Ein erstes Date

von baronesse
KurzgeschichteRomanze / P12
Ernie Macmillan Lavender Brown
02.08.2013
02.08.2013
1
1945
 
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Dies ist mein Beitrag zum Harry Potter - Außergewöhnliche Pairingswichteln von lionell. Mein Wichtelkind war sumpfwasserfeder und leider leider wollte der hauptsächliche Pairingswunsch Ron mit Neville (Sommerferien, St. Mungo's) nicht ganz und ist nur als Nebenpairing hier erwähnt.
Ich hoffe mit Ernie Macmillan & Lavender Brown bist du auch glücklich (: - die Schlagwörter waren Hogsmeade und Butterbier.
Viel Spaß beim Lesen!


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Kichernd schob Lavender das Butterbier auf dem Tisch nach hinten und spielte an einer ihrer braunen Haarsträhnen. Es war der letzte Ausflug nach Hogsmeade vor den Ferien. Eigentlich ging es auf die Prüfungen zu und sie sollten lernen, wie die Zwillingsschwester ihrer besten Freundin ihnen beiden mahnend erzählt hatte, doch Lavender konnte mit dem Eifer der Ravenclaw nur wenig anfangen. Lieber genoss sie noch mal einen Ausflug, vor allem bei diesem warmen, sommerlichen Wetter. Es wurde nicht oft so heiß in Schottland, nicht einmal im Sommer, und da Lavender es liebte kurze Röcke zu tragen und luftige Tops, mochte sie diese Tage sehr. Alibimäßig schleppte sie ihre Bücher mit nach draußen, doch als Ernie sie gefragt hatte, ob sie gemeinsam nach Hogsmeade gehen würden, hatte sie nicht gezögert zuzusagen. Die Sache mit Ron war immerhin schon seit einigen Wochen vorbei, und es wurde wirklich Zeit, dass sie weiterzog. Das hatte auch Professor Trelawney gesagt, etwas nebulöser, aber wenn es in einer Kristallkugel aufgetaucht war, dann musste es schließlich stimmen!

„Ich hoffe ich halte dich nicht vom Lernen ab. Verzeih meine Ungeduld, ich hätte bis nach den Ferien warten sollen.“
Manche sagten, Ernie rede ein wenig geschwollen daher, aber Lavender entlockte seine Rede nur ein Kichern und ein Kopfschütteln. Vorsichtig nippte sie an ihrem Butterbier.
„Vor allem war ich mir nicht sicher, was die angemessene Zeit wäre, dich zu fragen, aber versteh bitte, ich hatte ein wenig Angst… nun, dass du bereits anderweitig vergeben wärst, wenn ich solange warte.“ Ernie tat es ihr gleich und trank ebenfalls etwas von seinem Butterbier. Er hatte beide bezahlt, ganz Kavalier, und das hatte Lavender ausgesprochen gut gefallen. „Anderweitig vergeben?“, kicherte sie und hielt geziert die Hand vor den Mund. Bislang hatte sie nicht gedacht, dass sie so attraktiv war, dass gleich mehrere Jungen Interesse haben könnten mit ihr auszugehen. Das war der Nachteil, wenn die beste Freundin Parvati Patil war. Sie und ihre Zwillingsschwester Padma waren einfach die schönsten Mädchen in ihrem Jahrgang, wobei Lavender natürlich parteiisch war und Parvati stets versicherte, dass sie sogar noch einen Ticken besser aussah als ihre Zwillingsschwesster. Anscheinend half es wirklich mit jemandem berühmten auszugehen. Obwohl das nicht der Grund für die Beziehung mit Ron Weasley gewesen war, hatte es doch sicherlich eine Rolle gespielt, musste Lavender vor sich selbst zugeben.

Ernie nickte. Er war der einzige Junge, den Lavender noch nie hatte rot werden sehen, dabei war er ziemlich hell von der Haut, was gut zu seinen blonden Haaren passte. Sie selbst hatte leider nur langweilig braune Haare, doch rot werden konnte sie trotzdem ziemlich schnell. Zum Beispiel gerade, weil sie Ernies breite Schultern musterte. Er war viel männlicher als Ron, und das gefiel ihr gut.
„Ich bin nicht…“, sie kicherte wieder und musste sich erst mal beruhigen, bevor sie weitersprechen konnte. Deshalb nahm sie schnell einen Schluck Butterbier um ihre Stimme in den Griff zu bekommen. „Ich meine, ich werde nicht so häufig gefragt, das meine ich.“ Prompt wurde sie noch röter.

Sie hatte schon häufig mit Parvati überlegt, woran das liegen konnte. Ihre Freundin hatte ähnliche Probleme, was Lavender sich überhaupt nicht erklären konnte. Vielleicht sah sie einfach zu gut aus, und die meisten trauten sich nicht sie zu fragen. Oder es war, weil seit der vierten Klasse jedem klar war, dass Parvati eigentlich auf Harry Potter scharf war, während ihr gemeinsames Abkommen unter der Decke besiegelt hatte, dass Lavender Ron Weasley kriegen würde. Aber das lag ja jetzt hinter ihnen.
Ernie schien ernsthaft überrascht über ihre Antwort. „Wirklich? Oh, das kann ich nicht verstehen. Und ich dachte, dass … nein, lassen wir das.“

Lavender hatte schon die Ohren gespitzt. Es hätte ihr sicher geschmeichelt von weiteren Jungen zu hören, die sie gern ausführen wollten, aber Ernie hatte genug Verstand keine Namen zu nennen. Er wollte sich schließlich seine eigenen Chancen nicht vermasseln.
„Also, reden wir nicht von anderen Dates“, tönte er. „So etwas macht man doch nicht.“
Richtig, Lavender nickte. So ganz konnte sie das Thema trotzdem nicht lassen.
„Ich glaub manchmal es ist wegen Ron. Also nicht, weil ich mit ihm zusammen war, sondern was … danach kam.“ Sie machte eine kleine Pause und stellte zu ihrem Bedauern fest, dass ihr Glas bereits leer war. Und hier in den Drei Besen war es so voll, dass es sicher eine Weile dauerte, bis die Bedienung zu ihrem Tisch kam. Warum waren sie nicht zu Madame Puddifoot’s gegangen? Weil sie die Erinnerungen nicht wollte, gestand sie sich ein. Hier war es laut, und es war weniger intim, aber für das erste Date angenehmer, als wieder einen Kerl zu verschrecken mit dem rosa, was in Madame Puddifoot’s Café nun einmal recht häufig vorkam.

„Ich habe davon gehört“, Ernie runzelte die Stirn und griff langsam nach seinem Glas. Er trank viel langsamer als Lavender, aber er war immer sehr bedächtig und ordentlich. Sogar an seiner Freizeitkleidung trug er das Vertrauensschülerabzeichen, doch Lavender störte es nicht. Sie fand es toll, dass er seine Aufgabe so ernst nahm – im Gegensatz zu anderen Vertrauensschülern. Gewissen Vertrauensschülern.
„Es ist also wahr?“, vergewisserte er sich dann und beugte sich etwas vor. „In Hufflepuff hören wir ja viel, aber ich möchte keine Gerüchte streuen und unterbinde derartiges Geschwätz, wenn ich es mitbekomme.“
Lavender schob sich vorsichtig ein Stück näher an den Tisch und neigte vertraulich den Kopf. „Ja. In Gryffindor ist es kein Geheimnis. Es heißt, sie haben sich in den Ferien im St. Mungo’s getroffen, und dort hat er anscheinend etwas entdeckt, was sie zusammengebracht hat.“ Sie war ein recht fröhliches Mädchen, aber gerade huschte ein Schatten über ihr Gesicht. „Er konnte es mir nicht mal selbst sagen. Ich bin in sie reingelaufen und so habe ich es erfahren.“

„Weasley und Longbottom“, Ernie lehnte sich in seinem Stuhl zurück und trank dann langsam, jeden Schluck auskostend, sein Butterbier aus. „Wer hätte das gedacht. Nicht sehr wie ein Gentleman, aber wer hat das auch schon von ihm geglaubt. Er ist ein wenig leichtsinnig, wenn du mich fragst.“ Dann stellte er sein Glas fast hastig weg. „Ich wollte nichts schlechtes über ihn sagen, wirklich nicht“, versicherte er. „Er ist ein sehr ordentlicher Vertrauensschüler und ein guter Freund und -“

„Er ist mein Ex“, Lavender zuckte mit den Schultern. „Du kannst ruhig was Schlechtes über ihn sagen. Ich meine, so was tut man doch, damit man etwas besser dasteht bei einem Date“, sie kicherte etwas und zog sich ebenfalls ein Stück zurück. Durch das Thema hatten sie sich völlig normal unterhalten, so wie sie es im Unterricht getan hätten, oder vor ein paar Monaten, wenn sie sich irgendwo durch Zufall begegneten. Das war ganz und gar nicht das, was sie sich für ein Date vorstellte.

Dann schon eher, wie ritterlich Ernie sich erhob und zwei weitere Butterbier von der Bar holte. Es war ziemlich voll hier, die Leute drängten sich, da es kühle Getränke gab, doch Ernie konnte mühelos durch die Menge. Man machte ihm Platz und nicht nur wegen des Abzeichens. Er strahlte Autorität aus und das bewunderte Lavender von ihrem Platz aus.
Dankbar nahm sie das Glas entgegen, als er zurückkehrte. Das ganze Reden hatte wirklich durstig gemacht. Butterbier war zwar nicht stark genug für einen Menschen um sich daran wirklich betrinken zu können, dennoch löste es ihre Zunge.

„Also… machen wir gleich noch einen Spaziergang durch das Dorf?“, fragte sie ihn, als er wieder saß. Sie wollte gern mit Ernie gesehen werden. Schaut her, es geht ein Junge mit mir aus und er hat mich noch nicht für einen anderen Jungen sitzen lassen, würde es sagen. Lavender war schleierhaft, was Ron sich dabei gedacht hatte. Anfangs hatte es sie wütend gemacht, mittlerweile war sie nur noch geknickt. Deshalb hatte sie sich besonders über Ernies Frage gefreut und wollte den Ausflug nun nicht ungenutzt verstreichen lassen.

Sie tranken ihr Butterbier in Ruhe und Ernie erzählte von seiner Familie. Wie Lavender selbst war er reinblütig, legte aber keinen besonderen Wert darauf, worüber sie froh war. In ihrer Familie war es egal, wen sie mit nach hause bringen würde, doch sie fand, dass man in manchen Dingen nur wenig Berührungspunkte mit den Muggelstämmigen hatte. Sie verstanden den Alltag eines Magiers nicht so wie ein Kind, was mit der Magie aufgewachsen war. Das beste Negativbeispiel war die Granger, die sich zwar alles ernsthaft anlas und dachte sie wüsste über alles Bescheid, aber nicht das geringste Gespür für einige essentielle magische Dinge entwickelt hatte. Welche Rolle Wahrsagen spielte, zum Beispiel.

Anschließend führte Ernie sie am Arm aus den Drei Besen heraus, und hakte sich danach bei ihr unter. Lavender hatte zwar auf Händchenhalten gehofft, das hier gefiel ihr aber auch. Es hatte mehr Stil. Überhaupt hatte Ernie sehr viel Stil. Er wirkte jetzt schon wie ein Mann von Welt, dabei war er nur wenig älter als sie.
„Isst du gern Süßes?“, fragte Ernie sie nun. Lavender bejahte. Am allerliebsten mochte sie Lebkuchen, die schnöde, langweilige Muggelvariante bei der nichts passierte, die aber sehr gut schmeckte.
Also gingen sie gemeinsam in den Honigtopf, und sie wurde ziemlich rot, als Ernie ihr ein Lebkuchenherz schenkte, und noch dazu einige fluffige rosa Bonbons, die gut zu ihrem Rock passten und einen rosa Atem machten, wenn man sie lange lutschte. Fasziniert schaute sie zu, wie der Hufflepuff eines probierte und dann eine rosa Wolke in die Sommerluft ausstieß.

„Jetzt du“, grinste er, aber Lavender war abgelenkt. Etwas kichernd beugte sie sich vor, und atmete die rosa Luft ein. Sie roch nach nichts, und sie schmeckte nach nichts. Sie war Ernie nun ganz nah und zögerte nicht, als sie ihre Lippen auf seine presste.
Allerdings war dies hier ihr erstes Date. Rasch löste sie sich wieder und wartete in einiger Entfernung ab. Ernie starrte sie etwas perplex an.
„Danke“, erklärte sie dann. „Es war ein tolles Date. Vielleicht“, sie kicherte, „können wir das wiederholen?“

Jetzt hatte Ernie sich gefasst und griff nach ihrer Hand.
„Klar. Jederzeit! Also ich meine, selbstverständlich können wir nur nach Hogsmeade, wenn auch Ausflüge stattfinden und ähm es ist Prüfungszeit, aber -“, diesmal hatte er den Anstand, sich selbst in seiner Rede zu unterbrechen. Er kam näher, beugte sich zu ihr hinunter und wiederholte den flüchtigen Kuss. „Jederzeit“, antwortete er dann.
Und er ließ ihre Hand den ganzen Weg nach Hogwarts zurück nicht ein einziges Mal los.
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