Lost in London

GeschichteAllgemein / P12
OC (Own Character)
08.08.2013
02.03.2015
9
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Wir befinden uns im Deutschland der heutigen Zeit. Die Sommerferien haben vor kurzem angefangen und die Luft ist tagsüber so dick, dass man sie schneiden kann. In allen Orten sind die Rolläden zugezogen und die Ventilatoren angeschmissen, um das ganze irgendwie erträglich machen zu können. Erst in den Abendstunden wird das ganze erträglicher, weshalb zwei mehr oder weniger bekannte Gesichter aus dem Catsfandom beschlossen haben, ihren Chat zu einer neuen Fanfiktion in ebendiese Zeit zu legen. Während die eine mozarellafutternd in Erinnerungen schwelgte, benutzte die andere den Chatroom zum ersten Mal in ihrem Leben. Aber schauen wir doch mal, was sie so schreiben…

Ida_Riddle: Hi! :D
Wolfspirat: moin ^.^
Ida_Riddle: Wie läufts mit deinem neuen Charakter?
Wolfspirat: joah, wird schon
Ida_Riddle: Bei mir kam irgendwie ne totale Mary Sue raus… ich muss das noch mal überdenken…
Wolfspirat: mary sues sind böjsä o.O
Ida_Riddle: Keine Sorge, ich hab sie gleich wieder gekillt! ;-)
Wolfspirat: sehr schön ^.^
Ida_Riddle: Hast du schon nen Namen?
Wolfspirat: Penta
Wolfspirat: ich weiß, sehr kreativ. stand in meinem tafelwerk bei den chemischen elementvorsatzdingern.
Ida_Riddle: Cool! Ich hatte an „Cezar“ gedacht, aber das wär irgendwie zu… offensichtlich, oder?
Wolfspirat: dann würds vermutlich wirklich ne mary sue werden xD
Ida_Riddle: Stimmt… xD
Wolfspirat: oh gott, diese ff wird so toll :3
Wolfspirat: auch wenn dracu von dem zuwachs alles andere als begeistert is…
Ida_Riddle: Oje! Streikt sie immer noch?
Wolfspirat: sie starrt mich böse an .-.
Ida_Riddle: Ich an deiner Stelle würde ganz langsam rückwärts den Raum verlassen…
Wolfspirat: nö. wenn sie mich killt, stirbt sie auch. hab mich schon abgesichert^^
Ida_Riddle: Na dann… xD Sollte ich auch mal machen…
Wolfspirat: wenn du ne killerkatze hast ist das durchaus praktisch, ja^^
Ida_Riddle: Hab ich nicht… bloß ne Naschkatze, und die killt höchstens Mozarella! ;-)
Wolfspirat: mozarella *_*
Ida_Riddle: xD
Wolfspirat: ich hab seltsame essgewohnheiten, ich weiß^^
Ida_Riddle: Das kommt ganz auf die Perspektive an!
Wolfspirat: stimmt auch wieder
Ida_Riddle: Aus welchem Film ist das mit der Perspektive eigentlich?
Wolfspirat: keine ahnung… 7blickwinkel? weiß net, wie der film heißt, aber er hatte blickwibkel im titel xD
Ida_Riddle: Kenn ich nicht!
Wolfspirat: ich auch net. is aber glaub ich mit will smith.
Ida_Riddle: Hm… ich frag Wikipedia!
Wolfspirat: mach das
Ida_Riddle: Oh, mir is wieder eingefallen, woher das war… Fluch der Karibik! Also, das mit dem Blickwinkel!
Wolfspirat: hat cap jack sparrow net gesagt das kommt aufs LICHT an? im vierten teil?
Ida_Riddle: Kann auch sein! Irgendwas halt! xD
Wolfspirat: wie weit bist du mit dem chara?
Wolfspirat: ich muss dann nämlich mal kurz wech, was an den briefkasten schaffen. und duschen muss ich auch noch, es is so waaaarm u_u
Ida_Riddle: Na dann, bis gleich!
Wolfspirat: tschüü
Wolfspirat ist offline.



Ida hingegen saß weiterhin hochkonzentriert vor dem Monitor und dachte über einen Namen für ihren OC nach. Ihre dunkelgrünen Augen starrten vor sich hin, ohne wirklich was zu sehen - und beunruhigenderweise auch ohne zu blinzeln -, und ihre Lippen bewegten sich lautlos, während sie im Geiste ihre – leider nicht besonders lange – Namensliste durchging. Sie war so in ihre Gedanken vertieft, dass sie gar nicht wahrnahm, wie sich eine schwarzweiß gefleckte Katze durch die halb offenstehende Tür zwängte. Uschi, denn so hieß der Stubentiger, mit dem sich Ida ein Haus und eine Familie teilte, durchquerte den Raum, ließ sich neben dem Schreibtischstuhl nieder – und maunzte ohrenbetäubend.
Ida, aus ihrer Gedankenwelt gerissen, zuckte heftig zusammen und servierte ihre vierbeinige Freundin mit einem ungeduldigen „Ich hab grad keine Zeit dich zu füttern!“ ab.
Da Uschi aber nicht verstand, oder auch nicht verstehen wollte, was das hieß, blieb sie, wo sie war, und fixierte Ida, die mittlerweile kurz davor war, den Kopf auf die Tischplatte zu hauen.
„Name, Name, komm schon!“, murmelte sie, raufte sich die halblangen, dunkelbraunen Haare und rief gereizt „Sei doch einfach mal still!“, als Uschi sich duckte und zu fauchen begann. Allerdings hing ihr Blick nicht mehr an Ida, sondern am Fenster.
Stirnrunzelnd drehte sich Ida auf dem Stuhl herum – und sprang mit einem entsetzten „MACAVITY!!!“-Schrei auf.
Atemlos starrte sie den rot-schwarz-gestreiften Kater mit zerzaustem Fell an, der auf dem Vordach unter dem Fenster saß und sie gelassen betrachtete.
Unwillkürlich machte Ida einen Schritt zurück, und stieß versehentlich gegen Uschi, die immer noch dort saß. Die Katze machte einen Satz, lief Ida aber bei ihrem Fluchtversuch vor die Beine und hechtete davon, als diese stolperte, mit dem Kopf gegen die Kante des Schreibtisches knallte und bewegungslos liegen blieb…



Zur etwa gleichen Zeit marschierte mit einem Schwung Postkarten in der Hand ein dunkelblondes, langhaariges Mädchen durch die Straßen ihres Heimatdorfes, von ihr liebevoll Kuhkaffistan genannt. Sie war auf dem Weg zum einzigen Postkasten im Ort, der sich schätzungsweise in der Mitte von ebendiesem befand, angebracht an einem dichtgemachten DDR-Konsum. Der Weg dorthin war nicht allzu lang und Bewegung hielt ja bekanntlich jung. Außerdem war ihre Oma der Meinung, ein paar Minuten an der frischen Luft würden ihr sicher beim abnehmen helfen. Dem zu widersprechen war in den Augen des Mädchens, welches im Übrigen unter dem Namen Wolfspirat, beziehungsweise Wolfi, bekannt war, sinnlos gewesen. Schnell warf sie die Postkarten durch den Postschlitz und macht sich wieder auf den Heimweg, schließlich wollte sie Ida nicht zu lange warten lassen.
Als sie aber den Weg zur Bushaltestelle vor jenem Konsum einbog, sah sie eine Katze auf der anderen Straßenseite. Eine Katze, die sie hier noch nie gesehen hatte, und die ihr trotzdem so wahnsinnig bekannt vorkam, als wäre genau das der Fall gewesen.
Es handelte sich um einen schwarzbraunen Maine Coon, dessen Fell an den Pfoten, an der für diese Rasse charakteristischen „Löwenmähne“ und am Kopf in helles goldbraun überging. Wolfis braune Augen glaubten sogar, ein paar Leopardenflecken, ein Nietenhalsband und eine Elvistolle zu sehen. Auch der stolze Gang, mit der der Maine Coon unterwegs war, stimmte selbstverständlich. Um es kurz zu machen: Das dunkelblonde Mädchen war zu 100% davon überzeugt, den Rum Tum Tugger vor sich zu haben.
Grund genug, dem Kater – sie ging davon aus, dass es einer war – zu folgen. Doch dann kam es natürlich, wie es kommen musste: Wolfi lief gegen einen Laternenpfahl und fiel der Länge nach um.
‚Scheiße, net schon wieder…’ war das letzte, das ihr durch den Kopf schoss, bevor ihr schwarz vor Augen wurde…




Idas Kopf brummte, als sie wieder zu sich kam.
„Scheiß Schreibtisch…“, murmelte sie und kniff die Augen noch etwas fester zusammen.
Sie erstarrte in der Bewegung, sich an den Hinterkopf zu fassen, angesichts des leicht klagenden Miauens, das sie gerade vernommen hatte.
„Uschi?“, rief sie, und wieder maunzte es, als sie zu reden anfing.
Ihre eigene Stimme konnte Ida komischerweise nicht hören, was aber auch an den Kopfschmerzen liegen konnte. Hoffentlich hatte sie keine Gehirnerschütterung!
Langsam öffnete Ida die Augen in der Erwartung, ihre Hauskatze direkt vor ihrer Nase sitzen zu sehen, aber stattdessen sah sie sich einem ziemlich groß wirkenden Haufen hellbraun-getigerten Fells gegenüber. Benommen blinzelnd versuchte sie, zu erfassen, wo sie war.
„Okay… das ist NICHT mein Zimmer!“, stellte sie in Gedanken fest, „Und wo immer ich bin, ich liege neben einem dunkelblonden Tiger!“
Dieser beunruhigende Gedanke brachte sie dazu, sich, immer noch ein wenig schwindelig im Kopf, aufzusetzen. Ida sah sich um.
Sah nach einer Straßenecke aus… aber irgendwas stimmte nicht. Richtig, dachte Ida, alles ist zu groß. Das war für sie zwar nichts wirklich Neues, da ihre Körpergröße zu wünschen übrig ließ, aber SO groß hatte die Welt, ehrlich gesagt, noch nie gewirkt!
„Komisch…“, seufzte sie; das Maunzen beachtete sie nicht.
Größere Sorgen machte sie sich um das haarige Tigertier, das dalag und offenbar friedlich schlummerte. Bei näherer Betrachtung ähnelte es allerdings mehr einer überdimensionalen Haus- als einer Raubkatze.
Ida legte den Kopf schief – was ein leichtes Stechen im Bereich der Schläfen zur Folge hatte – und streckte vorsichtig eine Hand nach der Katze aus.
Als eine dunkelbraune, kurzhaarige Katzenpfote von der ungefähren Größe einer menschlichen Hand in ihr Blickfeld schwebte, stutzte sie.
„Was zum…“, flüsterte sie, und zuckte heftig zusammen, als ein zittriges Maunzen ertönte.
Bewegungslos starrte sie auf die Katzenpfote, die immer noch knapp über dem getigerten Fell der Riesenkatze ausharrte. Sie begann zu kapieren.
„Das… kann jetzt echt nicht wahr sein!“, stellte sie fest, vernahm das Miauen, sah auf die Pfote, auf die zu groß wirkende Katze, auf diese riesige, fremde Welt, und auf das Gewirr der Menschen, die vorbeigingen, ohne sie eines Blickes zu würdigen.
Und wieder auf die Pfote.
„Oh, Scheiße!“, hauchte sie.
Und kippte erneut um.


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Und nach diesem Kapitel ein herzliches Hallo zu einer weiteren Catsfanfiktion. Das Cats weder mir noch Ida Riddle gehört, können sich die meisten vermutlich schon denken.
Solltet ihr allerdings auf einige unbekannte Gesichter stoßen, so gehören diese höchstwahrscheinlich Ida oder mir (Wolfspirat). Wenn dieser Fall vorliegen sollte, werden wir es natürlich entsprechend kenntlich machen.
Ansonsten wünschen wir uns natürlich viele Reviews (ihr könnt und auch zuflamen, aber dann fürchtet des Wolfis Zorn...) und euch, ihr lieben (und hoffentlich auch zahlreichen) Leser, natürlich viel Spaß bei weiteren Kapiteln.
Also, bis zum nächsten Mal!
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