Forever Natalie

GeschichteDrama, Mystery / P18
Detective Nick Knight Dr. Natalie Lambert Lacroix
28.07.2013
11.08.2013
16
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~ Forever Natalie ~

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Die Geschichte spielt unmittelbar nach der Folge „By my valentine“ (deutscher Titel; Bis der Tod euch scheidet“).

Nick hat Natalie davor bewahren können, von Lacroix ausgesaugt zu werden, indem er so tat, als ob sie ihm nichts bedeute Lacroix glaubte ihm und verschwand. Nick konnte Nat unbehelligt lassen und suggerierte ihr, dass sie sich an diesen Abend im ‚Azure‘ nicht erinnern würde.



Disclaimer: Die Personen aus „Nick Knight, der Vampircop“ gehören natürlich den Machern dieser Serie.

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1.




Natalie erwachte mit rasenden Kopfschmerzen und rieb sich instinktiv mit einer Hand über die Stirn. Sie schaute auf den Wecker, der ihr anzeigte, dass es bereits 15.00 Uhr nachmittags war.

Himmel, wie hatte sie so lange schlafen können?

Zwar fing ihre Schicht erst um 22.00 Uhr an, aber dennoch war es nicht ihre Art, so lange zu schlafen.

Und gestern hatte sie ja ihren freien Abend gehabt… am Valentinstag…

Unwillkürlich musste sie lächeln. Sie erinnerte sich an den Blumengruß, an die Karte des ‚Gentleman aus dem 13. Jahrhundert‘. Wie nett von Nick, sie ins ‚Azure‘ einzuladen. Sie konnte sich auch noch vage daran erinnern, mit dem Taxi zu diesem noblen Restaurant gefahren zu sein, aber dann… ihr fehlte einfach die Erinnerung daran, was danach passiert war…



*~*~*~*




Kaum war die Sonne untergegangen, erwachte Nicholas und machte sich fertig, um zur Arbeit zu fahren. Während er in seinem Caddy die wohlbekannte Strecke zurücklegte, dachte er an das gestrige Geschehen im ‚Azure‘ zurück.  Immer wieder fragte er sich seitdem, wie es Lacroix nur gelungen war, Natalie zu hypnotisieren. Ihm selbst war es bei seiner Kollegin nie geglückt und Nat hatte doch immer behauptet, dass sie zu den Menschen gehöre, bei denen Hypnose nicht wirke. Offensichtlich wohl ein Irrtum, denn als er ins ‚Azure‘ kam, saß Nat bewusstlos auf einem Stuhl, die Jacke bis zur Hälfte herabgezogen, so dass ihre entblößten Schultern freigelegt waren. Zudem hatte sein Meister bereits ihr Haar zur Seite geschoben und wollte zweifellos gerade genüsslich seine Zähne in ihren Hals bohren. Nur sein Protest in letzter Sekunde konnte gerade noch das Schlimmste verhindern.

Lacroix hatte ihm Vorwürfe gemacht, ihn daran erinnert, dass er noch eine alte Rechnung mit ihm begleichen musste. Vor etwa 800 Jahren überredete Nicholas ihn nämlich, seine Schwester unbehelligt zu lassen. Nur mit Mühe und gegen Fleurs Widerstand gelang es ihm, Lacroix davon zu überzeugen, dass er die Liebe, die er angeblich für das junge Mädchen empfand, zerstören würde, wenn er Fleur zu einem Vampir machte.

„Es ist ihre Unschuld, die du liebst“, behauptete Nick damals gegenüber seinem Meister und war davon noch heute überzeugt. Und welcher Art  der Gefühle es auch waren, die Lacroix für Fleur empfand, sie bewirkten jedenfalls, dass der alte Vampir das Mädchen aus seinem Bann freigab. Doch danach schwor er ihm, dass er einst ein Opfer von ihm für Fleur zurückfordern würde, und zwar genau dann, wenn Nick sich ernsthaft in eine Sterbliche verlieben würde. Und diese Sterbliche hatte Lacroix nun in Natalie zu finden vermeint. Deshalb lockte er sie ins ‚Azure‘ und deshalb forderte er auch gestern Abend von ihm, seine Angebetete zu beißen und sie zu einem Vampir zu machen.

Es war verdammt riskant gewesen, sich auf dieses Spiel von Lacroix einzulassen. Um Nat zu retten, musste er seine tatsächlichen Gefühle für sie verleugnen, behauptete rundweg, er würde ihre Verliebtheit zu ihm nur für seine Zwecke ausnutzen, und tat dann so, als ob er seine Kollegin wirklich beißen wollte. Zum Glück hatte dies letztendlich Lacroix davon überzeugt, dass er wohl wirklich nichts für Natalie empfand, und sein Meister bestand nicht länger darauf, dass er sie aussaugte und in eine Blutsaugerin verwandelte. Nick war erleichtert, als der alte Vampir endlich aus dem Restaurant verschwand und ihn allein mit Nat zurückließ. Ohne sie zu wecken, brachte er sie in ihre Wohnung zurück, befreite sie von ihrer Jacke und den Schuhen und legte sie danach einfach in ihr Bett. Dann weckte er sie sanft und beließ sie in einer Art Halbschlaf, während er ihr mehrfach suggerierte, dass sie alles vergessen sollte, was sich an jenem Abend im ‚Azure‘ zugetragen hatte. Er hoffte wirklich sehr, dass seine Suggestion erfolgreich war.



*~*~*~*




Als Natalie gegen halb zehn das Revier der Metro-Police betrat, führte ihr Weg sie schnurstracks  an Nicks Schreibtisch.

„Hallo“, begrüßte sie ihn schüchtern.

Nick sah überrascht auf, lächelte etwas und fragte: „Wie fühlst du dich, Nat?“

„Wie? Na ja, ich weiß nicht so recht. Bin mit einem schrecklichen Kater erwacht, aber nun geht es wieder. Aber sag mal, Nick, gestern Abend…“

„Ja?“

„Was war gestern Abend? Sind wir zusammen aus gewesen?“

Nun grinste Nicholas breit und erklärte amüsiert: „Wir hatten viel Spaß.“

„Spaß?“

„O ja, wir hatten eine Menge Spaß gestern Abend, Nat.“

„Aber was genau haben wir getan? Ich meine… gibt es etwas, dass ich bereuen müsste?“

„Du meinst, du hattest einen Filmriss?“ erkundigte sich Nick scherzhaft.

Ein wenig peinlich berührt lachte Natalie verhalten und nickte dann.

„Ja…“, gab sie zu und errötete etwas. „Also, was genau ist passiert?“

„Es war ganz harmlos, Nat. Ein vergnüglicher Abend zwischen Freunden.“

„Wirklich?“

„Ja“, log Nick mit fester Stimme und grinste erneut. „Daran ist doch nichts auszusetzen, oder?“

„Nein“, gab die Pathologin mit verlegenem Lächeln zu. „Nein. Wir… wir sollten das ruhig öfter einmal machen.“

Nicholas nickte und blickte seiner Kollegin erleichtert nach, nachdem sie noch einmal gelächelt und sich dann umgewandt hatte, um ins Gerichtsmedizinische Institut zu verschwinden. Er war wirklich froh, dass seine Suggestion so erfolgreich bei Natalie gewesen war. Gleichzeitig wurde ihm dabei voller Bedauern bewusst, dass dies auch bedeutete, dass er niemals eine engere Liebesbeziehung mit Natalie würde eingehen dürfen, wollte er sie nicht in Gefahr bringen. Das gestrige Erlebnis hatte ihm klargemacht, dass Lacroix ihn heimlich beschattete, ohne dass er etwas davon mitbekam. Immer noch war der Alte ihm überlegen. Daher war äußerste Vorsicht geboten in allem, was er tat. Und um Natalie vor Lacroix’s  Rache zu schützen, musste er sie in Zukunft wieder wie eine ganz normale Kollegin behandeln, für die er nicht mehr als Freundschaft empfand. Niemals sollte Natalie wegen ihm in Lebensgefahr geraten…



*~*~*~*




Drei Tage lang fühlte Natalie sich überaus glücklich, auch wenn sie sich nicht mehr daran erinnern konnte, wie sie den Abend mit Nick im ‚Azure‘ verbracht hatte. Aber es war ihr einerlei. Dafür war ihr noch sehr gut im Gedächtnis haften geblieben, dass Nick und sie sich in den letzten Tagen davor sehr nahe gekommen waren und er angedeutet hatte, mehr als Freundschaft für sie zu empfinden. Sie erinnerte sich an den ersten Kuss, den er ihr gab. Er war schüchtern, vorsichtig… beinahe so, als würde ein kleiner Junge sie küssen. Eigentlich seltsam, wenn man bedachte, wie alt Nick in Wirklichkeit war und dass er sicherlich schon einige Beziehungen mit anderen weiblichen Wesen erlebt hatte. Aber sie wusste auch, dass er sich bedauerlicherweise meistens nicht beherrschen konnte und seine Leidenschaft die Frauen, mit denen er eine enge Beziehung einzugehen wagte, in der Mehrzahl der Fälle das Leben kostete. Nur darum war er so zaghaft.

Natalie war glücklich, da Nick endlich bereit zu sein schien, eine Beziehung mit ihr einzugehen. Es war nur schade, dass sie wegen eines Medizinerkongresses, der in Toronto stattfand und zu dem man sie eingeladen hatte, momentan keine Zeit für ihn hatte. Aber die Erkrankung eines Kollegen und das Auffinden einer Toten riefen sie direkt nach der Tagung zum Tatort. Sie hatte die Leiche gerade untersucht und schrieb eifrig auf, was sie bei der ersten Untersuchung festgestellt hatte, als Nick und Schanke dazukamen und sie begrüßten. Sie wandte sich zu ihnen um und sah, dass Nick sie mit einem bewundernden Blick bedachte.

„Du siehst wirklich fabelhaft aus heute Abend“, sagte er und sie wurde ein bisschen verlegen.

„Die Anwesenheit bei einem Medizinerkongress erfordert nun einmal einen gewissen Dress“, erklärte sie, lächelte etwas und war selig, als Nick ihr Lächeln erwiderte. Dann fing sie sich wieder, wurde ernst und teilte den beiden Polizisten mit, was sie bei der ersten Untersuchung der Toten festgestellt hatte. Danach kehrte sie ins Gerichtsmedizinische Institut zurück, während Nick und Schanke damit beschäftigt waren, sich den Tatort gründlich anzusehen. Natürlich hoffte sie, dass sie sich nach der Obduktion mit Nick allein im gegenüberliegenden Bistro treffen könnte, bevor sie nach Hause fuhr.

Aus diesem Plan wurde jedoch nichts, da Nick später mit Schanke und noch einem Typen, den Schanke ihr als seinen Freund und ehemaligen Partner Patrick Delahanty vorstellte, zu ihr kam, um sich nach dem Stand der Dinge zu erkundigen. Sie teilte es ihnen mit, wobei sie vor allem Nick ansah. Dieser schien nervös, warf  immer wieder einen – wie ihr schien – zweifelnden Blick auf Delahanty. Auch ihr war dieser Mann, dessen Lächeln wie eingefressen in seinem Gesicht wirkte, nicht ganz geheuer. Schanke jedenfalls war wie ausgewechselt, erzählte seinem ehemaligen Partner vollmundig über seinen Job, lobte Natalie über den grünen Klee, beachtete Nick jedoch kaum. Sie konnte durchaus verstehen, dass Nick aufgrund dessen seinen Kollegen nicht mit diesem Typen allein lassen wollte. Und so blieb ihr nichts anderes übrig, als nach Abschluss ihrer Untersuchung allein nach Hause zu fahren, wo niemand außer ihr Kater Sidney auf sie wartete.



*~*~*~*




Zwei Tage später fand man einen alten Mann tot in seiner Wohnung auf und Natalie stellte bei der Obduktion fest, dass er genau wie die junge Frau, die sie zuletzt untersucht hatte, Spuren von Blei in seinem Blut hatte. Aufgrund dessen dauerte es nicht lange, bis Schanke einen Zusammenhang in den beiden Fällen mit dem Schmerzmittel  ‚Novotox  erkannte und die Herstellerfirma dieses Medikament aus dem Verkauf zurückrief und die Produktion vorerst einstellte. Schanke war stolz auf sich, wurde von seiner Chefin gelobt und auch Natalie konnte nicht umhin, ihm Anerkennung zu zollen. Lediglich Nick war nicht davon überzeugt, dass Schanke richtig lag, und sagte seinem Kollegen das auch auf den Kopf zu. Natalie konnte es nicht fassen, dass Nick dermaßen taktlos war. Sie verstand sehr gut, warum Schanke aufgrund dessen verletzt war. Dies schien so gravierend zu sein, dass er einen Tag später seinen Dienst quittierte. Natalie war entsetzt, aber Nick schien das völlig kalt zu lassen. Stattdessen beharrte er darauf, dass irgendetwas bei dem Novotox-Fall faul war.

Als Natalie nach dieser Schicht auf dem Weg nach Hause war, hörte sie plötzlich in sich eine Stimme, die ihr zuwisperte: „Na, erkennst du jetzt, wie wenig Nick Beziehungen bedeuten, da er seinen Partner einfach so leichten Herzens ziehen lässt?“

Natalie fröstelte innerlich, denn ihr hatte es wirklich nicht gefallen, dass Nick seinem Kollegen die wohlverdiente Anerkennung versagte und stattdessen rechthaberisch darauf  beharrte, dass Schanke sich geirrt haben musste…



*~*~*~*




Es erwies sich, dass Nick mit seiner Vermutung recht hatte. Als Natalie nämlich am nächsten Abend ihre Schicht begann, wartete bereits eine weitere Tote darauf, von ihr untersucht zu werden. Man hatte die junge Frau ebenfalls leblos in ihrer Wohnung aufgefunden. Zwar befand sich in ihrem Besitz auch ‚Novotox, aber es war noch originalverpackt und sie hatte nichts davon eingenommen. Eine Rücksprache mit dem Arzt, der ihr das Mittel verschrieben hatte, ergab, dass die Tote es zum ersten Mal erhalten hatte. Dennoch befanden sich auch in ihrem Blut Spuren von Blei. Da Nick einen Moment später zu ihr kam, teilte sie ihm das mit, fühlte sich aber dennoch sehr irritiert.

Im Beisein von Nick suchte Natalie im Computer in den Akten der drei Toten, was sie außer dem ‚Novotox  noch für Gemeinsamkeiten hatten und stellte rasch fest, dass alle in diesem Jahr künstliche Implantate im Körper eingesetzt bekommen hatte. Der Hersteller dieser Implantate hatte seinen Hauptsitz ausgerechnet in Arizona, wo Schankes Freund Delahanty ebenfalls lebte und arbeitete. Innerlich alarmiert rannte Nick daraufhin sofort aus dem Raum, um diesen Mann aufzusuchen.

Später hörte sie sich dann Schankes aufgeregten Bericht an, dass Nick in letzter Sekunde gekommen war und verhindert hatte, dass Delahanty ihn erschoss. Schanke konnte es nicht fassen, denn sie beide waren von frühester Jugend an Freunde gewesen und hatten gemeinsam vieles überstanden. Doch offensichtlich war Delahanty das viele Geld, das er inzwischen als Detective verdiente, indem er auch schmutzige Aufträge erledigte, mittlerweile wichtiger geworden als sein langjähriger Freund. Schanke fand nämlich heraus, dass Delahanty mit einem Komplizen das Novotox  in die Verkaufsregale geschmuggelt hatte, um davon abzulenken, dass die drei Menschen nur aufgrund der Implantate seiner Auftraggeber, der Herstellerfirma in Arizona, gestorben waren. Er hatte den fassungslosen Schanke noch davon zu überzeugen versucht, dass die Implantate gut seien und außer den drei Menschen bisher noch niemand daran gestorben wäre. Aber Schanke war kein käuflicher Typ, was Delahanty nicht fassen konnte. Es kam zum Kampf zwischen seinem Komplizen, ihm und Schanke, wobei Don den Helfershelfer seines alten Freundes k. o. schlug und auch Delahanty unsanft auf den Boden beförderte. In diesem Augenblick zog sein langjähriger Freund eine Waffe aus seinem Jackett und richtete sie auf Schanke. Doch als er abdrückte, war schon Nick in das Hotelzimmer hereingestürmt gekommen, riss dessen Hand zurück, was unglücklicherweise zur Folge hatte, dass Delahanty sich selbst in den Bauch traf und noch an Ort und Stelle starb, und zwar in den Armen von Schanke, den er um Verzeihung bat.

All das hatte Schanke ziemlich mitgenommen, so dass Natalie sehr gut verstehen konnte, dass Nick sich die nächsten Tage verstärkt um seinen Partner kümmerte und sie ihn kaum sah. Sie gab sich der Hoffnung hin, dass sich das auch wieder ändern und sie mehr Zeit miteinander verbringen wollte. Aber die leise Stimme in ihrem Kopf, die sie jedes Mal vernahm, wenn sie sich auf den Weg nach Hause machte, versicherte ihr unaufhörlich, dass auf Nicks Treue kein Verlass sei…



*~*~*~*




Die Tage vergingen und Natalies Leben nahm seinen gewohnten Lauf, ohne dass sich je ein Augenblick für sie ergab, ein Wort mit Nick allein zu wechseln. Es war üblich, dass er zusammen mit Schanke zu ihr kam, wenn einer ihrer Fälle bei ihr landete, aber dass er jedesmal wieder mit Schanke verschwand, war etwas völlig Neues. Natalie war enttäuscht und es fiel ihr zunehmend schwerer, die boshafte Stimme in ihrem Kopf zu beschwichtigen, die darauf beharrte, dass Nicks Treue keinen Pfifferling wert sei.

Schließlich hielt sie es nicht mehr aus, fasste sich ein Herz und suchte Nick eines Abends vor Beginn ihrer Nachtschicht an seinem Schreibtisch auf.

„Nanu, Nat, du bemühst dich selbst hierher?“, fragte er überrascht. „Hat das einen besonderen Grund?“

„Ja“, erwiderte sie und nickte. „Ich muss dich unbedingt unter vier Augen sprechen. Es ist wichtig!“

„Na schön, dann gehen wir doch in einen der Besprechungsräume“, schlug er vor. Sie war einverstanden und folgte ihm schweigend in einen, der frei war, und stellte ihre Tasche auf dem Tisch ab. Nick verschloss die Tür hinter ihnen und wandte sich ihr dann zu.

„Also, Nat, was hast du auf dem Herzen?“, fragte er freundlich.

Seine liebenswürdige Art und sein Lächeln wirkten immer entwaffnend auf sie. Unsicher blickte sie zu Boden und begann: „Es ist… also es handelt sich…“

Sie hielt inne, schloss kurz die Augen, schluckte ein paarmal und sah ihm dann offen ins Gesicht.

„Es geht darum, was mit uns ist!“, erklärte sie dann.

„Was mit uns ist?“, erkundigte er sich erstaunt und runzelte verständnislos die Stirn. „Verzeih mir bitte, Nat, aber ich glaube, ich kann dir nicht folgen.“

„Bevor wir einen netten Abend im ‚Azure‘ verbrachten, hast du mir doch mehr als deutlich zu verstehen gegeben, dass du mehr als Freundschaft für mich empfindest. Erinnerst du dich nicht mehr daran, wie du mich umworben und mir den Hof gemacht hast? Aber seit dem ‚Azure‘ scheinst du dich immer mehr vor mir zurückzuziehen, Nick? Was ist los? Habe ich etwas falsch gemacht?“

Nick lächelte breit, machte aber keine Anstalten, sich ihr zu nähern.

„Nein, Natalie, du hast gar nichts falsch gemacht“, erwiderte er dann in freundlich-distanziertem Ton. „Ich bin derjenige, der sich mal wieder nicht zusammenreißen konnte. Aufgrund der Morde, die vor dem Sankt-Valentins-Tag  geschahen, wurde ich etwas zu sehr sentimental. Dies ließ mich wieder einmal vergessen, dass zwischen einer Sterblichen und mir niemals so etwas wie eine Liebesbeziehung sein kann. Und da ich dich wirklich sehr mag, bildete ich mir ein, in dich verliebt zu sein. Meine Einladung ins ‚Azure‘ war der nächste Fehler, den ich gemacht habe. Tut mir leid, Natalie, dass ich aufgrund dessen falsche Hoffnungen in dir geweckt habe.“

„Dann… dann bedeute ich dir… also… nichts…?“

Natalie war den Tränen nahe, konnte sich aber noch einigermaßen beherrschen.

„Nicht doch, Natalie“, widersprach Nick sofort. „Natürlich bist du mir wichtig! Du bist eine meiner besten Freundinnen und daran wird sich auch niemals etwas ändern. Aber mehr als Freundschaft kann ich dir nicht bieten. Es wäre zu gefährlich!“

Natalie wandte ihren Blick von ihm ab, griff nach ihrer Tasche und meinte mit zusammengepressten Lippen: „Schön, dann wäre das zwischen uns ja endlich geklärt!“

Und ehe Nick noch ein Wort sagen konnte, hatte sie den kleinen Raum verlassen und bewegte sich eiligen Schrittes in Richtung Gerichtsmedizinisches Institut zu, während die leise Stimme in ihrem Kopf  flüsterte: „Auf einen launischen Mann ist niemals Verlass!“