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Hass

Kurzbeschreibung
GeschichteDrama, Angst / P16 / Gen
Crixus Naevia
07.08.2013
07.08.2013
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589
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07.08.2013 589
 
Die Strahlen der frühen Morgensonne weckten ihn. Müde fuhr er sich mit der Hand durch sein inzwischen wieder halbwegs nachgewachsenes Haar, während sein Blick automatisch auf den Schlafplatz neben sich wanderte, nur um festzustellen, dass er leer war.
Er brauchte immer noch einen Moment um zu begreifen, wo er war.
In Gallien.
Sie hatten es geschafft.
Sie waren frei.
Nichts und niemand würde sich jemals wieder zwischen sie drängen können.
Er hob die Hand und legte sie sachte auf den leeren Platz neben sich und er konnte noch schwach die Wärme seiner Frau spüren, die dort vor gar nicht allzu langer Zeit gelegen haben musste.
Vor dem Haus hörte er übermütiges Lachen und mit einem kleinen Lächeln auf den Lippen erhob er sich und schlenderte zur Tür.
Naevia hielt die kleine Kiana auf dem Arm, während ihr Sohn mit einem Holzschwert herumfuchtelte und erzählte, er wolle ein so großer Krieger wie sein Vater werden. Crixus spürte, wie das Lächeln auf seinem Gesicht sich vertiefte.
So sollte es sein.
In diesem Moment drehte Naevia zu sich um und Crixus hatte das Gefühl, als würde alles in ihm erstarren.
Ihr Kleid war blutbesudelt und auf ihrem Gesicht stand der blanke Horror.
Seine Tochter, die sie noch immer fest in ihren Armen hielt, gab keinen laut von sich und löste sich langsam zu Asche auf.
Und Crixus rannte. Er rannte auf seine Familie zu, fühlte wie das Blut durch seine Ohren rauschte und wie sein Herz schmerzhaft gegen seine Brust schlug.
Naevia.
Die Kinder.
Er hörte das leise Lachen seines ehemaligen Dominus und sah, wie dieser plötzlich hinter seinem Sohn auftauchte und dem Jungen die Kehle durchschnitt.
Blut tropfte auf den Sand unter seinen Füßen und an dem Platz, auf dem eben noch Naevia mit Kiana gestanden hatte war eine dunkle Blutlaache zu sehen.
Batiatus lachte und Crixus wollte sich auf ihn stürzen, ihm die Augen rausreißen, ihn in kleine Stücke zerhaken und nicht einmal das würde reichen.
Der Schmerz und der Hass brannten wie Feuer in ihm, töteten alles andere ab, was noch dort gewesen war, erschwerten ihm das Atmen...


Crixus schnappte nach Luft, als er aufwachte und griff sich unwillkürlich an die Kehle.
Nur ein Traum.
Es war nur ein Traum gewesen.
Naevia war nicht bei ihm.
Sie waren nie geflohen und hatten Gallien nie erreicht.
Und sie hatte ihm keine Kinder geschenkt.
Dieser Bastard Batiatus und seine Hure, die er Ehefrau nannte, hatten sie ihm genommen.
Sie hatten sie ihm genommen und sie unter ihren Freunden herumgereicht als wäre sie ein verdammte Trophäe.
Und jetzt war sie tot.
Diese süßen, unschuldigen Gesichter aus seinem Traum würden niemals existieren.
Der Gladiator bewegte sich nicht, er starrte einfach nur die Decke an, während der Hass sich wieder ein bisschen tiefer in sein Herz fraß.
Sein Körper stand von innen heraus in Flammen und er tat nichts, um das Feuer zu löschen.
Mehr noch, er nährte es mit Erinnerungen an Naevia und daran, wie sie von seiner Seite gerissen worden war.
Er nährte das Feuer, denn es war das einzige, was ihn dazu brachte Tag für Tag aufzustehen und weiterzukämpfen, so lange, bis sie gerächt sein und ihn nichts mehr auf dieser Welt halten würde.
Er atmete, aß, er lebte seinen Hass.
Er würde es sich nicht noch einmal gestatten, so zusammenzubrechen.
Er würde, er musste Crixus, der unbesiegte Gallier sein.
Nur noch dieses eine mal.
Für sie.
Und dann, wenn Naevia gerächt war, konnte er ihr folgen.
Denn abgesehen von dem Hass war sowieso nichts mehr von ihm übrig.
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