Drakensang Am Fluss der Zeit  -  Die Streunerin

GeschichteRomanze, Fantasy / P16
05.08.2013
26.02.2019
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Soo meine Lieben, bevor es losgeht, erstmal eine Erklärung, was das hier soll.

Ich habe diese Fanfiktion schon ewig angefangen auf Fanfiktion.de stehen gehabt und seit Jahren nicht angerührt, doch da ich momentan bei der Mittelerde-FF nicht weiterkomme und mich mal mit etwas Anderem beschäftigen muss. habe ich sie wieder aufgenommen. Ihr braucht euch keine Sorgen machen, dass es bei Five Friends On Journey Through Middle Earth nicht mehr weitergeht. Das tut es auf jeden Fall! Aber damit meine Finger wieder etwas zu tun haben und ich nicht mehr so ein Kopfzerbrechen habe starte ich dieses kleine Mini-Projekt nebenbei.

Nun zur Story: Manch einer von euch kennt bestimmt das PC-Spiel Drakensang. Es ist ein schon etwas älteres Rollenspiel und mit unter Schuld daran, dass ich in das Fantasy-Genre so vernarrt bin. Für diejenigen, die es nicht kennen: In dem Spiel geht es so ähnlich zu, wie im Herr der Ringe Universum. Elfen, Zwerge, Magier, usw.. Das Spiel habe ich schon immer gemocht, aber mir hat immer dieser gewisse Feinschliff gefehlt. Also mehr Gefühle, private Gespräche, stärkeres Eingehen auf die Charaktere usw. Also stellt euch die Gemeinschaft des Ringes einfach mal ohne Gefühle und Gespräche vor, so ungefähr fühle ich mich dabei.

Mein Zielt mit dieser Fanfiktion ist es, die Geschichte, die in diesem Spiel erzählt wird, so aufzuschreiben wie ich sie gerne erlebt hätte. Für die die das Spiel kennen, wird das ein oder andere vertraut sein wie bei meinen anderen Storys auch, aber es werden auch genug neue Szenen und Entwicklungen vorkommen (Hoffe ich zumindest). Ich weiß nicht, ob es für diejenigen von euch, die das Spiel nicht kennen, lesbar ist, aber ich werde versuchen es relativ verständlich zu schreiben, so dass es auch ein Nicht-Kenner lesen kann. Sollte dennoch etwas unklar sein, könnt ihr mich gerne einfach fragen, falls ihr euch überhaupt mit dieser Geschichte beschäftigen wollt.

Für diejenigen, deren Interesse geweckt ist: Die Geschichte spielt in der fiktiven Welt namens Aventurien, welche sich nicht groß von irgendwelchen anderen Fantasy Welten (Wie Mittelerde aus HdR, Temerien aus Witcher, Tamriel aus Skyrim, Ferelden aus Dragon Age, etc.) unterscheidet. Es gibt wie bereits erwähnt Zwerge, die sich hauptsächlich mit dem Schmiedehandwerk beschäftigen und gerne in großen Höhlen leben, auch wenn es viele Ausnahmen gibt. Die Elfen sind hier sanfte, oft weldfremde Wesen, die meist in den Wäldern unter sich leben. Menschen leben wie immer in ihren Städten und haben den meisten Einfluss. Es herrscht noch eine mittelalterliche Ständegesellschaft, also Adel, Könige, Bauern, etc. Gekämpft wird hier auch mit dem Üblichem also Bogen, Schwert, Axt, usw..

Magier sind hier gleichgestellt und werden nicht unterdrückt (Wie in Dragon Age oder Witcher), wobei es entweder menschliche oder elfische Magier gibt, welche jeweils unterschiedliche Zauber beherrschen.

Wenn ihr die Kurzbeschreibung gelesen habt, ist euch bestimmt auch aufgefallen, dass diese Welt eigene Gottheiten hat. Ich werde in meiner Geschichte nicht auf sehr viele eingehen (zum Teil war ich da selbst nicht so ganz durchblicke), aber so ähnlich wie die griechischen Götter, sind den Göttern Aventuriens bestimmte Eigenschaftzen zugeordnet. Phex ist zum Beispiel der Gott der Diebe und Händler. Er gilt als der Listige. Es gibt insgesamt zwölf Götter und jeder von ihnen hat bestimmte Anhänger.

Sooo... falls ihr bis hierher durchgehalten habt, Respekt! Ich wäre wahrscheinlich schon wieder weg gewesen. Ich beende jetzt meine etwas länger gewordene Einleitung und hoffe, dass euch die ersten Kapitel dieses Mini-Projektes gefallen. Ich merke nur noch an dass die ersten drei Kaps von ihrer Qualität her wahrscheinlich nicht so gut sind, da ich diese vor über vier Jahren geschrieben habe. Man merkt es etwas.

Trotzdem viel Spaß!
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Gelangweilt blickte ich den Fluss entlang. Wir waren nun schon tagelang unterwegs und es war immer noch kein Ende in Sicht. Ich hätte mich nach einem besserem Schiff umsehen müssen. Die 'Stern von Ferdok' war nicht gerade Luxus und ich hatte mich nur für sie entschieden, weil Kapitän Albass eingewilligt hatte, mich kostenlos mitzunehmen, wenn ich ihm dafür meine Hilfe versprach. Natürlich hätte ich bezahlen können. An Geld mangelte es mir nicht, ich hatte genug aus Havena mitgenommen. Meine Eltern hatten es wahrscheinlich nicht mal bemerkt.
Doch ich war sehr geizig und versuchte fast immer mit Wortgewandheit eine Bezahlung zu umgehen, was mir mein gutes Aussehen auch noch erleichterte.
Wahrscheinlich würde man mich nun als arrogant oder hochnäsig bezeichnen, doch es war wahr. Nahezu jeder Mann, der mich erblickte war von mir gefesselt, was ich immer gut zu meinem Vorteil nutzen konnte. Trotzdem hatte ich noch nie jemanden an mich heran gelassen. Ich war schließlich kein Straßenmädchen, wie sie am Ferdoker Hafen herumstanden und ihren Körper verkauften.
Ich hatte also den Kapitän betört und dieser hatte nun auch noch vergessen unsere Abmachung einzufordern. Glück für mich.
Dennoch war es nicht sehr aufregend Tag und Nacht auf diesem Schiff zu verweilen und Wolken oder Sterne zu zählen.
Die Besatzung des Schiffes bestand auch nur aus vier Mitgliedern. Zum einen wäre da der Kapitän, dann noch ein alter Kauz namens Piet und zwei Kinder mit den Namen Janah und Hein. Wobei Janah schon etwas herangewachsener war.
Außer mir und der Crew fuhren noch drei 'Handelsreisende', wie sie sich nannten, mit uns. Diese Leute zu beobachten, war das einzige was den Aufenthalt hier erträglich machte. Denn jeder Blinde konnte sehen, dass sie etwas verbargen. Was aber wohl hauptsächlich an dem Zwerg lag, der ständig aufbrauste und dann von dem großen Blonden und dem süßen Dunkelhaarigen beruhigt werden musste.
Alle drei standen ständig abseits von den Anderen und diskutierten vor sich hin. Der einzige von ihnen der dabei immer wachsam war, war der Dunkelhaarige. Dieser schaute sich während ihrer Besprechungen stets um, ob jemand lauschte und unsere Blicke hatten sich schon mehrfach gekreuzt, wobei sein Blick bei mir öfters tiefer gewandert war, was ich immer mit einem Grinsen quittiert hatte.
"Hier werden wir heute unser Nachtlager aufschlagen!", riss mich die Stimme des Kapitäns aus meinen Gedanken. Das Schiff hatte an einer kleinen Insel angelegt und die Passagiere verließen nun so langsam das Schiff.
Wir legten heute aber sehr früh an, die Sonne war noch nicht mal untergegangen.
Ich setzte mich auf und ging nun ebenfalls an Land.
"Kapitän, wenn ihr mir die Frage gestattet, warum legen wir schon so früh an?", fragte ich Albass, der den Schiffsjungen gerade Anweisungen gab.
"Es wird vielleicht ein Sturm aufziehen und Piet will nicht den Zorn des Flussvaters spüren." Ich verkniff mir ein Augenverdrehen. Piet war sehr abergläubisch, was mitunter ganz schön auf die Nerven schlagen konnte.
"Wann werden wir Nadoret erreichen?", fragte ich noch. Wie lange musste ich es noch auf diesem Schiff aushalten?
"Wenn alles gut geht, könnt ihr morgen zur Mittagszeit von Bord gehen." Phex sei Dank!
"Ich danke euch vielmals. Wenn ihr mich entschuldigen würdet." Damit wollte ich mich abwenden, doch Albass fiel offenbar noch was ein.
"Einen Moment noch! Ihr hattet mir vor unserer Reise, doch Euere Hilfe zugesagt, wenn ich euch den Preis erlasse. Zu euerem Glück hatte ich es vergessen, doch nun könntet ihr euch nützlich machen." Verdammt! Aber immer noch besser als bezahlen.
"Aber natürlich. Wie kann ich euch behilflich sein?", fragte ich und klimperte mit den Wimpern. Der Kapitän wurde kurz rot und schüttelte dann kurz den Kopf um die Fassung wiederzukriegen. Wie ich es liebte, Männer zu verwirren, auch wenn dieser nicht der Hübscheste war.
"I-Ihr könntet Piet beim Aufbau des Nachtlagers zur Hand gehen.", meinte Albass etwas stotternd. Ich nickte lächelnd und ging zu dem Matrosen hinüber, der gerade Janah eine Standpauke hielt.
"Das war deine Aufgabe, Janah! Wie sollen wir denn ohne ein Feuer schlafen?!", rief er aus.
"Entschuldigt, wenn ich euch unterbreche, doch euer Kapitän sagte, ich solle euch bei dem Nachtlager helfen.", sagte ich möglichst höflich. Ich mochte diesen Kerlen irgendwie nicht.
"Ah ja. Ihr kommt genau richtig. Ihr könnt mit Janah hier Zunderschwamm für das Lagerfeuer besorgen.", sagte der Alte und warf dem Mädchen einen tadelnden Blick zu.
"Oh, muss das sein?", jammerte sie.
"Keine Widerrede!", Piet trat etwas näher zu mir, "Passt mir ja auf die Kleine auf. Bringt sie heil wieder.", flüsterte er. Wow, der Alte war besorgt? Was sollte uns hier schon begegnen? Trolle oder was?
"Und jetzt macht euch auf. Los!" Damit ging ich mit Janah in den anliegenden Wald.
"Und jetzt erzähl mir, was er dir zugeflüstert hat!", meinte Janah neugierig.
"Ich soll dich nicht mit gruseligen Grimassen erschrecken! Wuargh!" Ich imitierte einen Drachen und Janah prustete los.
"Mit dir wird's wirklich nicht langweilig! Dann lass uns mal suchen gehen!", sagte sie. Ich hatte mich auf dem Schiff schon öfters mit ihr unterhalten, wenn auch nur kurz. Ich mochte sie. Sie erinnerte mich ein wenig an mich selbst, wo ich noch kleiner war und immer Abenteuer erleben wollte.
Doch das blieb leider immer nur Fantasie, stattdessen musste ich mich in enge Korsetts zwängen und ein Lächeln aufsetzen, obwohl ich innerlich kochte.
So hatte ich auch unfreiwillig gelernt mich zu verstellen.
"Da sieh nur! Den Zunderschwamm schnappe ich mir und dann können wir gleich zurück!", rief Janah plötzlich und rannte vor zu einem Zunderschwamm, der an einem Baumstumpf hing.
Janah riss ihn ab und verzog gleich das Gesicht.
"Och nö! Der is nass wie Koschtaler Kohlsuppe! Wenn alles hier von Efferds Segen erwischt wurde, dann finden wir nie trockenen Zunderschwamm.", jammerte sie. Da hatte sie recht. Vielleicht gab es hier irgendwo eine Höhle, wo es trocken geblieben war.
Mein Blick fiel auf eine große Turmruine, die neben uns stand. Perfekt.
"Dort drin ist es vielleicht trocken gebliebenen! Lass uns mal nachschauen.", meinte ich und zog Janah zur Tür.
"Ein Abenteuer! Wie aufregend!", rief Janah, als wir durch die Tür traten. Ich schmunzelte. Sie war wirklich noch sehr jung. Wir gingen eine steile Treppe hinab nach unten und ich stellte fest, dass ein riesiges Loch in der Wand war, welches offenbar in eine Höhle führte.
"Du? Ich bin mir, doch nicht mehr so sicher. Das ist eine Eingang in eine Höhle und in Piets Geschichten kommt immer nur einer wieder raus.", sagte Janah etwas verängstigt. Bei Phex! Der alte Kauz hatte sie ja schon mit seinem Aberglauben angesteckt!
"Keine Sorge! Ich bin schon aus ganz anderen Situationen wieder Heil herausgekommen! Uns wird nichts passieren!", beruhigte ich Janah grinsend. So eine Höhle war nichts gegen die gesamte Stadtwache die mich einmal durch Ferdok gejagt hatte. Zum Glück hatte ich eine Kapuze getragen.
"Wirklich? Okay... Ich will dir mal glauben. Geh du voran. Ich halte die den Rücken frei.", sagte Janah immer noch etwas unsicher. Ich trat durch das Loch und sah mich um. Hier gab es zwar Zunderschwamm, doch ich konnte sogar schon vom Weiten sehen, dass er durchnässt war. Ich ging etwas tiefer in die Höhle und bog um eine Ecke. Janah lief dicht hinter mir.
"Na? Ist doch gar kein Monster da, oder?", flüsterte sie.
Keine voreiligen Schlüsse ziehen. Die Höhle endete in einer Sackgasse, wo schon das Wasser des großen Flusses lag. Plötzlich hörte ich schrille Schreie und übergroße Fledermäuse flogen auf uns zu. Igitt.
"Iiieeehh! Fledermäuse! Hilf mir!", rief Janah aus und versteckte sich hinter mir. Das Mädchen hatte echt noch nichts von der Welt gesehen, wenn sie sich schon vor diesen kleinen Dingern fürchtete.
Ich zog meinen wunderschönen und sündhaft teueren Degen aus meinem Gürtel und stach die ersten Viecher nieder. Auch Janah hatte nun Mut gefasst und schlug mit einer Keule auf die Biester ein. Als alles erledigt war, sah sie mich schwer atmend an, während ich nicht im Mindesten aus der Puste geraten war.
"Puh. Gut, dass du da warst, weil... sonst hätte mir das doch nie jemand geglaubt.", murmelte sie. Also lügen konnte sie überhaupt nicht, so viel stand fest. Ich beließ jedoch dabei und sah mich weiter in der Höhle um ohne die toten Tiere weiter zu beachten. Die meisten hätten sie wahrscheinlich ausgeweidet oder gehäutet um Zutaten für die Alchemie zu gewinnen, doch mit meinem Geld konnte ich auch alles in der Stadt kaufen ohne mir die Finger schmutzig zu machen.
Ich entdeckte eine kleine Schale, die wie ein Nest aussah und griff danach.
"Hey! Das sieht mir aus wie ein Schrein des Flussvaters! Piet warnt mich jeden Tag ihn niemals zu erzürnen und das tun wir ganz sicher wenn wir das Ding leeren!", sagte Janah ängstlich. So langsam nervte mich dieses Piet hier Piet da. Aber damit sie Ruhe gab, hörte ich auf sie und wandte mich ab.
"Okay, dann sollten wir es dabei belassen.", sagte ich und ging zu einem kleinen Boot, das am Flussrand lag und vor sich hin moderte.
Darin entdeckte ich tatsächlich Zunderschwamm! Und zwar trockenen.
"Hey, schau mal!", rief ich Janah zu, welche sogleich herbei kam.
"Hast du was gefunden? Zeig mal! Ja, der ist trocken! Jetzt können wir endlich aus dieser Höhle verschwinden!", sagte sie und schnappte sich den Zunderschwamm.
"Ja, wir waren lange genug hier. Lass uns gehen.", sagte ich und wir gingen Richtung Tür. Nicht, dass sich der modrige Gestank hier noch in meinen Haaren festsetzte. Das wäre nicht sehr vorteilhaft!
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