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What We've Lost

von Rillia
GeschichteSchmerz/Trost, Liebesgeschichte / P16 Slash
Hotsuma Renjou Shusei Usui
05.08.2013
05.08.2013
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What We’ve Lost


Der Abend war noch früh, die Dämmerung hatte gerade erst eingesetzt. Nun da die Sonne verschwand war es angenehm kühl geworden. Die Mittagshitze war unerträglich gewesen und hatte ihr stark zugesetzt. Ihre Beine und Füße waren ohnehin bereits geschwollen und der Rücken schmerzte sehr unter seiner Last, doch in der Hitze war es noch unerträglicher gewesen. Lächelnd sah sie auf ihren runden Bauch hinab, streichelte sanft mit den Händen über die Wölbung.

Ein heftiger Tritt in ihre Blase ließ sie stöhnen. Sie mochte ihre Schwangerschaft, freute sich die Bewegungen ihres Kindes zu spüren und zu fühlen wie es wuchs und gedieh. Nichts desto trotz wurde es langsam Zeit für dieses Kind auf die Welt zu kommen.  Einerseits sehnte Shusei die Geburt des Kindes herbei, lange würde ihr Körper dieser Belastung wirklich nicht mehr standhalten können, zudem war es wahrlich unpraktisch ständig zur Toilette zu müssen und nachts nicht richtig schlafen zu können, andererseits war das Kind sicher und geschützt. Durch ihren eigenen Körper versorgt, sicher vor all den Gefahren die draußen in dieser weiten Welt lauerten. Gefahren, denen es als Kind eines Zweilt-Paares und vermutlich selbst Guardian würde trotzen müssen.  

Ihr Blick schweifte über den Garten. Bunte, stilvoll angelegte Blumenbeete, eine weite grüne Rasenfläche, alles umringt und beschützt durch eine hohe alte Steinmauer, bewachsen mit Efeu und wohlduftenden Kletterpflanzen. Ein kleines Stück Paradies auf dieser Erde. Wie lange sie für dieses Paradies hatten kämpfen müssen. Nicht nur in diesem, auch in vielen vorrangegangen Leben. Manches Mal hatten die Menschen, welche als ihre Eltern fungierten, andere Pläne für einen von ihnen gehabt. Oftmals war einer zu früh gestorben, in einem Leben sogar bevor sie einander hatten treffen können. Und nun endlich, endlich war es ihnen vergönnt gewesen zu heiraten, ein Haus zu kaufen, ein eigenes Leben zu beginnen. Sicherlich würde dieses Paradies nicht ewig bestehen- sie waren Zweilts, sie würden eines Tages kämpfen müssen, vielleicht bereits morgen, vielleicht erst in einem Jahr. Aber nun für den Augenblick schien alles gut zu werden.

Diese Schwangerschaft war problemlos verlaufen, hatte allen wieder Hoffnung gegeben. Nachdem sie gedacht hatten, sie würden niemals wieder ein Kind bekommen. Ihre goldenen Augen wurden feucht als ihr Blick die drei kleinen Hügel in einer schattigen Ecke des Gartens streifte. Es war so viel schief gegangen. Vor mehr als fünf Jahren war sie zum ersten Mal schwanger gewesen. Die Erinnerung wirkte so lebendig, so frisch, als wäre es erst gestern gewesen. Hotsuma hatte Tränen in den Augen gehabt, als er es erfahren hatte. Takashiro war extra zu ihnen gereist um die freudige Nachricht aus erstem Munde zu erfahren. Alle hatten sich für das junge Paar gefreut und eine neue Hoffnung war in den kleinen Reihen der Guardians entflammt. Es würde zwar viele Jahre dauern bis, dass Kind alt genug sein würde um zu kämpfen aber dennoch war es ein Lichtblick gewesen. Sowohl die Schwangerschaft als auch die Geburt waren problemlos verlaufen. Das kleine Mädchen war wie ein Engel gewesen. Ein strahlender Engel, voller Hoffnung, Mut und Neugier. Jeder hatte sie geliebt und genau wie ihr Vater hatte sie die Menschen geliebt.

Es hatte keinerlei Anzeichen gegeben, keinerlei Vorwahnung. Eines Morgens hatten sie Chidori in ihrem Bettchen gefunden, kalt und leblos wie eine Puppe. Sie war gerade einmal  10 Monate alt gewesen.  Plötzlicher Kindstod lautete die Diagnose des Arztes, es hätte ihr an nichts gefehlt, es gäbe keinen Grund warum das Paar nicht weitere Kinder bekommen sollte.

Hotsuma hatte es geschafft seine Trauer zu tragen, sich der Besucher angenommen und versucht weiter zu leben. Shusei hatte sich in Chidoris ehemaligem Zimmer eingeschlossen und weder etwas gegessen noch getrunken. Sie hatte einfach neben der verwaisten Krippe am Boden gelegen- zu traurig und verletzt um zu schreien oder zu weinen.  Nur Hotsuma war es möglich gewesen sie abends dort fort und in ihr Bett zu holen.  

Über ein Jahr später hatte sie festgestellt, dass sie erneut ein Kind unter ihrem Herzen trug. Sie hatte lange gewartet jemandem davon zu berichten- selbst Hotsuma nicht, aus Angst das Kind könnte verschwinden. Und erst als es nicht mehr zu verstecken gewesen war hatten sie es allen mitgeteilt. Abermals waren sie unendlich glücklich gewesen, sie hatte oft an Chidoris Grab gesessen und ihr erzählt, dass sie ein Geschwisterchen bekommen würde.

Die Schwangerschaft war anstrengender gewesen, die Übelkeit hatte lange angedauert und oftmals hatte sie tagelang das Bett gehütet. Doch schließlich hatte das Kind angefangen sie zu treten und ihr seinen Lebenswillen demonstriert. Es war stark gewesen. Sie hatten die Abende am Kamin verbracht und Hotsuma hatte ihrem Kind Geschichten erzählt oder einfach nur über ihren Bauch gestreichelt. Niemals würde sie vergessen wie strahlend er gelacht hatte, wenn er die Tritte gespürt hatte.

Doch abermals hatte ihr Glück einen Dämpfer erhalten. Es war Sommer geworden und der Tag ihrer Niederkunft war näher gerückt. Das Kind war ruhiger geworden, hatte sich kaum noch bewegt. Sie hatte angenommen es läge an der großen Hitze und daran, dass es wie der Arzt ihr erklärt hatte, seine Position für die Geburt angenommen hatte. Und schließlich hatten die Wehen eingesetzt. Die Geburt war lang und ermattend gewesen, am Ende hatte ihr eigenes Leben auf Messers Schneide gestanden. Mehr als 30 Stunden hatte es gedauert bis ihr Sohn geboren worden war. Tod. Vermutlich war er bereits Tage zuvor gestorben. Woran, war nicht festzustellen. Ihre Tränen waren nicht zu stoppen gewesen als man ihr, müde und entkräftet nach der Geburt, das leblose Bündel in die Arme gelegt hatte. Hotsuma war zur Tür herein gestürmt, voller Vorfreude auf sein Kind. Als er ihre Tränen gesehen hatte, war er zu Boden gesunken, schluchzend, unfähig einen weiteren Schritt zu gehen. Das Schicksal hasste sie. Alles was sie hatten tun können, war ihrem Sohn einen Namen zu geben und ihn neben seiner Schwester zu begraben. Die Krippe, welche seit dem Unglück von Chidori neben ihrem Bett auf ein weiteres Kind gewartet hatte, wurde im hintersten Winkel des Hauses verstaut.

Takashiro war angereist und hatte das Schlimmste verhindert, sie zum Weitergehen gezwungen und damit vermutlich nicht nur ihre Ehe sondern auch ihr Leben gerettet.  Er hatte seine Entscheidungen verkündet. Im Falle einer weiteren Schwangerschaft würde Yuki zu ihnen ziehen, bereit alles zu tun um sie und das Kind am Leben zu halten.

Doch dazu war es nicht gekommen. Dieses Mal hatte es nicht lange gedauert bis Shusei erneut schwanger geworden war. Doch ihr Körper war nach der letzten Schwangerschaft und der Geburt noch zu schwach gewesen. Eines Morgens war sie ohnmächtig und kalt in der Eingangshalle zusammen gebrochen und ihr Blut hatte den weißen Marmorboden rot gefärbt. Es war zu früh gewesen, niemand außer ihnen und dem Arzt hatte von dem Kind gewusst. Das Kind selbst war noch nicht mehr als Zellen und Fleisch gewesen, es war nicht einmal möglich gewesen das Geschlecht zu bestimmen. So hatten ihm den Namen Ai gegeben und es neben Chidori und Riku begraben.

Niemand hatte mit einer weiteren Schwangerschaft gerechnet, am wenigsten Shusei selbst. Sie hatte den Zeichen zuerst keine Beachtung geschenkt, als das Blut jedoch zum dritten Mal nicht kommen wollte den Gedanken ernsthaft wieder in Betracht gezogen.

Und nun sollte nichts mehr schief gehen. Es schien als würde nun doch alles gut werden. Die Schwangerschaft war bisher gut verlaufen, der Arzt kam wöchentlich vorbei und in wenigen Tagen würden Takahiro und Yuki eintreffen.  Sie lächelte und blickte noch einmal zu den kleinen Hügeln. Dann erhob sie sich vorsichtig, musste sich dabei an dem dicken Baumstamm, an welchem sie gelehnt hatte, abstützen.  Zwar würde das Kind erst in einigen Wochen zur Welt kommen, dennoch fiel ihr jede Bewegung schwer und sie war müde. Grob wischte sie einige Grashalme und Blätter von ihrem zartrosafarbenen Kleid, und schlüpfte das Paar Schuhe, welches neben ihr stand. Dann ging sie langsam hinüber zum Haus.

Sie hatte nicht einmal die Hälfte des Weges zurück gelegt als ein stechender Schmerz ihre Wirbelsäule hinauf schoss. Glücklicherweise konnte sie sich rechtzeitig an dem Metallgestänge eines Rosenbogens festhalten, sonst wäre sie vermutlich gefallen. Das durfte nicht sein! Es war zu früh viel zu früh. Tief durchatmend richtete sie sich auf. Vielleicht würde es wieder aufhören wenn sie sich ausruhte? Tief in ihrem Inneren war ihr bewusst, dass es nicht so sein würde. Erneut jagte der Schmerz durch ihren Körper, lies ihr die Sicht vor den Augen verschwimmen. Wimmernd sank sie auf die Knie. Panik machte sich in ihr breit. Es war zu früh! Yuki war noch nicht hier. Es hätte noch Zeit sein sollen. Mühsam sammelte Shusei ihre Kräfte und schrie erstickt von einer weiteren Welle des Schmerzes: „HOTSUMA!“

Völlig gefangen von dem Schmerz, bemerkte sie nicht wie ihr Mann aus dem Haus gestürzt kam, einen Dienstboten losschickte um den Arzt und vorallem um Yuki zu verständigen. Nur am Rande ihres Bewusstseins bekam sie mit wie ein starkes paar Arme sich von hinten um sie schlangen, sie hoch hoben und hinüber zum Haus trugen. Erschöpft sank ihr Kopf in seine Halsbeuge. Das dunkle Haar klebte bereits schweißgetränkt auf ihrer Stirn. Hotsuma musste keine Fragen stellen. Im war bewusst, dass es los ging. Sorge zeichnete sich auf seinem Gesicht ab. Das Kind kam zu früh, es hätte erst in einigen Wochen kommen sollen. Wenn wenigstens Yuki bereits hier gewesen wäre. Aber sie hatte alle gedacht es wäre noch genügend Zeit. Wie falsch sie doch gelegen hatten. „Diesmal bleibe ich bei dir. Ich lass dich nicht allein. Das verspreche ich.“, raunte er leise in ihr Ohr. Er war sich nicht sicher ob sie ihn hören geschweige denn verstehen würde. Wie zur Antwort krallten sich ihre Hände in sein helles Hemd. Er drückte sie fester an sich. Es war ihm egal was dieser Schnösel von Arzt sagen würde. Dieses Mal würde er nicht brav vor der Tür sitzen und darauf warten, dass man ihn gnädiger weise zu seiner Frau ließ. Stundenlang dort sitzen, nichts als ihre Schreie hören und ihr nicht beistehen können… Zwei Mal hatte er sich dieser Regel gebeugt, zwei Mal war genug. Er liebte Shusei, liebte sie seit so vielen Jahren, seit so vielen Leben. Es war ihm nun endlich vergönnt sie sein zu nennen. Er würde sie nicht mehr allein lassen, nie wieder. Sie brauchte ihn, so wie er sie brauchte.

Es kam ihm vor als wären Stunden vergangen bis der Arzt endlich eintraf. Zwar versuchte dieser den jungen Mann hinauszuwerfen, konnte sich jedoch nicht gegen die sture Entschlossenheit durchsetzen. Die missbilligenden Blicke, mit welchen ihn der Arzt bedachte, bemerkte Hotsuma nicht einmal. Seine gesamte Aufmerksamkeit galt Shusei und den kommenden Stunden.
Noch nie in seinen Leben hatte sich Hotsuma derart hilflos gefühlt. Seine Geliebte litt Höllenqualen, schrie und weinte und er saß daneben. Er konnte ihr nicht helfen, nicht ihre Schmerzen auf sich nehmen. Er konnte nur ihre Hand halten und ihr mit einem feuchten Lappen die schweißnasse Stirn tupfen. Mit jeder Stunde wuchs sein Respekt für Shusei. Seine Frau war so stark und so tapfer. Die Stunden zogen sich schleppend dahin, jede Minute glich der vorherigen, alles wurde zu einem dumpfen Strudel der Gefühle. Ein Schrei durchbrach die Stille und holte ihn zurück in die Realität. Ihre Blicke trafen sich für einen kurzen Moment. Ein zartes Lächeln umspielte die geschwollenen Lippen Shuseis. Aufmunternd nickte sie ihrem Mann zu. Dieser lächelte zurück, beugte sich vor und gab ihr einen kurzen Kuss auf die Stirn bevor er ihre helle Hand losließ und zu dem Arzt und dem Hausmädchen herüber ging.

Sanft legte das Mädchen ihm das Bündel mit dem Kind in die Arme und lächelte ihn traurig zu, dann wandte sie sich ab um neues Wasser zu holen. Vorsichtig begann er das Kind hin und her zu wiegen. Es sah ihn aus großen goldenen Augen an. Die Haarfarbe hatte es eindeutig von seiner Mutter geerbt. Insgesamt sah der kleine Fratz Shusei unglaublich ähnlich. Ein kurzes Räuspern erinnerte ihn an die Anwesenheit des Arztes. „Sie ist sehr schwach. Vermutlich wird sie die Nacht nicht überstehen. Es tut mir leid.“ Es dauerte seine Zeit bis die Bedeutung dieser Worte Hotsuma erreicht hatten. Er sah hinab auf das kleine Gesicht in seinen Armen. Dann drehte er sich um und ließ sich neben seiner Frau aufs Bett sinken.

Obwohl Shusei unendlich erschöpft war, weigerte sie sich vehement auch nur ein Auge zu zumachen. Im Stillen war Hotsuma ihr dankbar dafür. Wortlos wachten sie gemeinsam über ihre Tochter, in ihren Armen. Hielten sie, liebkosten sie und sahen sie einfach nur an, bis sie am frühen Morgen ihren letzten Atemzug tat und aus ihrem Leben endschwand. Ihre erste Nacht war zugleich ihre Letze gewesen.

Wenige Stunden später waren Takahiro und Yuki eingetroffen, beide verschwitzt und abgehetzt ebenso wie die Pferde, auf denen sie geritten kamen. Alles was sie zu ihrer Begrüßung vorfanden war Hotsuma ,der vor dem Haus eine dunkle geschnitzte Holzkrippe verbrannte. Die Flammen züngelten unruhig, der schwarze Rauch stieg hoch empor in den strahlend blauen Himmel.
Das Schicksal hasste sie.

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Weinend erwachte er. Mondstrahlen fielen durch die Fenster und erhellten den Raum. Tränen flossen wie Sturzbäche seine Wangen herab. Der Schmerz tobte durch seinen Körper. Völlig verloren rollte er sich in dem großen Bett zusammen und schluchzte leise. Vorsichtig wurde die Tür geöffnet und eine Gestalt schlüpfte leise wie ein Geist herein. Mit wenigen Schritten durchquerte er den Raum und ließ sich auf das Bett sinken. Vorsichtig schlang er die Arme um den Weinenden und zog ihn an sich. Shusei krallte die Finger tief in sein Hemd und schluchzte hemmungslos an seine Brust. Seine Tränen wurden von dem seidigen Stoff des Pyjamas aufgesaugt. Er musste keine Fragen stellen, schließlich wusste er genau was in dem Anderen vorging. Und so sagte Hotsuma kein Wort. Es gab keine Worte um den Schmerz, den sie teilten, zu beschreiben. Nichts auf dieser Welt konnte das lindern. Nicht einmal Yuki war dazu imstande. Alles was sie tun konnten war einander festzuhalten und den Schmerz zu teilen. Heiße brennende Tränen liefen seine Wangen herab und tropften auf Shuseis Haar. Es war genau wie in dieser Nacht, vor so langer Zeit.

Sie hatten einander gehalten und gemeinsam geweint. Zwischen Schluchzern hatte Shusei mühevoll heraus gebracht: „Ich will das nicht mehr Hotsuma. Ich kann das nicht mehr.“ Und er hatte Shusei zustimmend auf die Lippen geküsst, und irgendwann waren sie vor Erschöpfung eingeschlafen. Und im nächsten Leben war Shusei als Mann wiedergeboren worden.

Dieses Leben war so verdammt lang her, dennoch fühlten sich die Erinnerungen so frisch an. Auch jetzt noch schmerzte der Verlust, den sie erlitten hatten. Auch in diesem neuen Leben wurden sie verfolgt von dem was sie verloren hatten. Hotsuma hatte gedacht es würde nun alles wieder gut werden, sie würden in diesem neuen Leben wieder neu beginnen können und vielleicht nun endlich, endlich glücklich werden. Abermals hatte das Schicksal sich dazwischen gedrängt, die Narben auf Shuseis Körper erinnerten ihn schmerzlich daran. Auch das hatten sie überwunden, nun hätte es bergauf gehen können. Und für kurze Zeit hatte es auch ausgesehen als würde alles besser werden, nicht zuletzt durch Yuki, ausgerechnet durch Yuki. Doch es hatte nicht sein sollen.

Hotsuma hatte es geahnt. Das Gespräch am Abend hatte Shusei aufgewühlt und lange verdrängten Schmerz wieder erweckt. Er hatte leichtsinnig gehandelt und nun musste Shusei dafür bezahlen. Er hätte sich gerne entschuldigt wusste jedoch, der Andere würde es mit einer Handbewegung abtun und darauf beharren, dass nichts gewesen sei. Aber es war eben doch etwas. Also hatte er sich seinen Pyjama angezogen und so getan als würde er zu Bett gehen. Sobald Shusei seinerseits in seinem Zimmer verschwunden war, war er in ihr Wohnzimmer zurückgekehrt und hatte sich auf das Sofa gesetzt um zu warten. Es war mehr ein Gefühl als eine Ahnung gewesen, das ihn dort verharren ließ. Und schließlich hatte er das Schluchzen gehört und war zu seinem Partner gegangen. Um ihn zu halten, ihn zu trösten.
Und nun saß er hier, mit Shusei in seinen Armen und sie weinten gemeinsam. Teilten ihren Schmerz, den niemand außer ihnen wirklich verstehen konnte.

Irgendwann war Shusei vom Schlaf übermannt worden, doch Hotsuma lag weiterhin wach. Sanft strich er dem Schlafenden in seinen Armen eine Haarsträhne hinters Ohr, bevor er die Decke über sie beide zog. Sein Blick fiel aus dem Fenster. Hoch oben auf einer Zinne des Anwesens hob sich klar gegen das Mondlicht eine dunkle Gestalt ab. Ein weiteres Herz, welches dieser Krieg gebrochen hatte, aber im Gegensatz zu ihm niemand mehr hatte um seinen Schmerz zu teilen.





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Danke an alle die bis hier gelesen haben!
Ich würde mich über ein kurzes Review freuen.
Kekse und Kuchen für alle!

Dieses Lied hat mich während dem Schreiben begleitet:

http://www.youtube.com/watch?v=J69EA9cjvxE

Wer gern etwas mehr zu der Geschichte wissen möchte:

http://icelandfay.tumblr.com/post/57446964804/statement-zu-what-weve-lost

Danke für eure Aufmerksamkeit!
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