Gefühlswirrwarr

GeschichteRomanze / P12 Slash
Felix Gaber Magnus von Hagen
29.07.2013
29.07.2013
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Es sprang mich an, als das Gewitter eben über mein Kaf hernieder ging und ich konnte nicht widerstehen :D
Ausnahmsweise tut sich keiner was an, es geht einfach nur um den inneren Zwiespalt, den die Liebe manchmal auslösen kann, wenn man Angst hat, sich zu blamieren :D

Und ja ich mag Slash :D Diesmal kein Songtext, ich hab einfach keinen gefunden, der mich dazu angesprochen hätte.

Das ganze ist aus Magnus´ Sicht erzählt, und wer der Angebetete ist dürfte sich im Laufe der Geschichte eigentlich von selbst erklären :D

Gehören tut mir nichts und Geld gibts auch nicht dafür :D

Und nun viel Spaß beim Lesen :D
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Starr blicke ich hinaus in den Regen, draußen grollt der Donner und ich wünschte du wärst hier. Zusammengerollt liege ich hier auf der Couch, fest in die Decke eingewickelt, die du auch so gern hast. Warte auf dich, denn du bist noch nicht zu Hause. Hier im Internat, dass zur Zeit unser zu Hause darzustellen versucht. Du weißt nicht mal, dass ich dir mehr Gefühl entgegen bringe, es mich innerlich zerreißt, zwischen dem Wunsch, es dir anzuvertrauen, und der Angst, damit unsere Freundschaft zu zerstören.

Wir sind schließlich beide Jungs. Gut du machst in letzter Zeit solche Andeutungen, in die man durchaus mehr interpretieren könnte. Doch egal was ich denke, die endlosen Monologe, die ich mit mir führe, sie enden alle mit einer Frage: Bin ich mir sicher, dass ich nicht einfach nur zu viel in dein Verhalten interpretiere, weil ich so gerne möchte, dass du in mir auch mehr siehst als einen guten Freund?

So gut wie heute morgen, als du mich in den Arm genommen hast, habe ich mich schon länger nicht mehr gefühlt. Doch ich bin schließlich auch böse erkältet, wer würde da seinen besten Freund nicht mal in den Arm nehmen um ihn zu trösten, weil er sich beschissen fühlt?
Und wieder drehen sich meine Gedanken im Kreis. Selbst Mara ist aufgefallen, dass da was nicht stimmt.

Entgegen meiner Art habe ich mich ihr anvertraut, immer damit rechnend, dass sie mich aus ihrem Zimmer wirft, sobald sie weiß, dass ich schwul bin. Aber wider erwarten hat sie einfach nur zugehört, sogar versucht mir zu helfen, indem sie schildert, was sie sieht. Laut ihr sind deine Gefühle ebenfalls da, wo meine sich befinden.

Und obwohl ich ihr vertraue, sicher bin, dass sie die Letzte wäre, die mir sowas sagt, nur um mich auflaufen zu lassen, habe ich Angst. Angst, es dir offen zu gestehen. Bin wie blockiert, wenn ich doch endlich denke, es dir sagen zu können und dann vor dir stehe.
Dein freundlich-fragender Blick, wenn du dich mir zuwendest. Und ich schaffe es einfach nicht mehr, dir zu sagen, was ich dir doch eigentlich am liebsten entgegen schreien würde, vor allem, wenn SIE dir wieder so nahe kommt, lachend an deinem Arm hängt.

Ich könnte sie dafür jedes mal aufs neue erwürgen! Alle denken ja, ich kann sie wegen ihrer Versnobtheit nicht leiden. Mal ehrlich, in dem Punkt bin ich doch manchmal echt alles andere als besser. Vor allem wenns um Geld und Macht geht, da steh ich ihr doch in nichts nach. Nein, der Grund ist, dass sie so an dir hängen, dir so nah sein kann, wie ich es gerne wäre. Deshalb hasse ich sie regelrecht, kriege schon die Krise, wenn ich sie nur deinen Namen rufen höre.

Ich bin so vertieft in meine Gedanken, dass der nächste laute Donnerschlag mich zusammenfahren lässt, mich halb zu Tode erschreckt. Senkrecht sitze ich nun auf der Couch, mein Herz rast, man hätte meinen können, eben sei irgendwo im Haus etwas zu Bruch gegangen. Nur langsam komme ich wieder zur Ruhe, mein Herz schlägt wieder langsamer und dann stehst du plötzlich vor mir, eine Taschenlampe in der Hand.

„Hier bist du, ich hab mir schon Sorgen gemacht. Gewitter sind schließlich nicht dein erklärtes Favoritenwetter, wenn du allein bist.“, lachst du mich an und ich muss schwer schlucken. Himmel, du hast ja keine Ahnung, was du in mir auslöst, wenn du mir solch ein Lächeln schenkst.
„Rosi wollte lüften, das war mir dann doch zu kalt in unserem Zimmer.“, erkläre ich unsicher. Eine lahme Ausrede eigentlich, Rosi hat das Fenster vor gut einer halben Stunde wieder geschlossen. Aber hier war die Chance größer, dass wir uns begegnen, schließlich bist du tagsüber nur noch selten in unserem Zimmer.

„Okay.“, ist alles was du dazu sagst, bevor du dich zu mir auf die Couch setzt. „Jedenfalls, wir haben durch das Wetter einen Stromausfall, wird wohl noch eine Weile dauern, bis hier alles wieder läuft.“, teilst du mir mit, während du einen Arm auf der Rückenlehne ablegst. Ich bekomme nur ein Nicken zustande, mein Herzschlag hat wieder beschleunigt und die Hitze kriecht durch meinen Körper. „Sicher, dass du okay bist? Du glühst ja förmlich.“, fragst du nun besorgt nach, legst mir die Hand auf die Stirn. Ja, ich glühe, aber nicht vor Fieber mein Bester. Nein daran bist nur du Schuld. Du und deine Nähe.

„Ja, geht schon.“, murmle ich unsicher, Gott sei Dank siehst du nicht, wie knallrot ich zur Zeit bin. Der nächste Donnerschlag lässt mich zusammenfahren, ich kann es nicht kontrollieren. Sofort legst du deinen Arm nun um mich, ziehst mich zu dir, du weißt nur zu genau, dass ich bei einem solch heftigen Gewitter Körperkontakt brauche, um nicht doch noch panisch zu werden.
Und ich nutze es aus, schmiege mein Gesicht in deine Halsbeuge, drücke mich ganz eng an dich. „Ist ja gut, es kann gar nichts passieren.“, sagst du sanft, fährst mir sanft durch die Haare.

Und ich? Ich genieße deine Nähe, deine Berührung, die Wärme die du ausstrahlst. Ich könnte ewig so hier liegen bleiben, in deine Arme gekuschelt. Und dann passiert das, was eigentlich nicht hätte passieren sollen, wie von selbst öffne ich den Mund und die Worte verlassen meinen Mund ehe ich mich zurück halten kann: „Ich liebe dich.“

Im nächsten Moment stockt deine Hand, hält im Streicheln inne und mir wird bewusst, was ich da grade gesagt habe. Unwillkürlich verkrampft sich alles in mir, verdammte Sch.... jetzt ist es raus. In der Erwartung, dass du dich sofort von mir zurückziehst, will ich mich abwenden, ich könnte heulen, so unvorsichtig gewesen zu sein.
Doch du lässt mich nicht, sanft aber bestimmt hältst du mich an deine Brust gedrückt, nimmst die Streicheleinheiten wieder auf.

„Hast du endlich den Mut gefunden, ja?“, fragst du schließlich, als ich mich langsam wieder entspanne, praktisch entspannen muss, so sanft, wie du mir nun den Rücken streichelst. Unsicher sehe ich zu dir hoch, was willst du mir denn jetzt bitte damit sagen?
Doch du lächelst nur sanft, kommst mit dem Gesicht näher an meines, bis deine Stirn an meiner liegt. Ich kann dir kaum in die Augen sehen, und doch nehmen sie mich gefangen, lassen mich nicht ausweichen.

„Ich hab so lange darauf gehofft, dass du endlich mit der Sprache raus rückst. Ich hab doch gesehen, dass da mehr ist. Ja schau nicht so, wenn es einem genauso geht, dann fallen einem selbst die sogenannten unbedeutenden Gesten auf.“, wieder lächelst du mich so zärtlich an.
Ein erleichtertes Lächeln umspielt meine Lippen, also hab ich nicht nur aus Wunschdenken gesehen, was ich gesehen habe.

Noch immer grinsend ziehst du dich ein Stückchen zurück, beobachtest mich kurz, dann legst du die Hand bestimmt in meinen Nacken, ziehst mich zu dir und endlich, nachdem ich so lange davon geträumt habe, küsst du mich.
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