Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast 

Der Pianist

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Familie / P12 / Gen
07.08.2013
08.10.2014
6
5.903
 
Alle Kapitel
5 Reviews
Dieses Kapitel
noch keine Reviews
 
 
07.08.2013 960
 
Okay das ist mein Beitrag zum Projekt Ohne Dich ^-^

Der Link: http://forum.fanfiktion.de/t/7948/1

Zur Geschichte

Nun es werden noch mehr Kapitel folgen aus verschiedenen Sichten.
Aber ich glaube mehr als 5 Kapitel werden nicht drin sein ^-^

Ich würde mich natürlich über Reviews freuen
____________________________________________________________________


Ohne dich wäre meine Welt farblos.
Ohne dich wäre mein Leben wertlos.
Ohne dich gäbe es kein mich.

Drei einfache Sätze. Es waren drei Sätze die meine Welt, mein Leben und mein ich bestimmten. Sie waren meine leitende Hand. Sie führten mich im Dunkeln. Sie ließen mich dir blind vertrauen, denn du warst ich und ich war du. Doch jetzt? Jetzt hatten die Sätze keine Bedeutung mehr.

Meine Welt ist schwarz und trostlos.
Mein Leben hat keine Bedeutung mehr.
Es gibt kein mich, denn es gibt dich nicht.

Wie lang sitze ich schon in diesem Zimmer? Wie lang starre ich die perlmutweißen Klaviertasten an? Du hast mir meinen Halt genommen, mein Anker gelöst und mich über die Planke geschubst. Jetzt bin ich ein Ertrinkender im steten Strudel der Erinnerungen. Mein Untergang wird begleitet von zarten Tönen. Sanft und unschuldig und doch zerreißen sie mein Herz. Sie sind Erinnerungen an dich. Es sind deine weichen Klaviertöne gewesen. Da ist nichts das ich spüre. Meine Gedanken und meinen Lebenswillen hast du mit dir genommen. Du hast mich zurückgelassen wie ein Wrack. Ich bin verloren und vergessen in dieser Welt zurück geblieben.

Tut ein geliebter Mensch so etwas?
Schämst du dich nicht?

Du hattest kein Gewissen und dein Sinn für andere war auch nicht das wahre. Ich war immer für dich da! Ich war es der bei dir blieb, als alle dich verlassen haben. Ich war es der deine Tränen trocknete, als die Welt dich verstieß. Nur ich allein war es der immer und immer wieder blöd genug war dir zu verzeihen. Nie warst du auch nur einmal für mich da. Nie interessierte es dich, wie es mir ging. Da waren immer nur du und dieses Klavier. Für mich gab es keinen Platz in deiner Welt. Nein ich war ja auch nicht von Bedeutung.

Wütend schlage ich auf die Tasten. Sie weichen mir aus und geben ein schrilles Geräusch von sich. Ich möchte dieses Piano nur zerstören. Ich will die Tasten umher fliegen sehen. Eine weiße und eine schwarze Taste, will ich aufheben. Du solltest an diesen Tasten ersticken und zugrunde gehen.

Da gibt es nur ein Problem…
Du atmest nicht mehr, das ersticken dich umbringen würde.

Gestorben, tot, begraben, verscharrt, verbrannt, ermordet, was auch immer. Du bist neuerdings nur noch so lebendig wie eine steinerne Skulptur. Du redest so viel wie eine Skulptur. Du bewegst dich auch so viel. Es ist als hätte man dich in Beton gegossen und irgendwo in einer Kammer abgestellt. Kein Wort würde mehr über deine Lippen dringen und kein einziges Lächeln dein Gesicht erhellen. Du bist tot und begraben. Du bist gesprungen von einem Dach und im Vorgarten einer netten alten Dame gelandet.

Nüchtern senke ich meinen Blick und betrachte meine Schuhe. Der Gedanke dass du tot bist, hat sich langsam aber sicher in mein Bewusstsein geschlichen. Ich sollte nicht wütend auf dich sein. Ich sollte nichts Schlechtes über dich sagen. Über Tote redet man nicht schlecht.

Hätte ich was tun können für dich?
Vielleicht war ich Schuld.

Ich hatte doch gesehen wie dein Leben auf deinen Schultern lastet. Ich wusste doch das die Hälfte deiner Lächeln gefälscht waren. Die einzige Person die gemerkt hatte dass du am Ende warst. Deine Kraft neigte sich dem Ende, aber ich habe nichts gesagt. Ich habe dich weinen lassen und schreien lassen. Es war ein Freitag als du gesprungen bist. Ich war kurz zuvor bei dir gewesen. Du warst anders als sonst und es beunruhigte mich. Dein Blick war erschöpft und deine Körperhaltung gebeugt. Du hast nicht geweint und nicht geschrien. Nein du wolltest dass ich gehe. Ich Idiot bin gegangen und habe den hoffnungslos arbeitslosen Pianisten mit seinem Klavier allein in einem Hochhaus gelassen.

Selbstzweifel übermahnen mich wie ein rollender Zug. Es ist als hätte jemand eine Bombe explodieren lassen. Schmerzhaft und voller Hass auf mich Selbst. War ich denn diejenige die deinen tot verhindern hätte können? Hatte ich überhaupt genug über dich gewusst um dich retten zu können?

Nein es wäre trotz allem passiert.
Früher oder später eben.

Deine Liebe zur Musik hatte dich getötet. Sie hat dich einsam und allein gemacht, aber dennoch lächeltste du, als wäre gerade heute Gott mit dir gnädig. Vielleicht hättest du Schauspieler werden sollen, denn das konntest du wirklich gut.

Traurig schaue ich zu den riesigen Fenstern. Die Sonne geht langsam unter und ein sehnsüchtiger Blick schleicht sich in mein Gesicht. Die Vergangenheit kann man nicht ändern. Die Zukunft hast du verschenkt. Das Leben ging weiter.

Der Himmel soll gut sein.
Hab ich gehört.

Du hast Frieden verdient mein Junge. Ich sollte dich endlich loslassen, das Klavier vergessen und mich auf den Rücktritt bereit machen. Viel Zeit bleibt mir nicht mehr.

Ein letztes Mal lege ich meinen Kopf auf die Tasten. Sie flüstern ein kurzes Wehklagen, aber dann verstummen sie. Es ist das erste Mal das ich nicht traurig bin, als ich dies tue. Ich habe das oft getan und das wusstest du auch, denn der Anfang kannst du dich Erinnern war so:

Ohne dich wäre meine Welt farblos.
Ohne dich wäre mein Leben wertlos.
Ohne dich gäbe es kein mich.

Es gibt mich nicht. Nicht mehr seit es dich nicht mehr gibt. Ich habe zu dir gehört. Wir waren wie Pech und Schwefel und Ying und Yang. Es war als wären wir Zwillinge für die Ewigkeit. Ich will dir sagen Junge, ich bereue es kein einzigen Tag du gewesen zu sein.

Ein letztes Mal dein dich Liebendes Gewissen.
Review schreiben
 
 Schriftgröße  Schriftart  Ausrichtung  Zeilenabstand  Zeilenbreite  Kontrast