebannt beobachtet. Sicher ist es nicht schwer sich vorzustellen, an welcher Stelle seines Körpers ich das Gleiche mit meinem Mund machen könnte. Deshalb necke ich ihn auch ein bisschen mehr als ich sollte. Denn als er es merkt entreißt er mir seine Hand und funkelt mich an.
„Spiel nicht mit mir.“, ermahnt er düster.
„Aber du spielst mit mir…“, ich kann es mir einfach nicht verkneifen.
Einen Augenblick hält er inne, als hätte er vorher gar nicht gemerkt, was er tut, doch dann ist er wieder der Alte und beißt mir wieder grob in den Hüftknochen.
„Das ist mein Recht.“, sagt er amüsiert weil ich schmerzhaft zusammenzucke.
Ich sehe unsicher über meine Brust hinweg zu ihm, sehe die geschwollene, feuchte Spitze auf seinem prallen Glied und schlucke ängstlich. Aber offensichtlich ist er heute gnädig und bereitet mich wenigstens ein wenig vor, wenn auch nicht zärtlich.
Er presst seinen Zeigefinger durch meinen Muskelring und drängt ihn so tief in mich wie er es schafft. Ich versuche mich zu entspannen, aber mein Herz schlägt im Akkord und mein Körper will sich von dem Eindringling wegwinden.
Er stößt ein paar Mal mit seinem Finger in mich, wobei ich mir fest auf die Unterlippe beiße. Dann nimmt er seinen zweiten Finger hinzu und der Druck, der in mir entsteht, lässt mich aufschreien. Ich versuch von ihm wegzurücken, aber er hält mich mit der anderen Hand fest. Rafe bewegt seine Finger in mir, zieht sie langsam heraus ehe er sich schnell in mich stößt. Ich wimmere und werfe verzweifelt meinen Kopf von links nach rechts. Er krümmt seine Finger und bewegt sie spielerisch von innen gegen meinen Muskel, bevor er sie mir ganz entzieht.
„Bitte…“, flehe ich, weil ich noch nicht so weit bin.
„Was?“, will er unwirsch wissen.
Weiß er gar nicht, dass er mir wehtut?
„Das tut weh, wenn du sofort-“, ich breche überrascht ab, als er sich über mich lehnt und seinen Mund auf meinen presst um mir jegliche Luft aus den Lungen zu saugen und mich atemlos zurückzulassen.
„Dann mach es selbst.“, knurrt er mir zu und ich sehe ihn verwirrt an.
Er setzt sich wieder zurück und schenkt mir einen ungeduldigen Blick.
„Mach schon! Oder ich mache weiter!“
Ich schlucke. Er will, dass ich…mich selbst…?
Zaghaft befeuchte ich zwei meiner Finger und führe sie langsam unter meinem Bein hindurch zu meinem Eingang. Vorsichtig stupse ich dagegen und durch seine Handlung davor gleiten meine Fingerkuppen fast mühelos in mich.
„Los.“, verlangt er ungeduldig und wirft sich sein Haar nach hinten.
Vorsichtig drücke ich meine Finger in mich, versuche mich zu entspannen. Plötzlich schließt er seine Finger um mein hartes Glied und fährt in einem ruhigen Rhythmus auf und ab. Ich stöhne und schließe genüsslich die Augen, merke dabei kaum, wie ich meine Finger immer tiefer in mich gleiten lasse und beginne mich selbst ein wenig zu weiten so gut ich kann.
Er packt jetzt fester zu, pumpt mich regelrecht und ich zitterte schon am ganzen Körper. Wenn er nicht aufhört, dann komme ich…
Ich ziehe meine Finger zurück und will sie gerade etwas schneller in mich einführen, dann greift er nach meiner Hand und zerrt sie weg.
Ich sehe wie er seine eigenen Lusttropfen und wahrscheinlich auch meine über seinem Glied verteilt und sich ein wenig selbst massiert. Dabei nimmt er den Blick nicht von mir sondern schaut mir fest in die Augen. Wild, das eine Auge schwarz, das andere golden.
Er greift nach meinen Kniekehlen und hebt meine Beine mühelos auf seine Schultern, rutscht näher zu mir heran und streicht die heiße Spitze seines Gliedes langsam über meinen Eingang. Er stößt ganz leicht dagegen, zieht sich zurück und wiederholt das Ganze. Ich stöhne völlig ungehalten, weil er mich nicht mehr daran hindert und dränge mich ihm entgegen. Endlich setzt er seine Spitze an und erhöht den Druck immer mehr. Ich kneife die Augen zusammen und versuche einen erneuten Schrei zu unterdrücken als seine Eichel in mich eindringt. Er verharrt viel zu kurz, treibt sich danach unnachgiebig immer tiefer in mich und ich wimmere nur noch ergeben. Ich kann jeden Zentimeter, den er tiefer vordringt, genau spüren, fühle wie heiß er ist und wie das Blut in ihm pulsiert und kocht.
Langsam zieht er sich zurück, schaut mich kurz an und stößt dann kraftvoll in mich. Ich erzittere am ganzen Körper und kralle meine Hände haltsuchend in das dunkle Laken unter mir.
Wieder treibt er sein hartes Glied in mich und diesmal trifft er meine Prostata. So stark, dass ich zusammenzucke und wieder schreie.
Ich höre kaum wie er erregt meinen Namen stöhnt als er seine Stöße wiederholt und mich so hart und schnell nimmt wie immer. Bei fast jedem zweiten Stoß trifft er diesen Punkt in mir und mein Kopf ist längst völlig leer. Ich biege mich ihm ungehalten entgegen, will ihn noch tiefer und noch schneller haben, als es plötzlich vor meinen Augen flimmert. Ergeben schließe ich sie und nähere mich rasend schnell meinem Höhepunkt.
Gerade ist er tief in mir als ich nicht mehr kann und mich lautlos zwischen uns ergieße.
Er flucht auf mich, macht aber weiter, obwohl ich mich eng um ihn zusammengezogen habe.
„Erbärmlich.“, schimpft er mich und ich lege beschämt den Kopf auf die Seite, schließe erneut erschöpft die Augen und lasse ihn gewähren bis auch er sich irgendwann tief in mir ergießt und mit einem kehligen Keuchen auf mich fällt. Ich lasse erschlagen die Beine auf die Matratze sinken und zucke nur ganz leicht zusammen als er aus mir gleitet und einen brennenden Schmerz sowie Leere hinterlässt.
Ich bin schon fast dabei weg zu dämmern und hoffe nur, dass er mich nicht wieder ungnädig aus seinem Zimmer wirft, da spüre ich wie er ein paar Küsse auf meinem Hals verteilt bevor er sich neben mich rollt.
Irritiert sehe ich ihn an indem ich den Kopf zur Seite neige.
Er liegt einfach da, auf dem Rücken, den Blick befriedigt und ruhig gegen die Decke gerichtet. Sein braunes Haar liegt wie ein Fächer um seinen Kopf auf dem dunklen Kissen, sein heller Brustkorb bewegt sich sanft auf und ab.
„Rafe?“, frage ich vorsichtig.
„Hm.“, brummt er.
„Es kann nicht so weitergehen, wenn du erst-“, ich breche ab und schlucke hart. Es ist das erste Mal, dass ich das anspreche, und das auch nur, weil ich das Gefühl habe, dass er heute vielleicht eine Spur netter ist als sonst.
„Wenn ich was?“, knurrt er.
„Wenn du Gabriels Platz einnimmst.“
Er richtet sich halb mit dem Oberkörper auf und fasst mich streng ins Auge, „was interessiert es dich?“, will er wissen.
Und eigentlich hat er Recht, denn was geht mich seine Stellung als Anführer unserer Sippe an? Ich bin ja nichts weiter als ein einfaches Mitglied, noch dazu ein sehr junges. Aber ich weiß, was passieren wird, wenn er den Platz seines Vaters Gabriel einnimmt. Er wird sich eine Frau nehmen und sich den ganzen Monat aufsparen bis er einmal zu Vollmond zu ihr geht um sie zu…begatten. Dieser Gedanke sticht mir tief ins Herz, denn auch wenn er mich ohne Frage bloß benutzt, so will ich ihn doch nicht mit jemandem teilen. Und wenn er erst einmal der Anführer ist, wird er sich auch nicht mehr mit uns niederen Lugaru abgeben. Das ist gegen die Tradition.
„Nur so…“, murmle ich niedergeschlagen und weiche seinem Blick aus, den er jedoch nicht von mir nimmt.
Ich bin viel erstaunter als plötzlich seine warme, raue Hand auf meinem Bauch liegt und sanfte Kreise zieht.
„Gabriel und seine verdammten Gesetze….“, höre ich ihn abfällig sagen. Irgendwas stimmt heute nicht mit Rafe. Er ist weicher als sonst und über seinen Vater und vor allem über die Werte in unserer Sippe habe ich ihn noch nie so unglücklich sprechen hören.
„Was meinst du?“, frage ich ihn leise und hoffe, dass er seine Hand nicht sofort wieder zurückzieht. Denn mein Unterleib schmerzt noch ziemlich und die Berührung tut sehr gut.
„Er weiß ganz genau, dass ich kein verdammtes Weibchen will.“, meint er, „es interessiert ihn nicht.“
Natürlich interessiert es Gabriel nicht. Der will schließlich einen Nachfolger haben, der seinerseits Nachfolger zeugen kann. Und dafür wird sich Rafe wohl oder übel fügen müssen und sich eine Frau suchen. Wenn Gabriel nicht sogar schon eine für ihn hat.
Dann ist seine Hand plötzlich weg und er dreht mir den Rücken zu. Ich kann sogar an seinen Schultern erkennen, dass er wütend ist.
Vorsichtig lege ich meine Hand auf seine Schulter und streiche ein wenig darüber.
„Was?“, fragt er ungnädig.
„Du möchtest doch so gerne den Stamm führen. Dann wird das dazu gehören.“, versuche ich ihn zu besänftigen.
„Wenn ich erst der Anführer bin, wird alles anders laufen.“, knurrt er und ich seufze leise.
Ich nehme meine Hand zurück und rücke an seinen Rücken um mich anzuschmiegen. Ich vergrabe mein Gesicht zwischen seinen Schulterblättern und lausche auf seinen Herzschlag, den ich wunderbar hören kann.
Murrend akzeptiert er es, aber als ich eines meiner Beine zwischen seine schmuggeln will um auch meinen Unterleib dicht an ihn schmiegen zu können, wirbelt er herum und stößt mich von sich.
„Bist du rollig oder was?!“, will er brummend wissen.
Jetzt sage ich es ihm einfach, denke ich.
„Ich liebe dich, Rafe.“, flüstere ich und senke bedrückt den Blick auf das Laken unter mir. Vielleicht wirft es mich ja doch noch raus.
Aber plötzlich höre ich ihn leise schnauben.
„Ich weiß.“, murmelt er, „dreh dich auf die andere Seite.“
Wortlos gehorche ich und drehe ihm meinen Rücken zu. Mein Herz schlägt wie wild, als er sich nun seinerseits an mich schmiegt, mich mit einem Arm um meinen Bauch noch näher zieht und sein Gesicht in meinem Haar vergräbt.



Als ich am Morgen erwache ist mir ziemlich kühl und ich taste verschlafen nach der Decke, die in meiner Erinnerung so schön warm und sicher war. Als meine Finger jedoch nichts finden als die kalten, glatten Laken drehe ich mich murrend auf die andere Seite und öffne die Augen einen Spalt. Mein Blick fällt zum offenen Terrassenfenster und das im frühen Nebel liegende Bukarest. Alles ist noch getaucht in pastellenes Orange, Rosa und Grau-Blau. Der Sichelmond flimmert noch milchig weiß am Himmel.
Ich reibe mir verschlafen die Augen und gähne um wach zu werden. Da sehe ich auch die Decke, die neben der Matratze auf dem dunklen Parkettboden liegt. Ich angle danach und wickle mich fest in den weichen Stoff.
Rafe ist natürlich schon weg, wahrscheinlich ist er noch in der Nacht aufgestanden und ruhelos durch die Stadt gelaufen. Er ist eine sehr rastlose Person, kann seine Finger so gut wie nie ruhig halten. Er braucht einfach viel Beschäftigung.
Trotzdem hätte ich heute den Morgen gerne mit ihm zusammen begrüßt. Er war so…merkwürdig in der Nacht. Irgendwie weicher als sonst. Ich wüsste gerne woran das lag.
Ich rolle mich noch einmal fest in seinem Bett zusammen und atme genüsslich seinen Geruch ein, der in den Stoffen liegt. Ich finde von allen aus unserer Sippe hat er den wildesten Geruch, der am meisten davon zeugt, dass er halb Wolf ist. Er riecht immer irgendwie nach feuchtem Waldboden, Fichten und Moos. Nicht auszuschließen diese tierische Note…
Ich drehe mich seufzend auf dem Rücken und starre die Decke und den verstaubten, ungenutzten Kronleuchter an.
Ich sollte aufhören mir Hoffnungen zu machen, nur weil er einmal nicht rücksichtslos zu mir gewesen ist. Er wird Gabriels Platz einnehmen, sich paaren so oft es eben geht und dafür sorgen, dass die alten Traditionen am Leben bleiben.
Ich werde auf meinem niederen Rang im Rudel bleiben.
Unten höre ich Gregor, Finn und Willem poltern. Sicher wollen sie zu Streifzügen aufbrechen, heute an diesem Sonntag. Denn wir müssen heute nicht in die Fabrik und von Gabriel kam auch noch kein Befehl. Vielleicht gehen wir auf die Piste.
Ich rappel mich mühsam auf, ignoriere das Ziehen in meinem Unterleib und wickle mir wieder meine Decke von gestern um den Körper.
Noch immer ziemlich müde tappe ich die Treppe hinab und geradewegs in das Zimmer von Gregor und mir.
„Unser süßes Ulfi-Pfötchen!“, flötet mir Willem hellwach entgegen, der wohl gerade dabei war mit Gregor zu raufen.
„Nenn mich nicht so.“, knurre ich ihn warnend an.
Finn sitzt im Schneidersitz auf Gregors Matratze und grinst mich an, „Na? Wieder für Rafe die Beine breit gemacht?“, fragt er.
Ich würdige ihn keines Blickes, zeige nur meine Zähne in seine Richtung. Sollen die doch ihre Witze reißen. Sie können mich nie so sehr verletzen wie es meine eigenen Gefühle machen und die Gewissheit, dass Rafe und ich nie mehr sein werden als Spielzeug und Spieler.
„Wir wollten gerade ein wenig rumstreichen und ein paar Mädchen auflauern.“, erzählt Gregor begeistert, „sie schauen immer so wunderbar erschrocken.“
„Ich mag es viel lieber wenn ich meine Klauen in ihr weiches Fleisch treibe und ein saftiges Stück aus ihrem Oberschenkel reiße.“, schwärmt Willem und stößt Gregor endgültig von sich, der auf dem Rücken landet und ein, zwei Meter über den Boden schliddert.
Bei der Vorstellung auf Frischfleisch läuft auch mir das Wasser im Mund zusammen.
Ich fische saubere Kleidung aus der Sporttasche, die mein Kleiderschrank ist, und schlüpfe schamlos hinein.
„Ach nein!“, kommt es spöttisch von Finn, „ein Bluterguss an deinen zarten, jungen Hüftknochen….hmmmmm…da würde ich auch gerne mal zubeißen…“
Als würde er alleine die Vorstellung genießen schließt er die Augen und fährt sich verträumt über die Brust.
Ich versuche meine Wut zu zügeln. Er hat kein Recht so mit mir zu reden und gefallen tut mir das auch nicht.
Willem stürzt sich derweilen auf Gregor, springt ihm auf den Rücken und treibt seine Zähne in seinen Hals. Wie wild lachend stolpert Gregor rückwärts bis er seine unfreiwillige Last gegen die Wand presst und Willem mit einem schmerzhaften Stöhnen von ihm ablässt.
Finn derweilen hat sich weiter zurückgelehnt und sieht viel zu verdächtig danach aus, seine Hand in seine Sporthose gleiten zu lassen. Ich versuche wirklich das zu ignorieren, doch da gibt er schon ein genüssliches Seufzten von sich, das wie mein Name klingt.
„Finn!“, brumme ich warnend, „hör auf oder ich beiße dir das Ohr ab!“
„So was kannst du?“, fragt er skeptisch, „ich dachte dein Mund ist nur dafür da um Rafes harten-“
In dem Moment stürze ich mich auf ihn, werfe ihn zurück sodass er auf dem Rücken unter mir liegt. Ich packe sein Haar und zwinge seinen Kopf in den Nacken.
Soll er doch bloß seinen Hals freigeben, sodass ich ihn dort fest beißen kann und er merkt, dass er Respekt zu haben und sich zurückzuhalten hat.
Aber er lacht nur leise, „du auf mir, so mag ich das.“, flüstert er provozierend.
Ich knurre ihn wütend an, doch da stößt er mich plötzlich von sich, ich stolpere rückwärts und lande unsanft auf dem Rücken neben der Matratze. Sofort ist er über mir, ich drehe mich blitzschnell um, um aufzustehen, doch da sitzt er schon auf mir und hält meine Arme fest.  
Er beugt sich zu meinem Ohr hinab, „ich warne dich, Ulf.“, flüstert er bedrohlich, „du bist der Jüngste. Überstrapaziere meine Geduld nicht.“
„Hast du es bald mit dem Alphagehabe?“, brumme ich und rüttel an seinem festen Griff.
Er klopft mir auf die Schulter und steht auf. Er hält mir seine helfende Hand hin, aber ich schnaube nur und springe auf die Beine.
„Lass dich nicht von dem räudigen Köter nerven.“, meint Gregor aufmunternd zu mir, „wir sind alle nicht ausgelastet, aber die nächste Jagd ist ja bald.“
„Ja, ich kann es kaum erwarten…“, murmle ich.
„Wollen wir dann mal los?“, fragt Willem, der schon ungeduldig seine Jacke anzieht.
Wir verschwinden schnell, treffen Rafe auf dem Dach des Nebenhauses und ziehen gemeinsam durch die aufwachende Stadt.
Mit meinen Gedanken bin ich schon bei der Jagd in ein paar Tagen. Vielleicht schaffe ich es ja endlich mal als erster das Opfer zu reißen. Fleisch schmeckt so anders wenn es noch lebt…
Zu der Zeit kann ich ja auch noch nicht ahnen, dass sich bei dieser Jagd alles für mich ändern wird.
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