Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

[Captain Future]  Boundaries No More

von cortez11
GeschichteAbenteuer, Sci-Fi / P18
09.08.2013
18.03.2014
7
21.517
 
Alle Kapitel
6 Reviews
Dieses Kapitel
1 Review
 
 
09.08.2013 2.616
 
Theorie und Praxis

Zur gleichen Zeit verfolgte Ilanyr alh-Ansha die Debatte des Hohen Rates, des kh'elvanishen Regierungsgremiums.

„Senator alh-Seedarh hat jetzt das Wort,“ bemerkte der Vorsitzende, nachdem sein Vorredner seine Ansprache beendet hatte. „Bitte, Senator...“
Caryan alh-Seedarh erhob sich würdevoll von seinem Sitz, straffte die Schultern. „Hoher Rat,“ begann er, „verehrte Senatoren und Abgeordnete... Mit Sorge verfolge ich die Geschehnisse auf Deneb. Wir befinden uns inmitten einer Verhandlung mit der Föderation der Vereinigten Planetensysteme, unser Botschafter wird ermordet, und wir verhandeln weiter.“ Er blickte in die Runde. „So, als wäre nichts geschehen.“
Zustimmendes Gemurmel aus den Reihen der Abgeordneten.
„Wir verhandeln weiter, so als wäre nichts geschehen – obwohl alle Anzeichen zumindest bis jetzt darauf hindeuten, dass Vertreter ebendieser Föderation, mit der wir in Verhandlungen stehen, an dem Mordkomplott beteiligt sind.“
Das Gemurmel wurde lauter, einzelne empörte Rufe und Einwürfe waren nun zu hören.
Alh-Seedarh nahm dies mit Zufriedenheit zur Kenntnis, doch er ließ sich das nicht anmerken, als er weitersprach: „Die denebischen Behörden sind zwar dabei, den Fall zu untersuchen – doch Ergebnisse können sie bislang nicht vorweisen. Entsprechende Angebote von unserer Seite, die Ermittlungen zu unterstützen, wurden ausgeschlagen.“ Er holte tief Luft.
“Wie lange eigentlich noch wollen wir dieser Farce zusehen?“
„Ruhe bitte,“ mischte sich der Vorsitzende ein, als die Stimmen aus den Reihen der Abgeordneten nun unkontrolliert durcheinander klangen und drohten, die eigentliche Rede des Senators zu übertönen.
Doch alh-Seedarh hatte sein Ziel schon erreicht. Er deutete ein Lächeln an. „Ich danke Ihnen, meine Herren,“ fügte er hinzu und nahm wieder Platz.

„Mord – sicherlich. Aber Komplott – gibt es da vielleicht neue Entwicklungen, die ich nicht mitbekommen habe?“ Ilanyr alh-Ansha, der sich inzwischen von seinem Sitz erhoben und das Wort ergriffen hatte, schaute in die Runde, und seine Stimme klang schneidend. Den missbilligenden Blick des Ratsvorsitzenden ignorierte er jedoch geflissentlich, genauso wie die unwilligen Zwischenrufe aus den Reihen der Senatoren.
„Solange wir nicht wissen, wer oder was die Ursache für den Mord an Botschafter Tanarys ist, halte ich Spekulationen darüber für nicht angebracht. Viel wichtiger wäre es, die Verhandlungen endlich zu einem für alle Beteiligten akzeptablen Abschluss zu bringen.“ Mit diesen Worten strich er die Falten seines Gewandes glatt und nickte dem Vorsitzenden zu, bevor er sich wieder hinsetzte.

„Etwas zum Abschluss bringen ist gut, Senator Alh-Ansha,“ ließ sich alh-Seedarh von seinem Platz aus verlauten, und er stand auf, wobei er den so Angesprochenen fixierte. „Aber wir sollten bedenken, mit wem wir da Abschlüsse machen wollen,“ fügte er hinzu. „Die neu entdeckten Rohstoffvorkommen auf Kh'arou halte ich zumindest für wichtig genug, das Verhandlungsprocedere, ja die Verhandlungen selbst, einer genauen Überprüfung zu unterziehen. Immerhin geht es hier um die Zukunft unserer Zivilisation. Wir müssen auf den Märkten konkurrenzfähig bleiben, dürfen unseren technologischen Vorsprung nicht verlieren, doch das gelingt uns nur, wenn wir Zugriff auf die entsprechenden Ressourcen haben. Wie die auf Kh'arou. Was ist hier akzeptabel? Diese Frage sollten wir in jedem Falle bedenken – denn hier geht es immerhin um die Zukunft Kh'elvarhs, Senator alh-Ansha.“
Zustimmung und Beifall aus allen Rängen.

Und während der Vorsitzende bemüht war, wieder für Ruhe im Saal zu sorgen, schloss Senator alh-Ansha für einen kurzen Moment die Augen, um sich zu sammeln, und atmete tief durch.
Die Zukunft Kh'elvarhs, dachte er. Ja, um nichts geringeres geht es hier. Doch die dürfen wir nicht durch einen Krieg mit der Föderation auf's Spiel setzen...
Geräuschvoll atmete er die Luft aus, die er unwillkürlich angehalten hatte.
Schließlich stand er auf, um seine Antwort vorzutragen.

- () -

Um sich abzulenken und in Ruhe nachdenken zu können, hatte Ezella sich in seine Kabine zurückgezogen.
Gedankenversunken starrte er auf den Televisor, der auf Augenhöhe über dem kleinen Arbeitstisch an der Wand befestigt war, so, als könne dessen Anblick allein ihm seine Überlegungen erleichtern, ihm helfen, Ruhe zu finden.
Was natürlich völliger Unsinn war.

Dass sie so gar nichts von Cashew hörten... war schon seltsam.
Es beunruhigte ihn mehr, als er vor sich selbst zugeben wollte.
Vorhin hatte er noch einmal kurz mit Future darüber gesprochen. Auch der war besorgt, hatte jedoch andererseits versucht, ihn zu beruhigen. Und ihn schließlich dazu ermuntert, es auf einen Versuch ankommen zu lassen und mit dem Büro des Präsidenten in Kontakt zu treten, während er selbst sich weiter den Vorbereitungen für ihre nächtliche Aktion widmete.
Ezella überlegte. Vielleicht war es wirklich das beste. Anders würden sie keine Klarheit gewinnen.
Er seufzte.

Was genau wollte er North Bonnel oder Barnings eigentlich fragen?
Wenn er sie denn erreichte...
Schulterzuckend erhob er sich von seinem Bett, auf dessen Kante er die ganze Zeit gesessen hatte, und trat an den kleinen Tisch heran, bevor er tief Luft holte und die Nummer des Büros des Präsidenten wählte.

Zehn Minuten später stand er vor Futures Kabinentür, doch auf das Piepsen des Türsummers antwortete niemand.
Vermutlich ist er im Labor, dachte Ezella und machte sich auf den Weg dorthin, aber auch dort war er nicht.
Das Schiff wirkte wie ausgestorben, als er durch die Gänge marschierte. Schließlich fand er ihn in der Krankenstation, in die er sich zurückgezogen hatte, um die Pläne für ihren Einsatz heute nacht zu verinnerlichen. Dort saß er auf der Liege, die in der Mitte des Raumes stand, die diversen Pläne und Geräte sowie einige Notepads um sich herum verstreut, und war völlig in Gedanken vertieft.

"Tut mir leid, wenn ich störe," begann Ezella, aber ich habe gerade das Büro des Präsidenten erreicht."
Future schaute hoch und legte Notepad samt elektronischem Stift, die er beide die ganze Zeit in den Händen gehalten hatte, zur Seite. "Und...?"
"Um es kurz zu machen – die Denebischen Behörden sind natürlich kein Stück weiter gekommen. Und Cashews Bewegungsfreiheit auf Deneb wurde im Rahmen der Untersuchungen eingeschränkt, derweil der kh'elvanische Volkszorn kocht."
"Sie sind ja voll der guten Nachrichten," erwiderte Future mit einem grimmigen Schmunzeln und blickte den Marshal an, bevor er aufstand und vor seinem Gegenüber langsam auf- und abzugehen begann. "Hmm... das war leider zu erwarten. - Aber weiterverhandelt wird doch, oder...?"
"Noch," gab der zurück. "Die Frage ist nur, wie lange noch. Die Stimmung auf Deneb ist hundsmiserabel." Ihm war klar, wie sich das anhören musste, und seine Stimme klang resigniert.
Der Captain blieb stehen. "Und wir kommen hier auch nicht richtig voran..." Er blickte Ezella an. "Ich wünschte, wir hätten alle Daten schon in der Hand," sagte er unglücklich und in Anspielung auf das, was sie heute nacht vorhatten.
"Und ich wünschte, wir bräuchten solche Aktionen erst gar nicht zu unternehmen, weil wir die volle Unterstützung der zuständigen Behörden hätten," brummte der Marshal. "Noch nie hat mir eine Untersuchung so quer im Magen gelegen, Captain..."
"Willkommen im Club," erwiderte Future und versuchte, humorvoll zu klingen, doch es wollte ihm nicht so recht gelingen.

- () -

Um 00:22 h kh'elvanischer Ortszeit hielt ein 2-Personen-Gleiter einer Mietfirma am Rande des Nainh’nhenga-Kash'dra-Platzes, in etwa 150 m Entfernung vom Eingang zum Ministerium für Technologie, Forschung und Wissenschaft. Eine junge terranische Frau, ca. Ende 20, Anfang 30, hübsch, mit blonden Locken und in einen hauatengen Overall gekleidet, der ihre Figur noch betonte, kramte in ihrem Gepäck, zog ein Notepad-Navi hevor, verglich dessen Anzeige mit der des Displays des Gleiters und schüttelte dann unwirsch den Kopf, als ob ihr das Angezeigte nicht gefallen würde.

Die vor dem Ministerium stationierten Wachposten hatten sie seit ihrem Halt beobachtet.
Offensichtlich wieder so eine Touristin, die sich verirrt hatte...

Zwei der schwer bewaffneten Posten erbarmten sich schließlich. Gemessenen Schrittes gingen sie auf den Gleiter zu, und einer von beiden sprach die junge Frau an, während der andere in sicherer Entfernung, die Waffe entsichert, wartete.
Als die junge Frau seinen Kollegen jedoch nicht verstand, wechselte dieser zu Englisch, und ein Lächeln ging im Gesicht der Blonden auf.
"Ich suche das Imperial-Hotel," sagte sie und schaute den Wachposten hilfesuchend an. "Irgendwie habe ich mich hoffnungslos verfahren, oder...?"
Der Posten stöhnte innerlich, blieb jedoch äußerlich gelassen und griff nach dem dargebotenen Notepad.
Ein prüfenden Blick auf die Karte offenbarte ihm das ganze Ausmaß des touristischen Elends. "Da sind Sie hier völlig falsch," erwiderte er nüchtern. "Sie hätten an der Yassin-Plaza rechts abbiegen müssen..."
"Yassin Plaza? Die große Anlage dort hinten?" Die intensiv blauen großen Augen der Terranerin waren erwartungsvoll auf ihn gerichtet.
Der Posten lächelte verstohlen und tippte mit dem Finger auf die entsprechende Stelle auf dem Display. "Sehen Sie – hier..." Und so entspannte sich auf einmal ein Gespräch, in dem der Wachmann der offensichtlich im Kartenlesen völlig unbegabten Touristin wortreich erklärte, wie sie am schnellsten zu ihrem Hotel finden konnte.

Derweil, von beiden Posten völlig unbemerkt, stieg der ebenfalls im Gefährt befindliche unsichtbare Passagier ganz vorsichtig aus. Wie in Zeitlupe bewegte er sich, um den Gleiter nicht zu erschüttern oder sich durch Bewegungen oder Geräusche zu verraten... Als er sicher auf dem Boden stand, drehte er sich kurz um, wie um sich zu versichern, dass er nicht entdeckt worden war, obwohl das eigentlich völlig sinnlos war, und schritt schließlich lautlos in Richtung Ministerium davon.

Von alledem hatte der freundliche Wachmann – ebenso wie sein Kollege mit der Waffe – nichts mitbekommen. Die Nachtluft war milde, sein Dienst in einer Stunde beendet, und er hatte schon oft genug mit weitaus unangenehmeren Zeitgenossen zu tun gehabt... Zum Abschluss kontrollierte er noch die Personalien der jungen Frau, ließ sich die Hotelbuchung zeigen, und zufrieden mit sich selbst und seiner Ritterlichkeit wünschte er ihr zum Abschluss noch einen angenehmen Aufenthalt.
Die junge Frau lächelte und nickte. "Vielen Dank," verabschiedete sie sich. Minuten später hatte sie ihren Gleiter wieder in Bewegung gesetzt, winkte noch einmal und verschwand in der von dem Posten empfohlenen Richtung.

Der Kh'elvaner blickte ihr nachdenklich hinterher.
Touristen... eigentlich waren sie eine Plage.
Diese hier jedoch schien nett, und außerdem sah sie auch noch gut aus.
Blond.
Es gab keine Blonden auf Kh'elvarh, die vorherrschende Haarfarbe war dunkelbraun oder schwarz.
Diese umwerfende lockige blonde Haarpracht...
Und diese Kurven...
Er grinste seinen Kollegen an, als er sich umdrehte, um mit ihm zusammen wieder in Richtung Ministerium zurückzugehen.

- () -

"...ich bin hier, Cap," flüsterte die Stimme aus dem kleinen Ohrlautsprecher.
"Okay." Futures Augen suchten unwillkürlich auf dem schwach beleuchteten Gang nach der Silhouette Othos, doch natürlich war das fruchtlos – im Tarnmodus konnte er ihn genauso wenig sehen, wie der Androide ihn... Er rief sich selbst zur Ordnung. Keine Zeit für so etwas! "Komm..."

Lautlos bewegte er sich unter den wachsamen Augen der Kameras, die jedoch nicht zu reagieren schienen, in Richtung der Kellertreppe, und da der Androide sich aufgrund des Tarnfeldes genauso leise bewegte wie er, konnte er absolut nichts hören. Den Versuch, ihn zu orten, verkniff er sich jedoch – jetzt zählte nur zügiges Handeln, je schneller sie hier wieder 'rauskamen, desto besser...
Die Treppe machte eine U-förmige Biegung, dann standen sie schließlich am unteren Absatz.

Der Zugang vor ihnen war mit schweren Metalltüren gesichert, die in einen massiven, hervorstehenden Torbogen eingelassen zu sein schienen. Eine Art leises elektronisches Summen ging von dem Torbogen aus, und ein rotes Licht, offensichtlich die Alarmanlage, blinkte unablässig.
Gerne hätte er jetzt Otho ein Zeichen gemacht, dass er nun hineingehen würde – doch das ging ja nicht. Sie mussten sich jetzt blindlings aufeinander verlassen, so, wie sie es abgesprochen hatten...
Vorsichtig machte er ein paar Schritte vorwärts.
Nichts.
Jetzt hatte er den Torbogen erreicht. Mit dem nächsten Schritt würde er durch die Türe hindurchtreten, einfach durch das Metall hindurchgleiten, als wäre es Luft und keine Titaniumlegierung...
Als er den Fuß vorwärts setzte, hatte er auf einmal das Gefühl, als ob sein Kopf explodieren würde – plötzlich hatte sich das Summen in ein alles übertönendes tiefes Dröhnen verwandelt, gleichzeitig glaubte er, den Halt zu verlieren und in einen finsteren Abgrund zu stürzen, der sich, schwarz und undurchdringlich, vor ihm auftat.
Irritiert zog er den Fuß zurück.
Was, zum Teufel, war das...?!
Unwillkürlich war er einen Schritt zurückgetreten.

Er rief sich selbst zur Ordnung.
Vor ihm war nichts als die beiden Flügel der Tür, massiv und grau, während das rote Blinklicht des Torbogens unablässig und unverändert aufleuchtete, wieder erlosch, aufleuchtete, wieder erlosch...
Instinktiv schüttelte er den Kopf, als könnte er damit seine Gedanken wieder klar bekommen.
...Was er da gerade erlebt hatte, musste eine mentale Barriere sein, etwas anderen kam nicht in Frage.
Strike! Zumindest konnten sie jetzt sicher sein, dass sie die richtige Abteilung erwischt hatten – so aufwendig schützte man nur sensible Daten. Ein Problem allerdings blieb: Selbst wenn er mit Othos Hilfe hindurchgelangen konnte - würde die Anlage Alarm auslösen?
Fieberhaft überlegte er und wog das Für und Wider ab.
Wenn die Barriere so stark abschreckte, dass sie eventuellen Eindringlingen den Sturz in einen Abgrund vorgaukelte, reichte das eigentlich als Abwehrmaßnahme. Trotzdem konnte er nicht wirklich sicher sein, dass die Apparatur, die die Barriere erzeugte, nicht auch Vorkommnisse erfasste und meldete... schließlich waren die Kh'elvaner nicht umsonst gefürchtete Gegner. In puncto Technik und Wissenschaft hatten sie einen Vorsprung entwickelt, der ihre Vormachtstellung begründete.
Aber das half alles nichts...
Wenn der Torbogen auf Gehirnwellen reagierte, obwohl ihre Tarnung elektromagnetisch gedämpft war, musste sie über sehr empfindliche Sensoren verfügen. Trotzdem würde sie nichts wesentliches aufzeichnen können – der Schildgenerator, der ihn für seine Umwelt praktisch unentdeckbar werden ließ, sorgte auch gleichzeitig für ihre mehr oder weniger starke Dematerialisierung. Nur so waren sie in das Gebäude gelangt und würden die Metalltür vor ihnen durchschreiten können.
Für eine Identifizierung würde das keinesfalls reichen.
Und auf bloßen Verdacht hin gab keine Regierung gerne zu, dass sie Eindringlinge in ihre Behörden hatte entwischen lassen...
Ein Restrisiko jedoch blieb.

Sein Entschluss stand fest.
"Otho," flüsterte er in sein Mikro, "...ich brauche Deine Hilfe."
"Wo steckst Du, Cap?" kam ebenso leise die Antwort zurück.
"Ich komme nicht durch die Tür - sie hat eine mentale Barriere. Kannst Du mich hindurchziehen?"
Wenige Sekunden später fühlte er, wie seine Handgelenke ergriffen wurden. "Okay. Jetzt..."

Im gleichen Moment überschlugen sich seine Sinneseindrücke, als er sich vorwärts gerissen fühlte und gleichzeit meinte, abzustürzen, während der Widerhall des Dröhnens sich schmerzhaft in sein Denken bohrte... Instinktiv wollte er schreien, doch plötzlich ließ der Druck an seinen Handgelenken nach, das Chaos in seinem Kopf verschwand, und er konnte wieder klar denken und sehen.
Vor ihm lag im Dämmerlicht der Notbeleuchtung ein leerer, langer, schmaler Gang.
Absolute Ruhe.
Nichts.
Er war hindurch.
"Danke," flüsterte er.
"Dann wollen wir mal..." gab der Androide fast unhörbar zurück.

Innerhalb weniger Minuten hatten sie die Computeranlage angezapft, alles an Daten abgeschöpft, dessen sie habhaft werden konnten, und standen kurze Zeit später wieder an ihrem ursprünglichen Ausganspunkt. Vorsichtig befühlte Future den kleinen Behälter, den er an seinem Gürtel eingeklinkt hatte und in dem sich nun die Speicherkarten befanden. Otho trug sicherheitshalber einen zweiten Satz Datenkarten.
"Wir sehen uns am Treffpunkt," flüsterte er.
Natürlich konnte er nicht sehen, dass der Androide nickte. "Viel Glück," erwiderte dieser leise wie aus dem Nichts.
"Viel Glück", flüsterte Future zurück. Dann wandte er sich um und ging zügig in Richtung des Ausgangs, den er laut ihrer Planung nehmen wollte. Vor ihm lag ein längerer Fußmarsch durch das nächtliche Regierungsviertel, da er von Joan nicht an der selben Stelle aufgesammelt werden konnte, wo sie ihn abgesetzt hatte, doch das war egal.
Sie hatten die Daten.
Hoffentlich würden sie das Risiko, das sie eingegangen waren, rechtfertigen...
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast